Wien

Krankenhäuser: Rote Gewerkschafter legen sich mit Häupl an

13. September 2011, 18:59
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    foto: martin fuchs

    Drohendes Burnout, vakante Stellen: Die Zeit für den Patienten werde immer weniger, beklagen die Personalvertreter im Wiener Krankenanstaltenverbund.

Hunderte Krankenhausmitarbeiter demonstrieren am Mittwoch für bessere Arbeitsbedingungen - Im Rathaus will man zwar weiter verhandeln, aber keinesfalls mehr Geld lockermachen

Wien - Es soll ein Auftritt sein, an dem die Stadtregierung nicht vorbeikommt. Rund 700 Mitarbeiter des Krankenanstaltenverbundes (KAV) sollen am Mittwochabend rund um das Wiener Rathaus demonstrieren, gleichzeitig startet die Personalvertretung der Gemeindebediensteten eine Kampagne "für bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitssystem", auf einer eigenen Website (www.gesundheitskampagne.at) wird sogar ein Countdown heruntergezählt.

Angebliche Sparmaßnahmen bringen die Gewerkschafter auf die Straße: Zwar würden keine Dienstposten gestrichen, Nachbesetzungen dauern aber deutlich länger als früher - bis zu einem halben oder Dreivierteljahr, sagt Bernhard Harreither, Vorsitzender der Hauptgruppe II der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG). Mit rund 30.000 Personen ist der KAV der größte städtische Arbeitgeber, 1200 Posten seien derzeit vakant, sagt Harreither. Die Folge: Der Arbeitsdruck und die Burnout-Gefahr steige, die Zeit für Patienten werde weniger.

Am Montagabend platzte eine Verhandlungsrunde im Rathaus, bei der auch Bürgermeister Michael Häupl (SP) dabei war. "Er hat uns gesagt, dass er das Geld nicht hat, um die Dienstposten zu besetzen", sagte Harreither am Dienstag dem STANDARD. In Häupls Büro bestätigt man dies auf Anfrage: "Die Forderung der Gewerkschaft nach mehr Geld ist nicht erfüllbar", erklärt ein Sprecher des Bürgermeisters und verweist darauf, dass Wien im Vergleich zu anderen Bundesländern eine deutlich höhere Zahl von Ärzten und Pflegern pro Patienten hat. Laut einer Erhebung des Gesundheitsministeriums aus dem Jahr 2009 kommen auf 100 Betten österreichweit 238 Krankenhausmitarbeiter, in Wien sind es 306. Bei den Ärzten liegt die Bundeshauptstadt mit 51 ebenso über dem Durchschnitt (39) wie beim diplomierten Pflegepersonal (111/88).

Warum die Gewerkschafter mobil machen, dazu hat man im Rathaus eine eigene Theorie: Es gehe um Mitgliederakquirierung und eine Neupositionierung. Harreither kennt dieses Gerücht, er nennt es den "Versuch einer Verharmlosung" durch die Stadtregierung.

"Effizienz erzeugen"

KAV-Generaldirektor Wilhelm Marhold hat "kein Problem damit, dass sich die Gewerkschaft verstärkt artikuliert", bei Budgetknappheit würden schließlich die "Verteilungskämpfe immer härter". Dennoch investiere die Stadt pro Jahr 235 Millionen Euro in den KAV, und in der Krise habe kein Gemeindebediensteter seinen Job verloren. Die Kampagne, die auch die Arbeitsbedingungen im KAV bemängelt, ist für Marhold "inhaltlich falsch" und führe zur Verunsicherung. Dass Posten länger unbesetzt bleiben, bestreitet er nicht; das Management müsse "alle Möglichkeiten prüfen, um Effizienz zu erzeugen".

Verhandlungsbereitschaft signalisieren sowohl das Bürgermeisterbüro als auch der KAV. Wie es nach der Demo weitergeht, wollte Harreither am Dienstag noch nicht sagen - nur so viel: Streiks werde es keine geben, die Kampagne solle schließlich nicht zulasten der Patienten gehen. (Andrea Heigl, STANDARD-Printausgabe, 14.9.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 137
1 2 3 4
KOG1
00
14.9.2011, 19:18
die Wiener Spitäler werden von (sagen wir) drei Gruppierungen geleitet

a)dem roten Wien mit einem moralischen Sozialismus

b)der Universität, deren Spitze die wiener Spitäler als ihren privaten Fussabtreter ansieht

c)den Janitscharen der FSG

also a) ist mir mit Abstand am sympathischsten.

Thomas Duck
20
14.9.2011, 15:44
Wieviele Leute schreiben hier eigentlich ...

während ihrer Dienstzeit Postings? Oder sind die hiesigen PosterInnen ohnedies alle dienstfrei gestellt?

consul
00
14.9.2011, 16:13

im nachtdienst is eh genug zeit zum posten....

SisiN
03
14.9.2011, 15:47
Dienstzeiten

Kennen Sie die Dienstzeiten aller PosterInnen weil sie solche Bemerkungen posten. Im KAV wird halt meistens nicht nur zwischen 8 bis 17 Uhr gearbeitet.

KOG1
00
14.9.2011, 17:26
Das ist nicht nur eine Lüge

sondern eine freche Lüge. Es gibt natürlich Abteilungen wos ruhig zugeht, aber das sind Ausnahmen

the academic cyber sense
00
14.9.2011, 18:29

bitte auf welchen abteilungen geht es rosig zu?

KOG1
00
14.9.2011, 17:38
Voriges Posting geht an consul

Thomas Duck
40
14.9.2011, 15:51
Da hatte ich scheinbar Recht mit meiner Sicht ...

theWatcher14
00
14.9.2011, 17:12
Duck

Wie Du richtig schreibst "scheinbar". Oder meintest Du etwa "anscheinend" und bist nur des Deutschen nicht kundig?

thomas 2
00
14.9.2011, 14:10
in NÖ hat das die Holding 2007 leichter gelöst

da waren die Mitarbeiter viel genügsamer und liesen sich alles gefallen...

quod licet Iovi2
19
14.9.2011, 13:22
Gewerkschaft

Also unter'm Hundsdorfer hätt's das nicht gegeben. Der hätte solange verhandelt, bis der Dienstgeber zufrieden ist und die Bediensteten die Goschn halten.
Freilich, er hätte Dienstposten versprochen, allgemeiner Jubel, dann business as usual.
Und bitte nicht vergessen, die FSG und die Personalvertretung werden sich auch weiterhin mit voller Kraft für sich, äh euch, einsetzen.

theWatcher14
116
14.9.2011, 11:55
Die Gewerkschaft hat....

...hier völlig recht. Die Zustände in den Spitälern sich nachgerade katastrophal, die Roten hungern das Gesundheitssystem aus um diese unsäglichen Gratiskindergarten zu finanzieren und ähnliches......
Natürlich merkt das keiner, der nicht selbst betroffen ist. Und Sonja Wesehly ist Häupls Dackel, die deshalb Gesundheitsstadträtin geworden ist, weil sie davon überhaupt keine Ahnung hat.
Siehe z.B Otto Wagner Spital. Die Anlage ist perfekt für psychisch Kranke, aufgrund des Parks. Hier werden jetzt Wohnungen gebaut, um das Geld Klientel bei Laune zu halten, dafür wird der Grossteil der Kranken in Betonbunker wie Rudolfsstiftung und SMZ Ost etc...verlegt. Was völlig kontraproduktiv ist.

Sarepta
00
15.9.2011, 19:13

Wurde die Britschn nun geschlossen? Zum Glück, als Assistenzarzt schwebte man dort ohnehin permanent in Lebensgefahr, von chronischer Unterbesetzung ganz zu schweigen...

Peter Hammer 06
41
14.9.2011, 17:23
Ka Ahnung habn, aber posten ....

...und dafür noch 9 (!) Grün bekommen.
So, und jetzt geh' ich zur Demo....

theWatcher14
00
14.9.2011, 17:34
Hammer

"Ka Ahnung habn, aber posten ...."

Wenigstens bist Du selbstkritisch. Ich nehme die Entschuldigung an.

Gerhard Hofegger
07
14.9.2011, 15:29

Man sollte diese Endverantwortlichen nur auch einmal in ein sogenannes "normales" Bett legen am besten in ein Gangbett welches es ja laut KAF nicht gibt. So tänzenl alle vom Prof. bis hinunter zu Abteilungshielfe ( ach nein die wird ja ferngehalten) auch sonst kommt nur ausgewähltes Personal in die Nähe des wahrscheinlich gerade eingeflogenen Bürgermeisters. Und das alles um den armen zu schonen - er könnte ja sonst die wirkliche Seite des Spitalbetriebs kennenlernen das wiedrum will er ja gar nicht.

the academic cyber sense
30
14.9.2011, 15:26

du weisst aber schon, dass die meisten psychiatrische patienten ambulant geführt und behandelt werden und dass stationäre aufenthalte nur ganz selten notwendig sind?

und du weisst auch, dass ein depressiver alki aus kagran einen ganz schön weiten weg hat ins OWS?

und dass sie psychiatrie in der rudolfstifting nicht in das hauptgebäude kommt soindern daneben in einen neubau weisst du auch?

selbstverständlich ist es sinnvoll die psychiatrien in wien dezentral zu führen! das ist im sinne der patienten!

theWatcher14
10
14.9.2011, 17:17
academic

Mit Verlaub, das ist Unsinn.

Bei den Ambulanten gebe ich Dir natürlich recht, nur sind das nicht die meisten. Und erkläre mir bitte den Sinn für die Patienten, statt von einem grandiosen Park umgeben zu sein, in einem tristen Betonbau vegetieren zu müssen? Gerade bei psychischen Problemen. Bei einem körperlichen Gebrechen ist es weniger wichtig. Neubau - na und? Im dritten Bezirk, da wo der Asphalt zuhause ist. Sehr schön.

Du bist vermutlich Verbandaufroller im AKH.

the academic cyber sense
00
14.9.2011, 18:32

ist "verbandaufroller im AKH" ein neues schimpfwort?

nö, ganz im gegenteil...bin (im weitesten sinne) internist in einem grossen KAV spital.

und glaube mir, dass nur die allerwenigsten psychiatrischen patienten eine aufnahme brauchen.

hot doc
00
15.9.2011, 10:41

was ist bitte ein "internist im weitesten sinne"? ich rätsle und werde nicht klug.

the academic cyber sense
00
15.9.2011, 15:34

es gibt auch additivfächer. ;-)

hot doc
00
15.9.2011, 18:13

verstehe, und da wollen sie nur mehr "im weitesten sinne" internist sein... also ich komme gut damit zurecht, dass ich "noch immer auch" internist bin. auskennen ist nie schlecht.

the academic cyber sense
00
16.9.2011, 18:51

geb ich dir vollkommen recht.
aber meine fortbildungen, kongresse sind schon recht speziell...aber versuche natürlich auch allgemeininternistisch up to date zu bleiben.

theWatcher14
00
14.9.2011, 18:49
acadmic

Sorry, das stimmt einfach nicht. Das gibts nichts zu glauben.

Aber als Internist betrachtest Du diese Dinge von aussen. Schau mal genauer hin oder bleib bei Deinen Leisten.

Sorry für den Verbandaufroller.

the academic cyber sense
00
14.9.2011, 21:55

der internist betrachtet von aussen? ist das jetzt ein unbeabsichtigter wortwitz? gut gelungen...

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