US-Präsident will am Rande des UN-Gipfels Erdogan und Netanjahu treffen - Ankara lehnt Vermittlung ab
Washington - Unter dem Eindruck der aggressiven türkischen
Rhetorik gegenüber Israel drängt US-Präsident Barack Obama die früheren
Verbündeten, ihr Verhältnis zu verbessern. "Wir haben Israel und die Türkei
ermutigt, ihre Differenzen zu überbrücken", sagte der stellvertretende
Sicherheitsberater Obamas, Ben Rhodes, am Freitag in Washington. Obama werde den
türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan und dessen israelischen Kollegen
Benjamin Netanjahu in der kommenden Woche am Rande der UN-Vollversammlung in New
York treffen. Am Dienstag soll Obama mit Erdogan zusammenkommen. Ein Gespräch
mit Netanjahu wird für Dienstag oder Mittwoch erwartet.
Die Türkei lehnte Hilfen der USA zur Lösung ihrer diplomatischen Krise mit Israel allerdings am Samstag ab. „Wir brauchen keine Vermittlung", sagte Außenminister Ahmet Davutoglu am Samstag in einer vom Fernsehen übertragenen Auftritt vor der Presse. Die Forderungen der Türkei an Israel für eine Verbesserung der beiderseitigen Beziehungen seien „klar" und Washington bekannt, fügte er hinzu. Niemand solle Ankaras Ernsthaftigkeit in Frage stellen. Davutoglu verwies darauf, dass US-Präsident Barack Obama und der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan das Thema kommende Woche bei ihrem Treffen am Rande der UN-Vollversammlung erörtern könnten.
Das Verhältnis der Türkei und Israel ist schwer belastet. Die Türkei droht,
Solidaritäts-Schiffe für Gaza von Kriegsschiffen schützen zu lassen. Hintergrund
des Streits ist ein Einsatz der israelischen Armee im vergangenen Jahr, bei dem
neun türkische Aktivisten getötet wurden. Sie wollten mit einem Schiff die von
Israel verhängte Seeblockade gegen den von Radikalislamisten regierten
Gazastreifen durchbrechen. Die Türkei kappte unlängst Rüstungskontakte und wies
den israelischen Botschafter aus, nachdem Israel eine Entschuldigung für den
Armee-Einsatz abgelehnt hatte. (Reuters)