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FP-Funktionär: "Weiß nicht, wie ein Jude fühlt"

12. September 2011, 17:30
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    Postings auf der Facebook-Seite von FP-Chef Strache. Ein steirischer FP-Jungfunktionär hat ähnliche Fans wie sein Vorbild "H.-C.".

Weiter Aufregung um Facebook-Seiten von Strache und steirischem FP-Jungpolitiker

Wien/Graz/Fohnsdorf - Die Aufregung um Hass-Postings auf der offiziellen Facebook-Seite von FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache hat, wie berichtet, kürzlich einen neuen Höhepunkt erreicht, als ein Strache-Fan anregte, man solle Ausländer mit dem Zug nach Mauthausen schicken (siehe Faksimile). Grünen-Parlamentarier Karl Öllinger schickte der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung, um die straf- bzw. medienrechtliche Relevanz der Kommentare beurteilen zu lassen.

Auch auf der Seite des FPÖ-Funktionärs Luca Kerbl in der Steiermark, der Strache auf seiner Homepage als politisches Vorbild angibt, nehmen sich radikale Fans kein Blatt vor den Mund. Kerbl ist Obmann des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) im Bezirk Judenburg und FPÖ-Spitzenkandidat für die Gemeinderatswahl am 25. September in der Pleite-Gemeinde Fohnsdorf. Der 20-Jährige will Bürgermeister der obersteirischen Stadt, deren SPÖ-Bürgermeister von einem Regierungskommissar abgelöst wurde, werden, um "endlich Vernunft und Ordnung" herstellen zu können.

Auf seiner Facebook-Seite widmet sich Kerbl dem Thema Islam und Moscheenbau, obwohl beides in Fohnsdorf nicht gerade von aktueller Brisanz ist. Seine Facebook-Freunde posten Nazisprüche wie "Arbeit macht frei", schimpfen über "offen jüdische" Zeitungen oder verlinken Neonazi-Songs - Kerbl lässt sie.

Kerbl selbst warnt vor einer "Umvolkung" durch den Islam. Vom Standard gefragt, ob er wisse, dass die Nationalsozialisten diesen Begriff geprägt haben, meint das Mitglied der Burschenschaft Corps Austria zu Knittelfeld: "Ich weiß schon auch, wo der Begriff herkommt, aber seither haben ihn trotzdem viele andere Politiker verwendet." Die Postings seiner Fans lösche er nicht, weil er für "Meinungsfreiheit" sei.

Kerbl ist auch gegen "islamische Zentren, und islamische Bäcker und Geschäfte, wie es sie in Wien gibt", weil dadurch eine "Parallelgesellschaft" entstünde.

Gefragt, ob er auch gegen koschere Fleischer und jüdische Bäckereien sei, mein der Jungpolitiker: "Es geht darum, wie sich einer fühlt, ob er sich als Österreicher fühlt." Ob er wisse, wie sich Juden und Muslime in Wien fühlen? Dazu meint Kerbl nur: "Ich weiß nicht, wie ein Jude fühlt, das weiß ich wirklich nicht."

Auf Straches Facebook-Seite dauerte es ein Monat, bis Aufrufe zum Mord an Künstlern und Muslimen gelöscht wurden. Auslöser war eine Anzeige des Wiener Werkstätten- und Kulturhauses (WUK), über das ein Strache-Fan postete, man solle es anzünden.(Colette M. Schmidt, DER STANDARD, Printausgabe, 13.9.2011)

Kommentar posten
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Skyland
61
15.9.2011, 12:09
kOMMENTARE

Liebe Presse, vielleicht sollte ein bisschen besser recherchiert werden, bevor sich so weit aus dem fenster lehnt und solche Behauptungen aufstellt! Scheiß Presse, bei euch hat wohl keiner nur einen Funken Nationalstolz und gehetzt immer nur gegen Rechts! Soviel zum Thema " Meinungsfeiheit". Danke für diesen qualitativ wertvollen Beitrag, ich gratuliere EUCH!!!!

Joerg Haider
11
16.9.2011, 18:46
was hat...

die cerebrale inkontinenz der rechten (fpö, bzö, nvp und co.) mit politischen meinungen zu tun? ist es etwa eine meinung, jemanden aufgrund seiner hautfarbe, seiner religion oder herkunft zu hassen? ist es eine politische meinung, den industriellen massenmord der nazis zu verherrrlichen/zu verharmlosen, wie es die rechten tagtäglich tun? ich denke, nicht!

Suffy
12
15.9.2011, 12:38

"gehetzt immer nur gegen Rechts"? Du nix Deitsch?

Kleinpo
13
14.9.2011, 14:17

Die FPÖ ist eine Parallelgesellschaft die mich ständig zuspamt.

denke
10
14.9.2011, 12:32

Wo ist die Zensur eigentlich strenger?
Bei den Effen oder im Standard?
Gibt es dazu Untersuchungen?

Klaus Bergmaier
17
13.9.2011, 23:44
Vor 100-200 Jahren sind hunderttausende...

...TschechInnen etc. nach Östereich gekommen und konnten zunächst auch kein Wort Deutsch. Deren Nachfahrn stellen heute zwei Drittel der Wiener (und einen guten Teil der sonstigen österr.) Bevölkerung. Im Telefonbuch sind Novak, Brtnik, Vislouczil, Tscherwizek, Galik, Prohaska, Cahloupek, Slavik, Wegrostek und Cerwenka ganz normale österr. Namen von Menschen, die ausschließlich Deutsch sprechen (und leider kein Wort Tschechisch). Die haben sich so gut integriert, dass sie sogar Mitglieder der NSDAP waren und heute die FPÖ wählen.
Warum soll dasselbe nicht auch in 50 Jahren mit den Baltas, Ok, Avdi, Bayram etc. der Fall sein?
Obwohl ich mir wünschen würde, dass die NICHT die FPÖ wählen...

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20
16.9.2011, 07:34

Sieh an. Da lobt jemand indirekt Luegers erfolgreiche Germanisierungspolitik.

Klaus Bergmaier
01
16.9.2011, 08:40
Nicht mal indirekt!

Denn es ist natürlich eine Schande und eine vertane Chance für viele, dass diese Zweisprachigkeit verloren gehen konnte. Heute bräuchten wir in Österreich dringend diese Sprachkompetenz. Aber leider kann bei uns des facto niemand Tschechisch.

Auf heute umgemünzt hieße das: kein muttersprachlicher Unterricht. Ist aufgrund der Sprachvielfalt unserer mitbürgerInnen mit Migrationshintergrund leider eh sehr oft der Fall, sollte aber unbedingt vermieden werden.

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00
16.9.2011, 13:25

Wäre die Zweisprachigkeit geblieben, hätte die Integration aber nicht funktioniert.
Gerade der massive Druck sich klar zur neuen Heimat zu bekennen hat ja zum tollen Integrationserfolg geführt.
Das hat man damals richtig gemacht.

denke
03
14.9.2011, 14:31

Vielleicht weil sie ihren Töchtern nicht verboten haben Österreicher zu heiraten?

totila39
01
14.9.2011, 09:21

in 50 Jahren heisst der FPÖ Chef Can Ötztürk.

FalscherProphet
01
14.9.2011, 10:36
...und wird genauso schäbig wie H.C. Strache sein -

nur provoziert der dann nicht mit Wehrsportgestik -
sondern eben mit einem Turban auf der Strohbirne usw.

Quatremère
03
13.9.2011, 18:48
Die Postings seiner Fans lösche er nicht, weil er für "Meinungsfreiheit" sei.

das könnte man ausprobieren, und dagegen posten. dann bin ich mal gespannt.

ordy
20
14.9.2011, 12:44

Was Meinungsfreiheit bedeutet, kann jemand der die Standard-Zensur gewohnt ist ja gar nicht beurteilen.

pago1
00
13.9.2011, 16:24
also ich wüßte da eine methode

wie er das nachfühlen kann

andreas weissnicht
71
13.9.2011, 17:28

Welche?
Als kleines Kind ohne Narkose und medizinische Notwendigkeit beschnitten werden, während ein Haufen religiöser Fanatiker in einen wilden Singsang ausbrechen?

Cool, oder?

Paulschneider
16
13.9.2011, 18:53

Echt eine Sauerei, die Brit, furchtbar unzivilisiert und abartig, tststs... Kann aber leider nicht mehr dazu schreiben, muss mich schnell mit meinen erwachsenen Akademiker-Freunden treffen, um ihnen mit einem Mensurschläger Wunden im Gesicht zuzufügen... Bis später...

andreas weissnicht
62
13.9.2011, 19:16

Sie befürworten es also, unmündigen Kleinkindern Schmerzen zuzufügen? Sie ohne deren Einverständnis zu operieren?

Was red ich da von operieren - einfach mit der Schere drangehen. Schauen Sie sich mal so ein Video an auf Youtube, hören Sie sich das Babygeschrei an, mit dem Blut, und den religiösen Idioten die stolz danebenstehen und singen.

Aber halt, ich bin ja böse, eine fremde Kultur zu beleidigen... ich wähle sicher FPÖ, gell?

Paulschneider
23
14.9.2011, 09:52

Ich merke, sie haben sich sehr ausgiebig mit der Brit auseinandergesetzt, sie ausführlich von allen Seiten und in all ihren Arten betrachtet und sogar audiovisuelle Unterstützung auf Youtube zur Vertiefung des neu erkundeten Themengebietes genutzt. Insofern bin ich Ihnen argumentativ unterlegen und muss leider meine intellektuellen Waffen strecken...

w.p. r
52
13.9.2011, 16:21
ok

also auf die frage wie sich juden und muslime in wien fühlen hat er geantwortet, er wisse nicht wie (sich) juden hier fühlen.

wo geht's hier zum skandal?

know your enemy
02
13.9.2011, 18:05
er weiß auch nicht wie sich andere wiener fühlen

und denkt dennoch, in ihrem namen sprechen zu können

HarryLocker
02
13.9.2011, 17:43

er weiss nicht wie "sie" sich fühlen, ich weiß leider manchmal nichtmal wie sich meine Frau fühlt ;-)

Hauptsache es bringt Stimmen, ein Aloch ist er trotzdem.

Liebe Grüße,
Herbert Locker

trollvottel
13
13.9.2011, 17:31

Durchaus ein Skandal: Er sagt offen heraus, dass er mit jüdischen Österreichern nichts anfangen kann und meint gar, diese seien so fremd, dass er ihre Gefühlswelt nicht nachvollziehen kann.

Erstens ist es lächerlich, die Lügen der Rassetheorie zu wiederholen und zu unterstellen, dass jüdische Mitteleuropäer irgendwie "weiß angemalte Nordafrikaner" oder genetisch völlig anders als die Restösterreicher seien; (und komm mir jetzt nicht mit den windigen Geschäftlmachern, die Interessierten ein "Judengen"-Zertifikat verkaufen ...); zweitens scheint er offen dafür einzutreten, dass man nichtarischen Österreichern die Unternehmensgründung Firmen verbietet.

FalscherProphet
01
13.9.2011, 17:24
Ich möchte mich ja nicht dauernd wiederholen,

nur weil sich FPÖ-Versteher wie der "w.p.r" hier wieder einmal dumm stellen:
http://derstandard.at/plink/131... 7/22873836

Es ist natürlich festzuhalten:
"Ein bissal" Antisemitismus gehört zur Parteilinie der Strache-FPÖ - das ist (seit dem Jörgl) Teil der Strategie mit der man möglichst oft in die Medien kommt.
Damit hält man sich weiters auch die Neonatsiwähler quasi "bei der Stange".

Zur kommenden Nationalratswahl wird es sicher wieder einen noch "saftigeren" Sager von irgendeinem FPÖ Krawall-Heini gegen (einen) Juden geben.

blasta
 
23
13.9.2011, 15:50

ich empfehle Hrn. Kerbl den besuch einer türkischen bäckerei. echt lecker was es dort so alles gibt :)
*schmatz*

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