Realität

Österreich: Null Punkte

16. September 2011, 11:45
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    foto: apa/hochmuth

    Der Papa war's. Er erzielte per Kopf den Ausgleich gegen die Wiener Austria.

"Man sieht, dass es schwierig genug ist, überhaupt zur europäischen Mittelschicht zu gehören", sagt Austria-Trainer Daxbacher - Diese Erkenntnis gilt auch für Sturm Graz und Red Bull Salzburg

Wien - Die Südamerika-Auswahl von Metalist Charkiw war am Donnerstagabend zum Auftakt der Fußball-Europa-League eine Klasse zu stark für die Austria. "Charkiw war die klar bessere Mannschaft, wir sind permanent unter Druck gestanden", gestand Trainer Karl Daxbacher, dessen Team nach schneller 1:0-Führung noch 1:2 verlor. Um im Aufstiegsrennen der Gruppe G weiter mitzumischen, ist am 29. September auswärts gegen den schwedischen Meister Malmö FF verlieren bereits verboten.

Austria muss Charkiws Stärke anerkennen

"Man sieht, dass es schwierig genug ist, überhaupt zur europäischen Mittelschicht zu gehören", redete Daxbacher nicht lange um den heißen Brei herum. "Wir haben gegen die spielerisch beste Mannschaft der Gruppe gespielt", sagte der defensive Mittelfeldspieler Alexander Grünwald nach dem Duell mit den "Ukrainern", in deren Startelf fünf Argentinier, drei Brasilianer und ein Senegalese standen.

"Man muss zugeben, dass Charkiw eine starke Mannschaft ist. Sie haben sehr gut kombiniert", erklärte Tomas Jun, dank dessen 1:0 bereits nach sieben Minuten trotz des Klasseunterschieds deutlich mehr drinnen war. "Nach dem 1:0 waren wir zu passiv", sagte Daxbacher. "Wir hatten zwei völlig verschiedene Spielhälften", analysierte Verteidiger Florian Klein. "Vor der Pause sind wir kompakt gestanden und haben gefährlich gekontert. Danach war das taktische Konzept weg, wir sind zu weit auseinander gestanden", meinte Klein.

Geärgert haben sich die Austrianer vor allem darüber, dass die Gegentore aus Standardsituationen, also nach einem Corner und aus einem Elfmeter, gefallen sind. "Beide Tore waren sehr unnötig, wir hätten uns ein Unentschieden verdient gehabt", meinte Nacer Barazite enttäuscht.

Die Austria-Spieler haben die Hoffnung auf die K.o.-Phase aber noch lange nicht aufgegeben. "Es gibt noch 15 Zähler zu holen, in Malmö müssen wir aber punkten", weiß Zlatko Junuzovic. "Es ist noch nichts verloren", meinte Alexander Grünwald. "Der zweite Platz ist auf jeden Fall noch drinnen", stellte Barazite fest. 

Sturm fehlte gegen Lok die Klasse

Wie auch schon 2009 hat die Gruppenphase für den SK Sturm Graz mit einer Heimniederlage denkbar schlecht begonnen. Das 1:2 gegen Lok Moskau war aber nicht der einzige negative Aspekt am Donnerstagabend, wurde doch die Verletztenliste von Österreichs Fußball-Meister noch um zwei Kicker länger und der Klasse-Unterschied vor allem im Spiel nach vorne klar ersichtlich.

Die aufgrund des Flutlichtausfalls 40-minütige Verspätung des Anpfiffs hatten die Grazer noch gut verkraftet. Imre Szabics sorgte nach Wolf-Zuspiel mit einem platzierten Schuss ins Eck für die Führung der Grazer. Hätte der ungarische Teamstürmer gleich darauf das 2:0 gemacht, wäre die Partie vielleicht zugunsten der Grazer gelaufen, so sorgten die Russen aber schnell für die Wende. Zwei Standardsituationen reichten, um das Spiel innerhalb von rund einer Minute zu entscheiden. "Wir haben die Führung leichtfertig aus der Hand gegeben, das darf auf diesem Niveau nicht passieren", ärgerte sich Szabics.

Die entscheidenden Fehler bei Standardsituationen hatten auch schon in der Play-off-Runde der Champions League gegen BATE Borisow (1:1 und 0:2) den Einzug in die "Königsklasse" verhindert. "Wir haben geschlafen, das war symptomatisch für unser Spiel in der Defensive, wir waren in den entscheidenden Phasen nicht präsent", kritisierte Foda das Abwehrverhalten seiner Mannschaft.

Beim 1:1 prallte der Ball nach einem Schischkin-Freistoß vom Fuß von Obinna etwas glücklich ins Tor. "Wir üben solche Situationen 100 Mal im Training, da entstehen fast nie Tore", meinte Foda. Beim 1:2 knallte Gluschakow den Ball nach einem schnell abgespielten Freistoß aus mehr als 30 Metern an die Latte, ehe Sytschew am schnellsten reagierte und mit links trocken abstaubte. "Wir haben leider nur in den ersten 20 Minuten guten Fußball gespielt. Wenn man dann so einfache, dumme Gegentore bekommt, kann man auf internationaler Ebene nicht bestehen", analysierte Foda.

Der Doppelschlag hatte die Grazer komplett aus dem Konzept gebracht, in der Folge war das Bemühen zwar zu erkennen, sie waren aber an Harmlosigkeit nicht zu überbieten und schafften es nicht, eine richtige Torchance herauszuspielen. "Man hat gesehen, dass der eine oder andere nicht in der Lage war, über 90 Minuten volles Tempo zu spielen. Uns hat es an der Passgenauigkeit, Dynamik und an Kreativität gefehlt", kannte Foda die Gründe für die Niederlage. "Das Spiel wäre noch zu drehen gewesen, aber wir waren einfach schwach", fügte der Deutsche hinzu.

Ein Hauptgrund war sicher die akute Verletzungsproblematik beim heimischen Titelverteidiger. Nach Koch, Kienast, Säumel und Gratzei, der noch am Donnerstag am Meniskus operiert wurde, fielen vor der Partie noch Dudic und Sandro Foda aus, während des Spiels gesellten sich auch noch Hölzl und Feldhofer dazu. "Aber es bringt nichts zu jammern. Sich auf die Ausfälle auszureden, ist mir zu billig", meinte Foda. Kapitän Manuel Weber sah das etwas anders. "Das Verletzungspech hat uns sicherlich auch nicht gut getan. Uns fehlen wichtige Spieler, wenn die alle an Bord sind, können wir in dieser Gruppe mit Sicherheit konkurrenzfähig sein."

Am 29. September steht nun das Auswärtsspiel gegen AEK Athen auf dem Programm, die Griechen verloren zum Auftakt in Anderlecht 1:4. "Ich hoffe, dass wir noch einige Punkte machen werden", sagte Foda. "Es war erst das erste von sechs Spielen", ist für Torschütze Szabics noch nichts verloren. Allzu große Hoffnungen darf man sich aufgrund der Darbietung in den jüngsten sechs Europacup-Spielen, in denen es nur einen vollen Erfolg (1:0 gegen FC Sestaponi) gab, aber nicht machen.

Salzburg zahlte in Paris Lehrgeld

Red Bull Salzburg hat am Donnerstag auf internationalem Parkett wieder einmal schonungslos seine Grenzen aufgezeigt bekommen, Österreichs Fußball-Vizemeister ging bei Paris St. Germain mit 1:3 (0:2) unter. Dabei hatte sich das französische Millionen-Ensemble lange Zeit ebenfalls nicht in berauschender Form präsentiert.

Die Salzburger brachten sich durch Eigenfehler um die Früchte eines couragierten Auftritts in der ersten halben Stunde. Trainer Ricardo Moniz ortete einen "Mangel an Disziplin" als Grund. Stefan Maierhofer etwa hatte den vorentscheidenden Elfmeter zum 0:1 durch einen Outeinwurf eingeleitet, für den er nicht vorgesehen ist. "Disziplinär waren wir nicht immer top", sagte Moniz.

Die Lufthoheit von Maierhofer sei zu wenig ausgenützt worden. Zudem vermisste der Niederländer die Ruhe am Ball. "Wir haben Bälle ohne Druck weggeschossen", kritisierte Moniz. Spiele gegen internationale Klassegegner seien aber die beste Möglichkeit zur Weiterentwicklung. "Wir haben unsere Lektion gelernt. Im nächsten Europa-League-Spiel kann es schon besser sein."

Das bestreiten die Salzburger am 29. September zu Hause gegen Slovan Bratislava - vermutlich ein Pflichtsieg, will man in Gruppe F weiter eine Rolle spielen. Der slowakische Meister war zum Auftakt Athletic Bilbao zu Hause 1:2 (1:2) unterlegen. "Wir nehmen die positiven Dinge aus der ersten halben Stunde mit", erklärte Moniz. "Es geht noch fünf Spiele, es ist noch nicht vorbei."

PSG hat seine Favoritenrolle nach Anlaufschwierigkeiten allerdings bestätigt. "Paris prickelnd. Durch einen dominierenden Sieg über Red Bull Salzburg beweist PSG sein lebendiges Interesse am europäischen Wettbewerb", schrieb die französische Sportzeitung "L'Equipe" am Freitag. "Um Red Bull Salzburg zu ertränken, hat ein bisschen Champagner-Fußball gereicht."(APA)

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Alf von Melmak
 
00
18.9.2011, 09:58
"Man sieht, dass es schwierig genug ist, überhaupt zur europäischen Mittelschicht zu gehören"

'
Wie kommt man auf die Idee, der österreichische Fußball gehöre zur europäischen Mittelschicht??

Erklârungsnotstand
00
18.9.2011, 09:24
So ist Fußball,

manchmal gewinnt der Bessere. (L. Podolski)

deiml
12
17.9.2011, 14:24

geld: sportsponsoring hat im land der mozartkugeln und sängerknaben halt leider kein standing. aber gut, es liegt nicht nur am geld und am ende interessiert die leute eine mannschaft mit 8, 9 österreichern die halt das beste tut um gegen einen überlegenen gegner dagegenzuhalten mehr als eine legionärsauswahl die einen tick besser aber immer noch kilometerweit von internationalen erfolgen entfernt ist.
was mich viel mehr stört ist, dass man das potential nicht ausschöpft. wer gegen stärkere gegner bestehen will muss auch gegen schwächere versuchen das optimum rauszuholen aber gerade bei der austria ärgert man sich da maßlos weil gegen wr. neustadt stehfußball nach dem motto "gegen die gwinn ma eh so a" angesagt ist.

defjak
11
17.9.2011, 13:25
geld

schiesst keine tore.

Captain Smoker
00
18.9.2011, 15:33

Man hat es aber an den Gegnern der österreichischen Mannschaften gesehen, dass es doch so ist.

till ulenspiegel
11
17.9.2011, 10:58
der..

..österreichische fußball ist nicht mal mittelmaß.
und wieder ein sack mehl in peking umgefallen...

har4
26
17.9.2011, 10:03
"geld schießt sehr wohl tore-der österr. fußball braucht mehr geld-es fehlen die finanz. mittel um in europa mitzuhalten!!"

so die ganz neuen erkenntnisse mancher medien nach den 3 verloren spielen...ah geh!
bisher wurde rbs immer nur geprügelt, wenn sie gegen mannschaften wie sevilla, mancity, donezk usw nicht bestehen konnten, wo sie doch soooo viel geld haben...
wer in den österr. fußball investieren will, wurde bisher nur mit spott u. hohn vertrieben u. genau jetzt fehlen diese geldgeber?
eine späte erkenntnis, wenn man sieht was in no-name-clubs für unsummen gepumpt werden, weil sie sonst intern. keine chance haben...
in österreich is das was schlechtes...oder besser, jetzt kommt man drauf, dass man intern. halt doch nicht nur mit herz u. emotionen, luft u. liebe etwa erreichen kann, sondern halt auch jede menge kohle dazu gehört...

der paulek
00
18.9.2011, 14:05
"wer in den österr. fussball investieren will" wird geprügelt, wenn er...

... nicht investiert, sondern den österr. fussball zu einem teil der marketing-abteilung seinens konzerns machen will.
verwechseln wir bitte nicht immer die vorgänge rund um den fc sbg mit dem was investieren in den fussball bzw. in einen verein ist.

har4
00
18.9.2011, 14:29
wo genau liegt der unterschied...

zwischen euren sponsoren u. rb u. deren fußballabt...und jetzt nicht mit den eigentümer u. mitgliederverein kommen...was wollen eure sponsoren u. was will rb?
jetzt aber zu behaupten, rbs tut nichts für den fußball, investiert nichts, dass finde ich schon ziemlich ignorant...dann empfehle ich dir mal eine führung durch das von rbs gebaute trainingszentrum in maxgaln, (eines der modernsten europas) das leistungszentrum in thalgau, die jugendakademie, die gerade gebaut wird incl. der 8 trainingsplätze u. dem platz für die ligaspiele der juniors...
achso, dass hat alles nix mit fußball zutun, auch nicht die vielen jungbullen, die heute bereits in der 1.+2. liga spielen...hast schon recht, dm invest. null in fußball...alles nur für marketing.

nachti19
12
17.9.2011, 15:58

Ja, plötzlich hat man erkannt, dass man mit "low-budget Spielern" international wenig erreichen wird. Große Geldgeber genießen bei der Mehrheit in Ö einen katastrophalen Ruf. Stronach wurde regelrecht verjagt (ich weiß zwar nicht, was dort genau ablief), unter dem man die beste internationale Saison hatte. Seither ist Gruppenphase und ein X das größte der Gefühle. Und er war es auch, der damals die beste Akademie in Österreich errichten lies, von der man auch in Zukunft profitieren wird. Jetzt investiert Mateschitz in Salzburg und RBS wird nur verspottet, und alles, was hier gemacht wird, schlecht geredet. Auch er lies eine Akademie errichten um die Jugendarbeit zu verbessern, was die Wurzel der Probleme des österreichischen Fußballs ist

nachti19
11
17.9.2011, 16:34

Es hat so den Anschein, als wäre das Wichtigste in Ö mit möglichst viel jungen, womöglich auch sympathischen, Österreichern zu spielen. Die Legionäre nehmen den Jungen ja nur den Platz weg. Man sollte sich gefälligst nicht auf "idealistische" Werte konzentrieren, sondern endlich richtig arbeiten, die Jungen so ausbilden, dass diese wirklich besser werden als viele Legionäre, die bei uns sind. Kein Österreicher ist bei den "großen" Vereinen in Ö der Topspieler (Salzburg/Eddie, Alan, Leo.. Rapid/Hofmann, Austria/Barazite, vorher Acimovic, bei Sturm wars Schildenfeld). Was vielen unserer Spieler fehlt ist ausreichende Technik. Noch problematischer, diese auf international hohem Tempo über 90min ausspielen zu können. Kämpfen allein reicht nicht

sascha balok
30
17.9.2011, 14:07
Geld ist wichtig, aber nicht entscheidend

Geld ist wichtig aber entscheidend ist die Leistung.

Captain Smoker
00
18.9.2011, 15:35
Aha

Ein schwacher Spieler muß nur was leisten und schon gewinnt man.

nachti19
03
17.9.2011, 15:27

Qualität und Leistung ist entscheidend. Mit Geld holt man sich die Qualität

Wo woar mei Leistung?
00
17.9.2011, 07:47
Angeblich gute Nachwuchsarbeit - zu sehen ist dann wenig

So gut kann die Nachwuchsarbeit nicht sein, wenn Sturm z.B. in der Defensive mit Feldhofer, Burgstaller, Standfest und Popchadze antreten muss. Popchadze war selbst in Georgien nur Ersatzspieler.

Man darf sich nicht wundern, dass man dann ständig "unnötige" Tore bekommt.

Mir fehlen die technisch guten Nachwuchsspieler, die den Arrivierten Druck machen.

Chris82
11
17.9.2011, 02:31
Versager

3 mannschaften genauso luschenmäßig wie 1 nationalmannschaft , typisch Österreich. Können nichts !!!

Böse Tussi
11
16.9.2011, 21:48

Is sia da Constantini schuld, oda? *gg*

till ulenspiegel
00
17.9.2011, 11:05
klar doch...

...wo in österreich doch soooo super fußball gespielt wird. mit dem richtigen trainer wird österreich mindestens europameister. dass das nicht der fall ist, liegt, wie du richtig bemerkt hast, nur am (ex)trainer ;-), aber das wissen die meisten mitglieder dieses forums eh am besten.

Rule Britannia
00
16.9.2011, 21:29
L'Autriche, nul points!

Genau wie beim Eurovision Song Contest

aim lörnin
00
19.9.2011, 14:05
ein Brite..

..muss das nicht wissen, aber
"zéro" points... ;))

Faktum
00
16.9.2011, 21:07
wenn unsere spieler nichts taugen, wieso soll das nationalteam besser sein?

Wo woar mei Leistung?
01
16.9.2011, 20:14
Wer gegen Mattersburg, Wr. Neustadt und Admira schon erbärmlich spielt, darf sich nicht wundern

Die einheimische Liga ist viel zu schwach. Helfen könnte nur eine übernationale Liga, damit die Kicker Runde für Runde mit höheren Tempo konfrontiert sind.

Und egal wos is
02
16.9.2011, 20:42

Sowas in der art wie die sogenannte euro-league? :-D

Wo woar mei Leistung?
00
17.9.2011, 07:42

Eine gemeinsame Liga mit Slowenien, Slowakei und Ungarn hätte schon seinen Reiz. Damit wäre allen Ländern gedient.

In der Bundesliga ist das Niveau so erbärmlich schwach, dass bei internationalen Spielen dann nichts raus kommen kann.

Alf von Melmak
 
00
18.9.2011, 10:00
Eine gemeinsame Liga mit Slowenien, Slowakei und Ungarn hätte schon seinen Reiz. Damit wäre allen Ländern gedient

'
Wieso? Bloß weil Vereine aus Slowenien, der Slowakei und Ungarn dann eine paar Prügelknaben in der Liga vorfinden würden?

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