Kopf

ÖVP will U-Ausschuss auf halbes Jahr begrenzen

Interview | 14. September 2011, 19:11
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    foto: der standard/cremer

    "Alle Menschen gleichzumachen ist weder wünschens- noch erstrebenswert."

VP-Klubchef Kopf über die hohen Leistungen und die massive Umverteilung im Land, das Versagen der Wiener und die Dämonisierung von Schwarz-Blau

Standard: Die ÖVP-Klausur in Saalfelden steht unter dem Titel "Leistung" in Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft. Frei nach Walter Meischberger gefragt: Wo woar die Leistung der ÖVP in letzter Zeit?

Kopf: Sie bestand darin, Österreich mit wirtschafts- wie finanzpolitischer Kompetenz besser durch die Krise zu bringen, als dies anderen Ländern gelungen ist. Derzeit befinden wir uns aber in einem Abwehrkampf, weil der Koalitionspartner unsinnige neue Steuerbelastungen verlangt, statt mit ernsthaftem Sparen zu beginnen.

Standard: Wäre es nicht hoch an der Zeit, dem SPÖ-Vorschlag für eine Vermögenssteuer eigene Konzepte entgegenzusetzen?

Kopf: Genau das tun wir. Denken Sie an die dringend notwendige Schuldenbremse oder an das Studienbeitragsmodell, dem die SPÖ nichts entgegenzusetzen hat. Es gibt keinen vernünftigen Grund, dieser klassenkämpferischen und der Neidgesellschaft geschuldeten Forderung nach einer Vermögenssteuer nachzugeben. In Österreich ist der Wohlstand sehr breit verteilt. Das Land hat keine Problem mit der sozialen Balance - weil viele Menschen bereit sind, hohe Leistungen zu erbringen.

Standard: Im Gegensatz zu Deutschland, wo gestandene Konservative angesichts der großen Pleite nachdenken, ob die Linke mit ihren Umverteilungsideen nicht doch recht hat, kündigen Sie einen Vortrag bei der Klausur an, der das Ergebnis dieses Denkprozesses vorwegnimmt: "Die Linke hat nicht recht." Aber wo bleibt Ihr Ansatz für eine gerechtere Gesellschaft?

Kopf: Jedenfalls lautet der nicht, Häuslbauer und Grundbesitzer zu enteignen. Diese Substanz zu besteuern kommt einem Diebstahl sehr nahe. Faktum ist, dass Österreich zu jenen Staaten mit der niedrigsten Spreizung zwischen den niedrigen und den höchsten Einkommen gehört.

Standard: Trotzdem sprechen Armutsexperten wie Caritas-Präsident Franz Küberl von "sozialer Schieflage".

Kopf: Österreich ist kein Land, in dem soziale Kälte herrscht. Wir haben eine Sozialquote von 30 Prozent, das bedeutet massive Umverteilung. Aber alle Menschen gleichzumachen ist weder wünsches- noch erstrebenswert. Das wäre Kommunismus.

Standard: Angesichts des Abgangs von Christine Marek als Wiener ÖVP-Chefin, die eine zerstrittene Stadtpartei mit 14 Prozent hinterlässt: Ist die ÖVP für urbane Leistungsträger mit liberaler Einstellung allzu unattraktiv geworden?

Kopf: Wien ist ohne Zweifel ein Problem. Der ÖVP ist es zu wenig gelungen, diese Stadt aus der Umklammerung der SPÖ zu befreien. Auch die entsprechende Strahlkraft von Personen hat gefehlt.

Standard: Marek wurde von der Bundespartei ein Law- and Order-Kurs übergestülpt.

Kopf: Es ist der Stadtpartei weder gelungen, den Wählern den in alle Bereiche hineinreichenden Filz der Wiener SPÖ klarzumachen, noch ein moderat-liberales bürgerliches Gegenkonzept anzubieten. Dafür braucht es nun harte Knochenarbeit - und Präsenz wie Unterstützung aus dem Bund.

Standard: Apropos Filz: Die ÖVP will nun auch einen U-Ausschuss zur Telekom. Ihre Vorstellungen, welche Causen zu beleuchten sind?

Kopf: Faktum ist, dass der U-Ausschuss, der noch vor Weihnachten beschlossen und im ersten Quartal 2012 seine Arbeit aufnehmen sollte, auf konkrete Vorwürfe eingegrenzt gehört. Wie etwa jene gegen Ex-Vizekanzler Hubert Gorbach - ebenso sind alle Fragen, die Beraterhonorare für Walter Meischberger, Peter Hochegger, Alfons Mensdorff-Pouilly oder Kurt Gartlehner betreffen, aufklärungsbedürftig.

Standard: Was ist mit der milliardenteuren Blaulichtfunk-Affäre, in die Ex-Innenminister Ernst Strasser verwickelt gewesen sein soll?

Kopf: Das hat der Rechnungshof schon einmal geprüft - und auch Innenministerin Johanna Mikl-Leitner nimmt sich dessen noch einmal an. Es macht daher kaum Sinn, das im U-Ausschuss erneut aufzurollen.

Standard: Wie lange soll der U-Ausschuss arbeiten?

Kopf: Freilich gibt es im Parlament ein paar Abgeordnete, die sich gern als Ersatzstaatsanwälte aufspielen. Aber aus meiner Erfahrung wäre alles, was über ein halbes Jahr hinausgeht, nicht zielführend - weil die Qualität der Arbeit und das öffentliche Interesse stark abnehmen.

Standard: Die neuen Antikorruptionsbestimmungen sollten wohl aber schon früh in Kraft treten?

Kopf: Bis Weihnachten gilt es nun auch eine Reihe von Gesetzen zur Abschreckung von Korruption zu beschließen: Das Lobbyingverbot, das Provisionsverbot, die Offenlegung von Parteispenden, die Transparenz bei Inseraten- und Auftragsvergaben an Unternehmen in Parteinähe.

Standard: Ab welcher Höhe sollen Parteispenden künftig nicht nur beim Rechnungshof offengelegt werden? In Deutschland etwa gilt: alles ab 5000 Euro.

Kopf: In den Verhandlungen stehen wir derzeit bei einer Offenlegung ab 7000 Euro.

Standard: Buwog, Eurofighter, Telekom: Dennoch will die ÖVP eine Neuauflage von Schwarz-Blau nicht ausschließen. Warum haben Sie eigentlich noch immer nicht genug von den Freiheitlichen?

Kopf: Es ist völlig unzulässig, die Bewertung der Tätigkeit und Erfolge der Regierung von Wolfgang Schüssel in einen Topf zu werfen mit den einzelnen Fehlleistungen blauer oder oranger Mitglieder. In Wahrheit ist die linke Jagdgesellschaft ja bis heute zutiefst getroffen, weil es einmal eine Regierung ohne ihre Beteiligung geben hat. Es spricht jedoch für sich, dass ihr die Dämonisierung von Schwarz-Blau wichtiger zu sein scheint, als die schuldigen Personen in der Telekom-Affäre zu ermitteln. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD; Printausgabe, 15.9.2011)

KARLHEINZ KOPF (54) sitzt seit 1994 als Abgeordneter im Nationalrat. Seit November 2008 ist der Vorarlberger Klubobmann der ÖVP - und fungiert auch als Mediensprecher seiner Partei.

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Resteverwerter
00
19.9.2011, 15:07
Korruptionspartei

Für die Korruptionspartei (und Partei der Wahlbetrüger und Kinderabschieber) ÖVP ist es natürlich wichtiger, den Wahlkampf nicht zu beeinträchtigen als eine ordentliche Aufklärung mutmasslicher Korruption durch einen parlamentarischen U-Ausschuss zu ermöglichen.

urfranz
00
17.9.2011, 19:46
Witzekanzler ?

Ehrlichkeit ? Wer in der ÖVP ist das, die Agrar-
Lobby, die IV, der Bünde, die Beamten, die Lehrer, die Offiziere, die Banken. Alles Pfründer. Die Unehrlichkeit hat sich im System festgesetzt und ist mindest bis zu den Bürgermeistern evident. Das zu ändern würde eine Transplantation erfordern. Ob es so viele Gehirnchirurgen gibt?

Lego12
00
16.9.2011, 13:29
jobwechsel f kopf

das kabarett simple freut sich sicher über zugang, oder meint der kopf das ernst was er da absondert?

billigste propaganda, alte phrasen von häuselbauern & roten kommunisten und das beste an seinem "kabarettprogram" is der u-ausschuss &die blau/orangen böslinge die die ära schüssel in den dreck ziehn, selten so gelacht....

der elch mit dem kelch
00
16.9.2011, 09:35
Der Karl-Heinz ist lustig

Moniert die hohe Umverteilung und so. Wer hat denn seit Ewigkeiten das Finanzministerium inne? Wessen Kundschaft profitiert denn besonders von der Umverteilung?

Und warum soll der Untersuchungsausschuss nicht überhaupt nur einen Tag dauern, ohne Unterlagen etc.

Ich weiss schon lieber Karl-Heinz man muss halt hie und da was sagen, aber man kann ja vorher überlegen was man sagt - jeder nach seiner Fasson.

Ravenhorst
02
15.9.2011, 23:51
Begrenzen wir die Existenz der ÖVP mit 2013

Unmöglich? nein, bei Gott nicht!! wir brauchen die Korrupte Partei einfach nicht mehr wählen, dann verschwindet sie von selbst im Lokus der Geschichte.

Don Quixote1
03
15.9.2011, 18:54
Mein Gott, es ist so offensichtlich!

Ist es nicht ur peinlich?

B.Quemer
00
16.9.2011, 07:58
Es ist...

zu Kotzen....

Cleaner
01
15.9.2011, 18:34
Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken !!!

Hunderte Korruptionsfälle, doch Politiker von ÖVP und FPÖ laufen noch immer frei herum
Pflege-Skandal, WBO-Skandal, Visa-Skandal, Scheuch-Skandal, Tierschützerprozess-Skandal, Königshofer-Skandal, Pisa-Skandal, Homepage-Skandal, Assmann-Skandal, Kleider Bauer-Skandal, KraulandBank-Skandal, Milchfond-Skandal, Pyhrnautobahn-Skandal, Herberstein-Skandal, Spielberg-Skandal, ESTAG-Skandal, Hypo-Alpe-Adria-Skandal, Upgrade-Skandal, Meischberger-Skandal, Rosenstingl-Skandal, WEB-Skandal, Hochegger-Skandal, Humanic-Skandal, Schimanek-Skandal, Buwog-Skandal, Parmalat-Skandal, Bodenseeschiffahrt-Skandal, Rumpold-Skandal, Gaugg-Skandal, Strasser-Skandal, Telekom-Skandal, KTM-Skandal, Behördenfunk-Skandal, Mensdorff-Skandal, Sky Link Skandal....

Resilienzfaktor
00
15.9.2011, 18:22
@Kopf und seinesgleichen:

Alle Menschen sind gleich

viel wert!

Finn McCool
01
15.9.2011, 18:19
Lieber Karl-Heinz! Sie sind für diese abscheuliche Jagdgesellschaft

zu klug, zu sympathisch, mit einem zu gewinnenden Wesen, zu gebildet, zu rational, zu emotional gefestigt. Das darf nicht sein, dagegen muss man etwas tun.

Resilienzfaktor
01
15.9.2011, 18:04

Mir geht dieses unsäglich blöde "Jagdgesellschaft"-Gejeiere schon so auf die Nerven. Woher kommt diese Redewendung überhaupt im Polit-Sprech eigentlich?

Abgesehen davon würd man meinen, grad die VP sollte in Bezug auf Jagdgesellschaften lieber den Mund halten.

Lectrice
01
16.9.2011, 00:20

link = linke Sache, fies usw. sein

Jagd - na ja wurde von der Telekom offenbar öfter im Bgld. finanziert

linke Jagdgesellschaft - ein gewisser ÖVP-Kreis der zur Jagd eingeladen wird und link ist.

Ich schätze mal, dass diese ÖVP-Eigenkreation so zu deuten ist.

Resilienzfaktor
02
15.9.2011, 18:01

Die ÖVP als treibende Kraft für Gerechtigkeit und Innovation, die SPÖ als linkslinke bolschewistische Gefahr und die österreichische Gesellschaft als ultimativer Hort des Wahren, Reinen und Guten.

Schlichtweg absurd, was der Mensch absondert.

Und erst recht verlogen, aber umso entlarvender: Die Forderung nach einem zeitlich stark begrenzten U-Ausschuss. Das zeigt nur wiedermal die Arroganz, mit der die ÖVP der Bevölkerung und sowieso allem und jedem entgegentritt. So nach dem Motto: "Den Trottln liefern wir a paar Monat ihr Theater, lassen die Gschicht dann langsam versanden - und 2013 hams des eh scho längst vergessen."

Durga Mata
01
15.9.2011, 17:21
Herr Kopf, sie sollten echt eine Namensänderung

in Erwägung ziehen. Mein Vorschlag: Eierkopf.
Da wüsste man einfach sofort, woran man ist.

Resilienzfaktor
01
15.9.2011, 18:05

eher "Dumm-"

Cleaner
02
15.9.2011, 17:17
Kopfs Ausbildung !!!

Generalsekretär des Österreichischen Wirtschaftsbundes 2000–2008

Bildungsweg:

Volksschule Altach 1963–1967
Privatgymnasium Mehrerau 1967–1972
Handelsschule Bregenz 1972–1975
Präsenzdienst 1975–1976

onlooker
01
15.9.2011, 17:16
ach ja wien muss sich aus der umklammerung der spö

befreien, die wiener wählen die spö, weil sie aus dem mief der övp befreit wurden, sonst würden die wiener noch immer in ihren pawlatschen in kleinen hinterhöfen wohnen, dafür haben aber die wiener eine sehr schöne lebendige stadt, und weltstädte haben sich unser damaliges wohnkonzept abgeschaut, bleibens lieber in vorarlberg, österreich ist ihnen einige hutnummer zu gross

Farin
01
15.9.2011, 17:01

'[..] alles, was über ein halbes Jahr hinausgeht, nicht zielführend - weil die Qualität der Arbeit und das öffentliche Interesse stark abnehmen.'

Genau. Wenn ich ein Projekt in der Firma über ein halbes Jahr bearbeite, sinkt die Qualität meiner Arbeit beträchtlich. Was gsd egal ist, nachdem es nach über einem halben Jahr eh kaum noch jemanden interessiert.

panther5.0
03
15.9.2011, 17:00
wenn ich das so lese,

dann kommt wir wirklich der verdacht, dem herrn kopf fehlt das köpfchen, den blick einmal aus der geschlossenen parallelwelt hinaus zu wagen.

wie wäre es, analog zum dolm der woche im "falter" oder der zitrone in "diestandard" einen wöchentlichen preis zu vergeben für die beste aktion "wähler von den urnen vertreiben", bennenungsvorschläge "die kopfschüssel" oder "der karlheinz" der woche.

Farin
00
15.9.2011, 17:13

Wenn das so weiter geht, werden die Wähler nicht von der Urne vertrieben sondern gründen eine eigene, wirkliche Partei fürs Volk.

panther5.0
00
15.9.2011, 17:26
ich bin dabei!

Farin
00
16.9.2011, 12:32

Passt, gemmas an :D

Chris.S
02
15.9.2011, 16:46
"linke Jagdgesellschaft"

Man ersetze "linke" durch "linkslinke" und schon haben wir Strachesprech...

onlooker
06
15.9.2011, 16:30
dieser kopf dürfte sich auf wolke 9 befinden, die övp hat doch jede beziehung zur realität verloren.

Zwonko die Ratte
05
15.9.2011, 16:25
In Wahrheit ist die linke Jagdgesellschaft ja bis heute zutiefst getroffen, weil es einmal eine Regierung ohne ihre Beteiligung geben hat.

jaja, die pöse linke jagdgesellschaft - fühlt sich der arme herr kopf verfolgt? am besten du gehst zum ernstl und lasst dich trösten!

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