Juraczkas bürgerlicher Gegenentwurf zu Rot-Grün

16. September 2011, 14:25
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    foto: apa/neubauer

    Manfred Juraczka: "Ich bin der Meinung, man muss hier einen bürgerlichen Gegenentwurf stellen, der den selbstbestimmten, den freien Menschen in Eigenverantwortung Angebote macht."

Wiens neuer ÖVP-Stadtrat: Stadtverfassung und Kontrollfunktion als wesentlichste Punkte - Parteichefsuche soll "in Ruhe" passieren

Wien - Der neue nicht amtsführende Wiener ÖVP-Stadtrat Manfred Juraczka (42) will die Wiener ÖVP mit einem "bürgerlichen Gegenentwurf" zu Rot-Grün aus dem Tief holen. Das hat er im Interview mit der APA betont. Die Stadtregierung, so befand er, wolle den Menschen ideologisch vorschreiben, wie diese zu leben hätten. Die ÖVP wolle stattdessen Wahlmöglichkeiten anbieten. Welche Möglichkeiten die Wiener Volkspartei bei der Suche nach einem neuen Parteichef hat, soll in Ruhe erörtert werden, kündigte der neue Stadtrat an.

"Ich sehe zwei wesentliche Aspekte im neuen Amt. Einerseits, wie es in der Stadtverfassung vorgesehen ist, die Kontrollfunktion", sagte Juraczka. Es reiche, sich nur einige Schlagworte wie Pratervorplatz, die Vergabepraktiken im AKH oder die Kunsthalle vor Augen zu halten. Das alles zeige: "Kontrolle ist in dieser Stadt sicher wichtig."

Die rot-grüne Regierung erachte er zudem für schlecht, weil sie die Leute in Abhängigkeit dränge: "Ich bin der Meinung, man muss hier einen bürgerlichen Gegenentwurf stellen, der den selbstbestimmten, den freien Menschen in Eigenverantwortung Angebote macht." Statt Zwang soll es Wahlmöglichkeiten geben - etwa im Bereich Bildung: "Es ist ganz wichtig, dass es Schulen in Ganztagsbetreuung gibt, es muss aber auch möglich sein, dass Kinder am Nachmittag in Vereinen aktiv sein können, in der Jungschar, bei den Pfadfindern, beim Klavierunterricht, in der Tennisstunde, was auch immer."

Er wolle jedenfalls die Wiener für die Volkspartei überzeugen. Angesprochen fühlen sollen sich vor allem jene, denen die "drei E" wichtig seien - also Eigentum, Eigenverantwortung und Einsatz.

Abschaffung der nicht amtsführenden Stadträte denkbar

Dass zuletzt in Wien sogar über die Abschaffung der nicht amtsführenden Stadträte debattiert wurde, empört Juraczka keineswegs: "Wenn es nur darum geht, diese Funktion in Frage zu stellen und Oppositionsrechte einzuschränken, kann das sicher nicht sein." Die Notwendigkeit einer Verwaltungsreform hätten aber viele bereits begriffen. In diesem Zusammenhang könne man über alles reden, wenn es sich als sinnvoll herausstelle - auch über ein Aus für die nicht amtsführenden Stadträte (die in Wien Teil des Stadtsenats sind, aber kein Ressort innehaben, Anm.).

Laut Juraczka war der Rücktritt von Christine Marek, die sämtliche Ämter in Wien aufgegeben hat, "sehr überraschend". Die Suche nach einem Parteichef werde nun begonnen: "Wir werden jetzt in aller Ruhe und unter Einbindung der Bezirke, der Funktionäre und unter Erstellung eines klaren Profils, das zeigt, wohin die Reise gehen soll, uns auf die Suche machen."

Gerüchten zufolge ist er selbst im Vorfeld der jüngsten Vorstandssitzung als möglicher Obmann gehandelt worden. Nun sieht er sich laut eigenen Angaben nicht mehr als Kandidat: "Wenn ich mein Amt als Stadtrat so ausfüllen möchte, wie ich mir das so vorstelle, bin ich überzeugt, dass mich das zu 100 Prozent ausfüllen wird."

Hernalser

Manfred Juraczka ist nicht nur Chef der Bezirks-Schwarzen in Hernals, sondern war in seinem Heimatbezirk von 2007 bis 2010 stellvertretender Bezirksvorsteher. Bei der Wien-Wahl wurden die Bezirks-Schwarzen jedoch von der FPÖ und von den Grünen überholt, der Anspruch auf das Stellvertreter-Amt ging verloren. Seither ist Juraczka nur mehr Bezirksrat. Er ist Angestellter und wird seinen Job nach der Angelobung im Gemeinderat an den Nagel hängen, betonte er heute.

Vor einigen Jahren ist der Neo-Stadtrat mit einem ungewöhnlichen Vorschlag an die Öffentlichkeit getreten: Er setzte sich 2005 dafür ein, die Herkunft von Hundekot mittels DNA-Analyse zu klären. Aufrecht bleibt diese Forderung nicht, versicherte er nun. Das hat nichts mit dem technischen Aufwand, sondern mit den Aktivitäten der Stadt zu tun: "Mir war damals wichtig, dieses Thema, das die Leute irrsinnig geärgert hat, einmal zum Thema zu machen. Das wurde damals breit diskutiert, es war auch ein bisschen Unterhaltungswert dabei."

Die Initiative habe jedenfalls einen Prozess ausgelöst: "Gleich danach kam eine überparteiliche Bürgerinitiative, die dagegen aufgetreten ist. Seither hat sich etwas getan, auch vonseiten der Stadt." Es gebe nun Automaten mit Hundesackerl, bei wirklich schwarzen Schafen werde nun auch gestraft - und es habe zu einem Umdenken bei Hundehaltern geführt: "Ich habe eigentlich das erreicht, was ich erreichen wollte." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 43
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Briefmarkenkleber
12
28.9.2011, 19:06
"Juraczkas bürgerlicher Gegenentwurf zu Rot-Grün"

Das ist ja ein grotesker Titel. Die Grünen sind eine bürgerliche Partei, wie sie im Buche steht. Mit Eigentum verteidigen, Individualrechte betonen usw.
Also was soll dieser Versuch, diese Altenpartei in ein neues Licht zu rücken?

johannes mayer1
01
19.9.2011, 11:24
Die Korruption ist in den roten Magistraten, AKH bzw. KAV allgegenwärtig, aber

die Wiener ÖVP verschläft das Thema! Das ist unglaublich, was das für Arschl...er sind!!! Ich verstehe diese "noble" Zurückhaltung der Schwarzen in Wien überhaupt nicht!!! Oder haben die Schwarzen auch wo mitgenascht? Dann können sie schlecht mit Pflastersteinen im Glashaus werfen!!

sledgehammer44
00

die wissen vermutlich was die bundespartei in der hinsicht leistet und sind lieber ruhig. immer wieder kommt ein zaghafter versuch. bei den zu hohen mieten, die ihre wähler/grossgrundbesitzer verursachen sind sie dann auch lieber ruhig...

Takeshi Kovacs
00
19.9.2011, 09:26
Wenn ich mein Amt als Stadtrat so ausfüllen möchte, wie ich mir das so vorstelle, bin ich überzeugt, dass mich das zu 100 Prozent ausfüllen wird."

so etwas dämliches hört man sogar von österr.politikern nicht oft...

kater bruno
02
18.9.2011, 19:41

Sehr gut von Bürgermeister Häupl war die Entscheidung keine Koalition mit der Wiener ÖVP. Die Intrigen, die Selbstauflösung, kein ÖVP Vizebürgermeister mehr - das gäbe eine unnötige Regierungskrise in Wien

UBTV - United Bullshit Television
01
18.9.2011, 12:53
Wollte gerade voreilig meine Wut über die ÖVP ablassen, habe aber dann innegehalten.

"Die Stadtregierung, so befand er, wolle den Menschen ideologisch vorschreiben, wie diese zu leben hätten" Stattdessen redet er von Freiheit und Eigenverantwortung des Menschen.

Wenn das nicht nur Phrasen sind, sondern wirkliche Anliegen des Hrn. Juracka (es ist aj nicht auszuschließen, dass einige ÖVP-Leute ihr Herz und Hirn noch am richtigen Fleck haben), dann gibt das immerhin Anlass zur Hoffnung.

Luager
03
17.9.2011, 20:14

Hernals wird ihn nicht vermissen

indie kniescheibe
00
17.9.2011, 11:54

der bürgerliche gegenentwurf zu rot -grün:der selbstbestimmte freie mensch-die 3 E´s-kontrolle ist in dieser stadt sicher wichtig-tennisstunden und hundekot-intellektuelles armutschgerl mit sinnentleerte phrasen-reaktionärer mist-was übrig bleibt, ist nur die verpackung-würg!

vidal sassoon
24
16.9.2011, 23:00
Und wo sind wir denn Angestellter?

Bei der Alcatel - ui - das ist aber blöd.

Estrichboy
20
16.9.2011, 18:14
Hatte der nicht

auch seinerzeit DNA-Analysen von Hundekot gefordert ...?

MARK-EU
00
27.9.2011, 15:20

DNA Analyse finde ich gut, mit tollen strafen und Pflicht DNA abgabe bei Hundeanmeldung.
würde supersaubere strassen bringen *freu*

an.ge.fressen
05
16.9.2011, 18:22
sag mal

liest du einen Artikel bevor du deinen Senf dazu gibst? Kopfschüttel

Lord Lurch
31
16.9.2011, 17:00
Man kann leicht selbstbestimmt sein,

wenn der Papa Kohle/Unternehmen/Beamtenprivilegien/Politposten/Häuser/Grundstücke/etc. hat. Aber die ÖVP hat ja immer nur auf ihren Nabel geschaut.

atomkraft neindanke
10
17.9.2011, 01:03

Es gibt Schulen, da kommt das Angebot in die Schule, daher die Vereine und KlavierlehrerInnen gehen z u den Kindern. Vor allem die bürgerlichen Privatschulen bieten ja ein Rundum Service an (siehe Theresianum), was die SchülerInnen extrem fordert, das ist nämlich viel besser als zuhause rumsitzen und warten bis wieder wer heimkommt! und einen irgendwo hinbringt! es kostet und ist damit einigen wenigen vorbehalten, die sich das leisten können /ob sie es ehrlich verdient haben, will ich hier nicht näher beleuchten...
die GroßbürgerInnen wollen offensichtlich dass unsere Kinder vor der Kistl vertrotteln, während ihre eigenen den ganzen Tag auf ihre Rolle als überlegene Besserwisser vorbereitet werden....

Milchleber
02
17.9.2011, 03:07

unsere Kinder verrotten nur dann vor dem Kistl, wenn wir (als Eltern) die Verantwortung für die Kindererziehung/betreuung nicht übernehmen.

Und das hat mit Sozialdemokratie oder Christlichsozial überhaupt nichts zu tun, und auch nichts mit Wohlstand oder Bildungsstand. Nur die Frage: bin ich bereit Verantwortung für mich und meine Familie zu übernehmen?

Captain 11
31
17.9.2011, 01:15
..strengen sie sich an, verdienen sie geld...

...dann können auch sie ihren kinder was bieten. sorry, that´s life!

ehnie
01
18.9.2011, 15:02

Genau, fangen sie möglichst früh damit an, ihren Kindern das Wichtigste beizubringen, der Rubel muss rollen!

Corpo
00
16.9.2011, 21:38

Zu blöd das sein Papa das alles nicht hat gell!

CrangerMan
15
16.9.2011, 16:09

Ich sehe schon das nächste Wahldebakel der ÖVP kommen. Mich stört es nicht.

Celtic Glasgow
40
16.9.2011, 20:39

Mich stört es auch nicht weil die SPÖ wird ein noch größeres Debakel erleiden als je zuvor.

Milchleber
00
17.9.2011, 03:08

worauf stützt sich Ihre Meinung?

Michael Bakunin
10
16.9.2011, 15:16

".. es muss aber auch möglich sein, dass Kinder am Nachmittag in Vereinen aktiv sein können, in der Jungschar, bei den Pfadfindern, beim Klavierunterricht, in der Tennisstunde, was auch immer."

die genannten aktivitäten finden aber ohnehin meist am abend statt. viele kinder aus ganztagesschulen sind ebenfalls in vereinen aktiv. das widerspricht sich nicht.

byron sully
11
16.9.2011, 17:34

jein. auch wenn ich sonst kein freund der övp-bildungspolitik bin, so hat er hier nicht ganz unrecht. heutzutage können solche aktivitäten entweder am nachmittag oder am abend stattfinden. mit einer verpflichtenden ganztagsschule würde nur noch der abend übrig bleiben. womit dann z.b. kein platz mehr für unternehmungen mit freundInnen da wäre. deswegen bin ich für ein nebeneinander von schulen mit (freiwilliger) nachmittagsbetreuung und ganztagsschulen und gegen eine verpflichtende ganztagsschule für alle.

Michael Bakunin
00
16.9.2011, 17:47

wer redet denn von verpflichtender ganztagsschule?

re flexion
00
17.9.2011, 23:34
Naja

Wenns nur mehr Ganztagsschulen gibt und die Schulpflicht bleibt wird man wohl von verpflichtenden Ganztagsschulen reden können, oder?

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