Wörgler Moschee droht Schließung

Nach acht Jahren problemloser Nachbarschaft läuft ein Verfahren - Moschee in Kufstein wird verhindert

Innsbruck - Seit rund acht Jahren betreibt der Verein Atib, der Türkisch-Islamische Verein für kulturelle und soziale Zusammenarbeit, die Moschee in der Michael- Unterguggenberger-Straße mitten in Wörgl, und zwar rechtskonform, vom Stadtbauamt genehmigt. Ende August erhielt der Verein dann laut Presse unerwartet Post vom Stadtbauamt: Der Moschee in Wörgl droht laut diesem Schreiben die Schließung.

Das Stadtbauamt möchte mit dem Schreiben offenbar ihren eigenen Bescheid aus dem Jahr 2003 aufheben. Inhaltlich werde dies damit begründet, dass die Moschee mehrheitlich von Personen genutzt wird, die nicht aus dem betroffenen Wohngebiet stammen. Die Betreiber zeigen sich verwundert, habe es doch nie irgendwelche Beschwerden gegeben.

Verfahren läuft

Eine Stellungnahme des Vereins, in der die Einstellung des Verfahrens gefordert wird, wurde dem Stadtbauamt bereits übermittelt. Nun hoffe man, dass die Behörde davon absieht, die Bewilligung aus dem Jahr 2003 aufzuheben, erklärt der Anwalt des Vereins, Clemens Lintschinger. Aus dem Stadtbauamt heißt es, das Verfahren laufe, wann es abgeschlossen sein werde, sei nicht klar.

Erst im Juli war die Errichtung einer neuen Moschee in Kufstein von der Stadt abgelehnt worden. Der Verein Atib hatte bereits das Gebäude der ehemaligen ÖAMTC-Zentrale gekauft, um daraus einen Gebetsraum zu machen. Die Angelegenheit scheint pikant, immerhin wurde der Bescheid nicht vom Bürgermeister, sondern von seinem Vize unterschrieben.

Bürgerproteste

Der Bürgermeister selbst hatte sich für befangen erklärt: Seine Eltern würden in der Gegend wohnen, es habe zahlreiche Interventionen bei ihm gegeben. Seit Jahren versucht der Verein, in Kufstein ein Lokal für Veranstaltungen zu finden. Dies wird durch Bürgerproteste immer wieder verhindert. Erst vergangene Woche waren nach einem Brandanschlag auf eine türkische Moschee mit Sachschaden in Kufstein im Jänner 2011 die drei angeklagten jungen Männer wegen versuchter Brandstiftung zu teilweise unbedingten Haftstrafen verurteilt worden.

Vom Vorwurf der Wiederbetätigung wurden sie freigesprochen. Die Beschuldigten hatten vor dem Eingang der Moschee Benzin ausgeschüttet und einen Molotowcocktail gegen die Tür geworfen. Zudem schmierten sie eine SS-Rune, ein Hakenkreuz sowie die Zahl "88" für "Heil Hitler" an Wände von Gebäuden. (ver/DER STANDARD, Printausgabe, 17./18. September 2011)

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je weniger isl umso besser...

Keine lösung

Wenns zu laut sind, dann sollt ma des werkl nach ausschöpfen aller anderen Maßnahmen schließen. aber Net rückwirkend einen Bescheid ändern.
Ggfs hätte dann ein Gericht zu klären, ob Ruhe oder Religionsfreiheit das höhere gut ist. Bei der jetzigen Lösung wird das vermischt, und öffnet radikalen unnötige angriffsfläche.

Lassets dieses Gotteshaus doch stehen!

Je mehr Fremde in unserem Lande uns ihre fremden und fragwürdigen Sitten aufdrängen wollent, desto eher wird rechts gekoren - und dies finde ich äußerst fager.

Der Artikel trifft in keiner Weise die Wahrheit. Es gibt seit Jahren Probleme mit den Mitgliedern des Vereins ATIB, da überhaupt keine Rücksicht auf die Nachbarn in einer Sackgasse in einem Wohngebiet genommen wird. Zu Ostern drei Tage Fest mit hunderten Besuchern aus dem In- und Ausland zu Muttertag Fest, letztes Wochenende Fest mit jeweils hunderten Besuchern, jedoch ist das Vereinslokal für 50 Personen geeignet. Parkplatzchaos, Gestank, Müll, Lärm etc. Es geht nicht darum den Muslimen das Beten zu verbieten sondern es nur darum damit wir Anrainer wieder eine halbwegs vernünftige Lebensqualität haben. Man hat das Gefühl, daß die Besucher des Vereins ATIB noch nicht begriffen haben, daß sie nicht alleine auf der Welt sind.

wers nicht selbst erlebt...

kanns halt nicht verstehen...

blöd, dass viele hier meinen, dass sie die gscheitheit mim löffel....... ;)

lg CLoon

naja, der verein bemüht sich offensichtlich ein anderes lokal zu finden - da protestieren dann die bürger. bleibt der verein dort regen sich die anrainer auf. de facto scheint die bevölkerung keine andere lösung zulassen zu wollen als die schliessung.
das ist im rahmen eines gesellschaftlichen miteinanders ein echtes armutszeugnis.

laden sie sie doch zu sich nach hause ein :-)

hihihi

ist ihnen das ganz alleine eingefallen?

und das soll jemand ernst nehmen? so als wären die zeltfeste keine belästigung für anrainer - laut, lärmend, musik, würschtlgestank, b'soffene, schlägereien bis mitten in die nacht.
und ostern: frage nicht. da wird einem am ostersamstag sogar das zeug aus dem garten gestohlen.
das ist super? also ich weiß nicht.

unterm strich: für alle: toleranz und nerven bewahren - jeder kehre zuerst vor seiner türe und dann einige man sich. man hat ja sonst auch ein mundwerk.

3 mal festival stimmung in jahr senkt die lebensqualität?
ich würde mich freuen, wenn das bei mir ums eck wäre.
hingehen, mit den leuten reden, mitfeiern.
bin sicher die würden sich freuen auch ein paar nichtmuslime willkommen zu heissen.
haben sie schon einmal mit den leuten geredet?
vielleicht sollte ein dialog der erste schritt sein - man muss ja nicht gleich den ganzen verein dicht machen.

Das war ja nur ein kleiner Auszug, im Ramadan kommt es täglich zu Lärmbelästigungen sowie an fast jeden Freitag die Garagenzufahrt zugeparkt ist. Ich habe natürlich mit den Leuten gesprochen und gebeten man möge die Mitglieder anschreiben und auf die unbefriedigende Situation hinweisen. Die Kosten für Porto Papier etc. habe ich angeboten zu übernehmen. Es wurde alles von Seiten des Vereins ATIB mit der Begründung abgelehnt, daß es eine öffentliche Moschee ist und man nicht alle Leute kenne die dort hingehen.

"3 mal festival stimmung in jahr senkt die lebensqualität?
ich würde mich freuen, wenn das bei mir ums eck wäre"
Biete ihm doch deine Wohnung an!;-)
Dann kann er das am eigenen Leib erleben (und nicht nur aus der Entfernung - wenn überhaupt).
Nach 2-3Wochen musst dann nur die Entschuldigung annehmen!:-)

was für ein unglaublicher blödsinn ...

dialoge sind blödsinn?

oder die tatsache, dass ich gerne feiern besuche?

ich wohne

in Wien und ich kann ihre Zeilen leider nur allzu gut nachvollziehen - das Problem in Wien ist eben dass sich keiner findet der die Cochones des Vizebürgermeisters von Innsbruck hat

machen sie sich nicht lächerlich

das habe ich nicht vor

ich finde es ist vollkommen ausreichend wenn sie dies hier tun ...

mit welcher moschee haben sie denn beschriebenes problem?

Mit der Zusatzinformation wird diese ganze Story verständlicher, aber daran hat der Standard wenig interesse weil es dann nicht mehr die armen Moslems sind sondern die armen Bewohner die ihre Ruhe haben wollen.
Und Rücksicht ist halt nur bedingt Möglich da die Menschen aus diesem Kulturkreis einfach anders Leben und es gewohnt sind so zu feiern.

zitat:

Erst vergangene Woche waren nach einem Brandanschlag auf eine türkische Moschee mit Sachschaden in Kufstein im Jänner 2011 die drei angeklagten jungen Männer wegen versuchter Brandstiftung zu teilweise unbedingten Haftstrafen verurteilt worden.

Vom Vorwurf der Wiederbetätigung wurden sie freigesprochen. Die Beschuldigten hatten vor dem Eingang der Moschee Benzin ausgeschüttet und einen Molotowcocktail gegen die Tür geworfen. Zudem schmierten sie eine SS-Rune, ein Hakenkreuz sowie die Zahl "88" für "Heil Hitler" an Wände von Gebäuden.

DIE SS RUNE, das Hakenkreuz und 88 ist KEINE WIDERBETÄTIGUNG?
sehr interessant!!!

Gibt es da nicht Normen ab wann Wiederbetätigung

strafbar ist - ich meine, müssen die erst gewalttätig werden um bestraft zu werden?
Als Andersgläubigen würde ich mich vor SS-Runen, Hakenkreuzen und der Zahl 88 doch von einer faschistischen Gesinnung bedroht fühlen...

bestraft im Sinne einer Unbedingten

Zudem schmierten sie eine SS-Rune, ein Hakenkreuz sowie die Zahl "88" für "Heil Hitler" an Wände von Gebäuden.

Und sie wurden trotzdem freigesprochen? Ein Hoch auf unsere Justiz

Versteh ich auch nicht aber der Artikel schweigt sich über eine Begründung leider aus. Müßte aber im Urteil drinstehen.

Ich verstehs einfach nicht...

Irgendeine Moschee wird mit dem Steffel bzw. Mariazell verglichen.
Gehts noch? Das ist jawohl schon ein bisserl was anderes würde ich meinen...

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