Causa Scheibner

Herbert, nimm das!

Kommentar | Conrad Seidl, 15. September 2011, 18:49

Die Optik ist schlimm: für Scheibner, für seine Auftraggeber - vor allem für die Politik

Rüstungstechnik ist noch nie ein einfaches Geschäftsfeld gewesen: Es geht um Beträge, wie sie sonst allenfalls für Tunnelbauten ausgegeben werden - und der Geschäftsgegenstand ist mindestens so umstritten wie die Monstertunnel. Und wie bei allen Monsterprojekten gibt es stets nicht nur gutmeinende Gegner, sondern auch unterlegene Konkurrenten, die die Projekte liebend gerne skandalisieren: Hat sich da einer bereichert, ist dort Geld in eine Parteikasse geflossen? Gab es Schiebung, oder war es Unfähigkeit, dass so und nicht anders entschieden wurde?

Wer in so einem Umfeld tätig wird, steht schon mit einem Bein im Kriminal - irgendwer findet sich immer, der einen Verdacht äußert. So ein Verdacht passt ja auch stets in die bekannten Muster des internationalen Lockheed-Skandals der 1970er-Jahre und des österreichischen Noricum-Skandals der 1980er-Jahre. Man muss gute Nerven haben, wenn man sich so etwas antun will - aber dafür locken auch ganz nette Gewinnspannen für die Beteiligten.

Herbert Scheibner, ehemals blauer Verteidigungsminister, hat sich darauf eingelassen, in solche Rüstungsgeschäfte einzusteigen. Es musste ihm klar sein, dass seine Geschäfte früher oder später von Staatsanwaltschaft und Medien zerpflückt werden - und er hat dennoch zugegriffen, als ihm ein Eurofighter-Manager ein Geschäft im arabischen Raum angeboten hat. Da ist bisher nichts Unrechtes nachzuweisen. Aber die Optik ist schlimm: für Scheibner selbst, für seine Auftraggeber und vor allem für die Politik. (DER STANDARD-Printausgabe, 16.9.2011)

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Posting 1 bis 25 von 68
1 2
rapunzels frisör
01
16.9.2011, 18:57
Ned böse sein, Herr Seidl,

aber dieser Kommentar war so notwendig wie ein leeres Krügerl- im Bräugasthof- im Hochsommer!
.
Prost!

presumption of innocence
00
16.9.2011, 18:12
Ansonst ist der Artikel

lauwarmes Seidl, ohne Gulasch

presumption of innocence
01
16.9.2011, 18:10
Die Optik war auch schief als die Ehefrau eines BH-Entscheindungsträgers

ein paar Hunderttausend aufs Konto bekam. Er konnte sich das nicht erklären und hatte auch davon "nichts gewußt" (Standardsatz der schwarz-blauen Riege).

bildungsferneschicht
01
16.9.2011, 16:48
wow,

ein artikel mit sehr viel tiefgang.

alpentiger
03
16.9.2011, 17:09
Ich denke, der Seidl wäre in einem Kloster inklusive Brauerei besser aufgehoben ...

dannn kann er mit seinem schwammigen Gesudere wenigstens den Bier- und Brezelumsatz fördern.

Hoffentlich brunzt er sich nicht seine Lederne an, weil nach 20 Mal gilbt das Leder nach.

Susanne Starkl
00
16.9.2011, 16:37
Na gengans Hr. Seidl

€ 60.000 in Monatsraten für Spesen? € 400.000 auf´s Handerl und dann auf die Cayman Inseln überweisen? Sie glauben das Ihrem Mandaten? Da sind Sie wohl der Einzige im Lande. Schlagen Sie ihm doch eher vor, sich als Kronzeuge zur Verfügung zu stellen. Die Anderen haben ja eh noch viel mehr gekriegt und warum soll er vertuschen, zurückzahlen müssen und vielleicht noch einsitzen gehen? Und die Anderen haben ihre Millionen im trockenen? Also Hr. Scheibner: machen Sie den Kronzeugen, lassen Sie uns wissen wer da noch aller drinnen steckt und das Geld soll Ihnen vergönnt sein.

ceiberweiber.at
00
17.9.2011, 10:44
licht ins dunkel

was macht eigentlich die tussonia ltd, der scheibner € 108.000 überwiesen hat?
in den gelben seiten zyperns kommt sie nicht vor, auf businessseiten gibts nur solche einträge:
http://www.alibaba.com/member/tu... sonia.html webseite gibts keine, mal wurden second hand-teppiche angeboten (hier, fast bis nach unten scrollen: http://www.portugalvirtual.pt/_business... hives.html ), ausserdem ist man vertragspartner für wiener kaffeehäuser-franchisenehmer in kuwait und bahrain (www.viennafranchise.com/cw-pdfs/CW Vertrag-Kuweit.pdf) und dann gabs noch einen prozess, auch den tussonia-gründer betreffend: http://www.focus.de/politik/d... 62747.html - also: herbert, sag was! :-)

ichhörteinbächleinrauschen...
00
16.9.2011, 16:03
Da ist bisher nichts Unrechtes nachzuweisen.

Und drum ist alles in Ordnung, wir gehen am Sonntag wieder in die Kirche, schlucken ein paar Kerzen und wählen nächstes Jahr wieder braun!

TheSkinny
03
16.9.2011, 16:01
der artikel

ist so nützlich wie informativ - einfach überflüssig - der autor damit ebenso. man möchte fast sagen, eben nur standard - traurig nur die tatsache, dass es sich dabei um eine der wenigen qualitätstageszeitungen österreichs handelt. werde trotzdem weiter zum standard greifen und hoffen, dass sich statt dem seidl mal ein krügerl als journalist findet.

meinemeinungdazu
06
16.9.2011, 15:21
was für ein seichtes gelaber über eine glasklare unvereinbarkeit

Wo woar mei Leistung?
01
16.9.2011, 14:30
Ein typischer Seidl

Mit Herrn Seidl leistet sich der Standard ein journalistisches Mittelmaß (wenn überhaupt). Ich vermute, dass dadurch die besseren seiner Zunft hervorstechen können.

Post-vom-Poster
 
00
16.9.2011, 13:43
Wer in so einem Umfeld tätig wird, steht schon mit einem Bein im Kriminal

na ja, das wird wohl der Reiz sein, no risk no fun ...

und: auch und genau DAS lassen sich die diversen Akteure vergolden - von unserem Geld !

fds r
15
16.9.2011, 12:57
Ein Gulasch

und ein Seidl Kommentar oder so.

Tun's besser was anderes.

zeitfuchs
24
16.9.2011, 12:29
was wollen Sie eigentlich mit Ihrem Kommentar?

wollen Sie damit der Rüstungsmafia die Leiter machen? Wollen Sie uns mit Ihrem Kommentar etwa weismachen, daß es ohne Korruption und anschließende Erpressung keine Beschaffung im militärischen Bereich gibt? Oder gar, daß unsere Politiker nicht anders können, als sich den Methoden dieser Gangster unterzuordnen?

ceiberweiber.at
00
16.9.2011, 13:52
fragt sich

die scheibner-story, mensdorff etc. besagen ja, dass es neben den offiziellen angeboten, leistungen, informationen, den offiziellen verhandlungen zb über die beschaffung von kampfjets auch noch die ebene des bearbeitens von entscheidungsträgern gibt. denn natürlich ist die vorstellung absurd, dass eurofighter scheibner, rumpolds, mensdorff, wen auch immer braucht, um sein angebot darzustellen - schliesslich ist es ein konzern, der für alles seine fachleute hat. wie man es okay finden kann, dass ein österr. abg (wehrsprecher seiner partei u. im landesverteidigungsausschuss) für das bearbeiten arabischer entscheidungsträger bezahlt wird, versteht wohl nur herr s. selbst (seidl, scheibner sowieso).

Quellverweis
00
16.9.2011, 10:51
Dilettantenstadl

alpentiger
316
16.9.2011, 10:38
Tapisch österreichisches Journalisten-Gesumse ...

Herr Seidl und die meisten anderen Journalisten sind damit auch gemeint, wenn Sie sich an Ihre hohen Ziele des Journalismus zurückerinnern würden, dann würden solche Faserschmeichelkommentare nicht passieren.

Sie brauchen nicht den Beweis zu führen, ob Scheibner blöd, frech oder gierig in diesen Bereich gerutscht ist. Es reicht eigentlich, dass er in einem Bereich tätig wird, an dem er durch seinen Amtseid nur einen Auftraggeber kennen darf, nämlich das österreichische Volk, repräsentiert durch das Parlament.

Und wenn er weiterhin Parlamentarier sein will, noch dazu im Verteidigungsausschuss sitzt, wo viel Vertrauliches abläuft, dann gibt es kein Vertragsverhältnis in diesem Bereich.

Das erwarte ich von einem österr. Journalisten!

ceiberweiber.at
00
16.9.2011, 13:53
stimmt

es sind aber nicht alles so, zb hats heute nacht in der zib 24 lackner vom profil auch so gesagt...

Bertel Mann
12
16.9.2011, 12:30
Sie müssen verstehen

Seidl muss einerseits irgendwie gegen Scheibner sein und andererseits die ÖVP, das Bundesheer und EADS für sauber erklären. Das Ergebnis ist dann eben solches Gesumse.

alpentiger
06
16.9.2011, 13:10
Wenn wir das Geschreibsel von den steuergeldgesponserten Medien akzeptieren ....

dann soll jeder Journalist nicht nur das Kürzel "es gilt die Umschuldsvermutung" sondern auch "Meinung unter Berücksichtigung, dass mein Lohn von der staatlichen Presseförderung abhängig ist" über jeden Artikel positionieren.

Wozu brauchen wir denn noch den Journalismus, für die Hofberichtserstattung würden es Minnesänger auch tun. Hat der Parteiproporz gerade gestern bei der ORF-Bestellung wieder zugeschlagen, werden wir halt uns auch bei den "Qualitätszeitungen" daran gewöhnen müssen, dass Qualität anscheinend in keinem Anforderungsprofil mehr Platz findet.

Tannenelch
41
16.9.2011, 10:04
Ich liebe es!

"Herr Seidl, bleiben Sie bei Ihren Bierkolumnen!" ist das "In China ist ein Fahrrad umgefallen" unterhalb der politischen Kommentare im Standard.

Franz Poderschan
01
16.9.2011, 08:38
"Da ist bisher nichts Unrechtes nachzuweisen. "

Wenn Sie mit "bisher" relativieren Herr Seidl, sind Sie offenbsbar der Meinung, dass sich das noch ändern wird. Ein Unschuldsvermutungs-Weltmeister-Partei-Angehöriger eben.

Zustimmung

ceiberweiber.at
14
16.9.2011, 09:18
wie herbert lackner gestern in der zib 24 sagte

ein rüstungslobbyist ist als mitglied des landesverteidigungsausschusses untragbar - das sind die richtigen moralischen proportionen!

kein abseits
64
16.9.2011, 08:10
Leistungsträger untereinander

Das ein Journalist, der vielleicht so um die 10.000 Euro monatlich für seine Luftblasen abcasht und die Vorstellungskraft für das Leben der Durchschnittsbevölkerung verloren hat, Sympathien für andere Geldempfänger ähnlicher Größenordnungen aufbringt, muss eigentlich auch nicht verwundern.

Zentner
07
16.9.2011, 09:13
Das ist ja billigstes Vernadern!

10 000 € monatlich! Das glaubst Du ja selber nicht?

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