Literaturfest "Sprachsalz"

Von der Sehnsucht nach Gegenwelten

Alexander Kluy , 12. September 2011, 17:18

Auch heuer bot das Tiroler Literaturfest "Sprachsalz" wieder Hochklassiges

Hall in Tirol - Hugo. Diesen Namen hörte man heuer während des dreitägigen Literaturfestivals "Sprachsalz" in Hall in Tirol immer wieder. Denn Hugo war gefragt. Und gesucht. Das Getränk gleichen Namens, ja jede Flüssigkeitszufuhr war auch bitter nötig angesichts der geradezu tropischen Temperaturen, die in diesem Jahr während der Lesungen nicht nur auf der Panoramaterrasse des Parkhotels herrschten.

Schon oft ist "Sprachsalz" sonnenverwöhnt gewesen, aber heuer staunte ob der Hitze selbst das Organisationskomitee um Heinz D. Heisl, Magdalena Kauz, Urs Heinz Aerni und Elias Schneitter, letzterer Beatnik ehrenhalber, gelingt es ihm doch immer wieder, die großen Wilden der US-Lyrik nach Tirol zu schleusen.

Dieses Fest der Literatur, auf dem "Salz zum Zucker wird", wie es der Autor Christoph Simon feinsinnig bei der Einführung des feinsinnigen Literaturspurenlesers Werner Morlang ausdrückte, bot auch im neunten Jahr stupende Überraschungen. Wo sonst in Österreich hat man schon Gelegenheit, einen Großen der US-amerikanischen Dichtung wie den 86-jährigen Gerald Stern aus New Jersey zu erleben, wo sonst die eminente Lyrikerin Anne-Marie Macarie zu entdecken, wo sonst mit Taras Prochasko einen gewitzten Schilderer der gegenwärtigen Ukraine zu erleben?

Sprachsalz sings

Und wo im deutschsprachigen Raum die dynamisch übersprudelnde schwarze Beatpoetin Maketa Groves aus San Francisco, die mit "Sprachsalz sings" nicht nur einen der treffendsten Sätze über dieses Festival prägte. Sondern die mit fulminanter Emphase ihre artistischen und engagierten Poeme las, und eine lyrische Hommage an den Jazzmusiker Miles Davis in Teilen sang.

Und wo sonst hätte man den unveröffentlichten Text Die Wasser von Kathrin de Vries aus Ostfriesland hören können, der so einfach daherkommt, dabei leicht spintisierend und abgedreht und hochavantgardistisch ist? Mit Urs Allemann tauchte man ab in die bis dato unbekannte Sprachwelt des Tölksch, mit Werner Morlang suchte man den fast vergessenen Feuilletonisten Victor Auburtin auf. Oder erklärt der kluge Gedanke des Auslandstirolers Norbert Gstrein, der erstmals bei "Sprachsalz" las und dafür sorgte, dass die feuerpolizeilich erlaubten Bestuhlungskapazitäten restlos ausgeschöpft wurden, den neuerlichen Anstieg der Besucherzahlen auf 3200? "Weil die Zeit endlich ist, gibt es die Sehnsucht nach Gegenwelten", meinte er während einer Gesprächsrunde am Samstagnachmittag.

Vielleicht hielt es das Publikum der 33 Lesungen (u. a. Irene Prugger, Christian Steinbacher sowie Angelika Reizer) und dreier Diskussionsrunden aber doch mehr mit dem in der Schweiz lebenden Russen Mikhail Schischkin: "Schreiben ist für mich das wichtigste Gespräch." Solche Gespräche sind selten so entspannt möglich wie in Hall. Um es mit Ohne Rolf zu sagen, dem pfiffigen, stummen Kabarettduo aus Luzern und in diesem Jahr einer der durchschlagendsten Erfolge bei "Sprachsalz": "Danke und auf Weiterlesen." (Alexander Kluy, DER STANDARD - Printausgabe, 13. September 2011)

thomas bernhard2
 
00
19.9.2011, 17:09
ja stimmt, das war eine gegenwelt

eine üblich üble gegen die welt.
danke - sie endete.

thomas bernhard2
 
00
19.9.2011, 17:06
aus salzburg angereist

traf ich auf einige amorph-lustige, eventgeschulte alltagsausbrecherln, künstler, die so unfassbar wichtig sich nahmen, deren sprache abgestumpft, phrasisch hauruckig, von hingestrudelten mechanismen strotzten, armseliger gähnauslösender leere voll, in den lokalen und ach ja draussen, so herrlich ungezwungen aufführten, wie kinder an einer hüpfburg tobten, sensoriumslos arabisches natowiderkäuten, hilfszeitwortig altklug von freiden sprachen, gstrein, das tat weh, sich feiernlassender popanz, die amis, so unverständlich murmelten, lyrik war das ? alle haben alles englisch, ami-inglisch , gebrabbelte verrenkungen verstanden, gejubelt.
mcdonald uniformiert, mieden sie die wenigen nicht locker pullovrigen. gespräche? wo denken sie hin...

A.B. Artig1
00
21.9.2011, 14:44

Nu, waren Sie nicht eingeladen?

thomas bernhard2
 
00
21.9.2011, 17:20
bin so blöd, wie man nur schreiben kann, war in andrem thema, ging über kehlmann,

xcuse....
war so dort, erlaubt ?

thomas bernhard2
 
00
21.9.2011, 17:18

.. danke für wortspende, hatte aber gebeten, andre vorzuziehen, wer , außer karamasov, hat schon 1x derartiges angeboten, sehr fein, mein ich,
muss eine sehr sympathische familie sein, mein ich..
lieber wink ihnen artiger, e. ...

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