Allergien à la Carte

  • Reaktionen gegen Erdnüsse gehören zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien.
    foto: apa/barbara gindl

    Reaktionen gegen Erdnüsse gehören zu den häufigsten Nahrungsmittelallergien.

Die Auslöser diverser Nahrungsmittelallergien und -unveträglichkeiten zu identifizieren ist für Diagnostiker keine leichte Aufgabe

Regensburg - Bei einer akuten Nahrungsmittelallergie beginnen die Probleme oft schon im Mund: Lippen und Mundschleimhaut schwellen an, Räusperzwang und Heiserkeit entstehen. Schwerwiegendere Folgen sind Übelkeit, Erbrechen, Atemnot bis hin zum lebensbedrohlichen Schock. Den Auslöser zu finden, ist für den behandelnden Arzt oft eine diffizile Aufgabe: Unter 20.000 potenziellen Reizstoffen hat er die Qual der Wahl.

Nicht immer handelt es sich tatsächlich um eine Allergie, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt in einer Presseaussendung. Lebensmittelunverträglichkeiten, die wesentlich häufiger vorkommen, zeigen ganz ähnliche Symptome. Und auch davon gibt es eine ganze Reihe: Beschwerden treten beispielsweise nach dem Genuss von Milchzucker, Rotwein, Erdbeeren oder Käse auf. Im Unterschied zur Allergie ist Intoleranzen das Immunsystem jedoch nicht beteiligt.

Missverständnis im Abwehrsystem

Mittlerweile ist bekannt, wie sich Allergien entwickeln, nicht jedoch, warum. Unklar ist nach wie vor, weshalb das Immunsystem harmlose Haselpollen für Krankheitserreger hält, die es zu bekämpfen gilt. Faktoren wie Stress oder körperliche Anstrengung können die allergische Reaktion noch verschlimmern. Gleiches gilt für Alkohol, Koffein oder verschiedene Gewürze. Diese Nahrungsmittel erhöhen die Durchlässigkeit der Dünndarmschleimhaut. Dadurch gelangen mehr Eiweißbausteine, die der Körper als feindlich betrachtet, in den Organismus.

Wirksamstes Mittel zur Reduzierung der Beschwerden ist die die Meidung des Allergens. Dazu muss allerdings bekannt sein, was die Allergie auslöst. Dem Arzt stehen dafür Haut- oder Labortests zur Verfügung, mit deren Hilfe bestimmte Antikörper identifiziert werden. Oft besitzen diese Untersuchungen jedoch eine geringe oder aber gar keine klinische Bedeutung. Es gilt daher: ausprobieren, was vertragen wird oder/und eventuell einen Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht durchführen. Gegen akute Beschwerden werden Medikamente, wie Antihistaminika oder Cortison verordnet. (red)

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