SOS Mitmensch

"Wohnbürgerschaft" für Zuwanderer gefordert

Maria Sterkl, 15. September 2011, 16:45
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    foto: dpa/frank mächler

    Kein EU-Pass, aber trotzdem EU-BürgerIn? Für viele ist das - zumindest gefühlsmäßige - Lebensrealität

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    screenshot: ris

    Der "Fremde": im österreichischen Recht übliche Bezeichung für einen Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft

Zuwanderer sollen nach drei Jahren Wahlrecht bekommen, unabhängig vom Pass, fordert SOS Mitmensch

Eine "Wohnbürgerschaft", die unabhängig von der Staatsangehörigkeit verliehen wird, fordert SOS Mitmensch. Alle, die sich in Österreich niedergelassen haben, sollten nach drei Jahren "WohnbürgerInnen" werden und volle politische und soziale Rechte, also auch das Wahlrecht, erhalten, fordert die NGO.

SOS Mitmensch kritisiert, dass in Österreich Menschen, die seit vielen Jahren hier leben oder sogar hier geboren sind, von bestimmten Rechten abgeschnitten sind. Menschen, die hier ihren Lebensmittelpunkt haben, hier arbeiten, Steuern zahlen und sich hier zuhause fühlen, sollten in ihren Rechten StaatsbürgerInnen gleichgestellt werden, fordert Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch. "Schließlich ist es alles andere als leicht, österreichischeR StaatsbürgerIn zu werden", so Pollak.

Wer mobil ist, kriegt keinen Pass

Dem pflichtet auch Politikwissenschafter Gerd Valchars von der Uni Wien bei: Österreich mache es Menschen, die hier seit langem niedergelassen sind, bei der Einbürgerung besonders schwer. Wer einen österreichischen Pass beantragen will, muss zehn Jahre ununterbrochen hier gelebt haben - angesichts des EU-Credos, Menschen sollten möglichst mobil sein, sei das "nicht gerade zeitgemäß", so Valchars. Zum Vergleich: Belgien verleiht die Staatsbürgerschaft schon nach drei Jahren. Zudem müsse man in Österreich bis zu 1500 Euro für die Einbürgerung aufwenden, Sprachtests bestehen und einen einwandfreien Leumund haben. 

Neben einer Lockerung beim Zugang zur Staatsbürgerschaft soll die Einführung der Wohnbürgerschaft zu mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft führen. Denn, so Pollak: "Menschen, die sich hier zuhause fühlen, die weder fremd sind, noch fremd sein wollen, werden von der Politik zu Fremden gemacht." Dies führe zu einem Spalt in der Gesellschaft. Pollak fordert, "das Wort ‚fremd‘ im Gesetz ersatzlos zu streichen".

"Bin nicht fremd"

Anna Durnova, die selbst seit 1997 in Österreich mit einem tschechischen Pass lebt, kann dem Vorschlag viel abgewinnen: „Ich bin zwar privilegiert, weil ich seit 2004 EU-Bürgerin bin", sagt die Uni-Assistentin. „Aber bei der Arbeits- oder Wohnungssuche bekomme ich es jedes Mal zu spüren, dass ich 'fremd‘ bin", so Durnova. "Aber wo wohne ich, wo zahle ich Steuern, wo gehe ich zum Arzt? In Österreich. Und wenn mich jemand im Ausland fragt, woher ich komme, dann sage ich: 'Aus Wien.‘"

Auch die Künstlerin Carla Bobadilla spürt, dass sie immer noch anders behandelt wird, obwohl sie seit fast zehn Jahren in Wien lebt. "Wenn man mich in einem Programm ankündigt, heißt es immer: 'Künstlerin aus Chile‘. Warum? Meine Kunst hat mit österreichischer Kultur viel mehr zu tun als mit chilenischer."

Pollak ist überzeugt, dass schon allein eine andere Wortwahl zu einem Gesinnungswandel beitragen könne. "Kein Mensch, der hier seinen Lebensmittelpunkt hat, darf als FremdeR oder AusländerIn bezeichnet werden." (Maria Sterkl, derStandard.at, 15.9.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 275
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bugstar
00
4.11.2011, 13:35
Karl Valentins Sprachliche Wirrungen: Die Fremden

https://www.youtube.com/watch?v=dDc40IJQlhw

(text: http://www.goethe.de/ins/fr/lp... 460482.htm )

Reservenick 16 von 35
00
28.10.2011, 13:50
Ganz sicher NICHT!!!

Noch zahlen WIR die Steuern. Und daher bestimmen WIR, wer in unserem Namen unsere Kohle veruntreuen darf.

Oldsgone
11
24.9.2011, 02:06
bind dafür

aber nur wenn natürlich alle anderen eu staaten auch das selbe recht zulassen ansonsten nicht.

vorreiterolle zu spielen in so einer heiklen lage ist total verrückt und nicht fair da ich als österreicher ja dann auch nicht so tolle rechte dann hätte wenn ich z.b nach ungarn oder sonstwohin gehe oder???

system1
15
19.9.2011, 14:07
find ich gut.

dem seine stimme ist dann soviel wert 8wenn nicht mehr) wie meine. ich zahle steuern (und will geregelt wissen in welchen gulli die gekippt werden), der womöglich nicht. normalerweise heisst es wer zahlt schafft an. in Ö nicht, da heisst es wer nix zahlt schafft an.

jeff5
01
21.9.2011, 09:15
das ist auch das eu-prinzip, die netto-zahler haben zu wenig macht.

ND1
19
19.9.2011, 13:20
Liebe Frau Sterkl,

wieso sollen Zuwanderer nach drei Jahren nur das Wahlrecht bekommen? Wäre es nicht wesentlich mehr in ihrem Sinne wenn wir uns von den Zuwanderern gleich regieren lassen? Damit würden sie 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: der Weg für unbeschränkte Zuwanderung wäre endlich offen und es würde dadurch zu mehr Zusammenhalt in der von Ihnen gewünschten Gesellschaft führen ...

Hand aufs Herz
38
19.9.2011, 11:28
Höchste Priorität der sprachlichen Korrektheit

Das Wort "fremd" ist ja schon lange ein Indiz für rassistisches Denken.

Den "Eingeborenen" ist man durch die Bezeichnung "Indigene" gottlob beigekommen. (Gottlob hat noch niemand der politisch Korrekten bemerkt, daß die Übersetzung wiederum "Eingeborene" heißt :-))

K. K. Lacke
01
19.9.2011, 13:51
fremd ist nicht rassistisch

Das Fremde bezeichnet etwas, das als abweichend von Vertrauten wahrgenommen wird, das heißt aus Sicht dessen, der diesen Begriff verwendet, als etwas (angeblich) Andersartiges oder weit Entferntes. Fremdheit kann positive Assoziationen im Sinne von Exotik oder negative Assoziationen (siehe Fremdenfeindlichkeit) hervorrufen.

warum sie hier so offensichtlich polemisch diskutieren ist mir nicht klar, wenngleich der VfGH bereits festgestellt hat dass ein Wahlrecht für Nicht-EU-BürgerInnen gegen unsere Verfassung verstößt.

Arbeiter
212
16.9.2011, 18:54
Voll arg und diskriminierend finde ich, dass es nicht "WahlbürgerInnenschaft" heisst.

Fortschrittliche Kräfte haben z.B. dafür gesorgt, dass einem Bekannten von mir, Bosnier mit ausgezeichnetem Deutsch, die Diplomarbeit nicht angeonmmen wurde, weil er sie nicht getschendert hatte. An dieser Stelle eine ernste Frage an die, die wie im Artikel, beklagen, dass von MigrantInnen Deutschkenntnisse verlangt werden (neben, pfui, einem einwandfreien Leumund): wie können die MigrantInnen ordnungsgemäß tschendern, wenn sie die Artikel und Endungen/innen der deutschen Sprache nicht perfekt beherrschen. Mir fällt da einer aus der russischen Sprache ein, wie soll der das Tschendern hinkriegen, moy lutschy drug?

maimai
70
16.9.2011, 19:25
es wird

immer absurder.
Zuerst war für die reaktionären Kräfte die Nation einer Familie gleich ein Haus, jetzt ist sie plötzlich eine Uni, bei Bedarf wird sie ein Boot.
Einigt euch doch mal.

Arbeiter
06
16.9.2011, 19:43
geniessen wir einfach die Redefreiheit, meimei, und

nützen wir sie für einen gelegentlichen Schmäh.

Viel Platz zwischen blau und grün!!
325
16.9.2011, 18:07
Ich bin dafür,...

...dass weltweit jeder österreichische Sozialhilfe beziehen kann. Einreise nach Österreich ist nicht erforderlich. Das Sozialamt zahlt eine beliebige Wohnung in einer beliebigen Stadt.

Bin ich jetzt noch besser als die Starkl und die Brickner?

Hand aufs Herz
012
19.9.2011, 11:32

Nein, denn due hast geschrieben "dass weltweit jeder österreichische Sozialhilfe beziehen kann", Und Du hast auf die Jederinnen vergessen.

Also wieder nichts :-))

Hellcat
115
16.9.2011, 21:05

Sie müssen für alle Schwerkranken weltweit eine medizinische Behandlung auf österreichischem Niveau auf Kosten der österreichischen Krankenkassen fordern, sonst wir das nix.

jeff5
06
16.9.2011, 19:41
und 2000,--- euro grundsicherung 16mal.

byron sully
101
16.9.2011, 17:53

guter vorschlag, find ich unterstützenswert.

Walles
311
16.9.2011, 18:53

Es überrascht nicht, dass Sie für die Ausdehnung des Wahlrechts auf ausländische Kriminelle sind.

Licht Gestalt1
81
18.9.2011, 23:36
aha alle Ausländer kriminelle????

zu nennen ist ja wirklich das letzte....
wir leisten uns eine korrupte Regierung, aber Menschen die hier arbeiten, wohnen, auch als Sozialhilfeempfänger einfach abzustempeln ist ohne Niveau,
wir dürfen uns ja auch überall in der EU niederlassen,....

jassl11
81
16.9.2011, 17:43

nach drei jahren wahlrecht.....

gute idee, umsetzen.

Brel
00
20.9.2011, 22:04

aber nur, wenn sie die richtige Bewegung wählen

Montgomery McFerryn
05
16.9.2011, 18:59

Aber nur in Verbindung mit Sprachkompetenz, oder wollen sie Menschen die nicht mal einer Wahlwerbung folgen können das Wahlrecht geben?

Licht Gestalt1
70
18.9.2011, 23:41
wär eh gscheiter, billiger ohne Werbung

weil Daham statt Islam,..... ist ja keine Aussage sondern eine Verhetzung,....
es ist oft ganz gut, wenn unsere ausländischen Freunde nicht alles verstehen, was so wahlgeworben wird.......

die naive
01
18.9.2011, 16:03

Es gibt hier doch schon längst Wahlwerbung in türkisch und auch anderen sonstigen Sprachen.

R. Lexer
01
20.9.2011, 09:44

Eh. Wer sich die Stimmen entgehen lässt ist selbst schuld.

belgma
 
33
16.9.2011, 19:25

und wer entzieht dann das wahlrecht den gebürtigen (sofern es sowas überhaupt gibt) österreichern, die nicht einmal in der lage sind, einen kickl-reim sinnerfassend zu lesen?

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