Studiengebühren

Rektoren warnen vor einer Spaltung in teure und billige Fächer

12. September 2011, 17:36
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    foto: standard/corn

    Luxuriösen Einzelunterricht - hier eine probende Studentin an der Musik-Uni Wien - könnte man für Nicht-EU-Bürger durchaus kostendeckend anbieten, meint der Wissenschaftsminister.

Die Unis sollen selbst Studiengebühren einheben dürfen - Von Nicht-EU-Bürgern gern auch höhere - Das wollen aber gar nicht alle

Wien - Es klingt verführerisch, Studiengebühren selbst einheben zu dürfen. Uni-Autonomie leben. Die überlaufenen Fächer teuer machen und diejenigen mit freien Kapazitäten billiger - und schon wechseln die schwerfälligen Studierendenströme ihre Richtung. Von Nicht-EU-Bürgern könnte man vielleicht sogar deutlich mehr als die staatlich verordnete Höchstgrenze von 500 Euro pro Semester verlangen. Vor allem in der Luxuskategorie der Musik-Unis, wo exquisite Solisten-Ausbildung derzeit noch extrem günstig erworben werden kann.

Verführerisch? Oder das Gegenteil? Die Zukunftsvorstellungen, die Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle am Sonntag in der ORF- Pressestunde ausgemalt hat, gefallen nicht allen Rektoren.

Unis, Fächer, Nationen

"Von autonomen Studiengebühren halte ich überhaupt nix", sagt der Rektor der Uni für Musik und darstellende Kunst Wien, Werner Hasitschka - anders als WU-Rektor Christoph Badelt, der sie "befürwortet". Das so lukrierte Geld würde nur ein paar Prozent seines Budgets ausmachen, aber "einen haltlosen Wettkampf und ein höchst kompliziertes Gebührensystem, gegliedert nach Unis, Fächern und Nationen, zur Folge haben", warnt Hasitschka im Gespräch mit dem Standard: "Das würde zu einem bildungspolitischen Entsolidarisierungskahlschlag führen", prophezeit er. Wenn, dann müsste es einheitliche Studiengebühren geben, abgefedert durch stabile Stipendien.

Auch die Vorstellung, dass es künftig billigere und teurere Studienfächer geben könnte, irritiert den Rektor der Musik-Uni: "Da droht neoliberaler Wahnsinnswettbewerb von Fach zu Fach."

Der Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), TU-Graz-Rektor Hans Sünkel, warnt im Standard-Gespräch ebenfalls vor unerwünschten Nebenwirkungen autonomer Studiengebühren. "Es kann sicher nicht so sein, dass wir für die von der Wirtschaft besonders nachgefragten MINT-Fächer - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik -, die aber von den Studierenden, insbesondere Frauen, derzeit nicht übermäßig gern belegt werden, fast gar nichts einnehmen dürfen, um sie ,billiger' anzubieten, in der Hoffnung, dass mehr Leute kommen."

Ausgleich für "billige" Fächer

Für jene Unis, die diese Fächer anbieten, müsste es dann "Ausgleichszahlungen vom Bund oder von der Wirtschaft geben", fordert der Rektorenchef. Außerdem pocht er darauf, dass die laufende "MINT-Initiative" vom Bund unbedingt verlängert werden müsse. Bis Ende 2012 sollen 40 Millionen Euro ausgeschüttet werden - aufgeteilt auf MINT- und Massenfächer, wie ist aber noch offen.

Eine Uni, die aufgrund ihres spezifischen Angebots quasi einen markttechnischen USP (unique selling point) hat, ist die Montan-Uni Leoben. Auch ihr Rektor Wolf Wegscheider relativiert die künftig mögliche Freiheit zur Einhebung von Studiengebühren im Gespräch mit dem Standard: "Man darf nicht vergessen, das ist in erster Linie ein Vehikel, das vielleicht Bewegung in die Koalition bringen soll - aber auch mit 500 Euro Studiengebühr wird kein Rektor reich." Bei Studierenden aus Schwellenländern würde er "sowieso sofort auf die Einhebung verzichten". Nicht nur aus entwicklungspolitischen Gründen, "auch mit einem gerüttelt Maß an Selbstsucht der Republik Österreich, denn diese Länder sind Rohstoffländer und eine riesige Chance, wenn sie ihre Experten bei uns ausbilden". Die größte Gruppe aus Nicht-EU-Ländern in Leoben kommt aus China, derzeit 60 Studierende.

"Interessant und spannend" nennt Gerald Bast, Rektor der Uni für angewandte Kunst Wien und uniko-Vizevorsitzender, Töchterles "erfrischenden Vorschlag" für variantenreiche Studiengebühren - allerdings nur für Nicht-EU-Bürger, wie er im Standard-Gespräch betont. Von diesen könnte man "vielleicht sogar im hohen Bereich" Studiengebühren verlangen, "weil es durchaus Staaten und Studierende gibt, die keine sozialen Probleme haben, sondern die in Österreich Qualität suchen".

Eine innerösterreichische Differenzierung zwischen den einzelnen Unis oder sogar Fächern lehnt Bast als "nicht sinnvoll" ab - vor allem unter dem Aspekt, dass die Studiengebühren ja kein "notwendiges Instrument" für die Unis sein, sondern Einnahmen bringen sollen für "zusätzliche Investitionen im Studienbetrieb. Die ausreichende Finanzierung der Unis muss ja vom Staat gesichert sein."

Das sieht auch Eva Blimlinger so. Die designierte Rektorin der Akademie der bildenden Künste stößt sich an Wissenschaftsminister Töchterles Formulierung: "Der Staat hebt keine Gebühren mehr ein." Die Universitäten könnten das in Zukunft im Rahmen ihrer Autonomie tun. "Die Unis sind der Staat, auch als autonome sind sie staatliche Unis." Blimlinger kritisiert, dass das "Problem Studiengebühr mit dem Begriff Autonomie camoufliert und einfach den nächsten zugeschoben wird - den Unis".(Lisa Nimmervoll, DER STANDARD, Printausgabe, 13.9.2011)

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Posting 1 bis 25 von 118
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musikstudentin
02
13.9.2011, 17:35
Musik ist auch ein Wirtschaftsfaktor

Und zum Schluss: Vielleicht kapiert auch mal jemand, dass eine Einrichtung wie die Wiener Philharmoniker, die Wiener Staatsoper etc. auch wirtschaftlich relevant sind - Stichwort Kulturtourismus. Der Artikel ist schon schlecht, aber die meistens Postings hier sind wirklich zum Vergessen (große Ausnahme: Loxoceles). Man sollte nicht immer gleich den Mund aufmachen (in die Tastatur hauen), vor allem wenn man keine Ahnung hat.

musikstudentin
03
13.9.2011, 17:31
.... und von wegen alle zahlungskräftig!

Von den 761 Studenten aus EU-Staaten kommen die meisten tatsächlich aus ärmeren Verhältnissen! Vor ca. vier Jahren wurde das Musikstudentenheim in der Johannesgasse aus Geldmangel geschlossen (es hätte renoviert werden müssen), was für viele ein echtes Existenzproblem darstellte. (Finden Sie mal in Wien eine preisgünstige Wohnung in der Sie acht Stunden täglich üben können!) Es ist wichtig, diese Studierende zu unterstützen und es wäre tragisch, wenn es finanzielle Hürden für sie gäbe. Wie man - wie schon zuvor gepostet - an den Namen auf der Philharmoniker-Homepage sehen kann, werden diese Absolventen in Ö gebraucht und sie haben bereits bei der Aufnahmsprüfung bewiesen, dass sie diese - zugegebenermaßen - teure Ausbildung verdient haben!

musikstudentin
01
13.9.2011, 17:21
Von wegen 80 Prozent ausländische Studenten...

Die Musikuni Wien hat 3078 Studenten, von denen 54 Prozent Inländer und 46 Prozent Ausländer sind. Genauer: 1671 Österreicher, 761 EU-Bürger, 646 Studenten aus Nicht-EU-Staaten. Letztere zahlen nach wie vor 363,36 Euro Studiengebühren! Die größte Gruppe der EU-Bürger sind Deutsche (288 Studenten, gefolgt von Ungarn mit 88 und Polen mit 49), die größten Gruppen aus Nicht-EU-Staaten sind Koreaner (148 Studenten) und Japaner (104 Studenten). Alle diese Zahlen sind für jeden auf der Homepage der Musikuni Wien www.mdw.ac.at sichtbar!

Johannes Benn
20
13.9.2011, 11:54
.

man sollte die erhebung von studiengebuehren nach laendern rational angehen: ostasiaten werden dringend gebraucht also keine studiengebuehrn fuer sie, man hat eh muehe genug sie dazu zu motivieren nach oesterreich zu kommen und nicht in die usa, nach england oder kanada. bestimmte andere laender sollte man als herkunftsort ehe nicht in betracht zeiehen und deshalb fuer leute aus diesen laendern sehr hohe studiengebuehren fordern

smea_gol
14
13.9.2011, 12:44

schön.
der braune schlick läuft bei diesem vorschlag quasi mit aus dem mund.

ein mensch der woanders geboren ist, ist also quasi entweder 1. , 2. oder 3. klasse.

kopfschütteln

Markus1975
00
13.9.2011, 11:45
also von einer Solisten Ausbildung zu sprechen

und dann zu velangen, dass dies an einer Hochschule gemacht werden soll ... Vielleicht bin ich da nicht mehr ganz auf der Höhe, allerdings ist mein Ansicht auch, dass nicht nur die Ausbildung von Leuten im Vordergrund steht, sondern eben auch die Forschung ... Und diesen Output zum Thema Forschung kann ich mir bei einer Solisten Ausbildung beim besten Willen nicht vorstellen, zumindest nicht für den Forschungsstandort Österreich ... Vielleicht könnte man die Gebühren an dem Vergleich Ausbildung und Nutzen für die Forschung festlegen ?

Loxoceles
11
13.9.2011, 12:12

Es gibt keine Ausbildung zum Solisten an den österr. Musikunis.

Es gibt in manchen Fächern künstlerischen Einzelunterricht. Das ist aber nicht viel anders als bei einem Chirugie-Unterricht oder Zahnarzt-Unterricht.

Der entsprechende Satz von Frau Nimmervoll ist nichts anderes, als Polemik. Schlecht recherchiert noch dazu.

karina becker
00
13.9.2011, 13:22
Es gibt keine Ausbildung zum Solisten an den österr. Musikunis.

Warum behaupten Sie etwas, was nachweislich nicht stimmt? Ich kenne zwei in Wien: Eine Freundin meiner Tochter hat Gesang studiert und ein Verwandter hat Orgel studiert. Und nein, nicht Lehramt. Also was soll Ihre Polemik? Und warum werfen gerade Sie der Redakteurin "Bildzeitungs-Niveau" vor?

Loxoceles
02
13.9.2011, 13:28

Dazu können Sie den gesamten diesbezüglichen thread etwas weiter unten lesen. Dort habe ich auch ausführlich erläutert.

karina becker
10
13.9.2011, 13:35

Sie erläutern leider nicht, warum Sie polemisch etwas behaupten, was man locker widerlegen kann. Sie behaupten: "Es gibt keine Ausbildung zum Solisten an den österr. Musikunis." Das ist falsch, ich kenne zwei Solisten. Und da die in ihren Jahrgängen nicht die einzigen waren, gibts noch mehr Solisten. Aber da Sie auch behaupten, Musikstudenten kämen aus armen Familien, gehts Ihnen wohl mehr um die Polemik und nicht um eine sinnvolle Diskussion.
Schönen Tag noch!

Loxoceles
01
13.9.2011, 14:36

Ich habe Sie doch danach gefragt, wo Ihr Orgelstudent als Solist tätig ist. Es gibt weltweit nur wenige Orgelsolisten.

Die Ausbildung an den Musikunis ist keine Solistenausbildung, wie hier im Artikel der Anschein vermittelt wird. Sie ist wesentlich breiter und zielt bei den Instrumentalstudien - das steht so in den Studienplänen - ganz besonders auf Ensembletätigkeit und insbesondere neuere Formationen ab.

Loxoceles
02
13.9.2011, 13:32

Ergänzung.
Was macht Ihr verwandter Orgelstudent heute hauptberuflich?
Reist er in der Welt als Orgelsolist herum? (Davon gibt es weltweit nur wenige...)
Hat er eine Stelle in einer Kirche? (Dann begleitet er vorwiegend...)
Unterrichtet er an einer Schule? (Dann ist das keine Solistentätigkeit.)

Loxoceles
02
13.9.2011, 12:19

Beispiel. Studienplan Instrumentalstudium der Musikuni Wien. Semester 1+2:

Zentrales künstlerisches Fach 1,2, KE (4)
Einführung in das Musikverstehen 1,2, PS (4)
Gehörbildung 1,2, UE (2)
Repetitorium allgemeine Musiklehre 1,2, UE (2)
Musikgeschichte 1, VO (2)
Musikgeschichte 2, KO (2)
Musikalische Akustik 1, VO (2)
Instrumentenkunde, VO (2)
Vokalensemble 1,2, EU (4)
Angewandte Musikphysiologie 1, VO oder
Atemphysiologie für Bläser, VO (1)
Klavier 1,2, KE (2)
Literaturstudium mit Solokorrepetitor 1,2, KE (1)

SWS: gesamt 25/27/28

Von 28 SWS sind gerade mal 4 Künstlerischer Einzelunterricht (KE) im Hauptfach, 2 weitere im Nebenfach Klavier und 1 Literaturstudium mit Solokorrepetitor.

Der gesamte Rest besteht aus normalen VO, UE, PS.

goldschmied van halen
00
13.9.2011, 10:19
wenn massenfächer teuer werden...

...kann ich nur jedem studenten empfehlen ein billigstudium zu inskribieren, sein wahlstudium über "freifächer" abzuarbeiten und taktisch günstig die studien zu wechseln um die beihilfen nicht zu verlieren.

da braucht der minister noch einiges an zusatzgesetzen um sein flickwerk zu lauffähig zu bekommen...

smea_gol
00
13.9.2011, 12:46

ach wa, da zahlen sie dann aliquot die lectures mit, oder auch pauschaliert nach.

am besten das macht gleich das finazministerium mit.
oder wir schaffen 100.000e verwaltungsjobs. pro student ein verwalter.. damit die studiengebühr auch richtig ankommt.

was diese sch...er im bmwf und in der uniko in der zeit leisten könnten, wo sie sich sinnlos den kopf darber zermartern wie man es jungen menschen möglichst schwer machen kann, eine tertiäre ausbildung zu b eginnen bzw. abzuschließen...

Loxoceles
03
13.9.2011, 12:56

Ihre "sch..." im bmwf stoßen sich daran, dass "dummerweise" die Interessen und persönlichen Begabungen der Studenten woanders liegen, als sie es in ihrer Top-Down-Planung gerne hätten.

Anstatt das vorhandene Potenzial der individuellen Interessen und Begabungen auszunützen, versucht man, die Leute in ein durch Ideologie/Wirtschaftsdiktat vorgegebenes Konzept zu pressen. Und wundert sich, dass das nicht funktioniert.

Die Gesellschaft ist ja nicht "einfach da". Sie entsteht laufend neu.
Für die Zukunft wäre es viel sinnvoller, die vorhandenen Potenziale/Begabungen weiter auszubilden und zu nützen (und dadurch automatisch die Arbeitsplätze der Zukunft zu schaffen), anstatt wie jetzt Planwirtschaft zu betreiben.

Loxoceles
43
13.9.2011, 10:09

Ein derart polemischer Satz ist einer "Qualitätszeitung" wirklich nicht angemessen, Frau Nimmervoll (nomen est omen?):

"Vor allem in der Luxuskategorie der Musik-Unis, wo exquisite Solisten-Ausbildung derzeit noch extrem günstig erworben werden kann."

Das hat nur mehr Niveau der Bild-Zeitung.
Schämen Sie sich!

peter kadlec
53
13.9.2011, 10:26

Was genau ist an dem Satz polemisch? Es ist ein Faktum, dass an den Musik-Unis nur noch circa 20% Österreicher studieren.
Die Asiatinnen und Asiaten (in erster Linie Japanerinnen) können locker 500.- EUR Studiengebühren zahlen! Die lachen darüber. Und die stellen an der Musikuni nicht nur "das Gros", sondern mehr als 80 (!) Prozent. An der Musikuni gehört eine österreichische Quote eingeführt.

Wos waaß i?
01
13.9.2011, 18:13
Über 80% - So ein Schwachsinn!

Offizielle Statistik der Universität für Musik und darstellende Kunst:

http://is.gd/kTCQ2J

Inländische Studierende: 1671
Aus anderen Eu-Staaten: 761
Aus Nicht-EU-Staaten: 646

Studierende gesamt: 3078

54% der Studierenden sind also aus Österreich - nicht unter 20%.

Bitte vorher nachlesen anstatt hier irgendwelche Fantasiezahlen zu posten.

Loxoceles
14
13.9.2011, 10:53

An den Musikunis findet kaum eine "exquisite Solistenausbildung" statt. Die Unterrichtsform "künstlerischer Einzelunterricht" stellt nicht per se eine Ausbildung zum Solisten dar, sondern ist schlicht eine Notwendigkeit des Unterrichts in diesen Fächern!

Für Musikstudien sind Aufnahmsprüfungen zu absolvieren, das wird verschwiegen.

Und so befindet sich eine "Luxuskategorie"? Was ist Luxus? Wo ist Luxus?

Ist es Luxus, dass es in einem Land wie Österreich, das wie kaum ein anderes auf Tourismus, Kultur-Tourismus und Vergangenheitsverkauf setzt, dass es in einem solchen Land ausgezeichnete Kunst-Studien gibt?
Wollen Sie die Basis für diese Branchen entfernen?
Scheuklappenoberflächlichkurzfristigdenken?

An den Musikunis gibt es keinen Luxus

peter kadlec
22
13.9.2011, 11:02
Was ist Luxus? Wo ist Luxus?

Es ist Luxus, dass es eine kostenlose Musikuni in Wien gibt, wo zu 80% Auszubildende aus dem Nicht-EU-Raum aufgenommen werden. DAS ist Luxus.
Und von Ihnen stammt die alberne Behauptung, folgender Satz im Artikel, der einfach nur der Wahrheit entspricht, habe "Niveau der Bild-Zeitung":
"Vor allem in der Luxuskategorie der Musik-Unis, wo exquisite Solisten-Ausbildung derzeit noch extrem günstig erworben werden kann."

Loxoceles
13
13.9.2011, 11:21

Ein Musikstudium ist für Nicht-EU-Bürger nicht kostenlos. War es nie.

Meine Behauptung war übrigens nicht, dass der Satz sprachlich das Niveau der Bild-Zeitung hätte. Meine Behauptung war, dass er inhaltlich und von der Polemik her das Niveau der Bild-Zeitung hat. Und das hat er auch.

An den Musikunis gibt es keinen Luxus und fast keine Solistenausbildung. Auch sind die Musikunis per se kein Luxus.

Leute, die wirklich international als Solisten tätig sind, erhalten ihre Spezialkenntnisse meistens im Privatunterricht bei ganz speziellen Lehrern und aus sog. Meisterkursen. Für all das zahlen sie selber (und nicht wenig). Nicht nur die Unterrichtskosten/Krusgebühren sind hoch, sondern auch die Reisekosten zu diesen speziellen Lehrern.

peter kadlec
11
13.9.2011, 11:47
An den Musikunis gibt es keinen Luxus und fast keine Solistenausbildung.

Es gibt in Österreich an den Musikunis fast keine Solistenausbildung? Wo bitte haben Sie diesen Blödsinn her? Selbstverständlich gibt es die.

Loxoceles
12
13.9.2011, 12:03

Es gibt an den Musikunis - ich sage mal von Sologesang, Konzertfach Klavier und Orgel abgesehen - keine fertige Ausbildung für eine anschließende hauptberufliche Tätigkeit als Solist!

Alle Studien für eine Lehrerausbildung sind keine Ausbildung zum Solisten. Die Studien für Komposition, Musiktheorie und Musikleitung sind keine Ausbildung zum Solisten. Detto die Studienrichtungen Tonmeister, Regie, Schauspiel etc.

Die Absolventen von Instrumentalstudien sind anschließend fast ausschließlich als Orchestermusiker oder in Kammermusik tätig. Das schließt zwar den einen oder anderen gelegentlichen solistischen Auftritt nicht aus - zur hauptberuflichen Solistentätigkeit reicht aber ein Musikstudium alleine nicht aus.

asta nielsen
21
13.9.2011, 11:37
An den Musikunis gibt es keinen Luxus und fast keine Solistenausbildung.

weiter unten schreiben SIE:
"Weltweit ist ein Musikstudium nur im künstlerischen Einzelunterricht möglich. Dazu gibt es keine Alternative."
Also was jetzt? Entscheiden sie sich!

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