Kernkraft in Europa

Zehn neue AKWs für Tschechien

12. September 2011 18:21

Prag will Atomstromquote mehr als verdoppeln

Prag - Tschechien möchte in den kommenden Jahren die Kernkraft massiv ausbauen. Laut Entwürfen des Ministeriums für Industrie und Handel soll der Anteil des Stroms, der aus Kernspaltung gewonnen wird, in den nächsten 50 Jahren auf 64 bis 80 Prozent gesteigert werden, berichten tschechische Medien. Derzeit beträgt der Anteil 30 Prozent.

Um die Quote zu erreichen, müssten bis zu zehn weitere Atomkraftwerke gebaut werden, rechnete die Zeitung Hospodarske Noviny vor. Das Land wäre dann eine "atomare Großmacht" wie Frankreich.

Das Ministerium für Industrie und Handel geht in seinen Analysen von einem stark steigenden Strombedarf in den kommenden Jahrzehnten aus, unter anderem auch wegen der Einführung von Elektroautos.

Erdgas spielt in den Überlegungen keine Rolle, genauso wenig wie Solartechnologie, die als nicht wettbewerbsfähig betrachtet wird. Stattdessen wird angeregt, die Braunkohleförderung in Nordböhmen auszubauen. Das könnte allerdings in der Bevölkerung auf massive Wiederstände stoßen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Zwei Gemeinden in der Gegend müssten für die Ausweitung der Produktion geräumt werden. Im Gegensatz zum Kohleabbau ist die Atomkraft in Tschechien weitgehend akzeptiert. Nur die Grünen sind dagegen. (red, DER STANDARD; Printausgabe, 13.9.2011)

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WoS2u
15.09.2011 20:56
Noch FRagen?

239Pu ist das am häufigsten produzierte Plutoniumisotop. Es hat eine Halbwertszeit von 24.110 Jahren und zerfällt überwiegend unter Abgabe von a-Strahlung in 235U. Der weitere Zerfall folgt der Uran-Actinium-Reihe, für natürliche Radioaktivität, die bei 235U beginnt. Zu einem Anteil von 3 x10-10 % tritt Spontanspaltung auf.239Pu wird zusammen mit angereichertem Uran zu MOX-Brennelementen verarbeitet. Die MOX-Brennelemente werden in Leichtwasserreaktoren und mit etwa zehnfach höherer Anreicherung der spaltbaren Isotope in schnellen Brütern verwendet

progo
14.09.2011 16:07
Grenznahe Kraftwerke

Die Kraftwerke sind wahrscheinlich in Grenznähe geplant, weil so wie Ö schon lange und D neuerlich in der Energiepolitik agiert, auf absehbare Zeit viel tschechischer Strom exportiert werden wird. Und kurze Transportwege helfen den Verlust zu vermindern.

Selbstverständliche werden sich dann die Weitsichtigen zu Demonstrationen gegen Tschechien, welches rücksichtslos KKW an der Grenze zu KKW-freien Ländern aufstellt, zusammenfinden. Sie werden sagen, dass sie es schon lange wissen und nur manch Verborte noch so blöd sind auf Kernkraft zu setzten.

Das Dumme ist, das wissen viele, sicher auch viele Politiker. Trotzdem kann man in Ö und D nichts dagegen machen.

Erstversuch
14.09.2011 10:13
Die grundlegende DIfferenz in der Sicht der Atonmkraftbefürworter und Atomgegner liegt ganz einfach daran:

Atomkraftbefürworter gehen von der irrigen Meinung aus, daß man dafür günstige und konstante Energieversorgung als Vorraussetzung für hehe Produktivität braucht.
Während die Ökos aus eigener Erfahrung WISSEN, daß man ohne auch nur einen Finger zu rühren sehr wohl großen Wohlstand anhäufen kann.

Andreas Mittermayer
14.09.2011 12:05
Zum zweiten Satz:

.
Wirklich? tun sie das?

Mir ist genau das Gegenteil bekannt!

Erstversuch
14.09.2011 12:13
Ach den Lebensstandard der Ökos in meinem Bekanntenkreis möchte ich mal haben

Leider sieht's so aus daß ich den nie haben werde weil ich mordsmässig von meinem Gehalt für unsinnige Subventionen abgeben muss.

Andreas Mittermayer
14.09.2011 12:27
Oje arm!!

.
Das tut mir leid!

Aber wenigstens haben Sie den Schuldigen für Ihr Elend gefunden!

Erstversuch
14.09.2011 12:47
Die Schuldigen, die Schuldigen!

Andreas Mittermayer
14.09.2011 13:03
Sogar mehrere!

.
Na bitte!

Andreas Mittermayer
14.09.2011 12:03
Zum zweiten Satz:

.
Wirklich? tun sie das?

Mir ist genau das Gegenteil bekannt!

So Nina
13.09.2011 12:08
Ich kenne die Tschechen nur zu gut...

Die Menschen dort sind "traumatisiert" von den alten Kohlekraftwerken in Nordböhmen aus den 60/70/80ern und sehen Atomkraft als "saubere" Energie. Natürlich wird diese Geisteshaltung von der dortigen regierenden Schicht weiter befürwortet, mit Gegenargumenten kommt man in diesem Land nicht weit.
Auch die Folgen von Tschernobyl sind dort weitgehend unbekannt - damals war das Land noch kommunistisch und es drangen keine Warnungen oder negative Meldungen durch - offizielle Messwerte der verseuchten Lebensmittel drangen nie an die Öffentlichkeit.
In der tschechischen Bevölkerung herrscht vielfach der naive Glaube: was man nicht sieht, kann nicht gefährlich sein (Strahlung)...

gigngogn
13.09.2011 17:29
Tschernobyl war ein Reaktor vom Typ RBMK, in Tschechien werden, wie überall in der EU, aber Leichtwasserreaktoren gebaut

Ein Unfall wie in Tschernobyl ist aus Bauart und Physikalischen Gründen nicht möglich

Graph Bobby
16.09.2011 09:41
Fuer Fukushima reicht's aber locker

Muss ja nicht immer gleich Tschernobyl sein.

gigngogn
19.09.2011 10:57
Wegen der häufigen Tsunamis in der Tschechei?

WoS2u
15.09.2011 20:02
Richtig.

Was aber nicht heisst, dass nichts passieren kann!
Wenn so gebaut wird, wie mit der in Tschechien üblichen "Toleranz" das ist das Bedrohungszenario um nichts geringer.

gigngogn
19.09.2011 10:59

>Was aber nicht heisst, dass nichts passieren kann!
Behauptet auch keiner, natürlich wird es auch weiterhin Unfälle geben.
Die Frage ist doch was die Auswirkungen dieser Unfälle seinw erden und da zeigt sich gerade am Beispiel Fukushima wie masslos überzogen die Behauptungen Anti-Atom Fraktion hier sind.

Wo sind die Millionen Toten? Wo der Schaden von mehr als 6.000Mio€ der angeblich zu erwarten ist? Wo ist die dauerhaft verstrahlte Fläche von der grösse Mitteleuropas?

WoS2u
19.09.2011 13:03

Sie arbeiten mit dem Vokabular eines Lobbyisten: Halbe Wahrheiten (Fukushima ungleich Tschernobyl; gemeint war aber Sicherheit, sie schreiben von Bautyp); Phrasen (Keine Mill. von Toten; wissen aber, dass die Auswirkungen mittel- bis langfristig sind).; zitieren Apokalyptiker um Gegner ins Lächerliche zu ziehen und um sich nicht mit wirklichen Gegenargumenten beschäftigen zu müssen, die u.a. da sind:
Zustand der Reaktoren (in Fuk.) weiterhin unklar.
Plutonium 239 hat eine Halbwertszeit von 24110 Jahren.
Mittel-, langfristige Auswirkungen (Genetische Defekte siehe Tschernobyl; etc).
Endlagerung.
Missbrauch

….

gigngogn
19.09.2011 14:08
Nix halbe Wahrheiten

>gemeint war aber SicherheitEs ist ja auch so das Tschernobyl und Fukushima auch sicherheitstechnisch deutlich unterschiedlich sind und das ist natürlich bauartbedingt!

>wissen aber, dass die Auswirkungen mittel- bis
>langfristig sind
Damit es Auswirkungen gibt, müsste es eine relevante Strahlenbelastung gegeben haben (>100mSvn), die gab es aber nicht. Daher gibt es auch keine Auswirkungen, weder kurz, noch langfristig

> zitieren Apokalyptiker
Ich zitiere was hier in den Foren an Behauptungen und 'Studien' gepostet wurde

>mit wirklichen Gegenargumenten beschäftigen
>zu müssen
Die da wären?

>Zustand der Reaktoren (in Fuk.) weiterhin unklar
Falsch

>Genetische Defekte..
Wie geschrieben, keine relevante Belastung, keine Defekte

WoS2u
19.09.2011 19:43
#2

Ad keine Belastung :am 18.03.2011 wurde die IAEA von der Jap. Regierung informiert, dass stündlich eine Strahlendosis von bis zu 400 Millisievert entstünde (englischsprachige Website).
Später wurde korrigiert auf: „..Nur örtlich begrenzte gesundheitsgefährdende Werte von 400 Millisievert…)
Ganz zu schweigen von den Unmengen an verseuchtem Wasser, die ins Meer gepumpt wurden

gigngogn
21.09.2011 10:49

>dass stündlich eine Strahlendosis von bis zu 400
> Millisievert entstünde
Ja, *innerhalb der Anlage*!
Wo ist das Problem?

>Ganz zu schweigen von den Unmengen an
>verseuchtem Wasser, die ins Meer gepumpt
>wurden
Wo sie aufgrund der Strömung sofort auf ungefährliche Werte verdünnt wurde. Wiederum, wo ist das Problem?

WoS2u
19.09.2011 19:41
#1

Ad Zustand Reaktoren:
http://www.spiegel.de/wissensch... 51,00.html
Ad „…Keine Auswirkungen“ Zitat Spiegel 08.09.2011:
„….Naoto Kan teilte Ende August den rund 80.000 Evakuierten in der Region Fukushima mit, dass sie noch "lange Zeit" nicht in ihre Heimat zurückkehren können . Das zeigte nicht nur, dass die japanische Regierung mit der Dekontamination der hoch verstrahlten Gebiete überfordert ist . Es war auch das Signal: Selbst sechs Monate nach Beginn des Super-GAUs geht von der AKW-Ruine Fukushima immer noch Gefahr aus..“

gigngogn
21.09.2011 10:47
der Zustand der Reaktoren ist keineswegs 'unklar', man weiss wie es um die Reaktoren steht und kommt auch gut voran, bis ende des Jahres soll die Temperatur auf unter 100 Grad sein un dman kann damit anfangen aufzuräumen, das wird Jahre dauern

Kan wurde, wie ihnen vielleicht entgangen sein dürfte, aufgrund seiner Vorgehensweise (z.B. falsche Aussagen zu machen um sich einen politischen Vorteil zu verschaffen) zurückgetreten.

Die Strahlung in 90% der Sperrzone ist nicht höher als im bayrischen Wald, die meisten Menschen könnten schon gestern zurückkehren.

>Dekontamination der hoch verstrahlten Gebiete
Es gibt ausserhalb der Anlage *gar keine* 'hoch verstrahlten' Gebiete!
Die höchsten Strahlenwerte die ausserhalb der Anlage gemessen werden liegen im Bereich dessen, was man in Ö oder auch Süddeutschland 1986 messen konnte. Gab es da Sperrgebiete? Nein!

>Selbst sechs Monate nach Beginn des
>Super-GAUs geht von der AKW-Ruine Fukushima
>immer noch Gefahr aus
Und das ist Unsinn!

Inno Vision
13.09.2011 11:14
STOP: drängt die Atomfaschisten zurück

bevor noch mehr Unheil geschieht.
Alle Atomkraftwerke wären sofort unrentabel, wenn nur eine ausreichende Versichrungsprämie bezahlt werden müßte.
Ich finde, es müßte jeden Monat eine Protest unserer Bundesregierung geben, damit auch die Gehirnwäsche in Tschechien nicht mehr auf fruchtbaren Boden fällt.
Bilder von Fukushima und Tschernobyl und die Todesstatistik von Tschernobyl würden diese gefährlichen Lügner um des Geldes willen sofort entlarven.
Und unser Schüssel sitzt auch noch bei RWE und kassiert dort an die 15 000 Euro im Monat.

nix fir unguad
13.09.2011 12:15
Dann protestieren sie auch mal vor dem Verbundsgebäude!

Die haben auch keine einzigge staumauer versichert.
Bei dammbrüchen sind bedeutend mehr Leute umgekommen als bei nuklearen Unfällen.

Chris Quast
13.09.2011 23:18

hast du das auch auf betriebsdauer, und anzahl der anlagen umgerechnet.
weiters wäre es fair dann alle kriegerischen akte gegen staumauern/dämme abzuzählen. denn diese ehre hatte ein akw noch nicht.
weiters wäre zumindest eine mischung zwischen finanztechnischer/gesamtwirtschaftlicher schaden und opfer sinnvoll.
auch ein schwerkranker, behinderter, evakuierter, durch den unfall arbeitsloser, etc. wäre ganz froh wenn er irgendwie beachtet würde.

zumindest in europa geht das rennen hinsichtlich schäden für das 20. und 21 jhdt eindeutig an die kernkraft.

so teuer kannst du irgendwelche angeblichen opfer der wasserkraft gar nicht ansetzen.

Roderic Schuchart
13.09.2011 14:23

Vielleicht wenn du Deichbrüche einbeziehst, aber sicher nicht, wenn du dich nur auf WKW-Staumauern beschränkst!

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