Medienbericht: Verdacht auf Schmiergeldzahlungen über Scheinverträge
Die Causa Eurofighter kommt zu keinem Ende. Wie das Nachrichtenmagazin "NEWS" nun in einer Vorabmeldung berichtet, lässt der Staatsanwalt die Gegengeschäfte aufrollen. Dabei steht der Verdacht von Schmiergeldzahlungen über Scheinverträge im Raum.
Der zuständige Staatswanwalt Michael Radasztics hat nun laut "NEWS" den Sachverständigen Gerd Konezny mit einer Untersuchung beauftragt. Im nächsten halben Jahr soll Konezny überprüfen, ob "die im Zusammenhang mit der Beschaffung der Eurofighter (...) eingereichten Gegengeschäfte aus wirtschaftskundlicher Sicht tatsächlich abgeschlossen, faktisch durchgeführt, verrechnet und bezahlt wurden" - so steht es laut "NEWS" in den Ermittlungsakten.
Begründet wird die Überprüfung damit, dass der Verdacht bestehe, "dass bei einigen angemeldeten und genehmigten Gegengeschäften über operativ nicht tätige off-shore-Gesellschaften im Wege von Scheinverträgen Provisions- bzw. Schmiergeldzahlungen geleistet wurden".
Keine Ende um Causa Eurofighter
In der Causa Eurofighter sind in Österreich mehrere juristische
Verfahren anhängig. Ausgehend von Ermittlungen in Rom stehen seit
einigen Monaten zwei Waffenlobbyisten und ein Manager im Visier der
heimischen Justiz. Sie werden der Beamtenbestechung und Geldwäscherei
verdächtigt.
Ins Rollen gebracht wurden die Ermittlungen durch eine
Festnahme
in Italien. In Rom wurde ein Mann namens Gianfranco Lande im Rahmen
der Verfolgung eines Anlagebetruges verhaftet. Bei seiner Einvernahme
Anfang April hat er über das Eurofighter-Geschäft in Österreich
gesprochen und dabei ausgesagt, dass über die Londoner
Briefkastenfirma "Vector Aerospace", die vom Eurofighter-Hersteller
EADS-Deutschland gegründet worden sein soll, 84 Mio. Euro in diverse
Kanäle geflossen seien . Daraufhin wurden in Österreich
Hausdurchsuchungen durchgeführt.(red,APA, derStandard.at, 14.9.2011)