Militär

Ein Berufsheer hat Übergewicht

15. September 2011, 19:06
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    foto: standard/fischer

    Generalstabschef Picek will gegen das Übergewicht seiner Berufssoldaten vorgehen.

Tschechien: Experten sehen im Ende der Wehrpflicht Grund für höheres Durchschnittsgewicht

Auf der langen Anreise nach Saalfelden führte sich ÖVP-Wehrsprecher Oswald Klikovits Nachrichten mit Bezug zum Wehrsystem zu Gemüte. Immerhin schwelt der Streit um die Wehrpflicht weiter - da ist jede Munition willkommen. Und sei es, dass sie aus Knödeln besteht.

Mit zu vielen davon muss sich nämlich die auf Berufssoldaten umgestellte tschechische Armee herumschlagen, hat Klikovits in einer Story des tschechischen Militärjournalisten Jirí Kominek gelesen: Generalstabschef Vlastimil Picek will ab Oktober mit Diätplänen und notfalls auch Appetitzüglern gegen das Übergewicht seiner Soldaten vorgehen - Schluss also mit Schweinsbraten und Knödeln. Experten sehen im Übergang zum Berufsheer einen Grund für das höhere Durchschnittsgewicht.

Der Altersdurchschnitt der tschechischen Armeeangehörigen ist nach dem Wegfall der Wehrpflicht um mehr als fünf Jahre gestiegen, er liegt derzeit bei 37 Jahren. Ähnliche Folgen müsse man auch für Österreich bedenken, meint Klikovits: "Mit zunehmendem Alter steigt auch in anderen Teilen der Gesellschaft das Gewicht. Niemand will eine graumelierte und rundliche Armee von lieben Onkeln." (cs, STANDARD-Printausgabe, 16.9.2011)

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Posting 1 bis 25 von 61
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Saurer Zivi
30
24.9.2011, 20:56
aber wir haben doch bereits eine graumelierte armee von lieben runden onkeln...

all die goldfasane, die da herumhüpfen.

die kabale um general entacher... wie viel millionen hat das jetzt den steuerzahler schon gekostet?!

jetzt dieses phänomen (graumeliert und lieb - motto: enemy killed with kindness) auf die file und ranks aufzuteilen ist doch nachgerade ein genialer schachzug des övp kriegssprechers.

warum sollen soldaten nicht etwas mehr wiegen dürfen? im feld- u gefechtsstatus verlieren sie ohnehin an gewicht und brauchen jedes gramm energie.

dort werden sie ja bekanntermaßen auf ihren wahren wert gewogen.

ceiberweiber.at
30
25.9.2011, 10:16
so viel hats nicht gekostet

in der privatwirtschaft wäre entacher entlassen worden, das ist im öffentlichen dienst nicht möglich. so wird er von seinen anhängern als inbegriff des verweichlichten soldaten gefeiert..... und das lenkt davon ab, dass sich viele menschen in ihrem alltag bewähren müssen und viele davor auch nicht kneifen - und das hat nichts mit soldat oder nicht zu tun. man nimmt nur an, dass soldaten fürs tapfersein trainiert wurden.

Bauernbua
34
21.9.2011, 15:56

Die Wehrpflicht sollte beibehalten werden. Es ist im Leben der Meisten das (erste? und) letzte Mal, wo alle Bevölkerungsschichten und alle Charaktere zusammentreffen. Nachher geht eh jeder seine eigenen Wege.

Saurer Zivi
31
24.9.2011, 21:01
wir gehen doch jahrelang alle gemeinsam zur schule vom primaren-bua bis zum bauern-bua.

warum reicht ihnen das nicht?

niemand käme auf die idee, eine derart wichtige aufgabe wie die landesverteidigung unprofessionellsten 18j grünschnäbeln zu übertragen, die mehr zeit mit herumstehen verbringen als mit sonst etwas.

von der selektion dem geschlecht nach ganz zu schweigen.

kein mensch in ö hat es sich verdient, dem geschlecht nach selektioniert zu werden und unter strafandrohung von haftstrafen gestellt zu werden.

cjlpa
00
21.9.2011, 12:06
Liegt vermutlich am gestiegenen Nichtraucher-Anteil

Die Tabakindustrie sollte endlich auf die schlankmachende Wirkung ihrer Produkte ausführlich hinweisen!
</ironie>

schmunzelmonster
01
20.9.2011, 09:11
brauchts euch gar nicht wundern!

Eine Gesellschaft, welche die materielle Welt transzendiert (und dämonisiert) und ideelle Götzen anbetet, hat eben nun einmal Probleme mit der Körperlichkeit.
Machts die Augen auf und schauts euch einmal um was los ist, ihr schiachen glatzerten Affen...

morgen war gestern
21
19.9.2011, 21:20

Das ist wohl ein Problem des Heeres selbst. Jedes Unternehmen hat seinem Unternehmensziel entsprechende Vorgaben für seine Angestellten. Wenn ein Soldat nicht dick sein darf, es aber ist, hat eher die Armee und nicht die Idee des Berufsheeres versagt.

Lazarus Long
13
19.9.2011, 22:49
Nur das es sich dabei um ein systemimmanentes Problem handelt.

Alle Berufsarmeen haben massive Rekrutierungsprobleme und können sich daher nicht aussuchen wen sie nehmen sondern müssen JEDEN nehmen, den sie bekommen können, egal ob Neonazi, zu dick, Analphabet usw. Es handelt sich daher um ein Versagen der idee Berufsarmee.

morgen war gestern
42
19.9.2011, 23:09

Es gibt Armeen, die ihre Angestellten offensichtlich besser motivieren und professionalisieren können als die österreichische.

Und zu deinem Argument: Du setzt richtig an, landest aber falsch. Ja, unter den Rekruten gibt es massive Probleme mit dem Übergewicht. Das ist aber keine Folge des Berufsheeres, sondern
1) hemmungsloser Fast-Food-Ideologien
2) Einsparungen im Schulsport
3) mangelnder Erziehung in Ernährungsfragen

Das kann weder ein Freiwilligen- noch ein Berufsheer lösen, sondern nur die (Bildungs-)politik.

Jülyet Ksantopulo
00
21.9.2011, 15:47
"Es gibt Armeen, die ihre Angestellten offensichtlich besser motivieren und professionalisieren können als die österreichische."

Das liegt nicht am ÖBH, sondern am österreichischen Volke.

In einer Gesellschaft, die zunehmend entmilitarisiert, gibt es halt weniger Freiwillige als in Pakistan, China oder Indien, die mit Berufsarmeen zurechtkommen.

Österreich darf nicht Pakistan werden!

Lazarus Long
24
19.9.2011, 23:33
Sie haben den Artikel offenbar nicht aufmerksam gelesen.

Es gibt kein Problem mit Übergergewicht beim ÖBH sondern in der tschechischen Armee (übrigens hat dieses Problem nicht nur die tschechische Berufsarmee sondern praktisch jede Berufsarmee).
Das Problem liegt an der Berufsarmee ("Freiwilligenarmee" ist lediglich eine darabosche Wortkreation um das bei der SPÖ-Basis unbeliebte Wort Berufsarmee zu umschiffen). Durch die extremen Rekrutierungsprobleme kommt es auch zu einer Überalterung und in weiterer Folge haben sie natürlich auch das Problem des Übergewichts inkludiert.Das alle Berufsarmeen ein ernsthaftes Problem mit mangelnder Leistungsfähigkeit haben ist ja nichts Neues.

morgen war gestern
30
21.9.2011, 19:45

Du meinst also, ein so demotiviertes und demoralisiertes Heer aus Wehrpflichtigen wie ich es kennengelernt habe ist effektiver und besser als eine Berufsarmee? Weiß nicht... Kommt immer auf das Niveau an, von dem man ausgeht.

Prof. Alois
 
03
25.9.2011, 20:06
Heere leben definitorisch vom Vergleich

Der durchschnittliche Österreicher geht davon aus, dass seine eigenen Streikräfte nix wert sind, hat aber noch nie, noch nicht im entferntesten, mit Angehörigen anderer Armeen zu tun gehabt. Hätte er das, dann wäre er schnell still.

Ja, in Kino und Fernsehen rennen US-Marines herum, die es in Wirklichkeit nicht gibt, weil die wirklichen z deppert zum Sch... sind, wenn man ihnen nicht genau sagt, was sie machen müssen.

Lazarus Long
03
24.9.2011, 13:13
wenn man selbst mit der Einstellung hin geht, das alles "oasch is und sowieso nix geht" ist es auch schwer objektiv zu sein.Demoralisiert ist das Heer, trotz der intensiven Bemühungen des inkompetentesten Ministers aller Zeiten noch lange nicht

und wie schnell die Motivation der GWDs nach oben schießt kann man bei jedem Katastropheneinsatz sehen. Dass das ÖBH seine Aufgaben effektiver und besser bewältigt als Berufsarmeen, hat nichts mit "glauben" zu tun sondern kann man bei jedem Auslandseinsatz und internationalen Übung live beobachten.
Bei Berufsarmeen können sie nur vom untersten Niveau ausgehen, hoher Analphabetenanteil, unterste Schicht der Gesellschaft, kaum ausreichende Bildung und was die Motivation angeht, die ist bei Menschen, die sich in erster Linie aus Hunger melden, wissen das sie für die Interessen des Kapitals verheizt werden und nach ein paar Jahren wieder auf der Straße stehen werden (wenn sie es überleben!) nicht sonderlich hoch!

unsre tante mizzi
13
19.9.2011, 11:04

also ich kann nur von meiner bundesheerzeit reden - + 10 kilo in 8 monaten waren nicht leicht wieder runterzukriegen.

Fritz Meyer
23
19.9.2011, 09:12
Nicht etwa der Mangel an Sportunterricht in der Schule?

Oder die Fast Food-Gesellschaft?

Ach, nein, das würde ja nicht in die politische Agenda passen. ;)

ceiberweiber.at
10
24.9.2011, 11:33
doch....

das ist ja alles auch dem minister ein anliegen, in seiner zuständigkeit für sport. aber da geht nicht mehr als anregen, motivieren, informieren - man kann die leute ja nicht dazu zwingen, mehr bewegung zu machen. in der schule ist es auch eine frage der sportpädagogik (sportministerium und bildungsministerium).
und für sicherheit sind auch andere zuständig, nicht nur das heer - zb gab es diese woche eine gemeinsame übung "netzwerk 11" von heer, polizei, wien energie, rettung, feuerwehr, zu der auch die presse eingeladen war (die, die übers bundesheer schreiben, waren aber kaum vor ort, ergo werden sie "netzwerk 11" auch nicht rüberbringen - schade, war so gemacht, dass es gut geeignet ist, sicherheit rüberzubringen)

morgen war gestern
10
19.9.2011, 21:23

Das ist für heeresinterne Verwendung viel zu komplex betrachtet. Ursache und Wirkung müssen geografisch so nahe beieinander liegen, dass sie von einem Beamten an seinem Schreibtisch sitzend problemlos erreichbar sind.

Ing. Alex
 
04
19.9.2011, 01:03

Sollten Soldaten nicht durchtrainiert und einsatzbereit sein ? Ich meine deren Job is es doch sich auf den Fall der Fälle vorzubereiten, oder ?

morgen war gestern
20
19.9.2011, 21:21

Das würde ich für Österreich sooo direkt nicht annehmen. Nein.

Ing. Alex
 
31
19.9.2011, 21:49

Die kriegen meine Steuergelder, also sollten die auch amoi a Leistung bringen - also ihre Waffensysteme beherrschen, brav Auslandseinsätze machen und körperlich und geistig fit bleiben

Die realität schaut eh anders aus - inkompetentes Personal des zuviel Geld braucht - ich mein, wenn im Sommer nach der Arbeit zum Badesee fahr, dann sehe ich dort Rekruten in Uniform herumlungern... super, oder?

Jülyet Ksantopulo
03
21.9.2011, 15:48
"ich mein, wenn im Sommer nach der Arbeit zum Badesee fahr, dann sehe ich dort Rekruten in Uniform herumlungern... super, oder?"

Ich wusste gar nicht, daß es Streitmännern untersagt ist, nach der Dienstzeit baden zu gehen...

morgen war gestern
10
19.9.2011, 23:05

Du hast den Zynismus in meinem Posting anscheinend nicht verstanden.

Zum Badesee: Wenn sie das auch nach Dienstschluss in der freigestellten Zeit machen - warum nicht. Was mich stört ist, dass es im Heer an einer bestimmten Grundeinstellung mangelt. Das betrifft nicht die Rekruten, in denen spiegelt sich nur das System selbst. Der Artikel oben ist ein gutes Beispiel: Wenn das Kaderpersonal zu dick ist, ist für die Verantwortlichen im Heeresapparat entweder die Idee des Berufsheeres, die Naturgewalt oder nicht ausreichende finanzielle Mittel schuld. Dass es dabei aber nur um eine unprofessionelle Einstellung des Kaders geht, darf nicht sein und kann deshalb auch nicht sein.

vis comica
36
18.9.2011, 21:50
Doch, genau DAS will ich.

"Niemand will eine graumelierte und rundliche Armee von lieben Onkeln."

weissseher
00
18.9.2011, 16:32
klikovits hat angst vor sich selbst

...mit zunehmendem Alter steigt... das Gewicht... niemand will eine graumelierte und rundliche Armee von lieben Onkeln...

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Posting 1 bis 25 von 61
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