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vergrößern 600x399Anreise: Am besten mit dem Auto quer durch Deutschland, dann mit Fähren von Scandlines z. B. vom norddeutschen Rostock nach Trelleborg: mit Pkw und vier Personen pro Strecke ab 94 €. Oder mit Finnlines von Travemünde nach Malmö ab 60 €. Weitere Infos: www.smaland.com, Visit Sweden, Michaelisstraße 22, 20459 Hamburg, Tel.:0049/40/325 513 10, (auch zuständig für Österreich). Es gibt kein Lieferboot, das die Eilande abklappert und Alltagsbedarf vorbeibrächte. Gleichwohl gehört zur Insel ein Schlauchboot mit Außenborder, mit dem man zum Festland übersetzen und Einkäufe machen kann. Praktisch ist die Ostsee oft zu rau dafür.
vergrößern 540x405Hamnö liegt im sogenannten Schärengarten von Västervik südlich von Stockholm. Nächstgelegene Ortschaft ist Loftahammar (45 Bootsminuten), die Siedlung Flatvarp ist 15 Bootsminuten entfernt. Die Insel bietet Platz für bis zu zwölf Personen und wird nur als Ganzes vermietet. Eine Woche ab 1450 €, in der Hochsaison von Mittsommer bis zum Ende August 1950 € beim Ferienhausvermittler Sweeds (Tel.0046/705 720 222). Wegen der großen Nachfrage ist es ratsam, schon jetzt für den kommenden Sommer zu reservieren.
vergrößern 600x448Ferienhäuser in Schweden auf Selbstversorgerbasis vermieten auch folgende Anbieter: www.ferienhaus-schweden.de; www.fewo-direkt.de

Das Ferienhaus ist mit allem ausgestattet, was üblicherweise dazugehört - und in Handarbeit funktioniert. Denn der über ein Solarpaneel an der rückseitigen Hauswand produzierte Strom reicht allenfalls für eine Lampe, nicht aber für ein Küchengerät. Kühlschrank und Herd werden mit Gas betrieben. Alle Vorräte für den Aufenthalt müssen mitgebracht werden. Dazu zählen etwaige persönliche Medikamente genauso wie aller Speis und Trank, aber auch Feuerzeug und Kerzen. Leitungswasser gibt es nicht. Die Handpumpe im Hof fördert Wasser, mit dem man sich waschen kann. Abgekocht ist es trinkbar, jedoch unappetitlich rötlich. Deshalb: lieber auch reichlich Mineralwasser mitbringen.
Der Mann ist ein Störenfried. Seinen Namen weiß keiner. Er sagt nichts, will nichts, er fährt einfach am Morgen des vierten Tages in gut 300 Meter Entfernung an der Insel vorbei. Er navigiert sonst wohin, interessiert sich nicht für die Menschen am Frühstückstisch auf der Veranda, Knäckebrot und Räucherlachs, das Haus, den mitgereisten Hund. Aber er bringt längst vergessenen Krach mit, etwa zwei, drei Minuten lang - zum ersten Mal Sound aus der Zivilisation seit einer halben Woche. Dann ist er mit seinem Boot wieder außer Hörweite.
Der Außenborder des Unbekannten ist das erste Geräusch aus der Gegenwart, das auf der Robinson-Insel Hamnö in den Schären weit draußen vor Loftahammar ankommt. Ansonsten existiert sie weit außerhalb der Zeiten, inmitten größter Ruhe, fernab aller Hektik.
Rund 1000 Inseln gibt es hier gut 200 Kilometer südlich von Stockholm, etwa 150 Kilometer nördlich der Küstenstadt Kalmar - manche einen Steinwurf voneinander entfernt, andere durch ein paar Hundert Meter Wasser getrennt. Zwischen ihnen schwappt die Ostsee, pustet der Seewind, tuckert nur ab und zu mal ein Fischerboot vorbei. Auf manchen dieser Eilande breiten sich nichts als Flechten und Moose aus, wuchert Heidekraut zwischen den Felsen. Auf anderen recken sich ein paar Tannen und Birken in den Himmel, und ab und zu zerrt der Seewind an Wipfeln und Stämmen. Auf wieder anderen stehen ein paar blutrot getünchte Holzhäuschen.
Die wenigsten sind dauerhaft bewohnt, fast alle werden nur als Sommerhäuschen genutzt - und manche vermietet: Hamnö ist so ein Fall, eine Robinsoninsel von 40.000 Quadratmetern, die - das macht sie so besonders - nur komplett vergeben wird. Mit dem Bullerbü-Wohn- und einem Bootshaus. Und mit ein paar kleineren Nebengebäuden dicht beieinander neben dem Fahnenmast auf dem höchsten Punkt des Eilands. Ohne fließendes Wasser, mit Gasherd, gasbetriebenem Kühlschrank, mit Kamin im Wohnzimmer, dem Plumpsklo achtzig Meter hinterm und mit Pumpe vorm Haus. Strom gibt es nicht, außer die Sonne hilft aus und speist einen schwächlichen Akku im Hof.
Dafür, dass Teilzeit-Robinsons mitsamt Reisegepäck und sämtlichen Vorräten für ihren Urlaub auf die Insel gelangen, sorgt Freitag. Er heißt in Wirklichkeit Mike, wohnt auf dem Festland und ist gleichwohl die gute Seele von Hamnö. Wer Rat oder Tat braucht, ruft ihn über Handy an - so lange der Akku noch Saft hat. Freitag-Mike hat ein flottes Boot, besorgt den Transfer von Loftahammar aus in 45 Minuten oder von Flatvarp in nur einer Viertelstunde. Und wenn es sein muss, hat er auch einen Haustürschlüssel fürs gut achtzig Jahre alte Feriendomizil mit der frisch renovierten Veranda parat. Aber den braucht hier draußen eigentlich niemand. Denn normalerweise ist alles immer offen.
Neuankömmlinge überlegen sich erst noch regelmäßig Verstecke fürs Geld, den Fotoapparat und den Zündschlüssel des gegen Ende des vorigen Lebens auf dem Festland geparkten Autos. Am zweiten Tag sagen sie sich "Was soll's?" und lassen alles offen liegen, wenn sie zum Baden an die flache Bucht auf der Inselrückseite spazieren. Und am dritten Tag lassen sie sogar die Türen offen stehen, wenn sie zum Bootshaus gehen, das inseleigene Schlauchboot klarmachen und einen Nachmittag lang immer nah an der Küste Hamnös entlangpaddeln und Trapper spielen. Hier ist nur, wer hierher gehört. Durch Zufall schaut niemand vorbei.
Und tatsächlich kann selbst eine so kleine Insel unwegsam sein und Geheimnisse wahren: Das nördliche Drittel ist so dicht bewachsen, so zerklüftet, dass nicht einmal Pfade hineinführen. Das Wellenrauschen ist allgegenwärtig, die Luft schmeckt nach Salz. Aber es fehlt das Geschrei von Möwen, sogar der Geruch nach Seetang. Hamnö ist inmitten der Natur und fühlt sich gleichzeitig an wie außerhalb der Welt.
Dafür imitiert der Pumpschwengel einen Esel. Wann immer man ihn auf und ab bewegt und rostrotes, aber sauberes Wasser aus der Erde hebelt, macht er einen Ton, der wie "i-a, i-a" klingt. Was für Tiere hier leben? Wahrscheinlich nur ein paar Hasen.
Vermietet wird Hamnö erst seit gut einem Jahr. Seit die Besitzerin nach Göteborg gezogen ist und die Familie nur noch ab und zu selbst die Ferien hier verbringt, bietet sich das an - auch deshalb, weil immer mehr Skandinavien-Urlauber solche kuriosen Quartiere suchen und sich nicht daran stören, dass noch kein Designer das Haus überplant hat, Besteck und Geschirr zusammengewürfelt sind und Sofadecken vor ein paar Jahrzehnten der letzte Schrei gewesen sein dürften. Was zählt, das ist diese besondere Rückzugsmöglichkeit, ist dieses Robinson-Experiment selbst: mein Haus, meine Insel, mein (Schlauch-)Boot.
Auf dem Gartengrill oder am Gasherd zaubert Familie Robinson aus mitgebrachten Zutaten immer neue Köstlichkeiten. Räucherlachs vom Fischer vier Inseln weiter südlich gibt es mit Honigmarinade, zum Brathering gibt es Salat mit selbstgepflückten Beeren, zum Steak über offenem Feuer gebratene Kartoffeln. Fast alles ist Altbekanntes, aber es schmeckt besser, wenn es mit einfachsten Mitteln zubereitet ist.
Und waren die Felsen anfangs nur etwas zum Darüberhinwegklettern, werden sie bald im Wechsel zu Tisch und Stuhl, irgendwann zu Gartenliegen. Der von der Eiszeit glattpolierte Granit vorm Haus wird sogar mit jedem neuen Tag scheinbar weicher. Moose werden immer gemütlicher, Polster und Liegestühle braucht niemand mehr. Die Natur selbst wird zum Zuhause.
Und noch eine Erkenntnis macht sich breit: Schuhe gehören in die Zivilisation. Robinson braucht keine. Auf den Felsen läuft es sich gut mit nackten Füßen. Die Teilzeitaussteiger ziehen sie nur noch an, wenn sie beim Beerensammeln durch stachelige Ranken staksen müssen - und wenn sie eines Tages wieder ins Boot von Freitag-Mike steigen, den nächsten Gästen Platz machen und zurück in ihr altes Leben übersetzen müssen. (Helge Sobik/DER STANDARD/Printausgabe/10.09.2011)
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Selbst in der Hauptsaison bekommt man ganze Häuser für ähnlich viele Personen bereits um die Hälfte - aber MIT Strom und zumindest grundlegenden zivilisatorischen Annehmlichkeiten.
Aber offensichtlich gibt es echt Leute die der Meinung sind, dass das Vorhandensein eines Plumpsklos kein Mangel sondern sogar einen geschmalzenen Aufpreis wert ist.
Boboismus in Reinkultur...
Nur meine Meinung.
mit gigantischen fotos:
http://thailandmagic.com/Trang-Thailand.html
nicht direkt mit Thailand vergleichen.
Beide liegen in völlig unterschiedlichen Klimazonen.
Mögen kann man trotzdem beide.
Ich kenne beides und kann auch dem einen, wie dem anderen etwas abgewinnen, aber Thailand schlägt Skandinavien sich nicht um Längen, ausserdem sprechen Sie von Hotel und Beach. Im Bericht geht es eher um Selbstversorger-Häuser auf einsamen Inseln.
Kennen Sie beides, um das eine über das andere zu stellen?
ach, da gibts längeres: http://www.telegraph.co.uk/technolog... conds.html
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