Erfolg für rote Basis

Wien verzichtet auf eigenes Glücksspielgesetz

14. September 2011, 10:35
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    foto: ap/mayer

    Künftig wird es keine "Landesspielautomaten" mehr in Wien geben.

Geltende Regelung läuft damit Anfang 2015 aus - Aus für "Landesautomaten" - Langjährige grüne Forderung

Wien - Das Ergebnis der Wiener Arbeitsgruppe zum umstrittenen kleinen Glücksspiel liegt vor: Wien verzichtet auf ein neues Landesgesetz. Das teilte die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Mittwoch der APA mit. Die geltende Regelung läuft somit mit Jahresbeginn 2015 aus. Spielautomaten, die in die Kompetenz des Landes fallen, wird es dann nicht mehr geben, die Konzessionen für das kleine Glücksspiel laufen damit in Wien ersatzlos aus.

Nicht verschwinden werden jedoch jene Geräte, die in die Kompetenz des Bundes fallen. Künftig wird es Lizenzen für drei Spielcasinos geben - sowie sogenannte Video-Lotterie-Terminals (VLT-Automaten). Deren Anzahl sei noch offen, betonte Sima.

"Kleinster gemeinsamer Nenner"

"Das war der kleinste gemeinsame Nenner", begründete Sima den Verzicht auf eine neues Gesetz. Denn die Aufgabenstellung sei schwierig gewesen. Zum einen liege der Beschluss des SPÖ-Parteitages vor, das kleine Glücksspiel zu verbieten. Andererseits gebe es bundesgesetzliche Rahmenbedingungen, die eine Umsetzung des Verbots unmöglich machen würden, erklärte die Ressortchefin. Denn es gebe sowohl Bundes- als auch Landesautomaten.

Letztere sind in wenigen Jahren offenbar Geschichte. Die bestehenden Lizenzen laufen mit 31. Dezember 2014 aus. Mangels neuem Gesetz gibt es keine neuen. "Wir haben aber auch jetzt schon keine neuen Lizenzen mehr vergeben und bestehende nicht mehr verlängert", betonte Sima. Mit der aktuellen Situation - etwa den kleinen Automatenkabinen, auch "Zweierkabäuschen" genannt - sei jedenfalls niemand zufrieden, gestand sie ein.

Ein jüngst durchgesickerter Entwurf sah vor, dass die kleinen Kabinen sowie Einzelaufstellungen nicht mehr erlaubt sind. Stattdessen war von größeren Automatencasinos die Rede. Das hatte jene Teile der SPÖ-Basis, die für ein generelles Verbot votiert hatten, erbost. Ein "Kompromiss mit der Glücksspielindustrie" war vermutet worden. Auch der Koalitionspartner, die Grünen, drängte zuletzt auf ein Aus für die Landesautomaten.

Was bleiben wird, sind die zentralvernetzten Terminals der Lotterien. Lotterien-Vorstand Friedrich Stickler hat zuletzt gegenüber der APA betont, dass er auf einen Betrieb in Wien verzichten würde, falls die Landesregierung dies Wünsche. Wer die Bundeskonzessionen für den künftigen Betrieb der VLT-Geräte bekommt, ist aber noch offen. Ein Aufstellen solcher Automaten ist prinzipiell auch gegen den Willen der jeweiligen Länder möglich.

Pilz: "Erfolgreicher Schlag gegen das organisierte Glücksspiel"

In einer ersten Reaktion bezeichnete der grüne Nationalratsabgeordnete Peter Pilz die Entscheidung als "erfolgreichen Schlag gegen das organisierte Glücksspiel". "Das kommende Verbot des Kleinen Glücksspiels stellt zum ersten Mal die Sicherheitsinteressen der Menschen über die Profit-Interessen von Glücksspielkonzernen und einzelnen Parteien", sagt Pilz.

Ellensohn: "Arbeit hat sich bezahlt gemacht"

"Die hartnäckige Arbeit der Grünen hat sich bezahlt gemacht", meint David Ellensohn, Klubobmann der Grünen im Wiener Rathaus, zum Verzicht auf das Landesgesetz gegenüber derStandard.at. Ab 2015 würden in drei Casinos 1.500 Automaten erlaubt sein, zuletzt seien noch 3.500 im Rahmen des geplanten Landesgesetzes im Gespräch gewesen. "Wenn die ÖVP mit Novomatic gute Geschäfte machen will, dann soll sie das, aber mit uns spielt es das nicht."

Ins Rollen gekommen ist die Diskussion in Wien nach dem Parteitag der Stadt-SPÖ am 28. Mai 2011. Dabei beschloss die Partei-Basis über die Parteispitze hinweg, das kleine Glücksspiel abzuschaffen. Eingebracht hatten den Antrag die Sektion 8 der SPÖ-Alsergrund rund um Niki Kowall. Die Grünen fordern schon seit längerem das Verbot des kleinen Glücksspiels. (APA/red)

Morgen: Niki Kowall von 13 bis 14 Uhr im Chat auf derStandard.at

Nachlese: SPÖ-Wien stimmte überraschend für Verbot des kleinen Glücksspiels

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Posting 1 bis 25 von 622
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Alina Zak
10
24.9.2011, 13:15
law &order von links

endlich zeigt sich ihr wahres Gesicht.
sie waren immer für law& order.... von wegen: der Mensch ist gut und mündig....
der Mensch muß kontrolliert werden

khaleb
00
17.9.2011, 23:24
bis 2015 ists noch lang

shepherd
01
16.9.2011, 14:20
was jetzt noch fehlt, ist

eine regelung für die ganzen wettbüros ... bei den apotheken gibts den strengen gebietsschutz und bei wettbüros ist alles egal ?

wenn ich mir die laxenburgerstraße, gudrunstraße bzw. quellenstraße anschau ... da werden die wettbüros fast einzig durch türk. supermärkte, türk. juweliere, türk. bäcker und türk. friseure unterbrochen ... würde gern wissen, ob es da irgendwelche auflagen gibt ...

der stachel
01
15.9.2011, 19:24
Ich bin grundsätzlich gegen jede weitere Einschränkungen

und Bevormundungen. Sehr sympathisch allerdings fand ich das engagierte Eintreten für das Verbot von Niki Kowall und vielleicht hat er auch recht mit dem Automatenverbot.

Elisabeth Jarok
00
15.9.2011, 18:22

Der Novomatic-Gründer Graf ist eh schon unter den reichsten fünf Österreichern. der wird das noch verkraften können. Und Stummvoll als künftiger Novomatic-Aufsichtsratspräsident wird auch noch sein Salär kriegen.

Alina Zak
00
24.9.2011, 13:09
du neidiges Österreich ... verbiete

rowa
00
15.9.2011, 17:49
Wird der Prater zugepflastert...

Na dann kann man hoffen, das der Wiener Prater mit Automatencasinos zugepflastert werden.
http://gruene.blog2.at/2011/09/1... poldstadt/

Almi66
00
15.9.2011, 13:44
Novomatic und Stronach ante portas!

Wer glaubt, dass die SPOE aus reinem Humanismus entschieden hat, der taeuscht sich. Um die neu zu vergebenden Casino-Lizenzen bewerben sich grosse Konzerne, die sich auch in der Vergangenheit schon "grosszuegig" gegenueber Parteien zeigten....

Milchleber
00
15.9.2011, 14:22

natürlich werden weiterhin die großen Glücksspielkonzerne die Lizenzen erhalten, aber die unsägliche Stadtverschandelung mit den 2-Automaten-Boxen hört auf und für viele kleine Spieler wird das rauswerfen des Lohnes mit vollen Händen schwerer gemacht. Ich bin überzeugt, dass damit auch das Suchtpotential deutlich eingedämmt wird.

Alina Zak
00
24.9.2011, 13:14
wer Suchtpotential hat wird auch ein Ventil suchen

Fragen wird doch Psychologen und spielen uns nicht alle als Experten auf.
alternativen gibt es genug: Drogen (billiger?), Alkohol, auto-wettrennen,....

wer den Adrenalin-kick braucht....

die Jungen Serben etc, die oft davon betroffen sind, werden auch gerne selbständig... man wird Alternativen finden....
ich werde meine Bekannten mal fragen, was sie dann machen werden... bin auch neugierig

XYZ123
02
15.9.2011, 13:05
Wettbüros ??

Ich bin nach wie vor der Meinung dass in vielen Wettbüros in Wien Geld gewaschen wird. Ich keine da welche, da ist zu keiner Tages- oder Nachtzeit eine Besucherfrequenz zu beobachten - und trotzdem unterhalten sie zum teil große Ecklokale die sicher eine ordentliche Pacht kosten und wie schöne Kaffeehäuser eingerichtet sind.
Wenn eh nur im Internet gewettet wird - welcher Geschäftsmann mietet dann ein grosses Gassenlokal ?

peter schmidt
 
00
15.9.2011, 14:47
Sie sollten nicht unterschätzen was über die Automaten reinkommt.

Viele dieser Wettbüros leben in Wahrheit von 2-3 Automaten die im Raum verteilt stehen. Ich kenne jemanden der 2 solcher Automaten betreibt (als Aufsteller) und es ist geradezu unfassbar was da an Tageslosung zusammenkommt.

Er zeigt mir manchmal die Bons. Es ist wirklich verblüffend. Als Beobachter hat man 2-3 Spieler gesehen die man jeden höchstens auf 100 Euro (nach dem Motte : Mehr KANN der gar nicht einstecken haben) geschätzt hätte. IN der Realität sind dann 1500 Euro drinnen in 4-5 Stunden.

HansPeter10
61
15.9.2011, 11:18

Auf 50 Mio zu verzichten ist nicht besonders gescheit, noch dazu wenn die Stadtfinanzen doch angeschlagen sind.

Man schaue zu unseren Lieblingsnachbarn, dort läuft es genau umgekehrt !

Com Pirx
21
15.9.2011, 13:03

Der organisierten Kriminalitaet so wunderbare Geldwaesche-Anlagen in die Hand zu geben, war nicht gescheit.

Alpine67
00
15.9.2011, 11:10
abgesehen davon,

dass diese Entscheidung absolut zu begrüßen ist und die Entscheidung "gegen" 55 Mio Steuereinnahmen trotzdem sinnvoll ist, würde ich gerne alle Kritiker dieser Umkehr fragen, was Sie dazu meinen würden, wenn Ihnen ein Spielsüchtiger mit vorgehaltenem Messer die Börse abverlangt? Und kommts jetzt nicht mit dem Argument, dass die alle dann online spielen. Das ist ein riesengroßer Blödsinn. Es wird in diesen Kaschemmen gespielt, weil es quasi unnauffällig im vorübergehen möglich ist. Kein Mensch, der dir zusieht, außer vielleicht ein Leidensgenosse, dem es wurscht ist.

Jan Sommer
00
15.9.2011, 18:52
Der Blödsinn ist, dass die Ärgsten schon längst online spielen

denn sonst wären sie längst pleite.
js

verleih nix
00
15.9.2011, 10:43
die övp wird das schon reparieren

in 2 wochen geht die fekter beim lobbyistenflügel in der övp zur befehlsausgabe und wird beauftragt, die verlorenen konzessionen rasch wieder zu verteilen.

wär ja schade um das viele geld. und wenn die spö es nicht nimmt, umso besser. andere sind bei der hereinnahme von 'spenden' nicht so kleinkariert.

Ingrid Goeschl
01
15.9.2011, 10:25

Ehre allen, die sich da bemüht haben, aber man muss schon dazusagen, dass da der Grüne Koalitionspartner mitgewirkt hat!

Die Grünen kämpfen seit Jahren vehement gegen die Wettbüros, und der jetzige Erfolg hat natürlich auch damit zu tun, dass sie jetzt in der Stadtregierung sitzen.

lagrangian
60
15.9.2011, 10:18

offensichtlich hat der staat genug geld und kann auf steuereinnahmen verzichten! endlich sind diese schlicht blöden vermögenssteuern vom tisch!

wiesengarten
15
15.9.2011, 13:17
Das sind keine Steuereinnahmen, das ist Schandgeld!

Die Kosten für den sozialen Abstieg von Spielsüchtigen und ihren Familien sind wesentlich höher als die Einnahmen aus dieser Schandsteuer.

lagrangian
41
15.9.2011, 19:41

Niemand zwingt sie zum spielen...

Nashwin_Fuller
 
00
15.9.2011, 09:54
Hahaha, lächerlich.

Bis 2015 ist es ja noch eine Weile hin. Da kann man erst einmal viel versprechen.

Notfalls beschließt man halt erst 2014 ein neues Gesetz und verteilit dann die Lizenzen.

Die supersaubere Wiener SPÖ wird ja wohl kaum auf die üppigen Parteispenden des organisierten Glückspiels verzichten wollen, oder?

rothbard
42
15.9.2011, 09:40

Willkommen in der Verbotsgesellschaft. Wenn man alles verbietet, was irgendwie unangenehm sein kann, wird man zu keinem Ende kommen. Und das ganze nur, weil ein ganz kleiner teil der Spieler nicht damit umgehen kann.

atomkraft neindanke
01
16.9.2011, 01:12

Niemand hat das Spielen verboten!
Nur am Weg zwischen Kinderspielplatz und Schule, vor jedermanns Haustor, war dies für junge Menschen Anreiz, permanent ein Anreiz, damit anzufangen!
Niemand hat da je eine Altersgrenze kontrolliert und ganze Straßenzüge hat man damit verschandelt, ich bin schon froh, dass das jetzt wegkommt!

Freu mich für Grün, die hatten da immer schon recht!

Ingrid Goeschl
11
15.9.2011, 10:22

Ja, verbieten wir nichts mehr, wozu Glücksspiel, Heroin, Alkohol am Steuer etc. verbieten, weil ein ganz kleiner Teil nicht damit umgehen kann...

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