Sorgen um Jugend

"Nächste Generation soll wissen, was sie das kostet"

Interview | Lukas Kapeller, 14. September 2011, 11:48
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    foto: apa/neubauer

    Will die Regierung für junge Menschen sensibler machen: Sebastian Kurz.

Staatssekretär Sebastian Kurz will die Jungen vor kurzsichtigen Gesetzen bewahren

Sebastian Kurz (ÖVP) will verhindern, dass Gesetze zu Wahlgeschenken für ältere Menschen werden. Per Verordnung des Finanzministeriums, wo Parteifreundin Maria Fekter sitzt und Zustimmung signalisiert, soll im Vorblatt festgeschrieben werden, wie teuer ein Gesetz die nächste Generation kommt.

***

derStandard.at: Im Koalitionsvertrag ist eine Jugendverträglichkeitsprüfung ohnehin schon vorgesehen. Trotzdem ist die Regierungspolitik im Hinblick auf die bestehenden Pensions-Schlupflöcher nicht sehr jugendfreundlich. Ist der Generationen-Scan, den Sie nun fordern, also nicht viel mehr als ein PR-Gag?

Kurz: Man kann es natürlich immer auch negativ sehen. Es stimmt, dass es dieses Vorhaben im Koalitionsvertrag gibt. Mir geht es jetzt darum, das umzusetzen und nicht darum, ob es Jugendverträglichkeitsprüfung oder Generationen-Scan heißt. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, Gesetze auf die Gerechtigkeit für die junge Generation abzuklopfen.

derStandard.at: Wichtig sei das bei Arbeitsmarktgesetzen, bei familienpolitischen und schulpolitischen Beschlüssen, sagen Sie. Wie soll das konkret gesetzlich funktionieren?

Kurz: Es gibt jetzt schon bei jedem Gesetz ein Vorblatt. So wie die Gesetze auf die Gerechtigkeit zwischen Mann und Frau achten sollen, müssen sie es auch bei den Generationen tun.

derStandard.at: Also wäre das ganze nicht bindend und nicht mehr als eine Absichtserklärung?

Kurz: Es rüttelt wach und macht aufmerksam. Darum geht es uns. Wenn vor einer Wahl wieder Pensionszuckerl beschlossen werden, dann würde auch drinstehen, wie viel das die nächste Generation kosten wird. Das müsste in allen politischen Bereichen gemacht werden, auch bei Bildung, Familienpolitik oder Pflege.

derStandard.at: Sie sagten, der Generationen-Scan werde besonders relevant sein bei Gesetzen, die über das Pensionssystem entscheiden. Da werde der Generationen-Scan vielleicht auch ein negatives Ergebnis mit sich bringen. Ist das eine politische Kampferklärung an die Pensionistenvertreter?

Kurz: Das ist überhaupt keine Kampferklärung. Ich will diesen Generationen-Scan auch nicht nur aufs Pensionsthema beziehen. Es geht darum, dass es jetzt mit mir zum ersten Mal eine Stimme der Jungen in der Bundesregierung gibt und das wollen wir nützen.

derStandard.at: Aber wenn man konkret die Pensionsverhandlungen betrachtet: Diese werden von der Regierung und den Pensionistenvertretern, Andreas Khol und Karl Blecha, geführt. Die junge Generation gibt nur Kommentare dazu ab, kann aber nicht mitentscheiden. Wäre das nicht die wichtigere Forderung?

Kurz: Weil man eine Forderung stellt, schließt das ja eine andere prinzipiell nicht aus. Mitsprache ist natürlich immer gut. Aber noch einmal: Beim Generationen-Scan geht es um alle Politik-Bereiche. Beim Pensionssystem stört mich konkret die Hacklerregelung, da gibt es Handlungsbedarf.

derStandard.at: Als Khol und Blecha im August eine Pensionserhöhung zum Teil deutlich über der Inflationsanpassung forderten, haben Sie deren Forderungen und die Art der Diskussion "beängstigend" genannt und Reformen eingemahnt.

Kurz: Ich habe mit Andreas Khol persönlich überhaupt kein Problem. Es ist auch in Ordnung, als Interessenvertreter für seine Klientel mehr zu verlangen. Es muss aber auch für Vertreter der Jungen legitim sein, dagegen aufzutreten und etwas anderes zu fordern.

derStandard.at: Ist in den vergangenen zweieinhalb Jahren in der Bundesregierung zu wenig weitergegangen bei dem Thema?

Kurz: Mir ist zu wenig weitergegangen.

derStandard.at: Warum wollen Sie nicht ÖVP-Wien-Chef werden?

Kurz: Weil ich mit meinen Aufgaben als Staatssekretär für Integration und als Chef der Jungen ÖVP glücklich bin und diese weiter so ausüben will. (kap, derStandard.at, 14.9.2011)

SEBASTIAN KURZ (25) ist Staatssekretär für Integration, Obmann der Jungen ÖVP und wird als Wiener Spitzenkandidat der Volkspartei bei der Nationalratswahl 2013 gehandelt.

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Posting 1 bis 25 von 432
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Sir JPS
00
13.3.2012, 01:04
der bub ist wirklich nicht dumm und auch nicht übel

(sage ich als mitte-links-sicher-nicht-övp wähler). damit ist ihm ein busek schicksal vorbestimmt. die övp kannst nicht ändern (was sich aus "konservativ" ja per se ergibt)

Herr J.K.
31
14.10.2011, 20:30
"Sorgen um Jugend"

Foto: Besonders um junge Blondinen scheint der Herr Staatssekretär äußerst besorgt zu sein.

"Hallo, ich bin Kurz." - "Dann behalte die Hose lieber an."

maj jong
01
14.10.2011, 13:41
Die nächste Generation soll, z.B. ....

zuerst einmal verlangen, dass der Staat für seine Beamten auch den Arbeitgeberanteil der Pensionsbeiträge zahlt...

die ÖVP Bonzen einmal fragen warum es in Österreich die höchste Parteienförderung gibt!
(Ich weiß, gemeinsame Beschlüsse)...

sonne-licht
 
01
25.9.2011, 10:02
generationen-scan

rechnen können würde reichen

konsequenzen wären

1) aufdecken der frühpensionisten
2) konsequenzen ziehen
3) schlupflöcher schließen
4) keine priviligien mehr für personen in ämtern
5) gleiches steuerrecht für alle nicht nur für vermögende, die es sich mit steuerberatern richten können

beste beispiel winzerkönigin ermordet, jedoch hat sie gearbeitet nein!

wo war ihr beitrag für die allgemeinheit!

die hat von den zinsen ihres vermögens gelebt
wenn so etwas stimmt gehört soetwas verhindert!

es kann nicht sein, dass wer von seinem geerbten vrmögen ohne leistung von der allgemeinheit lebt!

Der Unbekannte
00
19.9.2011, 13:07
Das

Problem der Politik ist einfach hausgemacht. Schwarz Blau zelebrierten den Bildungsabbau und raus kam Kurz.

Radio Eriwan
00
19.9.2011, 09:51
Die ÖVP ist auch für eine Reichenverträglichkeitsprüfung.

Neue Steuergesetze sollen die Reichen nichts kosten. Dafür soll Fekter sorgen, meint der Chef.

r3al
02
17.9.2011, 08:02

Der Unterschied zwischen H Kurz und mir: Ich weiss, was "seine" Generation gekostet hat. Ich hab das bezahlt.
Was hat "seine" Generation bis jetzt bezahlt?

atomkraft neindanke
11
16.9.2011, 01:21

der Herr Kurz könnte sich ja mal mit dem Problem von 650 Schüler_innen in der Geblergasse beschäftigen, die kriegen eine Tiefgarage gegen Ihren Willen in den Schulhof geknallt, der zur Betonwüste wird, Lärm, Staub und Dreck statt Unterricht und eine ordentliche Maturavorbereitung, das war ihm aber auch schon im Geilomobil völlig wurscht-von wegen Jugendverträglichkeit!

firedragon 7
00
20.9.2011, 11:46
Wien, nehm ich mal an

Ist der Herr Kurz in der Bundesregierung oder in der Wiener Landesregierung? Und ist Häupl nicht Zuständig für Wien?

tankstelle -spritpreis nach belieben-je höher desto
00
15.9.2011, 18:15

ihre eltern wussten auch was sie kosten würden
aber andere eltern haben das kleingeld nicht

wer hat ihre ausbildung bezahlt?
der staat oder privat
wenn privat , dann die vorige generation
wenn ja
von welchem geld

purecynicism
32
15.9.2011, 15:01

i würd gern wissen wieviel von meinem steuergeld für dieses unnedige bubi draufgeht.

rough_rider
01
24.9.2011, 19:37

kann sicher mehr als du (oder ich) ;-)

xxdmania
00
15.9.2011, 17:46

naja glaub so an die 14.000€ bekommt der schon mal...

Medicus58
20
15.9.2011, 14:57
Nur mal (K)urz beim Herrn Schüssel nachfragen

die Grundlagen der "Enteignung" der jüngeren Generationen wurden unter Blau-Schwarz gelegt.

Nur war Herr Kurz da vermutlich noch mit dem kleinen Einmal-Eins beschäftigt und hat später vergessen darauf zu achten in welcher Partei er später Karriere machen will ... LOL

Alwis
 
10
16.9.2011, 20:51
Enteignung der jüngeren Generation - seit Kreisky

Lernen´s Geschichte!

Die Staatsschulden sind seit Beginn der 2. Republik laufend gestiegen. Einen besonders steilen Anstieg hat Bruno Kreisky ausgelöst.
Man kann also mit Fug und Recht behaupten:
Die Enteignung der Jungen bzw. die Belastung mit dem Schuldendienst hat mit Kreisky begonnen.

Rene Stangeler
01
19.9.2011, 21:59
Unter Kreisky

fand eine modernisierung Österreichs statt. Schulbau, Gratisschulfahrten, Gratisschulbücher. dass dies den schwarzen nicht passte war klar, man schickte die Bauernkinder zu den Pfaffen ins Internat, der Hackler sollte dumm gehalten werden um als billige Arbeitskraft zu dienen. Auch was Infrastruktur betraf gab es grossen Nachholfbedarf, vom Strassenbau bis zum Anschluss ländlicher Haushalte an Wasserleitungen und Kanalisation Dass viel Geld für Unnötiges rausgeschmissen wurde (z.B. fürs Heiratsgeld) ist klar.

Unter Blau/Schwarz wurde Staatseigentum unter Wert verscherbelt, trotzdem stieg der Schuldenberg. Der Staat wurde als Selbstbedienungsladen ("wos wor mei Leistung") betrachtet, vom Hendlbauern zum Millionär war möglich.

maj jong
00
18.9.2011, 16:46
hätte Kreisky nicht Schulden gemacht, sondern..

unter ÖVP-Mitschuld das Staatseigentum verludern lassen, dann .....

ginge es uns jetzt wie Griechenland, die Korruption wäre auch nicht kleiner nur die Schnäppchen für die Blauen Freunde hätte es in diesem Ausmaß nicht mehr gegeben!

Wolfi65
10
15.9.2011, 14:51

Der Herr Kurz versteht anscheinend (noch) nicht, daß in Österreich meistens jenige gewählt werden, die 1.über 50 sind, 2.seit mindestens 20-30 Jahren 'bekannt' sind und 3.den Pensionistinnen im Lodenmantel am besten gefallen.

Alfred Rotkatholik
00
15.9.2011, 14:35
Wenn man nicht so richtig tickt..

gehts in den Generationskonflikt.
Ja freilich, die ÖVP will sich jetzt als BB Partei - für Bauern und Buberln gerieren...
Nutzt alles nix, die Bürgerlichen braucht keiner mehr, da es kein Bürgertum mehr gibt.
(nota bene: die Arbeiterparteien aus diesem Grund auch nicht mehr!)

Papa Radzy
01
15.9.2011, 14:09

ich will ja nicht taktlos erscheinen aber die övp ist die absolut unsympathischte partei österreichs (kommt mir jedenfalls so vor)
oder kann sich wirklich jemand mit diesem "wir sind was besseres" lifestyle anfreunden?
vielleicht ein paar reiche "bonzen" die sozialneid haben.
;-)

Jowanni
01
15.9.2011, 13:00
da man geld nicht essen kann:

Sehr geehrter Herr Kurz,
ich habe kürzlich im Standard einen interessanten Artikel über das Besitzen von Saatgut gelesen. In Erinnerung ist mir geblieben, dass die EU auf einen Rechtszustand zusteuert, der die Bauern in die vollständige Abhängigkeit von großen Saatgutkonzernen treibt. Ich kann es nicht hinnehmen, dass einige wenige Konzerne bestimmen was ich esse, und zu welchem Preis ich esse.
Ich bitte Sie daher im Sinne des Generationen Scans jene Entwicklung am Saatgutsektor zu durchleuchten und sich dann für die künftigen Generationen einzusetzen. Das würde in diesem Fall bedeuten, dass die Macht der Agrokonzerne gemindert und nicht gestärkt werden soll und dass die Bauer wieder das Recht erhalten mit den Früchten ihrer Arbeit zu

Jowanni
01
15.9.2011, 13:07
fortsetzung

tun was sie wollen, verkaufen an wen sie wollen, wieder anbauen etc.

Unter anderem über die Agrarsubventionen (und wenn das Saatgut immer teurer wird, die Firmen immer reicher) kommen diesbezüglich verursachte Kosten auf zukünftige Generationen zu. Von steigenden Lebensmittelpreisen rede ich hier noch gar nicht.

Vielen Dank im Voraus,
mit freundlichen Grüßen
Jowanni

Völkerball
00
15.9.2011, 12:51
Die KindergartenpädagogenInnen

sollen den Kleinen das zurücklegen ihres Taschengeldes nahe bringen. Schließlich sind das jetzt AkademikerInnen.

Nr.3645
11
15.9.2011, 12:41
Wos woa sei Leistung?

außer ein paar Interviews?

Sonata
01
15.9.2011, 12:26
Man sollte die Spitzenpensionen deckeln...

Wie kommen die jungen Leute dazu für Superpensionisten Tag und Nacht zu arbeiten. Einen derartigen Generationenvertrag hat niemand unterschrieben.

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