Im Detail

Die Ergebnisse

13. September 2011, 11:41

Detailergebnisse für das Bildungssystem Österreichs aus der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2011"

AUSGABEN PRO SCHÜLER/STUDENT: In Österreich betrugen diese 2008 von der Volksschule bis zur Hochschule kaufkraftbereinigt pro Kopf durchschnittlich 11.852 US-Dollar jährlich. Damit lagen sie über dem OECD-Schnitt von 8.831 Dollar.

BILDUNGSAUSGABEN: Österreichs Bildungsausgaben gemessen an der Wirtschaftsleistung sinken. Wurden 1995 noch 6,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aufgewendet, waren es 2000 nur noch 5,5 Prozent. Seitdem stagnieren die Ausgaben: 2008 waren es 5,4 Prozent des BIP. Aufgeschlüsselt zeigt dies einen Rückgang der Aufwendungen in allen Bereichen: Der Anteil für den gesamten Schulbereich sank zwischen 1995 und 2008 von 4,3 Prozent des BIP auf 3,6 Prozent, die Aufwendungen für den Tertiärbereich stagnieren bei 1,3 Prozent (1995: 1,2 Prozent). Der Anteil an den Gesamtausgaben der öffentlichen Hand für Bildung wurde indes seit 1995 von 10,8 Prozent auf 11,2 Prozent leicht erhöht. Damit liegt Österreich unter dem OECD-Schnitt von 12,9 Prozent.

BILDUNGSSTAND: Der Anteil von Personen mit Matura bzw. Lehrabschluss (Abschluss Sekundarstufe II) an den 25- bis 64-Jährigen stagniert seit 1997 in Österreich bei 63 Prozent (OECD-Schnitt 2009: 44 Prozent). Der Anteil der Hochschulabsolventen an dieser Bevölkerungsgruppe stieg dagegen von 11 auf 19 Prozent (OECD-Schnitt 2009: 30 Prozent).

BILDUNGSBETEILIGUNG: Der Anteil der Drei- bis Vierjährigen im Bildungssystem liegt mit 72,3 Prozent über dem OECD-Schnitt (70,1 Prozent), die Quote der Fünf- bis 14-Jährigen mit 98,4 Prozent knapp darunter (98,6). Hingegen befindet sich jeder fünfte 15- bis 19-Jährige nicht in Ausbildung, womit Österreich im OECD-Vergleich im hinteren Viertel platziert ist (Ö: 79,4 Prozent, OECD: 82,1). Ebenfalls unter dem OECD-Schnitt liegt der Anteil der 20- bis 29-Jährigen im Bildungssystem (Ö: 23,2; OECD: 26,0).

BESCHÄFTIGUNGSCHANCEN: Mit höherem Bildungsstand steigen die Chancen auf einen Job: Die Beschäftigungsquote der 25- bis 64-Jährigen klettert vom Sekundarbereich I (Pflichtabschluss) mit 64,1 Prozent (Männer) bzw. 50 Prozent (Frauen) auf 91,2 Prozent (Männer) bzw. 82,7 Prozent (Frauen) bei einem Hochschulabschluss.

KLASSENGRÖSSE: Die durchschnittliche Klassengröße lag 2009 in Österreich in der Volksschule bei 18,9 Kindern (OECD-Schnitt: 21,4) und im Sekundarbereich (Hauptschule, AHS-Unterstufe) bei 22,6 Kindern (OECD: 23,7).

BETREUUNGSVERHÄLTNIS AN SCHULEN: Vergleichsweise weniger Schüler als im OECD-Schnitt kommen in der Volksschule und in der Sekundarstufe auf einen Lehrer. Im Primarbereich treffen auf einen Pädagogen 12,6 Schüler (OECD: 16), in der Sekundarstufe 9,9 Kinder (OECD: 13,5). Allein im tertiären Bildungsbereich liegt das Verhältnis über dem Durchschnitt: Hier kommt ein Lehrender auf 15,6 Studenten (OECD: 14,9).

UNTERRICHTSZEIT - SCHÜLER: Kürzer als ihre Kollegen in den anderen Industriestaaten mussten Österreichs Sieben- bis Achtjährige 2009 in den Klassen sitzen (690 Stunden jährlich gegenüber dem OECD-Schnitt von 749), ebenso wie die Neun- bis Elfjährigen (Ö: 766 Stunden, OECD: 793). Etwas länger ist hingegen die Pflichtunterrichtszeit für Zwölf- bis 14-Jährige hierzulande als im OECD-Schnitt (Ö: 913 Stunden, OECD: 873).

UNTERRICHTSZEIT - LEHRER: In der Volksschule standen österreichische Lehrer 2009 mit 779 Stunden genauso lange in der Klasse wie ihre Kollegen im OECD-Schnitt. Deutlich kürzer unterrichten die österreichischen Pädagogen jedoch im Bereich der Sekundarstufe I (Hauptschule, AHS-Unterstufe): Hier stehen sie 607 Stunden in der Klasse, während der durchschnittliche Lehrer im OECD-Schnitt 701 Stunden unterrichtet. Ähnlich sieht es in der Sekundarstufe II (AHS-Oberstufe, BHS) aus (Ö: 589 Stunden, OECD: 656 Stunden). Die gesetzliche bzw. vertragliche jährliche Gesamtarbeitszeit der Lehrer in Österreich ist mit 1.776 Stunden allerdings höher als im OECD-Schnitt (etwa 1.660).

LEHRERGEHÄLTER: Die Einstiegsgehälter für Volksschullehrer in Österreich lagen 2009 mit jährlich 30.998 US-Dollar (kaufkraftbereinigt) nur knapp über dem OECD-Schnitt (29.767 Dollar), das Höchstgehalt ist mit 61.390 aber deutlich höher als in den anderen Industriestaaten (48.154). Im Sekundarbereich I (Hauptschule, AHS-Unterstufe) lagen die Anfangsgehälter 2009 mit 32.404 Dollar knapp über dem OECD-Schnitt (31.687), das Höchstgehalt mit 63.781 erneut deutlich darüber (51.317). Ähnlich die Daten für den Sekundarbereich II (AHS-Oberstufe, BHS).

ANTEIL DER SCHÜLER AN PRIVATSCHULEN: In allen Altersgruppen liegt dieser unter dem durchschnittlichen OECD-Niveau. 5,6 Prozent der Volksschüler besuchten 2009 eine private Bildungseinrichtung (OECD: 10,5). Im Laufe der AHS-Unterstufe bzw. Hauptschule (Sekundarbereich I) saßen 8,9 Prozent in Privatschulen (OECD: 14,2), an Höheren Schulen (Sekundarbereich II) waren es 10,4 Prozent (OECD: 18,8).

STUDIENANFÄNGERQUOTE: Stetig gestiegen ist die Studienanfängerquote in Österreich. 2009 begannen 54 Prozent eines Altersjahrgangs (Männer: 48 Prozent, Frauen: 61 Prozent) ein Hochschulstudium, das ist ein Zuwachs von 27 Prozentpunkten seit 1995. Im OECD-Schnitt gingen 59 Prozent eines Jahrgangs 2009 an eine Hochschule - damit ist die Quote um 22 Prozentpunkte höher als 1995.

INTERNATIONALE STUDENTEN: Mit 15,1 Prozent wies Österreich 2009 hinter Australien (21,5 Prozent) und dem Vereinigten Königreich (15,3 Prozent) den höchsten Anteil internationaler Studenten an heimischen Hochschulen auf. Den Bärenanteil unter den ausländischen Studenten machten Deutsche aus, deren Anteil im Vergleich zum Jahr zuvor um zwei Prozentpunkte auf 34,7 Prozent gestiegen ist. Weitere große Gruppen stammen aus Italien (11,4 Prozent), der Türkei (4,4 Prozent) und Polen (2,8 Prozent).

HOCHSCHULABSOLVENTEN: In Österreich schlossen 29,3 Prozent eines Altersjahrgangs (Männer: 25 Prozent, Frauen: 33,7 Prozent) ein Hochschulstudium (Erstabschluss) ab, im OECD-Schnitt waren es 38,6 Prozent. Von 1995 bis 2009 sind die Abschlussquoten in Österreich um 19 Prozentpunkte gestiegen, im OECD-Schnitt um 18 Prozentpunkte.

AKADEMIKERQUOTE: 2009 lag der Anteil der Hochschulabsolventen an der Bevölkerung im Alter von 25 bis 64 Jahren in Österreich bei 19 Prozent (OECD-Schnitt: 30 Prozent). Hinter Österreich liegen damit nur die Türkei (13 Prozent), Portugal, Italien (je 15), die Slowakei, Tschechien und Mexiko (je 16). Das Spitzenfeld wird von Kanada (50 Prozent) angeführt. (APA)

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24 Postings
Kritzl
00
14.9.2011, 13:11
Bildungsvolksbegehren

Vielleicht wird ja was durchs Bildungsvolksbegehren http://www.vbbi.at/ weitergebracht?

Igor Gassner
00
14.9.2011, 09:25
Wie gesagt es kommt nicht darauf an ob man Akademiker produziert

sondern welche. Die Hochschulen sind die Ausrede der Wirtschaft um die Leute vom Arbeitsmarkt fern zu halten das ist alles.

Organisationen wie die OECD sind im Kern von den banken kontrolliert die ihre Art vonm Wirtschaft als die einzig gültige durchzusetzen versuchen, wenn die UNO und int Org etwas sagen kann man getrost noch mal darüber nachdenken

Sogenet
10
14.9.2011, 07:25
Glaub keiner Statistk, die Du nicht selbst gefälscht hast.

D/E
00
14.9.2011, 12:52
ZUmindest sollte man Statistiken sich nicht von Leuten erklären lassen,

die sie offenbar nicht verstanden haben.

Das Mindestgehalt von Volksschullehrer/inne/n neben das höchste Lehrer/innen-Gehalt zu stellen (LPA -- Unterricht an Lehrerbildungsanstalten) zeugt von geradezu faszinierender Ahnungslosigkeit.

Die VS-Lehrerin wird in diese Höhen nie kommen.

Genauso könnte ich die Gehälter von Fernsehtechniker und promovierten Nachrichtentechnikern gegenüberstellen.

teiga wutz
00
13.9.2011, 23:04
das beweist nur eines .....

dass man mit statistik alles beweisen kann.

Naphtali
00
13.9.2011, 13:48
Das soll attraktiv sein?

Hab jetzt die Höchstgehälter der Lehrer runtergerechnet auf Monat und Euro:

Da kommt also irgendetwas knapp über 3.300 Euro raus - als Höchstgehalt. Das soll auch nur einigermaßen attraktiv sein? Dafür will man beim Personal Qualität bekommen?

Sam Deer
 
00
14.9.2011, 05:03

Dabei handelt es sich um das BRUTTO-Gehalt.

Abelaard
01
13.9.2011, 19:30

fragen sie doch einmal was ein akademiker im technischen bereich verdient, sie werden erstaunt sein aber nicht positiv, ich kenne einen tüchtigen maurer der auch in der freizeit nicht auf der faulen haut liegt, da würde mancher akademiker vor neid erblassen

Hardcoreboson
11
13.9.2011, 15:10
das ist alles kaufkraftbereinigt

und damit nicht direkt vergleichbar.

Mario Ahner
10
13.9.2011, 15:07

Ein AHS-Lehrer hat am Ende seiner Laufbahn mindestens 4.400.- brutto ohne Zulagen.

e22
21
13.9.2011, 17:04
Die

€ 4.400.- hat er als Pension.
Als Gehalt über € 6000.- + Zulagen + Ferien +...

D/E
00
14.9.2011, 12:54
Statt Blödsinn zu verbreiten, wäre die Lektüre der wirklichen

Gehaltstabellen im wirklichen Land Österreich zu empfehlen.

Guckst du hier: http://www.bsa.at/bmhs/cont... gehalt.htm

Trapos Volando
01
14.9.2011, 00:16

kann sein, dass das jene so gut trifft, die als lehrer in den 70ern eingestiegen sind und 45 lehrer waren. aber 1) ist das nicht die mehrheit (sie gehen vom mustermaxi aus), 2) ist das nicht die realität von heute.

also schüren sie nicht sinnlos neid.

und im übrigen: ich hab diesen sommer extrem viele handwerker beschäftigt, die kassieren die 5.000er für 2 Tage werkeln am liebsten schwarz und sind kaum zu bekommen...

ich würd meinen DR. gerne an den nagel hängen, wenn ich im monat schwarz mehr als 20.000 hinkrieg.

e22
10
14.9.2011, 09:59
Nur arbeiten

die Handwerker auch 14 Stunden pro Tag
statt 4 und haben auch keine 13 Wochen Ferien.

Und über das was einige Lehrer schwarz an Nachhilfe einstecken mag ich gar nicht reden.

D/E
01
14.9.2011, 13:09
Sollten Sie auch nicht,

denn für diese Anschuldigung gibt es kaum Anhaltspunkte.

Das Nachhilfe-Geschäft ist fest in der Hand einiger sozialer Vereine und sehr dubioser Sekten (wie etwa Scientology). Private Nachhilfe geben hauptsächlich Studierende.

e22
00
14.9.2011, 09:59
Nur arbeiten

die Handwerker auch 14 Stunden pro Tag
statt 4 und haben auch keine 13 Wochen Ferien.

Und über das was einige Lehrer schwarz an Nachhilfe einstecken mag ich gar nicht reden.

EricderRote
01
13.9.2011, 13:39
super

einfach noch mehr weitersparen, damit wir endlich den bildungsstandard von burkina faso erreichen , offenbar nur mehr dilettanten am werk

oargestory
02
13.9.2011, 13:37

"BILDUNGSSTAND: Der Anteil von Personen mit Matura bzw. Lehrabschluss (Abschluss Sekundarstufe II) an den 25- bis 64-Jährigen stagniert seit 1997 in Österreich bei 63 Prozent (OECD-Schnitt 2009: 44 Prozent).

Dast ist, meiner Meinung nach, wirklich das traurige. Nur 63% der Menschen in Österreich haben eine Ausbildung, bzw. eine Matura? Das kann's doch aber wirklich nicht sein.

Jetzt neu: Kernschmelzkäse
02
13.9.2011, 12:41
Weiter

"Hingegen befindet sich nur jeder fünfte 15- bis 19-Jährige in Ausbildung"
-> Wirklich ??? Was machen die anderen 80% ??

"Ebenfalls unter dem OECD-Schnitt liegt der Anteil der 20- bis 29-Jährigen im Bildungssystem"
-> könnte aber auch daran liegen, dass unsere Leute nicht solange studieren, bzw. hängt das natürlich auch stark von der Quote ab, wieviele Leute generell den Tertiärbereich besuchen.

Harry Y.
 
00
13.9.2011, 19:32

"Jeder 5. ...." Sie haben's auch gemerkt: freut mich.

Jetzt neu: Kernschmelzkäse
00
13.9.2011, 12:34
ich interpretiere jetzt mal anders:

Bildungsstandard:
wir haben viel mehr Personen mit Berufsausbildung (Matura, Lehre) als im OECD-Schnitt, dafür weniger Hochschulabsolventen -> bei uns gibt es eine bessere Basisausbildung mit der man sehr gute Chancen am Markt hat, weswegen weniger weiter studieren

Beschäftigungschancen:
wie sieht hier der OECD-Vergleich aus ? Hat man anderswo vielleicht andere Chancen wenn man etwa "nur" Matura hat ? Wenn schon vergleichen, dann vollständig.

Klassengröße:
schaut ja net so schlecht aus. Aber vielleicht sollten wir auch hier auf die OECD-Quote hinarbeiten, wenn schon das das Maß aller Dinge ist ?

Privatschulen:
detto

D/E
00
14.9.2011, 13:16
Eine sehr einfache Erklärung für die Diskrepanzen

bei Akademikern und Schulabgängern wäre, dass in Ö. BHS-Maturanten Positionen erreichen, die anderswo als Akademiker-Jobs gelten.

Eine ganze Reihe Bachelor-Studien entsprechen in etwa unserer Matura. Das wird allerdings keiner der OECD so melden.

Sam Deer
 
00
14.9.2011, 05:17

Die Klassengröße ist ein Österreich-Schnitt, d.h. inklusive der relativ großen Anzahl von Dorfschulen mit einer Schülerzahl von 10 Kindern. Die Realität ist, dass in den meisten Klassen 25 und mehr Kinder sitzen.

Noch verzerrter ist die Aussage bei den Verhältniszahlen Lehrer-Schüler, da werden noch die Religions- und Werklehrer dazu gerechnet, von 13 Schülern in einer VS-Klasse kann der Großteil der VS-Lehrer nur träumen, die meiste Zeit hat er allein 25 Kinder zu betreuen; und das liegt erheblich über dem OECD-Schnitt.

Jetzt neu: Kernschmelzkäse
00
13.9.2011, 12:35
Fazit:

NUR die Akademikerquote zu vergleichen ist ein bisschen sehr naiv. Es kommt schon auch auf das Umfeld an.
Wenn es Länder gibt, wo es nur Akademiker und Hilfsarbeiter gibt (weil keine Fachausbildung), dann ist klar, dass wer eine Hochschule macht, um IRGENDWAS zu haben. Bei uns ist das aber dann doch ein bisserl anders.

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