Vorwurf

Nokia zahlt in Indien Sklavenlöhne

13. September 2011, 10:13

Fast um die Hälfte weniger als zum Leben notwendig

Die finnische NGO-Plattform Finnwatch schlägt Alarm. Einer am Dienstag veröffentlichten Studie zufolge zahlen Nokia und seine Zulieferer den Arbeitern ihrer Fabriken im indischen Chennai (Madras) Löhne, die fast um die Hälfte unter dem für den Lebensunterhalt notwendigen Niveau liegen. Der Großteil der von den Herstellungsbetrieben beschäftigten Arbeiter sind laut dem Bericht als Praktikanten eingestuft oder werden über Personalfirmen angeheuert.

70 Euro Durchschnittslohn statt 130

Der gezahlte Durchschnittslohn für die vom Marktführer Nokia beschäftigten Arbeiter beträgt laut Finnwatch umgerechnet 70 Euro, wobei in Indien 130 Euro als Mindestbetrag gelten, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Nokia beschäftigt in seinen Fabriken in Channai rund 11.000 Menschen. Der Großteil davon sind einfache Arbeiter. Bei den leitenden Angestellten zahlt Nokia dem Bericht zufolge vergleichsweise hohe Löhne. Außer Nokia wurden deren Zulieferer Salcomp, Flextronix und Foxconn von Finnwatch unter die Lupe genommen. Deren Arbeiterlöhne liegen teilweise sogar noch unter den von der Hauptfirma gezahlten. (APA)

Kommentar posten
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zweiradler1
00
20.9.2011, 09:39
Gewekschaft

Das was ich sage... in diesen Ländern müssen die Gewerkschaften viel stärker werden. Die haben dort noch das vor sich, was wir schon hinter uns haben - der Aufstand der Gewerkschaften (Aufstände, Arbeitsblockaden etc...). Die internationale Vernetzung der Gewerkschaften fehlt völlig. Bei uns sind sie nur mehr darauf bedacht die Pfründe zu verteidigen anstatt dort echte Hilfestellungen zu geben und gemeinsam mit den Leuten auf die Strasse zu gehen... eine Frechheit einem Menschen nur 70€ zu bezahlen!!! Leider hilft da nichts wenn man sagt.. "na gerne zahl ich 5€ mehr fürs Handy, damit der arme Kerl es dort erhält" - diese Marie wandert in die Säcke der ohnehin betuchten...

Perkun
12
19.9.2011, 21:35
Kein Unterschied

Ob Nokia, Shell, Eon, Philips oder andere.
Der Bürger wird betrogen, exploitiert, ausgebeutet oder abgezockt.
Sie sind ohne Ausnahme alle gleich.
Die Politiker mitgezählt.
Das sind die grösste legal gesetzliche Kriminellen.

E Pie
 
00
4.10.2011, 19:11
na ja als politiker brauchst du später

einen hafen...

Perkun
10
19.9.2011, 21:29
Ausgebeutet

Ein Grund mehr um keinen Nokia mehr zu kaufen

Kompromissloser Querdenker
00
21.9.2011, 12:56
aha

und welche "ethisch einwandfreie" marke würdest du dann empfehlen?

Nr.3645
00
20.9.2011, 19:19

klar, die anderen sind viel besser...apple zb?

CouchDB
01
15.9.2011, 17:59
Ja selber Schuld Nokia.

"Gute" Unternehmer lagern doch die Fertigung an Foxcon aus.

*=Square=*
00
15.9.2011, 09:50
jetzt wissen wir warum Nokia...

...immer noch viel Geld mit billigen Handys/Smartphones verdient.

Wenn man mal die rund 11.000 Menschen in nur einer Fabrik hernimmt und ausrechnet was Nokia mit den 60 € weniger Bezahlung pro monat an Geldern spart dann kommen wir auf 660.000 €, das wären im Jahr dann 7.920.000 € bei nur einer großen Fabrik die mit ganzen menschenmassen Massenware herstellt. Ein Angestellter in Europa würde wohl gut mindestens 15x mehr verdienen, kein Wunder das es in Europa immer weniger Firmen für solche Arbeiten gibt wo nicht alles zu 100% stimmen muss.

Kaffeeschlürfer
02
16.9.2011, 10:44
die Summen die in Indien ...

bei der Produktion eingespart werden, werden in Europa an die CEO´s ausbezahlt ...
Sonst hätten die Bonzenmanager keine 1mio. oder mehr Jahresgagen ... also ... hmmm ...
Im Grunde berauben genau diese CEO´s die Inder ...

Sägnüt
 
00
15.9.2011, 16:08
Ein großes Problem ist,

dass die niedrigen Gehälter zwar als Einstieg als in Ordnung gelten, Steigerungen bzw. Übernahmen als Festangestellte aber sehr spät kommen, und damit auch die Lebensplanung beeinträchtigen.
Bei anderen Firmen (Hyundai nahebei, Suzuki nahe Delhi) erhalten Arbeiter nach 10 Jahren ca. 500€, so lange Betriebszugehörigkeiten gibt es hier aber noch nicht.
Das Werk und die Zulieferwerke sind zudem reine Fertigungsanlagen (Netzteile, Gehäuse...), die unqualifizierte Arbeit ist auf Dauer frustrierend.

Weiters ist die regierungsnahe und von dieser geförderte Gewerkschaft kompomissbereiter als andere, und das Streikrecht in Indien eher beschnitten.

Sägnüt
 
00
15.9.2011, 15:34
Es sind aber nur die 20% (meist ungelernten)Leiharbeiter, die 70€ im Schnitt verdienen. Gesetzlicher Mindestlohn liegt in der Region bei 56€.

Die anderen verdienen zwischen 77 und 186€.
2 Zimmerwohnung im Vorort kostet 45€, das teilen sich mehrere, macht dann 10€. Exorbitant hoch sind die Ausgaben mit 32€ für Essen, trotz 6 Tagen freiem Kantinenessen (2xtgl).
Andere pendeln mit dem Firmenbus 1-3h aus dem Dorf zur Arbeit, ob deren Ausgaben ähnlich hoch liegen, ist nicht klar.
Es wurden auch nur 100 Leute befragt (von 4 Firmen mit 23.000 Beschäftigten), und auch die Firmen selber.
Vor allem ist unklar, wie ein vernünftiges Gehalt in dieser Region tatsächlich aussieht. Die Befragten wünschen sich 150-240€ für Wohnung, Heirat und Familie.
AUf welche Gegend sich die im Artikel genannten 130€ beziehen, ist auch unklar, für die betroffene wäre das offensichtlich ein gutes Gehalt.

FabulousX
00
14.9.2011, 17:55
Eine Frechheit

Nur fürchte ich, wenn man Elektronik kauft, kommt man kaum drum rum, dass man selbst seinen Beitrag zu dieser Ausbeuterei leistet.

E Pie
 
00
4.10.2011, 19:16
Fair trade auch bei der elektronik...

ich hab mein letztes handy vor 8 jahren gekauft (sonyericsson) akku ect. alles funktioniert noch tadellos.
nur die klappe ist ein wenig leichtgängig...

Kompromissloser Querdenker
01
21.9.2011, 12:57
das gilt wohl mitlerweile für fast alle produkte

es sollte auch für Nicht-Lebensmittel-Produkte sowas wie ein Fair Trade Zertifikat geben

gerhard maierhofer
03
14.9.2011, 15:13
aus der "presse"

Nokia beschäftigt in seinen Fabriken in Channai rund 11.000 Menschen. Der Großteil davon sind einfache Arbeiter. Bei den leitenden Angestellten zahlt Nokia dem Bericht zufolge relativ hohe Löhne, wobei diese einem Vergleich mit Europa nicht standhalten können. Positiv wird erwähnt, dass Nokia sehr wohl auf Bedürfnisse seiner Belegschaft eingeht und auch die Gründung einer Gewerkschaft zugelassen hat.

Außer Nokia wurden die Zulieferer Salcomp, Flextronix und Foxconn von Finnwatch unter die Lupe genommen. Bei diesen liegen die Löhne noch unter den von Nokia gezahlten. Außerdem sollen die Arbeitsbedingungen dort schlechter sein als beim finnischen Handyproduzenten.

E Pie
 
00
4.10.2011, 19:25
diese prekären arbeitsverhältnisse...

sind oft der grund warum chin. familiwn irrsinnigen druck auf ihre kinder ausüben zu lernen. in china arm zu sein ist nicht nur eine schande sondern brutal hart. in den fabriken arbeiten viele landeier ohne gute ausbildung aber auch viele junge die nach ihrer ausbildung auch ein praktikum benötigen...
falls die controller von apple und co dann erscheinen werden die kulissen geschoben. zu erwarten das sich ein chinese beschwert ist so gut wie ausgeschlossen und das wissen auch die manager...

gerhard maierhofer
00
14.9.2011, 15:12
aus der presse:

h.von xiberg
00
14.9.2011, 07:06
keine falschen mitgefühle bitte

denn ...
bis gut 2020 überholen die chinesen die amis als 1. wirtschaftsmacht ... und bis 2050 sind dann die inder die ersten!
und dann arbeiten wir um diese löhne, und wir werden froh sein überhaupt noch einen job zu haben!!!

Kaffeeschlürfer
00
14.9.2011, 13:35
...

so ein Schmarrn ...
2013 geht die Welt ohnehin unter *lach*

Reece384
00
14.9.2011, 11:07
Ich befürchte

du könntest recht haben.

Der Q
04
14.9.2011, 01:48
nix neues

nokia ist da nicht allein, damits bei uns billig ist muss ein anderer versklavt werden, ob das nun bei kleidung, technik, lebensmitteln und weiss der geier ist macht doch keinen unterschied

so ein nike schuh kost bei uns 150 euro, die werden in china und taiwan hergestellt, was bekommt dort wohl der angstellte sklave, hhm

was verdient der kaffeebauer nochmals, was kost 1kg bei uns ?

der reisbauer, minenarbeiter, etc

macht euch keine illusionen, unser reichtum ruht auf ausbeutung anderer, jeden steht es frei sachen made in austria zu erwerben, aber die kann man sich halt net leisten

BBC
02
14.9.2011, 13:59
Einspruch

da geht es nicht im billige Produkte sondern um Gewinnmaximierung.
Der Konument zahlt nicht zuwenig...der Preis ist schon in Ordnung für z.B € 150.-/Schuh.
Die Frechheit sind nur die niedrigen Lohn/Herstellungskosten.

Ein bekannter Smartphone Hersteller hat für sein Produkt Herstellungs und Vermarktungskosten für ein Gerät €35.- im Direktvertrieb seiner Shops hat er eine VK von ca. über € 600.-

Die Spanne ist mit nichts zu rechtfertigen eine Sauerei gegenüber den Arbeitern und seinen Kunden.

Piece of Cake
00
29.9.2011, 16:26
Cost of parts ungefähr 200 Dollar

...für Smartphones:

http://gizmodo.com/5574423/1... cost-18751

Dazu kommt noch Arbeit und Shipping und Handling.

Reece384
00
14.9.2011, 11:08
fragt sich wie lange noch

denn irgendwann könnten wir zu sklaven werden.

und wieso?
00
14.9.2011, 07:48
traurig aber wahr...

this is how we do it

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