Protest

AHS Rahlgasse: Stadtschulrat untersagt Kundgebung

15. September 2011, 12:42

Schüler, Lehrer und Eltern der AHS Rahlgasse wollten wegen überschrittener Klassenschülerhöchstzahlen protestieren

Wien - "7A: 34 SchülerInnen", "2A: 27 SchülerInnen" steht auf den Schildern von Schülern der Wiener AHS Rahlgasse, die heute, Donnerstag, vor ihrem Schulgebäude protestierten. Anlass dazu gaben laut Schüler-, Lehrer- und Elternvertreter die überschrittene Klassenschülerhöchstzahl von 25 in mehr als der Hälfte der Klassen, Klassenzusammenlegungen sowie die Streichung von Werteinheiten für unverbindliche Übungen. Ein geplanter "Lehrausgang zur politischen Bildung" bis vor das Unterrichtsministerium und den Stadtschulrat wurde untersagt - diese setzen stattdessen Gespräche für eine Verbesserung der Situation an.

Am Mittwoch hatten Lehrkörper, Elternverein und SchülerInnenvertretung der AHS Rahlgasse in Wien-Mariahilf den Protestmarsch angekündigt. Dazu kam das Nein vom Wiener Stadtschulrat - weil es "rechtlich nicht gedeckt ist, eine Protestkundgebung als Lehrplan-konformen Schulausflug zu titulieren", heißt es aus dem Stadtschulratsbüro gegenüber der APA. Man nehme die Sorgen der Schüler, Lehrer und Eltern jedoch ernst, Gespräche sollen "in allernächster Zukunft" folgen.

Schmied bietet Gespräche an

Das Büro von Unterrichtsministerin Claudia Schmied (SPÖ) kündigte in einer Aussendung "nach mehreren Gesprächsrunden mit dem Stadtschulrat" bereits für den heutigen Nachmittag ein weiteres Gespräch mit Vertretern der Schulpartnerschaft an. Der AHS Rahlgasse seien "schon jetzt kleinere Lerngruppen" und "dafür entsprechend mehr Lehrkräfte angeboten worden".

Die Österreichische Schülerunion fordert dagegen "einen Landes- bzw. Bundesschulgemeinschaftsausschuss", damit "es um einen Fortschritt im Bildungsbereich geht und nicht um Prestigeprojekte von Ministerin Schmied".

An Volks-, Haupt- und Polytechnischen Schulen hat die Klassenschülerzahl als Richtwert 25 zu betragen - Abweichungen sind nur aus besonderen Gründen wie z.B. dem Erhalt von Schulstandorten zulässig. Für die AHS-Unterstufe wurde der Höchstwert 25 festgesetzt, wobei eine Überschreitung um 20 Prozent (also auf 30 Schüler) erlaubt ist, um Abweisungen von Schülern zu vermeiden. Der Rechnungshof (RH) hatte bereits Anfang des Jahres in einem Bericht kritisiert, dass der Richtwert einer Klassenschülerhöchstzahl von 25 vor allem an AHS-Unterstufen oft überschritten wird. (APA)

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24 Postings
Wolkengedanken
00
1.10.2011, 11:04

Überschreitung der Schülerhöchstzahlen sind in Wr Schulen die Norm und nicht die Ausnahme.

Die Schulen möchten soviele SchülerInnen wie nur möglich aufnehmen weil das Budget, das eine Schule vom Stadtschulrat bekommt von der Anzahl der SchülerInnen abhängt. Andererseits können sie aber nicht beliebig viele Klassen aufmachen, aus Platzgründen, weil es nicht genügend LehrerInnen gibt und weil dadurch das Budget wieder nicht reichen würde

Es geht hier immer um Geld und nicht um Förderung welcher SchülerInnengruppe auch immer. Die Budgets der Schulen sind mickrig, manche geschickte DirektorInnen finden Firmen, die ihre Schule sponsern. Da haben dann z.B die Computer ein Pickerl mit "Firma XY" oder es hängen riesige Werbeplakate herum.

96%
00
16.9.2011, 15:19

wenn die klassenschülerhöchstzahl von 25 UNTERschritten wird, dann erst ist es eines artikels wert.

Erisian Liberation Front
02
16.9.2011, 13:03
Schon witzig

wenn man bedenkt, daß das die Hinterlassenschaft der h.o. so bejubelten Fr. Schrodt ist.

exile in mainstream
01
16.9.2011, 09:34

damit qualifiziert sich bradsteidl fürs kabinett von assad

na so was!
13
16.9.2011, 09:14
wir waren 37 schüler und hatte eine weisse matura

und das niveau des gymnasiums war vollkommen normal, wenn nicht sogar überdurchschnittlich.

es kommt nicht nur (!) auf die zahl der schüler an, sondern auch auf die qualität der lehrer. natürlich ist es besser, wenn man kleinere klassen hat, aber ich sehe den bedarf vor allem in frühen jahren - volksschule und unterstufe - denn dort wird die basis für lernerfolg gelegt. mit höherem alter kann man den schülern durchaus etwas mehr selbstverantwortung zumuten.

noch was: in meiner klasse haben die stärkeren schüler, den schwächeren nachmittags (in der schule) freiwillig und kostenlos lerngruppen angeboten. und die schwächeren haben sie genutzt.
diese soziale kompetenz haben wir auch in der schule gelernt.

Loxoceles
00
18.9.2011, 21:41

Zu Ihrer Zeit hatten Sie sicherlich noch nicht 60% Verhaltensauffällige in der Klasse und 40% Analphabeten.

Doktor Jörg Haider
00
17.9.2011, 16:43
wir waren 46 in der ersten Klasse ...

D/E
04
16.9.2011, 08:17
Bei aller wohlbegründeten Abneigung gegen den Wiener Stadtschulrat und seine Präsidentin,

dass die Demonstration nicht als "Lehrausgang" genehmigt worden ist, kann man keinem vorwerfen.

Wer demonstrieren will, muss das tun (mit allen Konsequenzen). Die Eltern hindert eh keiner (außer ihre Arbeitgeber), wenn es die Lehrer/innen tun, nützt's nix, und die Schüler/innen haben ganz sicher nichts zu befürchten.

asinus
02
16.9.2011, 06:30

Überfüllte Klassen? Gibt es laut Fr. Schmied nicht mehr. Demonstrationen braucht es daher nicht zu geben, denn diese könnten die neue heile Welt stören. Wann wacht ihr im Ministerium auf? Ihr benehmt euch wie ein Dorfverschönerungsverein!

gerhard maierhofer
01
15.9.2011, 23:35
seh das problem

nicht. ist eine tatsache dass zuviele schüler an ahs unterstufen strömen obwohl sie sich dort äußerst schwer tun. wer ein besseres betreuungsverhältnis will, kann ja an eine neue mittelschule gehen. bzw. können lehrer mal schauen ob in den unterstufen wirklich ahs niveau garantiert wird und dementsprechend schwachen schülern einen schulwechsel nahelegen.

alla riscossa
01
15.9.2011, 22:55
der verein dort in

wipplingerstr.28 wäre überhaupt einmal ein paar eigene betrachtungen wert. ein selbstbefriedigungsverein der sonderklasse, gehört aufgelöst und personal dem arbeitsleben an der (schul)front zugeführt!

bycicle
07
15.9.2011, 21:24
wir lehrer sollten protestieren,

streiken und auf diese missstände aufmerksam machen. um diese hohen schülerzahlen kümmert sich die gewerkschaft nicht.
ich frage mich schon oft, warum wir uns wirklich ALLES gefallen lassen. jetzt kommt lehrermangel auf uns zu, wir bekommen eine stärkere position. also auf die barrikaden!

Denker9
10
15.9.2011, 21:40

Ja, aber immer nur samstags- sonst heißt es wieder, Lehrer wollen nichts arbeiten. Und ein Streik hätte die selbe Wirkung in der Öffentlichkeit.

bycicle
00
16.9.2011, 16:51
sicher NICHT am samstag

das ist dann wieder typisch vorauseilender gehorsam. mir ist es mittlerweile einfach wurscht, was der pöbel denkt.
also, wann demonstrieren wir????

Spucks
01
16.9.2011, 09:06

Wenn die Lehrer mal 2 Wochen streiken, trägt das vl. dazu bei, dass die "Lehrer tun nix"-Leute ihre Ansichten überdenken. So wie bei diesem Witz (sehr kurz gefasst), bei dem ein Mann Abends von der Arbeit nach Hause kommt, ein totales Chaos vorfindet, inklusive sich prügelnder Kinder, seine Frau im Bett liegend ein Buch lesend vorfindet, fragt was los ist und die Antwort kriegt "Du hast dich gewundert, was ich den ganzen Tag zu Hause mache - heute habe ich nichts gemacht."

D/E
04
16.9.2011, 15:35
Sie gehen vom Vorhandensein einer gewissen (sozialen)

Mindestintelligenz aus. Da hege ich begründete Zweifel.

Immerhin können hierzulande Deppenblätter völlig unwidersprochen behaupten, Lehrer würden durchschnittlich nur 2 Stunden pro Tag arbeiten.

Spucks
00
16.9.2011, 16:05

Da haben Sie Recht ... ich sollte mir endlich mal das positive Denken abgewöhnen, zumindest in Bezug auf Ö, das tut nicht gut, da wird man nur enttäuscht.

bskor
17
15.9.2011, 18:34
36 Schüler

Ich hab heuer wieder 2 Klassen mit 36 Schülern und eine mit 34, während unsere Frau Ministerin im Fernsehen großspurig und scheinheilig verkündet, dass es keine Klassen mit mehr als 24 Schülern gibt.

Denker9
11
15.9.2011, 21:46

Dass in den AHS so viele Schüler sitzen hat den Grund, dass selbst schwache Schüler dort aufgenommen werden um möglichst viele Klassen eröffnen zu können. Wenn schon bei der Einschreibung eine Garantie zum Durchkommen bis zur 4.Klasse gegeben wird (von Schulleitern!), braucht man sich nicht zu wundern, wenn die Schulen übergehen. Und dem Land kommen Bundesschulen billiger als die Pflichtschulen, habe ich mir sagen lassen!

alla riscossa
04
15.9.2011, 22:50
denker, hast du auch durchdacht, was du da postest?

um eine klasse mehr zu eröffnen, brauch ich nicht 34 schüler! es ist eher so, dass höchstzahlen überschritten werden können, damit keine klassen mehr eröffnet werden müssen!

byron sully
17
15.9.2011, 13:01

wessen interessen vertritt eigentlich der stadtschulrat, wenn er diese kundgebung verbietet?

Spucks
04
16.9.2011, 09:02

Es wurde keine Kundgebung verboten, sondern die Deklarierung einer Kundgebung als Lehrausgang. Und das ist auch gut so, denn ein Lehrausgang ist als Teil des Unterrichts verpflichtend, Kinder (bzw. Menschen allgemein) zum Protest gegen etwas zu verpflichten, lässt sich allerdings mit Demokratie nicht vereinbaren.
Sie hätten ja einfach eine Demo anmelden können.

Lomus Pia Vollkornbrot
00
16.9.2011, 09:56
stimmt

Hubert Ungeist
 
13
15.9.2011, 13:51
Den eigenen, den der Unterrichtsministerien

und da beide SPÖ sind auch der SPÖ

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