Kranke Kinder werden kranke Erwachsene

Ärztekammer: Schulsport unerlässlich für die Kindergesundheit

"Die Stunden für den Sportunterricht sind momentan lächerlich wenig. Wie sollen die Burschen und Mädchen da Lust auf mehr Bewegung bekommen, wenn sie das weder zu Hause noch in der Schule lernen", betonte Ärztekammerpräsident Walter Dorner  in einer Aussendungzum Schulstart. "Was jetzt in konsequente Vorsorge und Aufklärung investiert wird, ersparen wir uns in 20 oder 30 Jahren an akuten Behandlungskosten oder Kosten für chronische Erkrankungen und Arbeitsausfälle", betonte Dorner.

Der Gesundheitszustand bei Jugendlichen und Kindern sei nach wie vor alarmierend. "Kinder und Jugendliche sind heute viel krankheitsanfälliger als früher." Hinzu kommt, dass 14 Prozent der Kinder in der EU übergewichtig oder fettleibig sind - Tendenz steigend. Die größten Zuwachsraten mussten laut OECD unter anderem in Österreich verzeichnet werden. 30 Prozent der Wiener Kinder können nicht mehr rückwärtsgehen, 60 Prozent sind nicht mehr in der Lage, auf einem Bein zu hüpfen. "Anhand dieser Zahlen müssen bei den Verantwortlichen die Alarmglocken läuten. Es ist Zeit, Initiativen zu setzen", appelliert Dorner an die (schul-)politisch Verantwortlichen.

Für den Ärztekammerchef ist dabei ein wesentliches erstes Ziel die rasche Umsetzung der Ganztagsschule mit verpflichtender Gesundheits- und Ernährungslehre sowie eine Verdoppelung der Turnstunden bei verstärktem Mobilitätstraining: "Den Schülern muss augenscheinlich wieder der Spaß an der Bewegung gelernt werden."

Mangelnde Prävention

Aber nicht nur der Mangel an Bewegung macht aus kranken Kindern kranke Erwachsene, sondern auch die schlechte Ernährung und die mangelnde Prävention. In Österreich rauchen 24 Prozent der Burschen und 30 Prozent der Mädchen (OECD-Durchschnitt: 16 beziehungsweise 17 Prozent). 41 Prozent der männlichen und 36 Prozent der weiblichen Jugendlichen über 15 Jahre trinken regelmäßig Alkohol (OECD-Schnitt: 33 beziehungsweise 29 Prozent).

In fast allen EU-Ländern ist der tägliche Obstkonsum bei Jugendlichen im Alter zwischen 11 und 15 Jahren gesunken. "Die Schule ist einfach der Ort, wo auch Gesundheit Thema sein sollte, sei es durch ein gesundes Angebot beim Schulbuffet, ausreichende Bewegung im Sportunterricht oder durch Unterricht, der Prävention zum Thema macht", ist der Ärztekammerpräsident überzeugt. (red, derStandard.at)

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