Bestellte Anzeigen

Suche nach ÖBB-Inseraten und Zeugen

16. September 2011, 20:15
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    foto: apa/gindl

    Kanzler Faymann und Staatssekretär Ostermayer.

ÖBB-Chef Christian Kern weist Berichte zurück, wonach der Name von Faymann in Vorstandsbeschlüssen zur Inseratenvergabe auftaucht - Zeuge: Name wurde nachträglich gestrichen - Faymann selbst hatte "beratende Gespräche" bei der Asfinag bestätigt

Wien - Grünen-Abgeordnete Gabriela Moser hat aus ihrem Archiv eine Anfragebeantwortung aus dem Jahr 2007 hervorgekramt. Sie wundert sich über den Widerspruch zu den Dementis von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ), der heute von Anweisungen zu Inseratenaufträgen nichts mehr wissen will. 2007, Faymann war Verkehrsminister, antwortete er auf die Frage zu Medienkooperationen der Asfinag, dass er sehr wohl in die Inseratenvergabe involviert war. "In beratenden Gesprächen zwischen meinem Büro und den Vorständen des Unternehmens sind wir übereingekommen, dass vor allem verständliche Sachinformationen Inhalt dieser Kommunikation sein sollen", heißt es darin.

Zuletzt hatte Faymann Aussagen, wonach er als Verkehrsminister staatsnahen Betrieben wie ÖBB oder Asfinag Weisungen gegeben habe, in bestimmten Medien zu inserieren, als "Unsinn" zurückgewiesen. Allerdings wird Faymann auf mehreren Rechnungen namentlich als derjenige ausgewiesen, in dessen Auftrag die Inserate geschaltet wurden.

ÖBB: Beschlüsse ohne Politikernamen

ÖBB-Chef Christian Kern wies am Freitag im ORF-Mittagsjournal Berichte zurück, wonach der Name Faymann in ÖBB-Vorstandsbeschlüssen im Zusammenhang mit Inseraten auftauche. Man habe den Sachverhalt geprüft und sei "zur Einschätzung gelangt, dass die Vorstandsbeschlüsse, die dann tatsächlich beschlossen worden sind, anders lauten, als sie in den Medien abgedruckt worden sind - nämlich keine Politikernamen beinhalten. "

Laut Medienberichten tauchte der Name Faymann auf einem Antrag an den ÖBB-Vorstand aus dem Jahr 2007 auf. Darin heißt es: "Herr Minister Faymann hat mit der Kronenzeitung eine mehrteilige Kooperation 'Unsere Bahn" im Jahr 2007' vereinbart." Das Auftragsvolumen betrug 500.000 Euro. Im ÖBB-Archiv ist dieser Antrag in anderer Form zu finden; und zwar ohne den Namen Faymann.

Namen nachträglich gestrichen

Ein ehemaliger ÖBB-Manager behauptet nun im "Kurier", er habe den Namen Faymann nachträglich aus einem ÖBB-Protokoll streichen müssen. Das Kanzleramt dementierte die Vorwürfe neuerlich.

Der "Kurier" berichtet, die in den Zeitungen abgedruckte Version sei richtig, und zitiert einen namentlich nicht genannten ÖBB-Manager, der an der Fertigung des Papiers beteiligt gewesen sei, und den Ablauf erklärt: "Es sind damals im Vorstand die Fetzen geflogen." "Der Name Faymann musste rausgenommen werden. Ein Vorstandsdirektor und ich haben den Antrag umschreiben müssen. Man hat gesagt, man wird das nachreichen."

"Kurier": Druck des Echo-Verlags

Der "Kurier" zitiert auch einen ehemaligen ÖBB-Manager, der behauptet, dass auch der Stadt-Wien-nahe Echo-Verlag "massiv Druck ausgeübt" habe. "Der Echo-Geschäftsführer hat am Ende jedes Monats angerufen und gesagt, in welchen seiner Medien es noch freie Inseratenplätze gibt und wie viel das für die ÖBB kostet." Über Jahre hinweg sei von Echo-Geschäftsführer Christian Pöttler unter Berufung auf Ostermayer Druck ausgeübt worden, Anzeigen schalten zu müssen. "Monatlich waren das 25.000 bis 30.000 Euro in den diversen Echo-Medien."

Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt gegen Faymann und Medienstaatssekretär Josef Ostermayer (SPÖ; damals Faymanns Kabinettchef) wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch und Untreue. Angezeigt wurden sie von FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky. Das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK) sucht nach Beweisen und befragt Zeugen. Strafrechtsexperten beurteilen die Erfolgsaussichten skeptisch. Untreue könne höchstens der Vorstand begangen haben, wobei fraglich sei, ob Inserate in Zeitungen einen wissentlichen Befugnismissbrauch darstellten. Faymann könnten allenfalls Beteiligungstäterschaft und Anstiftung angelastet werden. (völ, ung, APA/red/DER STANDARD; Printausgabe, 17./18.9.2011)

Kommentar posten
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Briefmarkenkleber
43
18.9.2011, 19:27
Was für ein billiges schwarzblaues Ablenkungsmanöver...

Je m'appelle Mirabelle L.
 
00
18.9.2011, 18:24
franz fiedler

ist sicher nicht käuflich:

http://kurier.at/nachricht... 152805.php

Frage an FF: Verstärkt so ein Verdacht nicht den generellen Eindruck einer medialen Bananenrepublik?

FF: So krass würde ich es nicht sagen. ... Aber ich sehe keine Bereitschaft der Politik, dies so zu regeln, wie es eines Rechtsstaates würdig ist.

Johann Rauscher
 
16
18.9.2011, 16:07

Warum ist dieser Artikel so gut versteckt? Da gehts immerhin um den aktuellen Bundeskanzler.

Damit diesqualifiziert sich diese Zeitung leider selber!

nvidia
 
15
18.9.2011, 14:57

Spätestens jetzt wird klar warum nicht regiert wird. Die müssen alle Zeit und Kraft in die Verschleierung ihrer Aktivitäten investieren. Da bleibt nichts über für die lächerliche Regierungsarbeit. Echte Leistung halt.

Hans Klade2
12
18.9.2011, 18:31

Das ist auch der Grund, warum SPÖ und ÖVP so innig aneinander hängen - "Kuschelkoalition". Sie sind sich so einig darüber mit gegenseitiger Duldung ihre Skandale und Korruptionsfälle zu vertuschen oder langsam einer Verjährung zuzuführen. Dazu brauchen sie mindestens die gesamte Legislaturperiode. Eine Hand wäscht die andere.

Tschurndorf
11
18.9.2011, 14:24
ich glaube,der

Kommt aus den usa nid mehr zurueck!

Rosa Grün
 
00
18.9.2011, 14:10
Tahrir-Platz heisst platz der befreiung

wie wäre es mit einer volksbewegung gegen korruption à la "arabischer frühling"? subversion anstatt submission! man muss sich nicht alles gefallen lassen um dann bei den nächsten wahlen das ergebnis zu beweinen. wer ist dabei?

eknaD
13
18.9.2011, 12:43
erkelteter tiger
24
18.9.2011, 14:12
geh bitte

rabl muss ja selber zugeben, dass er damals von den inseraten profitiert hat

außerdem stand das ganze schon vor jahren im profil, ich versteh nicht warum sich kurier jetzt als aufdecker aufspielt, wenn man nur im archiv des raiffeisen kollegen hätte nachsehen müssen

und raiffeisen macht es halt anders, man hält sich eine partei und die zeitungen gleich dazu,

da gibts alles aus einem guss

und der knecht eines lobbyisten blattes sollte vielleicht nicht von korrumpierter vierter gewalt reden

Rosa Grün
 
01
18.9.2011, 13:12
immerhin

aber: "jeder wusste es in der polit-medialen Branche" und dennoch hat es gedauert, bis der fall angerollt ist. "Die Bürger wollen Klarheit" über die transparenz in den eigentumsverhältnissen? ich bezweifle dies, das gros der bürger will gratiszeitungen.

Rosa Grün
 
110
18.9.2011, 12:37
etat?

liebe standard-redaktion!
mir ist unverständlich, warum dieser artikel, in dem es um möglichen amtsmissbrauch geht und auf kosten des steuerzahlers werbung für die öbb und damit indirekt für die spö gemacht wurde, sich in der rubrik "etat" befindet. es geht hier um niemanden geringeren als den BK und seinen staatsekretär, ist das nicht (auch) ein fall für "inland"? manche artikel sind thematisch an zwei stellen gesetzt, warum also nicht dieser? zumindest fragwürdig! genauso gut könnte man den großen fekter-artikel unter "international" stellen, weil ihre aussagen beim EU-finanzministertreffen getätigt wurden. von der wichtigkeit her wurde diese geschichte auf eine stufe wie die preisverleihung für irgendwelche soaps gestellt. seifenoper!

aufsichtsrat1
02
18.9.2011, 12:07

Ermittlungen, Verdacht, Amtsmissbrauch, Untreue, Korruptionsverdacht, Korruptionsbekämpfung, Suche nach Beweisen, Anstiftung, Veruntreuung, Unschuldsvermutung, Jagdgesellschaften, Steuerhinterziehung, Betrug etc. etc.
DAS sind die Begriffe, mit welchen Politik in Österreich zwangsläufig assoziiert wird. Ansonsten nur unendliche Leere.

Allmächtiger Satan
01
18.9.2011, 11:44

Befindet Ö sich jetzt endlich dort auf dem Korruptionsindex, wo es seit jeher hingehört? In den freien Fall ins Bodenlose?

sauamtrog
01
18.9.2011, 11:40

heimat bist du grosser söhne
derer man sich auch nicht schäme
denn wer kanns der sau verübeln
wenn sie frisst aus vollen kübeln
die ja nur dazu bestimmt
dass man sich daraus bedient
umverteilung nennt man das
des sozialstaats höchstes mass
wär ja schade wenn das geld
in die falschen hände fällt
werd nicht schamrot, bleibe bleich
vielgerühmtes österreich

Cayenne69
02
18.9.2011, 11:28

dieses land geht vor die hunde, schade, hätte es doch so viel potential

me phisto
03
18.9.2011, 10:56
Jetzt weiß man wenigstens wozu die SP neue Staatseinnahmen alá Vermögenssteuer braucht!

Um gierig aus dem Mittelstand noch mehr von jenen Geldern herauszusaugen, die nötig sind, um diese in völlig abgewirtschaftete Staatsbetriebe, wie Asfinag, ÖBB, ORF, etc... zu stopfen, um diese dann wieder mit vollen Händen für Inseratenkampagnen zur persönlichen Profilierung unserer Politiker genau zwei Medienfamilien (Dichand/ Fellner) zukommen lassen. Ein ewiger sich selbst erhaltender Kreislauf eines staatlich sanktionierten Raubzuges bei den Steuerleistenden dieses Landes, um dann großzügig und fürstengleich Gefälligkeiten zu verteilen und zu erhalten. Ja und nebenbei müssen diese Unternehmen dann auch noch herhalten, um intellektbefreite Parteigünstlinge vor der offiziellen AMS-Anmeldung zu verstecken.

Einfach nur krank das alles!

Je m'appelle Mirabelle L.
 
00
18.9.2011, 18:49
stimmt! dieses land

hat ein starkes korruptionspotential. und das vorhandene "material" wird wegen der stagnation im bildungssystem nicht optimal genutzt. sie haben also recht.

Wunderwuzzi007
00
18.9.2011, 12:07

Wie recht Sie haben. Wir bewegen uns mit Riesenschritten in den Neofeudalismus, wo wenige sagen, wo es in der Gesellschaft lang geht. Bezahlen muss das ein immer kleinerer werdender Teil der Mittelschicht, deren Steuer- und Gebührenschraube sukkzessive per Salamitaktik angezogen wird. Eine Gebührenerhöhung da, eine Steuererhöhung dort, usw. usw. Die nächste Revolution kommt wohl von der Mittelschicht, die sich diesen Raubzug wohl auf Dauer nicht bieten lassen wird. Ich bin schon gespannt, wann der Bogen überspannt wird. Der Gemeinde Wien geht jetzt sowieso langsam das Geld aus (20% der Mindestsicherungsbezieher sind aus Russland, Fehlüberweisungen von 3000 Euro beispielsweise werden nicht mehr verfolgt). Tja, wie lange noch??

gagarin
05
18.9.2011, 10:30
Betreffs Niko Pelinka

Für diesen Burschen wurde natürlich auch vollkommen ohne Druck bei der ÖBB erst ein Posten geschaffen. Damit er sich ohne Stress als Chef um den SPÖ Freundeskreis der Stiftungsräte im ORF kümmern kann.
Wieder wird via ÖBB der Steuerzahler für die Kanzlerinteressen zur Kasse gebeten!

Kerzerl
04
18.9.2011, 11:11
ÖBB = Vorfeldorganisation der SPÖ.

Darum gab es ja die völlig freiwilligen und von Faymann&Ostermayer niemals gewollten Inseratengeldflüße an die SPÖ Wien sowie rein zufällig ausgewählte Printmedien.

Cyrano de Bergerac
30
18.9.2011, 10:19
Einfach Ehrlich - Teil 1

Ein guter Freund hat mir vor ein paar Wochen erzählt, wie in dieser Sache vorzugehen sei:
1.) Anzeigen in Printmedien dürfen nur dann geschalten werden, wenn von diesen der Druck sowie die Verbreitung von der ÖAK (www.oeak.at) od. einem anderen, unabhängigen Institut geprüft werden
2.) Der Druck der Magazine/Zeitungen muß in Österreich erfolgen
3.) Anzeigen von der Politik, den Betrieben der öffentlichen Hand sowie Unternehmen die vom Rechnungshof geprüft werden erhalten dann 70 % Rabatt auf den Listenpreis in den Mediadaten
4.) Bei Magazinen/Zeitungen die eine Presseförderung erhalten, erhöht sich der Rabatt auf 90 %

Cyrano de Bergerac
30
18.9.2011, 10:19
Einfach Ehrlich - Teil 2

Das erscheint doch logisch, plausibel und vor allem seriös, denn
- wenn es keinen kontrollierten Druck und keine kontrollierte Verbreitung gibt, dann weiß man ja nicht welche Leistung man tatsächlich vom Verlag bekommt
- wenn die größte Wertschöpfung bei der Magazinproduktion ins Ausland verlagert wird, dann darf man sich nicht wundern daß in Österreich eine Druckerei nach der anderen in Konkurs geht (Kärntner Druckerei, Goldmann, Diebl Druck, usw.)
- da die Presseförderung nicht allen Printmedien zu Verfügung steht, stellt sie eigentlich eine Wettbewerbsverzerrung dar und "zufällig" bekommen gerade jene Magazine/Zeitungen die meisten Anzeigen, die eh schon eine Presseförderung bekommen!!!

dölerich hirnfidler
01
18.9.2011, 12:02

sorrry, aber da hat sie ihr guter freund ganz schön angschwindelt .... oder es war der niko p.

Kerzerl
01
18.9.2011, 11:13

Das ist weder logisch noch plausibel und schon gar nicht seriös.

bastibasti
35
18.9.2011, 09:53

ich will eine zukunft, also weg mit faymann und seiner schuldensozialpartei. er nimmt jedem etwas weg um es dann zu verteilen. klüger wäre abgaben runter damit sich unternehmen mehr angestellte leisten können und endlich jeder dann unsere schulden mitzahlt.

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