Pro "Generationen-Scan"

Preisschild für die Enkerln

Kommentar | Eric Frey, 15. September 2011, 19:57

Zumindest wird es schwieriger werden, den Senioren neue Zuckerln zuzuschieben

Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz, der in der Bundesregierung seine älteren Kollegen in Sachen Kreativität und Überzeugungskraft fast täglich aussticht, hat mit seinem Vorschlag eines "Generationen-Scans" für zukünftige Gesetze den wunden Punkt unserer Demokratie getroffen: Die Politik denkt und entscheidet meist kurzfristig und ignoriert die langfristigen Folgen.

Die Betroffenen von morgen sind die Jungen von heute. Sie werden eines Tages den Preis dafür bezahlen müssen, dass Steuergelder in die Finanzierung von Frühpensionen und überflüssige Spitalsbetten fließen statt in Bildung, Forschung und eine sinnvolle Infrastruktur. Hier geht es nicht um das Anfachen eines Generationenkonflikts, sondern einfach um vernünftige Zukunftsplanung.

Ob eine "Jugendverträglichkeitsprüfung" die Politik von Wahnsinnsaktionen wie der Erleichterung für die Hacklerregelung 2008 abhalten kann, ist unsicher. Aber zumindest wird es schwieriger werden, der so wichtigen Wählergruppe der Senioren neue Zuckerln zuzuschieben, wenn auf der Verpackung steht, was es die Enkerln einmal kosten wird.

Der Haken am Kurz-Vorschlag ist, dass die gesamte Budgetpolitik unter diesem Gesichtspunkt evaluiert werden müsste. Denn die größte Belastung für zukünftige Generationen sind die Zinsen auf Staatsschulden - und die steigen von Monat zu Monat. Nichts, was die Politik derzeit macht, hält einer Generationenprüfung wirklich stand. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.9.2011)

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Posting 1 bis 25 von 32
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K1981
00
19.9.2011, 18:12

Gute Idee Hr Kurz. Stellen Sie sich auf die Beine für die "Jungen" von heute!

byron sully
00
16.9.2011, 17:49

grundsätzlich find ich die idee schon richtig. aber ich seh jetzt nicht, was sich dann in der praxis groß ändern würde.

The Man with the Plan
01
16.9.2011, 17:12

Leider gibt es kein Preisschild für die Aktionen zu Lasten der nächsten Generationen, die unterlassen werden.

3dGeist
00
16.9.2011, 15:19
Gesetzliche Defizitverbot

Österreich ist einer den Staaten mit den höchsten Abgabenqouten.
Es muss möglich sein mit den Steuereinnahmen auszukommen, da muss man halt Ausgabenseitig kürzen.
Möglichkeiten gibt es genug: Verwaltung, ÖBB, Förderdschungel, Freunderlwirtschaft, Sozialindustrie,...
Ein gesetzliches Defizitverbot muss Schulden verhindern die in Zukunft das System belasten und Spielraum für innovation rauben.
Ich sehe keinen Grund warum man Schulden machen muss solange keine wirkllichen Katastrophen geschehen.

nvidia
 
01
16.9.2011, 14:30

Es sollte doch möglich sein, daß der arbeitende Mensch mit seinem Einkommen auskommt. Solange die Wirtschaftstreibenden mit Mindestlöhnen das Volk ausbeutet damit das eigene Säckel schön prall gefüllt ist wird es keine Lösung geben. Die Jungen von Heute sind die Alten von Morgen. Wenn keine Beiträge in den Pensionstopf eingezahlt werden weil die Menschen nicht genug verdienen ist das System zum Scheitern verurteilt. Dem kleinen Pensionisten aber die ev. Erhöhung von € 8,-- nicht zu gönnen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Herr Kurz würde natürlich bei seinem Einkommen ca. € 200,-- mehr bekommen. Da liegt der Unterschied den sich der junge Mann nicht einmal vorstellen kann.

3dGeist
01
16.9.2011, 15:13

"Wenn keine Beiträge in den Pensionstopf eingezahlt werden weil die Menschen nicht genug verdienen ist das System zum Scheitern verurteilt. Dem kleinen Pensionisten aber die ev. Erhöhung von € 8,-- nicht zu gönnen ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."
Schwachsinn.
Man müsste bei den Luxuspensionen(Politiker, Beamte) ansetzen und von denen einen Solidarbeitrag verlangen um die kleinen Pensionen aufzuwerten.
Es kann nicht sein das die arbeitende Bevölkerung immer mehr ausgebeutet wird und die Pensionisten ein bequemes Leben führen.

L.B.
61
16.9.2011, 13:06

Die Jungen werden auch sehr viel erben, individuell und an staatlicher Infrastruktur. Ein bißchen weniger jammern wäre angebracht.

3dGeist
00
16.9.2011, 15:14

Erben werden sie Schulden und eine vermurkste Verwaltung.

twiglet
01
16.9.2011, 14:24

ja, vor allem die schulden...

tho_mi
01
16.9.2011, 12:40

So nen guten Vorschläg hätt ich dem Kurz eigentlich gar nicht zugetraut, Respekt.

maimai
00
16.9.2011, 11:57
nun ist es amtlich!

Unser ganzer Leben ist ein einziger Kredit. Weit haben wirs gebracht.

virtualboy
12
16.9.2011, 11:46

Lasst Euch nicht gegeneinander ausspielen, man will nur von der Korruption ablenken! Tatsächlich ist genug Geld für jung und alt da, wenn die Bonzen die Schmiergelder zurückgeben.
Eure Pensionen stecken z.B. in sinnlosen Kampfflugzeugen und zugehörigen Schmiergeldern.

G. B. Corner
10
16.9.2011, 17:00

Das wäre schön, wenn das so wäre ... wenn man die Summen vergleicht kommt man aber bald drauf dass auch bei kompletter Abschaffung des Militärs und Rückzahlung aller bekannten Schmiergelder immer noch ein sattes Defizit bleibt. Die gesamten Militärausgaben (mit Fliegern) betragen ca. 2Mrd im Jahr; allein für Zinszahlungen des Bundes sind aber mehr als 8Mrd im Jahr fällig. Da sind aber die Schulden von z.B. ÖBB oder ASFINAG noch gar nicht dabei. Die Ausgaben für Gesundheit+Pensionen machen ca. 25Mrd im Jahr aus. (Soll jetzt natürlich nicht heißen, dass Korruption nicht zu verurteilen wäre!)

virtualboy
00
16.9.2011, 17:50

Es gibt noch genug Sparpotential:

Weg mit den sinnlosen Kampfflugzeugen,
keine Bauernförderung,
weg mit ORF Förderung und Medienförerung,
Politikergehälter und Pensionen reduzieren,
keine Geldtöpfe für Wahkampf, etc. etc.
Die Liste ist endlos lang, da kommen Sie dann schon auch auf solche Beträge kommen.

Johannes99
11
16.9.2011, 18:34
und bitte auch noch: weg mit den Schulen!

man sieht ja an diesem "virtuellen" Kommentar, dass sie versagt haben!

Superschlau
13
16.9.2011, 10:22
Wahlrechtsreform

Wir sollten das Wahlrecht umstellen. Jeder hat soviele Stimmen, wie es der statistischen Lebenserwartung entspricht. Eine 20-jährige ist von neuen Gesetzen potentiell 60 Jahre betroffen, hat also 60 Stimmen, ein 55-Jähriger kann mit seinen 20 Stimmen keine unsinnigen Pensionsgesetze zu seinen Gunsten mehr durchdrücken.

Als Ergebnis erwarte ich eine zukunftsorientierte Politik.

virtualboy
00
16.9.2011, 11:50

Extrem unsinniger Vorschlag. Im übrigen haben wir keine direkte Demokratie in Österreich, wir stellen nur "Persilscheine" für Parteien aus, so gesehen kann eh niemand was durchdrücken mit seiner Stimme.

Johannes Benn
10
16.9.2011, 11:15
,

besser noch der schon oft vorgebrachte vorschlag dass eltern fuer kindr zusaetzliche stimmen bekommen

byron sully
00
16.9.2011, 17:49

um himmels willen, bloß das nicht!

Werner Faygmann
21
16.9.2011, 09:23
Was stand da wohl auf den Preisschildern...

...für den 1. & 2. WK? - Und wen kann man dafür dann belangen?

Erstversuch
00
16.9.2011, 11:31
Dazu befragen Sie am besten die Propagandaabteilung ihrer Partei.

exile in mainstream
00
16.9.2011, 08:58

wenn ich nicht irre herrscht im ministerrat das einstimmigkeitsprizip. wäre es ihm also ernst hätte er desgleichen schon durchgezogen

Harald Hörmann
00
16.9.2011, 09:21
Stimmt so nicht, sagt wikipedia;-):

In Österreich werden Staatssekretäre wie Bundesminister bei der Regierungsbildung bestellt, gehören aber formell nicht der Bundesregierung an. Sie nehmen an den Ministerratssitzungen als beratende Organe teil und sind dem jeweiligen Regierungsmitglied (also Ressortminister oder Bundeskanzler) weisungsgebunden.

Bertel Mann
22
16.9.2011, 07:05
Wer angesichts der tatsächlichen Pensionsentwicklung der letzten Jahre von "Zuckerln für die Senioren" spricht, hat entweder keine Ahnung von den Fakten oder polemisiert bloß

Im Übrigen bin ich natürlich der Ansicht, dass wir nicht die Zukunft unserer Kinder verkaufen dürfen, indem wir sie zwingen, Reallohnverluste in Kauf zu nehmen, damit die Pensionskassen wenigstens einigermaßen ihre gestern und heute gemachten Versprechungen halten können.

wurm83
 
11
16.9.2011, 10:04
sagt ja auch keiner, dass sich die pensionen schlecht entwickelt haben

aber besser als die löhne und das ist eigentlich schon fatal genug, auch für die nächste lohnrunde haben sich die 2 alten knacker schon was überlegt...also im prinzip ist es schon wieder klar, dass sie mehr rausholen als für die "arbeiter"!

und gibts da nciht auch was, dass die pensionen nicht sinken können? also ich bin ncoh jung und so und vielleicht fehlt mir deshalb das verständnis für sowas? also selbst wenn alle löhne aufgrund einer wirtschaftskrise um 50% sinken, würden die pensionen stabil bleiben?

hab ich in mathe nicht aufgepasst oder in politischer bildung?

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