Arabische Geschäfte

Private Eurofighter-Deals: Ex-Minister Scheibner in Bedrängnis

15. September 2011, 17:36
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    foto: standard/cremer

    Ex-Minister Scheibner wirkte am Eurofighter-Kauf durch das Bundesheer mit - acht Jahre später ließ er sich vom Eurofighter-Hersteller für die Vermittlung einer Präsentation bei einem arabischen Kunden anheuern. Honorar: 60.000 Euro. Zusammenhang: Keiner. Sagt er.

Herbert Scheibner, Verteidigungsminister von 2000 bis 2003, gerät erneut ins Visier der Ermittler: Er wurde im Vorjahr am arabischen Markt für den Eurofighter-Hersteller tätig - Die Justiz verlangt seine Auslieferung

Nun ist der dritte Minister aus der Ära der schwarz-blauen Regierung unter Wolfgang Schüssel (ÖVP) ins Visier der Justiz geraten. Diesmal geht es um den ehemaligen blauen Verteidigungsminister, den heutigen BZÖ-Nationalratsabgeordneten Herbert Scheibner - und um die Eurofighter.

Am frühen Mittwochabend - just an jenem Tag also, als im Parlament auch der Entwurf zum neuen Immunitätsgesetz debattiert wurde - hat die Staatsanwaltschaft Wien einen Antrag zur Aufhebung der Immunität des 48-jährigen Ex-Ministers an den Nationalrat übermittelt.

Basis für den Auslieferungsantrag ist eine Geldwäscheverdachtsmeldung, die die Raiffeisen Landesbank NÖ Wien bei der zuständigen Stelle im Bundeskriminalamt erstattet hat. Den Bankern sind auf einem Geschäftskonto von Scheibners Wiener Beratungsgesellschaft Scheibner Business Development GmbH (SBD) fragwürdige Zahlungen aufgefallen, die gegen die einschlägigen Geldwäsche-Richtlinien verstoßen könnten.

Da Scheibner die Geldflüsse nur unzureichend erklärt habe, sei die Geschäftsbeziehung seitens der Bank gekündigt worden. Es geht um Zahlungen von insgesamt mehr als 400.000 Euro. Scheibner selbst sagt, die Kündigung des Kontos mit Ende September sei ihm per Einschreibebrief mitgeteilt worden - nachdem er seine Hausbank einen Fragebogen ausgefüllt hatte, in dem er sich für weitere Nachfragen offen gezeigt hatte. Dass hier eine schwarze Bank einem schwarz geführten Justizressort just zu einem Zeitpunkt zugearbeitet hat, zu dem die ÖVP in Bedrängnis ist, hält Scheibner für "bemerkenswert". Vom Auslieferungsbegehren habe er während einer Bundesheer-Übung aus den Medien erfahren.

Politisch brisant sind vor allem jene Überweisungen in der Höhe von rund 5000 Euro, die ab dem Jahr 2010 Monat für Monat auf dem Geschäftskonto eingetrudelt sind, wie der Standard in Erfahrung gebracht hat. Absender: die Eurofighter Jagdflugzeug GmbH. Das ist jene Gesellschaft, aus deren Hangars Österreichs Typhoons stammen, besser bekannt als Eurofighter.

Die Eurofighter waren 2002, unter Schüssel und in der Amtszeit Scheibners, angeschafft worden. Längst ist der Ankauf wegen der undurchsichtigen Entscheidungen und wegen Verdachts auf Schmiergeldzahlungen in der Höhe von 100 Millionen Euro zur Affäre geworden.

Die Justiz ermittelt in Zusammenhang mit Eurofighter seit Jahren gegen den Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly; für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft Wien bestätigt die Existenz des Auslieferungsantrags auf Anfrage des Standard, man wolle "dubiosen Geldflüssen aus der jüngeren Zeit nachgehen". Ebenfalls bestätigt werden Zahlungen der Eurofighter Gesellschaft. Dazu kommen weitere Kontobewegungen, die der Staatsanwaltschaft verdächtig vorkommen: Knapp 30.000 Euro vom Munitions-Hersteller Saltech AG und 350.000 Euro von der Alpine Bau Deutschland. Vom Konto Scheibners arabischer Firma sollen laut Kurier im Frühjahr 2011 jeweils insgesamt 108.000 an die zyprische Tussonia Ltd. und die Colonial Trading Ltd. mit Sitz auf den British Virgin Islands überwiesen worden sein. Weitere 230.000 Euro sollen auf ein Konto geflossen sein, das auf Scheibner selbst lautete.

Tatsächlich hat Scheibner sein Konto bei der RLB NÖ Wien vor rund drei Jahren eröffnet - seine SBD hat er im Jänner 2007 im Handelsregister eintragen lassen. Laut Homepage beschäftigt sie sich mit "Exportberatung und Geschäftsentwicklung", das Unternehmen verfüge über "vielfältige Kontakte und Erfahrung bei Projektentwicklungen im arabischen Raum, im Nahen und Mittleren Osten und in Osteuropa". Scheibner ist auch in der österreichisch-syrischen Gesellschaft engagiert und gilt als Kenner des Waffenmarkts der arabischen Welt - einem Hoffnungsmarkt für den Eurofighter.

In einer eilig einberufenen Pressekonferenz verwies Scheibner auf den internationalen Charakter seiner Geschäfte - dass er sie über Konten in Österreich abwickle, sei von Anfang an ein als ein Zeichen gedacht gewesen, dass er alles korrekt abwickeln wolle. (Renate Graber, Conrad Seidl, STANDARD-Printausgabe, 16.9.2011)

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Heavyweather
00
18.9.2011, 10:16

Alle Geldflüsse von Parlamentariern sollten ausnahmslos offen gelegt werden.
So wie das läuft wird das nie etwas mit der Transparenz.
E braucht auch mehr Möglichkeiten um Freunde der Politiker zu kontrollieren.

Warum können wir keine direkte Demokratie haben.
Könnten wir abstimmen hätten wir schon lange gratis Öffis, BGE, keine Eurofighter, keine Wehpflicht,....

also dann ...
02
16.9.2011, 12:42
mal ehrilich : wen überrascht den das überhaupt ? ? ?

insbes. der waffenhandel ist das klassische provisionsgeschäft ... für alle korrupten politiker dieser welt.

was scheibner betrifft (sein ungustl, pardon- unschuldsvermutung pickt ihm am hirn...) so erstaunt nur die vertrottelte vorgehensweise. . .

P.S.
GELD VERDIRBT DEN CHARAKTER ...
vorausgesetzt man hatte zuvor überhauüt einen !

Finn McCool
11
16.9.2011, 12:32
Also bei der Raiffeisen möcht ich kein Konto haben

Bankgeheimnis gibts dort wohl nicht.

Berater Gerald Ruschka
00
16.9.2011, 16:55

Sagen Ihnen die Akronyme PEP und AML etwas? JEDE Bank ist VERPFLICHTET zur "Anzeige"! Ich bin nur ein wenig dass diese Bank in diesem Fall dieser Pflicht nachgekommen ist! Ich würde in solchen Fällen eher davon ausgehen, dass "man" in "solchen fällen" die Sanktion gegen das Institut zugunsten der "weiteren guten Zusammenarbeit mit der Partei" vorziehen würde.

das ganz brave kamelchen
00
16.9.2011, 11:01

im gedanken sind wir alle bei dir, herbert! des wird scho wieda.

Franz Weinpolter aka Franz Ehm
02
16.9.2011, 10:34
gackts euch nicht ins hoserl...

...das sind die GEGENGESCHÄFTE, von denen der ehrenwerte herr bartenstein so geschwärmt hat.

Tele Mach
01
16.9.2011, 10:23
Geld und Macht

Diese beiden Begriffe werden in der Regel eng miteinander in Verbindung gebracht.

Seltsamerweise kommt mir aber bei diesem Buberl-Haufen von braun-blauen Ex-Exen nicht im geringsten das Gefühl auf, eine mächtige Person vor mir zu sehen. Denn mächtige Personen haben - bei allem Potential von missbräuchlicher Verwendung ihrer Macht - immer auch etwas verführerisches.

Lächerlich ist vielleicht noch die harmloseste Assoziation. Oder gierig. Oder unwürdig. Oder sonst etwas Abscheuliches. Aber ganz bestimmt: UNWÄHLBAR.

Wie das bei einem viertel Österreichs Wählern aussieht, kann ich leider nicht beurteilen - es bleibt für mich somit ein nicht zu lösendes Rätsel.

Dr. Peter Bonzenpluzer
00
16.9.2011, 10:14

interessieren würden mich die kreditkonditionen, die herbert von der hypo a.a. bekommen hat.

http://www.wienerzeitung.at/nachricht... Firma.html

Lego12
01
16.9.2011, 10:12
man merke sich dies und andere geschichten

bis zur nexten wahl, und überlege ob die "neuen" in diesen parteien wirklich "von nix wussten" oder "damit doch garnix zu tun hatten"

Bekka
 
02
16.9.2011, 10:08
Ich verstehe die Aufregung nicht

Jedem denkenden Menschen war schon 2000 bewusst, welches Gesindel da an die Macht gekommen ist.

Es gibt charakterlich wohl nicht mehr viel Schändlicheres als FPÖ-Funktionär zu sein. Und da wundert man sich dann über diverse Gaunereien dieser Herrschaften?

Also ich nicht.

academius
93
16.9.2011, 10:05

Vollkommen klar, dass sich in zunehmenden Maße die Unschuld und Nicht-Beteiligung der ÖVP herausstellt.

Scheibner (BZÖ)
Gorbach (BZÖ)
Reichhold (FPÖ)
Meischberger (FPÖ)
Grasser (FPÖ, dann parteilos)
Schieszler war FPÖ-nahe.

Pilz soll endlich jemand anders anpatzen als die ÖVP. Die Volkspartei war schließlich jene Partei, die dazu beigetragen hat, dass eine vollinhaltliche Aufklärung stattfindet.
Die VP steht für Transparenz und makelloser Rechtmäßigkeit.
Deshalb soll die Affäre auch von der unabhängigen Justiz aufgeklärt werden und nicht zur Bühne des permanenten Selbstinszenierers und Vernaderers Pilz.

nachtflug71
00
18.9.2011, 10:39
bin bei ihnen

mal abgesehen von strasser, der seine "tätigkeiten" erst als eu-parlamentarier angeboten hat.

seltsam nur, dass in der berichterstattung von F- und B-funktionären immer gerne die övp ins spiel gebracht wird.
auch seltsam, dass weder auf standard oder orf was zum fall öbb-anzeigen zu lesen ist.
ist hier mal wieder tendenzielle berichterstattung zu erkennen?

Berater Gerald Ruschka
00
16.9.2011, 17:55

Vollkommen RICHTIG! Und jetzt schreiben sie noch schnell wer 's vieh damals an die Tränke geführt hat. Auf "diesen guten Hirten" sollten wir nicht vergessen! Dem ist viel zu Danken!

Marlon62
01
16.9.2011, 13:43
Nur blöd,

dass Alcatel für die Vergabe des Blaulichtfunks ein nettes Sümmchen über die IV direkt in die VP-Parteikassa bezahlt haben soll. Das verschweigt man in der Lichtenfelsgasse tunlichst.

Plabutsch
02
16.9.2011, 12:17
Vollkommen klar, dass sich in zunehmenden Maße die Unschuld und Nicht-Beteiligung der ÖVP herausstellt.

Welcher Partei gehörte Hr. Strasser an ?

Die ÖVP-Regierungsmtglieder haben den dubiosen Eurofighter-Ankauf nicht mitbeschlossen, sondern waren dummerweise zu diesem Zeitpunkt alle am Klo ?

hans kastorp
01
16.9.2011, 12:05
Guten Tag,

ich bin mir bei ihren Postings nie wirklich sicher, ob es sich um Ironie und vielleicht Sarkasmus handelt, oder ob sie wirklich Ernst meinen was sie schreiben; Bitte um Aufklärung; Danke

Black Widdow
00
16.9.2011, 10:04
Aber das ist - war - doch alles GANZ LEGAL

Beraterhonorare sind doch nicht verboten, ich versteh die Aufregung nicht tztztz ;-P

das ganz brave kamelchen
00
16.9.2011, 10:02

es kann sich nur um eine ganz gemeine intrige handeln! herbertl wir sind bei dir! amen. i geh jetzt und zuend fuer di im steffl an €500er an.

eamon clever
11
16.9.2011, 10:02
Achtung hier geht es nicht um korruption sondern um geldwäsche!

also wenn der deal 2007 angeleiert wurde und 2010 die Lieferung erfolgte ist eine monatliche Provision für die ja bekanntgebene Firma von Scheibner kein Problem, aus juristischer Seite.
Politisch hat er auch nichts zu fürchten, weil er seine Firma offenbar den unvereinbarkeitsausschuß gemeldet hat. Ist jetzt sein Beruf - wenn es aktiven abgeordneten verboten sein soll, zu arbeiten oder ihre kenntnisse und kontakte nicht einzusetzen, so soll das in ein gesetz gegossen werden.

bildungsferneschicht
00
16.9.2011, 10:01
so,jetzt reichts aber.

immer diese pauschalvorverurteilungen hier im standardforum gegenüber unseren leistungsträgern.

diese linkslinke jagdgesellschaft muss jetzt hr. scheibner anpatzen um vom eigenen unfähigen zivi verteidigungsminister darabos abzulenken.

ist es so unverständlich,dass eine kleine fliegerwerft wie eads,auf internationale experten zurückgreift?

nein,ein ehemaliger top-gun pilot,der arabischen sprache mächtiger experte wie unser hr. scheiber ist für eads unverzichtbar.ohne ihn können die vorteile des eurofighters im arabischen raum nicht entsprechend kommuniziert werden.

Da Blju
00
16.9.2011, 09:56
wegen PRIVATER Eurofighter-Deals in Bedrängnis

tuts nicht immer so schlecht mit dem Genitiv umgehn tun

Da Blju
00
16.9.2011, 10:00
Wow - schnell korrigiert

in bemerkenswerter Genitivvemeidungsmanier

Kralj Matjaz
00
16.9.2011, 09:53
hat der EX - VM

auch einen Beruf oder ist das in solch einem Fall nur hinderlich ???

IMA
01
16.9.2011, 09:52
Änderung der Bundeshymne

Lange diskutiert.jetzt passt es dann:
Statt großer Söhne vielleicht Land der Dieb(Innen) ?

das ganz brave kamelchen
00
16.9.2011, 09:48

unglaubliche polit. verfolgung in ö. immer auf die kleinen. aber dem herbert koennens garantiert nix anhaengen. der ist supersauber. glaesern quasi. eine ikone der sauberen politik. wie da joergl selig. und da uwe. und da khg. und da meischi. und ausm wolfi seinem schmiergeldschuesserl hat von denen auch keiner mitgemampft. na na.

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