"Aufgelegter Elfmeter"

ÖH will "alternativen Hochschulplan" erarbeiten

16. September 2011, 13:45

Fünf Arbeitsgruppen sollen "konkrete Maßnahmen" bis Anfang 2012 erarbeiten

Wien - Die Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH) will bis Anfang kommenden Jahres eine Gegenposition zu dem von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (ÖVP) geplanten Hochschulplan erarbeiten. Wie das neue ÖH-Vorsitzteam in seiner ersten Pressekonferenz am Freitag ankündigte, soll das Papier konkrete Reformmaßnahmen enthalten. Partizipation von Lehrenden und Studenten wird dabei groß geschrieben - "anders als bei Töchterle, der die immer gleichen Ideen ohne Einbindung der Betroffenen im stillen Kämmerchen abhandelt", so der stellvertretende ÖH-Vorsitzende Martin Schott (Fachschaftslisten).

Mit einer Viererkoalition aus Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS), dem Verband Sozialistischer Student_innen (VSStÖ), den Fachschaftslisten (FLÖ) und der Fraktion Engagierter Studierender (FEST) sei der ÖH-Vorsitz "so breit aufgestellt wie noch nie", betonte ÖH-Vorsitzende Janine Wulz (GRAS). "Wir decken damit den gesamten Hochschulbereich, von Universitäten über Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen, ab" - dementsprechend biete sich damit die "Chance, mit großen Projekten wie diesem in die zweijährige Amtszeit zu starten".

"Forum Hochschule"

Bis Mitte Dezember soll ein erster Zwischenbericht vorliegen, Anfang 2012 das "Forum Hochschule" genannte Papier dann präsentiert werden. Geht es nach den ÖH-Vorsitzenden, könnte dieser "alternative Hochschulplan" daraufhin "direkt in Gesetzestext gegossen werden" - dem Ministerium schenke man quasi "einen aufgelegten Elfmeter", so Schott. Neben den zentralen Themen der fünf Arbeitsgruppen - Hochschulfinanzierung, Soziale Absicherung von Studierenden, Qualität der Lehre, Wissenschaft und Forschung sowie Hochschulorganisation und Governance - werde ein Fokus auf Frauenförderung sowie soziale Durchlässigkeit an den Universitäten gelegt.

Unterstützung holt sich die ÖH von "Experten aus allen Themengebieten", die damit den "drei Weisen", die vor knapp drei Wochen ein Expertenpapier zum Hochschulplan präsentierten, entgegengestellt werden. Auch die Sozialpartner sollen miteinbezogen werden. Vor allem die Studenten selbst sollen sich einbringen und unter forum.hochschule@oeh.ac.at voranmelden - "aber nicht verpflichtend, wir haben ja gesehen, dass das nicht funktioniert", meinte Angelika Gruber (VSStÖ).

Das "Forum Hochschule" baut auf den von der ÖH im Mai herausgegebenen Ideenband "Wessen Bildung? Beiträge und Positionen zur bildungspolitischen Debatte" auf und zielt u.a. auf eine Verbesserung der sozialen Situation der Studenten und die Erhöhung des Hochschulbudgets auf zwei Prozent des BIP ab. Die von Töchterle geplanten Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren seien "verkehrte Schlüsse" zur am Dienstag präsentierten OECD-Bildungsstudie, die Österreich zu wenige Hochschulabsolventen bescheinigt. "Noch immer ist der häufigste Grund für einen Studienabbruch ein finanzieller", so Schott. Die Auftaktveranstaltung zum "Forum Hochschule" findet am 19. Oktober in Form einer Podiumsdiskussion parallel zur Budgetrede von Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) statt.(APA)

Herzerzog Johann
10
17.9.2011, 22:27
Anfang 2012 ...

... wird die Flennerei wieder groß sein. Wenn das Papierl, pardon, das "Forum Hochschule" keiner ernst nimmt.

q_e_d
20
17.9.2011, 01:29
Da wird ja recht was G'scheites rauskommen ...

Jonny W1
01
17.9.2011, 13:39
bin gespannt

was da rauskommt. es ist auf jeden fall gut, dass da auch was erarbeitet wird und eigene konzepte gemacht werden. obwohl das ja eigentlich der job vom töchterle wäre...

Chemist88
10
17.9.2011, 16:05
auf jeden Fall

nichts realistisches, da bin ich mir sicher.

vertex
82
16.9.2011, 20:27
OEH Misere

Und dafuer muss ich verpflichtend jedes Semester OEH Gebuehr zahlen?!
Die OEH sollte eine Dienstleistungsorientierte Organisation sein und nicht eine populistische politische Partei.
Warum laesst die OEH nicht die SPOE arbeiten? Das Ergebnis wuerde ziemlich gleich sein: mehr Geld fuer alle Unis ohne Regeln - oder panem et circenses.

Christian Mathias Sand
 
00
21.12.2011, 21:56

Für Dienstleistungen wie Skripten oder Studienberatung sind die Universitäten zuständig, schlimm genug, dass die ÖH einspringen muss, weil die das nicht derpacken. Die ÖH soll die Interessen der Studierenden vertreten, und wenn es einen alternativen Hochschulplan braucht (der vermutlich im Gegensatz zu irgendwelchen Weisen fast nichts kosten wird), dann eben so.

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