Zwischen Anspruch und Wirklichkeit

14. September 2011, 19:12
  • Artikelbild
    vergrößern 754x324
    foto: apa/hochmuth, grafik: der standard

    Parteichef Michael Spindelegger und Klubchef Karlheinz Kopf im Angesicht der Krise: Nach dem Obmannwechsel auf Bundesebene brennt es jetzt in Wien.

Die zahlreichen Telekom-Affären und die Auflösungserscheinungen in der Wiener ÖVP stellen alles andere in den Schatten - Parteichef Spindelegger setzt dennoch unverdrossen auf "Leistung"

Für die ÖVP ist klar: Das ist ein FPÖ-Skandal. Die Öffentlichkeit nimmt die zahlreichen Telekom-Affären allerdings anders wahr und bringt sie in erster Linie mit der ÖVP in Zusammenhang. Das schwarze Krisenmanagement hat nicht gut funktioniert: Michael Spindelegger, der als Parteichef ohnedies noch nicht ganz Tritt gefasst und nach dem Sommer von der Forschheit, mit der Kanzler Werner Faymann die Themen Wehrpflicht-Abschaffung und Vermögenssteuer zur Diskussion gestellt hatte, am falschen Fuß erwischt wurde, ließ sich in die Defensive drängen.

Den Rat vieler Fachleute nahm die ÖVP-Spitze erst mit Verspätung zur Kenntnis: Raus aus der Defensive, angreifen, Tempo machen, sich selbst für Aufklärung einsetzen. So preschen jetzt ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf und Parteichef Spindelegger vor: Sie treten dafür ein, dass heuer noch ein U-Ausschuss zum Telekom-Skandal zustande kommt, mit zahlreichen Gesetzesinitiativen soll Korruption bekämpft und für Transparenz gesorgt werden. Parteispenden sollen offengelegt, Provisionen etwa bei Privatisierungen abgeschafft werden. Die ÖVP will - auch in der Not - Themen setzen.

Die aktuellen Ereignisse haben allerdings dazu geführt, dass die ÖVP ihren eigenen Themen hinterherhinkt. Für Energie und Familie gibt es derzeit kaum Aufmerksamkeit. Abhilfe soll die Klubklausur ab Donnerstag in Saalfelden schaffen: "Leistung - unsere Verantwortung" lautet das Motto. Wenn die SPÖ für Gerechtigkeit steht, nimmt die Volkspartei für sich den Leistungsgedanken in Anspruch. Das Leistungsthema soll in drei Arbeitskreisen durchdiskutiert werden.

Mit der Themensetzung ist es aber so eine Sache: Es kommt immer auf den richtigen Zeitpunkt an. Daran hält sich die Wiener Volkspartei nicht. Dort wird der Leistungsgedanke gerade unter umgekehrten Vorzeichen durchexerziert.

Was der ÖVP (wie auch den anderen Parteien) nicht entgegenkommt: Noch nie habe sich die Bevölkerung so wenig für Politik interessiert, heißt es in einem aktuellen Imas-Report. Nur noch fünf Prozent der Österreicher interessieren sich "sehr stark" für das innenpolitische Geschehen, 21 Prozent sind "ziemlich stark" daran interessiert. Diesen stehen drei Viertel der Bevölkerung gegenüber, die das politische Geschehen kaltlässt. (Michael Völker, DER STANDARD; Printausgabe, 15.9.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2
legal eagle
 
00
16.9.2011, 21:12
wos is denn eigendlich die leistung der övp?

leuten mit niedrigem einkommen und/oder ohne ererbtes vermögen das leben noch schwerer machen. klienten bedienen. reformen verweigern. werte predigen. sich selbst zur elite ernennen. freinderln bedienen. schmiergelder verschleiern.

reicht das ? ich find: nein.

Tino70
00
16.9.2011, 17:26

Der Autor träumt nur mehr von seinem Feindbild, mein Mitleid hält sich aber in Grenzen.

El Coyote
00
16.9.2011, 14:17
Die beste

tunichgut
00
16.9.2011, 07:36
was vor wenigen jahren undenkbar erschien ...

gegen den Karlheinz Kopf war der Andreas Kohl ein echter sympathieträger - und das will wirklich was heissen !

Cleaner
12
15.9.2011, 21:21
Die ÖVP zerstört gerade diese Republik !

Wehret den Anfängen !!!

Mostbluzza
00
16.9.2011, 15:00
keine sorge, jetzt nimma

aber das land wird schön auseinander dividiert, da arbeiten unterschwellig beide parteien dran.

die övp ist fertig für länger, der abstieg der sozialisten ist aber auch nicht aufzuhalten. fast traurig, wenn man sieht wer dann aber profitiert (grün-blau). da fliegen die hackeln dann nu tiefer.

je früher sich die övp neu erfindet umso besser. aber das wird ewig dauern. leider.

Cleaner
01
15.9.2011, 21:09
Wirklichkeit: ÖVP = MAFIA

Phoenixx
 
00
15.9.2011, 21:03
Wo ist der Unterschied?

das muß mir mal einer erklären.

Sobald eine Partei (oder deren Funktionär) etwas zu sagen hat wird "Kohle" abgezogen.

- und die Gesetze sind so das das auch noch funktioniert.

Und da wollen die auch noch die Kleinen für den "Pfusch" bestrafen??

Schaut das ihr Meter gewinnt.

Neues Österreich
02
15.9.2011, 16:01
Aus der Nummer kommt ihr nicht mehr heraus!

Das ist eine ÖVP Geschichte und zwar eine ganz traurige. Eine

"Alles supersauber Alles Schwarzblau Schüssel"

Geschichte.
Diese Last wir die ÖVP noch in 50 Jahren zu tragen haben und das völlig zurecht!

s füdla voll arbat
00
15.9.2011, 14:57

DIE gehen auf Klausur?? Das ich nicht lache; zwei schöne Tage irgendwo in A machen die sich.

s füdla voll arbat
00
15.9.2011, 14:57

DIE gehen auf Klausur?? Das ich nicht lache; zwei schöne Tage irgendwo in A machen die sich.

Bekka
 
00
15.9.2011, 10:36
immer das Gleiche

Die ÖVP schreit nach "LEISTUNG"
Die FPÖ fordert mehr "ANSTAND"

Erinnert mich an die alte DDR - dort stand auf den Häusern immer "FÜR FRIEDEN UND FORTSCHRITT"

codo
16
15.9.2011, 10:07
ganz klar bringt man diese skandale mit der övp in zusammenhang, weil die övp u. ihre justizminister seit jahren eine aufklärung aktiv behindern u. eine bestrafung all jener korruptionisten an der övp-vertuschungs- u. verhinderungspolitik scheitert!!

Lupo71
09
15.9.2011, 09:09
Die Wahl.

Also wenn ich die Wahl habe. Nämlich, zwischen wie verrückt im Hamsterradl zu rennen, dass es sich für mich und meine Familie ausgeht, also "Leisten" mit geringem Subventionsempfang (Kinderbeihilfe), den ich mir, weil im Spitzensteuersatz, schon selbst verdient habe und Gerechtigkeit, dann nehme ich liebe ÖVP, die Gerechtigkeit. Vielleicht sehe ich das anders wenn ich kokett als Graf herumrenne, 10.000.- net. pro Monat zur Verfügung habe und jedem der es hören will oder nicht, sage das ich ja nur ein kleiner Bauer bin. Dann würden mir die "roten Gfriesa" mit Ihrer Gerechtigkeitsdebatte auch auf die Nerven gehen.
Also bin ich für Gerechtigkeit, weil leisten Du ich eh schon. Das kann man von Euch nicht behaupten. Ihr leistet euch nur was.
lg

Orastro
00
15.9.2011, 08:57

Das größte Problem der ÖVP sind ihre Protagonisten.

Erwin Pröll, Fritz Neugebauer, Josef Pühringer und Co. - in dieser bestimmt eine Dinosaurier-Riege, wo es lang geht.

Dass die keine Lösungen für die Zukunft bereit halten, darüber braucht man sich nicht zu wundern.

didi111
04
15.9.2011, 07:23
Man sollte die ÖVP hinkünfig nach ihrer Grösse beurteilen..

Die ÖVP tut immer noch so, als sei sie eine Grosspartei.

Dabei muss sie erkennen, daß sie nur noch ein Kleinpartei ist.

In Österreich bundesweit stehen sie nur noch bei
20 % (das heisst, daß sie nur noch JEDER FÜNFTE wählt),

im urbanen Bereich (Wien) steht sie bei 13 % (das heisst, daß sie nur noch jeder ACHTE wählt).

Sie scheint nur noch in der Landbevölkerung eine bestimmte Bedeutung zu haben (dem NÖN-Klientel).

Dort, wo aufgeklärtes Denken und auch eine Bildungsinfrastruktur vorhanden ist, sie weg vom Fenster.

Die Skandale werden die ÖVP sicher noch unter die 20 %-Marke drücken.

s füdla voll arbat
00
15.9.2011, 15:00

Unterdie 10% hoffentlich!! Ich weiß, Wunschdenken. Aber man wird ja noch träumen dürfen.

codo
01
15.9.2011, 10:30
bitte auch noch die wahlbeteiligung berücksichtigen ..

dann sind sie in wien bei einem wähleranteil von wahrsch. 6 oder 7 % aller wahlberechtigten ;-)

aber auch das ist noch zu viel, denn eine partei, deren einzige daseinberechtigung nur mehr der schutz von korrupten verbrechern ist, hat den anspruch auf gewählt-werden verloren u. müsste als kriminelle vereinigung verboten werden!!

kopfsalat
00
15.9.2011, 13:14
und die spoe bei stolzen 15

wie man sieht, sind Parteien immer weniger legitimiert, also weg damit!

George Burma
00
15.9.2011, 08:05

Steht zwar nicht implizit drinnen aber irgendwie verleitet diese Analyse dazu Wien als Ort des aufgeklaerten Denkens mit Bildungsinfrastruktur zu bezeichnen, weil die OeVP weg vom Fenster ist. Allerdings tendieren die Denker anscheinend dann doch auch wieder zur FPOe.

Andere Frage: Was waehlt der aufgeklaerte, gebildete Denker heutzutage? Zufaellig das was Sie waehlen?

GedankenLos
00
15.9.2011, 08:54
Steht zwar nicht explizit drinnen ...

... aber irgendwie legt dieser Beitrag den Schluss nahe dass es sich eher um keinen Begünstigten von Bildungsinfrastruktur und aufgeklärten Denken handelt.

"Dort, wo aufgeklärtes Denken und auch eine Bildungsinfrastruktur vorhanden ist, sie weg vom Fenster."

Auch verstehe ich nicht so ganz was der urbane Freidenker uns mit der Spitze gegen die Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) sagen will.

Wird aber wohl daran liegen dass ich als Niederösterreicher einfach nicht verstehe was der gebildete Städter sagen will.

Post-vom-Poster
 
01
15.9.2011, 06:41
Die ÖVP will - auch in der Not - Themen setzen.

jaja,
jetzt in der Not heuchelt der Saulus, dass er zum Paulus würde ...

Wählt endlich die

Österreichische
Verhaberungs
Partei

gründlich ab !!!!!!!!!!!!

Frodo Der Hobbit
02
15.9.2011, 06:26
die ÖVP tut ja alles, um ihre moralische integrität zu beweisen

und erst in den letzten jahren ist die botschaft endlich so richtig angekommen.

mein name ist hase, beweist mir was.

jössas
013
15.9.2011, 06:02
was will die övp mit diesem "leistungs"- begriff noch?

wir wissen doch alle, was die övp unter leistung versteht, nämlich abkassieren für's nichtstun.

die wahren leistungsträger - jene, die tagtäglich arbeiten gehen, von der billa-verkäuferin bis zum bankangestellten, vom hilfsarbeiter bis zum abteilungsleiter - werden von der övp nicht als leistungsträger anerkannt.

leistungsträger im sinne der övp lassen ihr geld arbeiten und bereichern sich an der allgemeinheit, verlottern die sitten im lande und sind verbrecher.
mensdorff, grasser, strasser, meinl und die ganzen kofferträger und trauzeugen, neffen und onkeln....

mich wundert ja nur, dass die övp diesen leistungsbegriff noch weiter breittreten will - gerade in diesen skandalzeiten, wo ohne leistung kassiert wurde...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 34
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.