Wiener Glücksspielpolitik

Zum Glück gezwungen

Kommentar | Martina Stemmer, 14. September 2011, 18:17

Dabei ist der Verzicht auf ein eigenes Glücksspielgesetz für Spielautomaten unter Landeslizenz eine kleine Sensation

Kein neu gestalteter Beserlpark ist für Ulli Sima zu klein. Die Umweltstadträtin rückt stets höchstpersönlich aus, um sämtliche Projekte ihres Ressorts ausführlich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Geht es ums kleine Glücksspiel, das ebenfalls in ihre Zuständigkeit fällt, verzichtet Sima plötzlich aufs Rampenlicht - so wie alle anderen Rathaus-Roten. Da erklärt die Stadträtin der Austria Presse Agentur kurz und knapp, dass man eine Einigung erzielt habe, und damit hat sich's für die Genossen.

Dabei ist der Verzicht auf ein eigenes Glücksspielgesetz für Spielautomaten unter Landeslizenz eine kleine Sensation. Monatelang hatte die rote Basis die Parteispitze aufgefordert, endlich ein Verbot zu beschließen. Die konnte der Idee wenig abgewinnen - hütete sich aber, dies öffentlich zuzugeben. Und so eierten die Roten wochenlang herum, bis ihnen auch die Grünen mit dem Vorschlag, das bestehende Gesetz einfach auslaufen zu lassen, Druck machten. Aber anstatt stolz zu verkünden, dass man das Glücksspiel künftig zurückdrängen wolle, spricht die SP nun verschämt vom "kleinsten gemeinsamen Nenner" .

Was hinter dem Beharren auf den Spielautomaten steckte, bleibt ein Rätsel. Die Einnahmen allein können es nicht sein, denn die machen nur 0,2 Prozent des Budgets aus. Es geht offenbar auch um alte Gewohnheiten und gute Kontakte. Zum Glück waren der SP-Spitze die eigene Basis und der Koalitionspartner am Ende aber dann doch wichtiger.  (DER STANDARD; Printausgabe, 15.9.2011)

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Posting 1 bis 25 von 39
1 2
Michael Bakunin
01
15.9.2011, 10:20
super

jetzt müsste man nur noch das internet-glücksspiel in den griff bekommen.

G. B. Corner
01
15.9.2011, 12:58

:D

Lord Chaos
01
15.9.2011, 11:59

Damit wird man allerdings genausowenig Erfolg haben wie den Rest des Netzes unter Kontrolle zu bringen.

pelikan4001
51
15.9.2011, 09:37

ob so ein verbot einen sinn hat, bezweifle ich stark. hat ja schon während der prohibition in den usa nicht funktioniert.

Michael Bakunin
14
15.9.2011, 10:03

das private glückspiel ist aber schon sehr lange in österreich verboten. und trotzdem gibt es keine große szene illegaler glückspielkeller. es funktioniert also doch.

Jan Sommer
00
16.9.2011, 08:00
Ganz im Gegenteil, dort wo es verboten ist

wird noch viel mehr gespielt !

Michael Bakunin
00
16.9.2011, 09:36

wer sagt das?

pelikan4001
01
15.9.2011, 11:11

gerade die glücksspielgegner verweisen doch immer auf die große zahl illegaler automaten.

Michael Bakunin
11
15.9.2011, 11:16

aha, wo sollen sich diese denn befinden?

Michael Bakunin
10
16.9.2011, 09:35

wenn es öffentlich bekannt ist, wo illegale glücksspielautomaten stehen, kann man diese ja einfach beschlagnahmen.

G. B. Corner
01
16.9.2011, 14:59

Aus der "Tiroler Tageszeitung":

"Doch mit den Anzeigen beginnt für die Verwaltungsbehörden meist erst der wahre Hürdenlauf. Daran scheiterte bisher auch die Durchsetzung des Glücksspielmonopols in Hinblick auf die illegalen Glücksspielautomaten. Wie auch in anderen Bundesländern werde in Tirol durch die Glücksspielbetreiber versucht, Amtshandlungen und die daraus resultierenden Bescheide in allen Ebenen zu bekämpfen, heißt es vom Finanzministerium. "Trotz klarer Sachlage in einem Verbotsland wie Tirol gestalten sich die einzelnen Verfahren aufwändig, auf Grund verfahrensrechtlicher Verzögerungen oftmals langwierig und erfordern die ständige Mitwirkung der Abgabenbehörde als Amtspartei.“

wiesengarten
23
15.9.2011, 09:34
Ein großer Erfolg für die Wiener Grünen

Auch wenn das bloße Auslaufenlassen eines Gesetzes die Gefahr birgt, dass die Automatenaufsteller eine neue Idee haben werden das "kleine Glücksspiel" (=großes Unglücksspiel) weiter zu betreiben, so kann man doch sagen, dass sich die Grünen in der Koalition durchgesetzt haben. Ein Dank an die Grünen dafür, aber auch an die SP-Gruppen, die der eigenen Partei genug Druck gemacht haben das große Unglücksspiel in Zukunft zu verhindern.
Die Flipper waren besser, da konnte man auch süchtig werden, aber es brauchte Zeit und wenig Geld um sich drei Stunden zu betätigen. Gewinnen konnte man höchstens ein Freispiel. Das war für Zilk schon Glücksspiel, deshalb verdammte er die Flipper. Wenn er gewusst hätte, was dann passiert, ...

Viel Platz zwischen blau und grün!!
11
15.9.2011, 13:01
Wenn die Grünen ernsthaft dagegen sind,...

...warum unterstützen sie dann die Ausweitung der Zock-Buden in OÖ?
Die Grünen sind nur genauso populistisch wie die Blauen. Sie hecheln ihren Wählern nach. Und wo die Wähler nicht schauen, machen sie das Gegenteil.

Jan Sommer
00
16.9.2011, 08:02
Pilz & Co haben auch brav im Parlament fürs Glücksspielgesetz

und alle seine Änderungen, auch kürzlich erst wieder, abgestimmt.

In der Öffentlichkeit machen sie sich jetzt mit einer
"Verbotsforderung" wichtig !
js

MiNeum71
 
00
15.9.2011, 08:50

Ich fürchte, da wird sich die Glücksspielindustrie etwas Neues einfallen lassen, um wieder labile Menschen zu Spielsüchtigen zu erziehen und an deren Geld zu kommen.

faxmonkey
 
101
15.9.2011, 08:24
was

soll denn das ganze schon wieder. Kein Mensch wird gezwungen an solchen Automaten zu spielen, schon gar nicht seine Existenz zu verspielen.
Sollte es dennoch solche Exemplare geben, dann ist das deren Pech, ich kann ja nicht alles in der Gesellschaft danach ausrichten, was ein kleiner Prozentsatz an gestörten, debilen oder sonst wie eingeschränkten sich selbst damit antun.
Leute saufen, fressen, arbeiten sich zu Tode, verletzen sich im Haushalt, weil sie auf den Sessel steigen anstatt die Leiter zu holen, fahren beim Skifahren gegen den Baum, einen anderen um oder lösen eine Lawine aus, weil sie fahren wo es verboten ist.
Deswegen verbietet man es doch nicht gleich.

Michael Bakunin
10
15.9.2011, 10:05

das sind aber schlechte vergleiche. unfälle kann man doch nicht mit staatlich geförderten (un)glücksspiel vergleichen, das tausende familien jedes jahr ins verderben führt.
so ein schwachsinn!

Des Wahnsinns knuspriger Hosenträger
01
15.9.2011, 09:41
faxmonkey
 
01
15.9.2011, 09:46
klar

wenn man keine faktischen Argumente hat, dann muss man halt auf sowas ausweichen.
Ich habe schlicht und ergreifend noch kein Argument gehört das überzeugend darlegt, warum zum "Schutze" einer kleinen Minderheit eine generelle Einschränkung des Angebots für die Allgemeinheit und ein damit einhergehender Steuerverlust notwendig ist.
Nochmal keiner wird gezwungen so eine Halle zu betreten, sollte man ein Promlem mit dem Spielen haben, vertrauensvoll an den Psychologen wenden, heißt noch lange nicht das die Aktivität verboten werden muss, damit der Spielsüchtige geschützt wird.

Wortwoertlich
12
15.9.2011, 09:38
Krake Spielsalons

Die Glücksspielsalons haben sich krakenartig durch die Stadt gefressen und die Dichte des Angebots erhöht die Bereitschaft sein "Unglück" zu versuchen. Die ganze Sparte hat den Charme von Waffenhändlern und fördert nur die Korruption. Stummvoll hat es uns vorexerziert und bei der Wiener SPÖ wird's nicht anders sein.
Ein guter Tagesanfang....

faxmonkey
 
11
15.9.2011, 09:42
na

dann geh nicht rein. Ich war noch nie in so einer dämlichen Automatenhalle, aber ich sehe keinen Grund warum ich verbieten sollte, dass andere das tun, wenn es ihnen Spaß macht.
Dieses ständig oberlehrerhafte moralisierende bei den Linken finde ich fürchterlich. Wer es nicht mag soll es halt lassen und fertig.

Michael Bakunin
10
15.9.2011, 10:08
aha

und weil ja niemand dazu gezwungen wird, eine schusswaffe zu tragen, solle man es einfach generell erlauben?
und weil ja niemand gezwungen wird, heroin zu spritzen, sollte es für alle jugendlichen erlaubt sein?
und weil niemand gezwungen wird, seine kinder zu schlagen, sollte es erlaubt sein?
wenn es ihnen spaß macht...
eine schwache argumentationslinie...

faxmonkey
 
01
15.9.2011, 11:39
hm

kann gut sein, dass ein bisschen ein ungeordneter Intellekt, der Dinge die ausschließlich einen selbst betreffen wie zb privater Drogenkonsum, oder Glückspiel, oder von mir aus auch persönlichen Waffenbesitz mit Gewalt gegenüber 3ten gleichsetzt ein Problem hat der Argumentationslinie zu folgen.
Gegen so ausgeklügelte Argumente wie "privates Glückspiel = Kinder schlagen" bin ich, sage ich ehrlich hilflos.

Michael Bakunin
10
15.9.2011, 16:51

glücksspiel und harter drogenkonsum sind nicht unwesentlich mit gewaltanwendung gegen dritte verantwortlich.

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