Eine Gruppe von "Massivhausbauern" rund um Wienerberger stellt ein Modell-Ziegelhaus ins nördliche Niederösterreich
Wien - Mit einem beispielhaften Ziegelhaus im nördlichen Niederösterreich will eine Gruppe von "Massivhausbauern" Häuslbauer davon überzeugen, dass es möglich ist, selbst unter schwierigen Bedingungen ein energetisch optimiertes "leistbares" Haus zu errichten. Das "e4 Ziegelhaus 2020", das am Mittwoch in Wien vorgestellt wurde, soll im Sommer 2012 bezugsfertig sein. Der Anspruch: Das Einfamilienhaus soll trotz moderater Errichtungskosten "im Mittelfeld" drei bis vier Mal energieeffizienter sein als vergleichbare konventionelle Häuser. Dazu soll das Haus CO2-neutral sein und mehr Energie liefern als es konsumiert.
"Wir haben den Standort gewählt, weil es uns wichtig war zu beweisen, dass ein solches Haus nicht nur in Gegenden wie der Südsteiermark oder dem Südburgenland funktioniert", sagte Wienerberger-Manager Christian Weinhapl. Zwettl gilt als ein Kältepol im Winter, die Sonneneinstrahlung im Waldviertel ist vergleichsweise gering.
Solarthermie, Photovoltaik, Holzkessel
Das rund 277 Quadratmeter große Haus (beheizbare Nutzfläche) soll mit einem Energiebedarf von nur 20.000 Kilowattstunden pro Jahr auskommen (Raumwärme, Warmwasser, Strom). Basis ist dabei ein mit Steinwolle gefüllter neuer Wienerberger-Ziegel, dessen Dämmwerte eine eigene Isolierschicht unnötig machen. Wärme und Strom werden durch Solarthermie und Photovoltaik sowie durch einen mit Holz beheizten Kessel geliefert. Herzstück der Anlage ist ein knapp 10.000 Liter umfassender Warmwasserkessel.
Der finanzielle Aufwand wird mit etwa 1.700 Euro pro Quadratmeter Errichtungskosten beziffert. Errichtet wird das Haus von der Waldviertler Baufirma Schiller, überwacht wird das Projekt vom Austrian Institute of Technology (AIT). (APA)