Allergien à la Carte

16. September 2011, 12:29
  • Reaktionen gegen Erdnüsse gehören zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien.
    foto: apa/barbara gindl

    Reaktionen gegen Erdnüsse gehören zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien.

Die Auslöser diverser Nahrungsmittelallergien und -unveträglichkeiten zu identifizieren ist für Diagnostiker keine leichte Aufgabe

Regensburg - Bei einer akuten Nahrungsmittelallergie beginnen die Probleme oft schon im Mund: Lippen und Mundschleimhaut schwellen an, Räusperzwang und Heiserkeit entstehen. Schwerwiegendere Folgen sind Übelkeit, Erbrechen, Atemnot bis hin zum lebensbedrohlichen Schock. Den Auslöser zu finden, ist für den behandelnden Arzt oft eine diffizile Aufgabe: Unter 20.000 potenziellen Reizstoffen hat er die Qual der Wahl.

Nicht immer handelt es sich tatsächlich um eine Allergie, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt in einer Presseaussendung. Lebensmittelunverträglichkeiten, die wesentlich häufiger vorkommen, zeigen ganz ähnliche Symptome. Und auch davon gibt es eine ganze Reihe: Beschwerden treten beispielsweise nach dem Genuss von Milchzucker, Rotwein, Erdbeeren oder Käse auf. Im Unterschied zur Allergie ist Intoleranzen das Immunsystem jedoch nicht beteiligt.

Missverständnis im Abwehrsystem

Mittlerweile ist bekannt, wie sich Allergien entwickeln, nicht jedoch, warum. Unklar ist nach wie vor, weshalb das Immunsystem harmlose Haselpollen für Krankheitserreger hält, die es zu bekämpfen gilt. Faktoren wie Stress oder körperliche Anstrengung können die allergische Reaktion noch verschlimmern. Gleiches gilt für Alkohol, Koffein oder verschiedene Gewürze. Diese Nahrungsmittel erhöhen die Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut. Dadurch gelangen mehr Eiweißbausteine, die der Körper als feindlich betrachtet, in den Organismus.

Wirksamstes Mittel zur Reduzierung der Beschwerden ist die die Meidung des Allergens. Dazu muss allerdings bekannt sein, was die Allergie auslöst. Dem Arzt stehen dafür Haut- oder Labortests zur Verfügung, mit deren Hilfe bestimmte Antikörper identifiziert werden. Oft besitzen diese Untersuchungen jedoch eine geringe oder aber gar keine klinische Bedeutung. Es gilt daher: ausprobieren, was vertragen wird oder/und eventuell einen Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht durchführen. Gegen akute Beschwerden werden Medikamente, wie Antihistaminika oder Cortison verordnet. (red)

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9 Postings

und warum nicht die ursache für verwirrte immunsysteme ein für alle mal beseitigen?

will man wohl nicht. allergien und asthma sind einfach zu profitabel.

MMR-geimpfte haben eher ein geringeres Asthmarisiko als ungeimpfte. Wenn Sie darauf hinaus wollten.

Keine Angst!

Verwirrte Poster werden nicht bedrängt!

Kinesiologn

leider "testen" Kinesiologen leidtragende aus, indem man der Person Lebensmittel in die Hand gibt, und dann den Muskeltest macht (wie leicht lässt sich der Arm nach unten bewegen).

Es ist mehrfach nachgewiesen, dass die Aussagekraft so eines Tests gleich NULL ist. Trotzdem werden Betroffene reihenweise abgezockt. Traurig.

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der menschliche verdauungstrakt ist auf getreide nicht wirkluch ausgelegt (am schlechtesten vertäglich ist meist weizen), erdnüsse enthalten besonders viel allergene, den energiebedarf hauptsächlich aus zucker zu decken ist keine gute idee, usw usf

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also bevor man die kinesiologie angreift, da gibt es wesentlich großere alternaiv-medizinische schulen deren arbeit wissenschaftlich umstritten sind, denen sich viel mehr meschen anvertrauen (bioresonanz, akupuntur etc)
nachdem all diese dinge aber vielen menschen helfen, trozdem sie wissenschaftlich nicht fundiert sind sollte das wirklich jede/r für sich entscheiden was hilft und was nicht.
und in sachen lebensmittelunverträglichkeit weden die meisten kinesiolog/innen mal das gleiche 'herausfinden' wie alle leute die sich mal mit dem thema auseinander gesetzt haben: erwachsene säugetiere vertragen tendentiell keine milch (die ist für babies), hier wiederum am schlechtesten kuhmilch,

Das stimmt so nicht. Exprimieren Erwachsene die Lactase, können sie ohne Probleme Milchprodukte verzehren http://www.aerzteblatt.de/v4/news/n... p?id=37886

klar. due meisten leute haben auch nicht wirklich probleme mit weizen, und viele menschen ernähren sich hauptsächlich von zucker und fahren damit auch ok... das der menschliche organismus nicht wirklich darauf ausgelegt ist, ist ein anders thema, viele menschen vertragen das nämlich alles gar nicht gut. so einfach.
laktase produzierende erwachsene leben übrigens hauptsächlich in den erdteilen in denen seit jahrtausenden milchwirtschaft betrieben wird, ist also eine interessante anpassung. und ich beineide menschen sehr die problemlos milchprodukte essen können.

laktase produzierende erwachsene leben übrigens hauptsächlich in den erdteilen in denen seit jahrtausenden milchwirtschaft betrieben wird

Falsch, so ziemlich alle Menschen produzieren im Darm Laktase. Bei geringer Zufuhr von Milchprodukten (wie sie z.B. in Ostasien bis vor kurzem üblich war bzw. immer noch ist) wird die Produktion aber gedrosselt, sodass das Bild einer Pseudo-Unverträglichkeit entsteht. Nimmt man langsam steigende Mengen an Milchprodukten zu sich, wird auch wieder mehr Laktase hergestellt.

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