Vertreter der Sektion 8 über das Aus für das Landesgesetz zum kleinen Glücksspiel: "Ein Lebenszeichen der Demokratie in der Wiener SPÖ"
"Nein, das ist nicht mein Erfolg, sondern der Erfolg der Glücksspielgegner an der Basis", gibt sich Niki Kowall von der roten Querdenker-Organisation "Sektion 8" im Gespräch mit derStandard.at bescheiden. Die Entscheidung, nun doch kein Landesgesetz für Wien zu machen, sei "ein Lebenszeichen der Demokratie in der Wiener SPÖ". Kowall: "Es zahlt sich aus, sich politisch zu engagieren. Es ist doch nicht alles wurscht." Die "Sektion 8" nehme zwar für sich in Anspruch, die Sache initiiert zu haben, letztendlich hätte sich aber die Mehrheit der Delegierten der SPÖ Wien mit ihrem Beschluss am 28. Mai gegen das kleine Glücksspiel durchgesetzt.
Rückblick: Kowalls Rede gegen das kleine Glücksspiel am Parteitag der Wiener SPÖ
Durch die jetzige Lösung, die für Kowall die einzig mögliche gewesen ist, werde das Massenphänomen, dass "arme Schweine wie Arbeitslose und Hackler ihr Geld in dubiosen Zwei-Zimmer-Buden verpulvern", beseitigt. Dass die Grünen zuletzt zum Verbot des Kleinen Glücksspiels wieder glasklar Position bezogen haben, sei auch ein wichtiger Wendepunkt in der Sache gewesen, so Kowall, wenngleich er andeutet, dass er sich von den Grünen schon früher mehr Druck erwartet hätte.
Einsatz und Spieldauer soll mit spezieller Karte aufgezeichnet werden, auch eine Sperrung der Spieler ist möglich - Branchenkenner halten Lösung für naiv
Erstmals gehen die Koalitionspartner in Wien auf Konfrontation: Die Grünen wollen, so wie die SP-Basis, das Landesgesetz für das kleine Glücksspiel auslaufen lassen und bringen damit die rote Regierungsriege in Rage
Sozialistische Jugend bringt beim steirischen Landesparteitag Antrag auf Abschaffung des kleinen Glücksspiels ein - Unterstützug von Abgeordneten Lercher
Zu einer kleine Revolution kam es am Parteitag der Wiener SPÖ - Entgegen der kolportierten Parteilinie stimmten die Delegierten für ein Verbot des kleinen Glücksspiels
..ein Misserfolg auch.
Bloß wills bei zweiterem keiner gewesen sein.
Pfeif auf den Erfolg/Misserfolg, mich freuts im konkreten Fall, weils beim Spiel nur einen Gewinner gibt, aber viele Verlierer.
persönlich find ich die sache sehr gut, weil ich diese drecks spielbuden nicht mag.
aber man muss auch die andere seite der medaille sehen. es ist schon wieder ein schritt in richtung bevormundung. auch arbeitslose und hackler sind mündige bürger und sollten eigentlich frei entscheiden können was sie mit ihrem geld machen.
ich kann ihnen aber jetzt erzählen, dass ich ein Ehepaar kenne, er arbeitslos - sie Karenz, und sobald Arbeitslosengeld bzw Karenzgeld da ist,, wird es in eine große Automatenhalle in den 2ten Bezirk getragen....bis es weg ist. Miete 5 Monate rückstand, um den 10en des Monats kommen dann die Anrufe, ob ich nicht 20,- herborgen kann, damit sie für das Kind etwas Milch und Essen kaufen können.
Zur Info: beide sind mündige Bürger und entscheiden frei, was sie mit ihrem Geld machen.....
Freiheit ohne gewisse Regulierung ist letztendlich keine Freiheit mehr sondern Chaos und Anarchie. Der Diskussionspunkt ist natürlich wo man die Regulierung ansetzt... in diesem Fall halte ich selbst es jedoch für gut.
Großartige Rede von Niki Kowal, besser und gezielter hätte man es nicht treffen können. Seine "Brandrede" hat gefruchtet. Ich bin überzeugt, dass dieses grandiose Ergebnis NIEMALS zustande gekommen wäre, wenn es Sek.8 nicht gäbe...
Dieses Ergebnis gehört dem roten Landesparteitag (Funktionäre, deren Beschlüsse bislang ausnahmslos umgesetzt wurden).
Die hochstilisierung eines Sektionswa**lers bleibt dem Sandart vorbehlten, genauso wie die grüne Basis-Rhetorik.
"arme Schweine wie Arbeitslose und Hackler ihr Geld in dubiosen Zwei-Zimmer-Buden verpulvern"
für herrn kowall sind also alle arbeitslose und hackler "arme schweine" ... soso, hm, blöd hat er noch vergessen dazu zu sagen, denn selbstbestimmtes handeln spricht er diesen ja auch ab, weil ja diese "armen schweine ... ihr Geld in dubiosen Zwei-Zimmer-Buden verpulvern" ... da freuen sich sicher diese "armen schweine", dass ein 28-jähriger roter basisvorkämpfer sich ihrer sache annimmt.
aber es gibt ja noch das i-net, die wettbüros, das staatliche "organisierte glücksspiel" (lotto, toto, casinos, rubbellose uswusf.), da müssen diese "armen schweine" halt dort "ihr Geld ... verpulvern", bis der held der sektion 8 auch diese zugänge zum wohle und schutz dieser "armen schweine" verbieten wird.
nicht falsch verstehen, ich halte das engagement des herrn kowall für beeindruckend,
hätte bloß jeder politiker heutzutage ein solches sendungsbewußtsein.
ich habe mir nur erlaubt diesen satz kritisch zu hinterfragen, denn natürlich spürt man darin überheblichkeit anstatt mitleid für ""arme Schweine wie Arbeitslose und Hackler", no more no less.
die leute wollen spielen, egal wo, man muss nicht sucht gefährdet sein, nur weil man einmal geld in so einen automaten wirft (was ich noch nie getan habe, ich geh auch nicht in casinos oder wettbüros, geschweige denn onlinespiele etc.). das meinte ich mit selbstbestimmten handeln, was herr kowall denen abspricht. wer will soll das tun, wir leben gsd in einer freien gesellschaft und nicht in einer verbotsgesellschaft (btw: legalize.it).
Warum will man spielen? weil man an jeder ecke beim wirten gelegenheit hat und keine hürden aufgebaut werden. Ich kenn das noch aus meiner lehrzeit in den frühen 80er jahren als in jedem wirtshaus ein gambler stand. In der mittagspause sind dann alle essen gegangen und ein paar sind dann zum automaten und haben 50-100 schilling verzockt. Nie und nimmer wären die auf die idee gekommen extra in ein casino zu gehen sondern sie haben einfach die gelegenheit genutzt nach dem essen mit der hobby im mundwinkel den automaten zu füttern.
Ganz genau so ist es.
Dort, wo der Bedarf geweckt wird, dort wird gespielt.
War doch früher praktisch in jedem Cafehaus so ein Automat, als 17 Jähriger hatte ich auch eine Phase, wo ich mehr oder weniger ein wenig hineingekippt bin, einfach, weil sie da waren. Hab das aber zum Glück rechtzeitig gestoppt. Ist wirklich eine Sucht, vor allem, wenn dann so kleine Gewinne rauskommen.
Es schadet wirklich überhaupt nicht, wenn diese einarmigen Banditen weg sind.
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