Die App entpuppt sich auf der New York Fashion Week als Lieblingstool für Blogger und Redakteure
Instagram zählt zu den Shooting Stars unter den iPhone Apps. Das sechsköpfige Entwickler-Team aus San Francisco hat die Foto-App erst im Oktober 2010 veröffentlicht und zählt bereits neun Millionen Nutzer. Mit der App können User verschiedene Filter über ihre iPhone-Fotos legen, um sie wie Aufnahmen einer alten Lomo- oder Polaroid-Kamera wirken zu lassen. Auf der New York Fashion Week entpuppte sich die App als Lieblingstool von Mode-Redakteuren und Bloggern.
Foto-Feeds à la Twitter
Das Wall Street Journal (WSJ) hat auch einige prominente Instagram-Nutzer wie Designer wie Oscar de La Renta oder Mode-Bloggerin Leandra Medine aufgespürt, die von der Modewoche vom Nadelkissen bis zum Laufsteg alles auf Instagram festhalten. Fotos können aus der App heraus direkt auf Twitter, Facebook oder Tumblr hochgeladen werden. Gleichzeitig besitzt jeder Nutzer ein eigenes Instagram-Profil mit Foto-Feed, bei dem Fotos ähnlich wie die Kurznachrichten auf Twitter veröffentlicht werden. Um anderen Usern folgen zu können, muss man jedoch selbst Instagram nutzen.
Ankleideraum für Fotos
Die App kann kostenlos im App Store heruntergeladen werden und steht vorerst nur für das iPhone zur Verfügung. Wie bereits früher angekündigt arbeiten die Entwickler jedoch an einer Android-Version. Aktuell bietet Instagram 15 Filter mit teils eigenwilligen Namen wie "X-Pro II", "Earlybird" oder "Hefe". Die Filter lassen sich auch nachträglich auf bereits aufgenommene Fotos anwenden, sodass man alle Filter ganz wie die neuesten Schuh-Trends zuerst durchprobieren kann, bevor man sich für einen entscheidet.
Fotografen skeptisch
Profi-Fotografen sind mit dem Trend jedoch nicht glücklich. Mode-Fotograf Ben Ritter beklagt gegenüber dem WSJ etwa, dass die Effekte damit mehr in den Vordergrund treten würden als das eigentliche Motiv. Es interessiere ihn nicht, was jemand gerade isst, auch wenn es am Foto hübsch aussieht. Fotografin Valerie Figueroa kritisiert, dass Instagram die Kunst billig mache. User aber auch einige Fotografen schätzen jedoch die Unmittelbarkeit der Fotos, die an jene der analogen Polaroid-Kameras angelehnt ist.
Bald neue Filter
Laut CEO Kevin Systrom ist sein Unternehmen nicht profitabel, die App ist kostenlos und kommt auch ohne Werbeanzeigen. Allerdings fragen immer öfter Unternehmen an, ob Instagram Spezial-Filter für sie entwickeln kann. User könnten damit den bestimmten Look und Stil einer Marke oder eines Designers in ihren Fotos nachahmen. Laut dem CEO habe man derzeit zwar andere Prioritäten, Systrom kündigte allerdings erst vor kurzem an, dass demnächst ein großes Update mit neuen Filtern folgen soll. (red)