Per Laserpuls

Gestochen scharfe Bilder der Quantenwelt großer Objekte

17. September 2011, 21:45
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    foto: vcq/universität wien

    Mit "gepulster Quanten-Optomechanik" kann man das quantenmechanische Verhalten in der Bewegung eines makroskopischen Objekts direkt testen. Das wird in dieser Darstellung eines Schrödinger-Katzen-Zustandes als Rippel sichtbar (links). Unter kontinuierlicher Beobachtung verwaschen diese Quanteneffekte (rechts).

Neues Verfahren von Wiener Physikern erlaubt Blick auf Quantenphänomene an Objekten unserer Alltagswelt

Wien - Üblicherweise spielen quantenphysikalische Phänomene nur in sehr kleinen Maßstäben eine Rolle. Doch Wissenschaftern gelingt es zunehmend, diese Quanteneffekte an immer größeren Objekten nachzuweisen. Wiener Physiker haben nun ein Verfahren entwickelt, das in bisher unerreichter Genauigkeit das schwer nachzuweisende Quantenverhalten von größeren Objekten beleuchtet. Die Wissenschaftszeitschrift "PNAS" berichtet darüber in ihrer neuen Ausgabe.

Weltweit widmen sich Physiker der nach wie vor offenen Frage, inwieweit Quantenphänomene an Objekten unserer Alltagswelt beobachtbar sind. Quantenexperimente werden deshalb an immer größeren und schwereren Objekten durchgeführt. Doch der Schritt zur makroskopischen Quantenphysik ist nicht so einfach. Denn je größer und schwerer die im Experiment verwendeten Objekte sind, desto schwieriger wird es, Quanteneffekte sichtbar zu machen.

Verhaltensänderung unter Beobachtung

Das Problem ist, dass bei solchen Experimenten "die Objekte kontinuierlich beobachtet werden. Dadurch werden allerdings die meisten Quantenphänomene verwaschen", ähnlich wie auf einem Foto eine schnelle Bewegung verschwommen erscheint, erklärte Michael Vanner vom Vienna Center for Quantum Science and Technology (VCQ) an der Universität Wien, der gemeinsam mit Markus Aspelmeyer und einem internationalen Forscherteam das neue Verfahren entwickelt hat. Der Grund ist, dass sich in der Quantenwelt beobachtete Objekte anderes verhalten als im unbeobachteten Zustand.

Bei der neuen Methode der "gepulsten Quanten-Optomechanik" werden ähnlich einem Blitzlicht Laserpulse verwendet, die Quantenmessungen an großen Objekten mit bisher unerreichter Genauigkeit ermöglichen. "Die Lichtpulse frieren die Bewegung sozusagen ein und erzeugen dadurch ein gestochen scharfes Bild des Quantenverhaltens", so Vanner in einer Aussendung der Uni Wien.

Mit freiem Auge sichtbar

Die Wissenschafter erwarten, mit dem neuen Verfahren einen gänzlich neuen Blick in die Quantenwelt von Objekten werfen zu können, die größer und schwerer als die bisher untersuchten sind. So wollen sie die Methode etwa für ihre Experimente mit sogenannten mikro-mechanischen Resonatoren anwenden. Diese sind einem Sprungbrett in einem Schwimmbad vergleichbare schwingende Objekt mit einer Breite von etwa 50 Mikrometer und einer Länge von 150 Mikrometer - also schon mit freiem Auge sichtbar. Die Wissenschafter arbeiten daran, Quanteneffekte auf solch ein mechanisches System zu übertragen und wollen u.a. herausfinden, ob solch makroskopische, mechanische Objekte in künftigen Quanten-Technologien eingesetzt werden können. (red/APA)

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14 Postings
Politiker sind Gauner!!
00
19.9.2011, 20:23
faschingskrapfen

sind auch im september gut

Trurl
00
19.9.2011, 20:38

Ein faszinierendes und, zumindest für mich, durchaus nachvollziehbares, in diesem Zusammenhang aber wohl komplett deplaziertes Statement.

ausmeinersicht
 
00
19.9.2011, 19:32
Wirklich toll was die da leisten,

dradiwaberl5693
08
18.9.2011, 16:03

Wenn ich nicht gar so dämlich wäre, würde ich ja Quantenphysik studieren - so langts nur für Molekularbiologie :-)

Andreas Grois
00
19.9.2011, 09:59

Die QM ist keine Hexerei. Wer mit Molekularbiologie klar kommt, dürfte auch bei der Physik keine ärgeren Probleme haben.

Leonardo Basil
02
19.9.2011, 14:07

Wer behauptet die QM verstanden zu haben, hat sie nicht verstanden.

LinuxFanatic
00
20.9.2011, 21:52

Ja, und wer andauert begreift, was er tut, muss a) entweder unter seinem Niveau leiden, oder b) hat sich nie mit neuen Sachen beschäftigt .... :D

Thanatos
00
18.9.2011, 18:48

pfui!!!
:)

Der F aus W
00
18.9.2011, 13:20

Der Artikel ist frei zugänglich: http://www.pnas.org/content/e... 8.full.pdf

Samthand Schuh
00
17.9.2011, 23:31

Mit meinem Schülerwissen hätte ich vermutet, dass dieser messende Laserimpuls, den Wellencharkter des Systems zum kollabieren bringt. Ich habe aber nur den Doppelspaltversuch vor Auge.

(Quantenphänomene zum Anschauen gib es vielleicht bei ultrakaltem Helium.) Aber ein Quantenphänomen zu sehen, heißt doch normalerweise schon, es zu vernichten.

Conus textile
01
18.9.2011, 00:25

Zu einem verwandten Thema gibt es einen ein paar Minuten langen TED Talk, falls es Sie/Dich interessiert. Habe ihn kürzlich gesehen, kann sogar sein dass das Video hier irgendwo aus dem Forum verlinkt wurde: http://www.ted.com/talks/lan... bject.html

Da wurde ein makroskopisches Objekt in einen quantenmechanischen Zustand versetzt, wo es gleichzeitig vibriert und still steht, also an 2 Orten gleichzeitig ist...

Zarathustra
00
18.9.2011, 06:17
Danke für den link, aber...

...was der Vorposter meinte, und auch ich als Laie nicht verstehe: Wie kann man dieses Vibrieren gemessen werden? Sobald ich messe, nimmt das System einen definierten Zustand ein (eben Kollaps der Wellenfunktion). So wie ich den Artikel oben verstehe, sendet der Laser Pulse aus und mit jedem Puls kommt es zu einer Messung und erst wenn ich alle Einzelmessungen graphisch darstelle, erhalte ich obiges Bild. Auch der Vortragende in ihrem link erklärt das mMn missverständlich, wenn er sagt, man könne dieses Vibrieren messen. Nach all dem Amateurwissen, dass ich mir angeeignet habe, kann man das eben nicht - man kann nur Einzelmessungen vornehmen, die unterschiedliche Ergebnisse liefern und dann sagen: Es "vibriert".

Cayenne69
00
20.9.2011, 17:58

ich denke es kommt auch darauf an wo die messung stattfindet. wenn wir uns an das doppelspaltexperiment mit den elektronen erinnern so haben die elektronen OHNE messung wellencharakter aber MIT messung teilchencharakter. hier ist die messung am doppelspalt gemeint. fakt aber ist, dass in beiden fällen detektiert (was auch eine form der messung ist) wird und zwar das wellenmuster auf der platte wo diese auftreffen.

Conus textile
00
18.9.2011, 09:59

Das kann ich Ihnen natürlich auch nicht beantworten... ;-)
Hier ist der Testaufbau des in dem oben verlinkten TED Talk angesprochenen Experiments beschrieben: http://en.wikipedia.org/wiki/Quan... um_machine - unter "Controlling the quantum state" ist der Messaufbau beschrieben.

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