Australierin lässt im Finale der US-Open Serena Williams nur wenig Chancen und gewinnt nach 73 Minuten in zwei Sätzen 6:2,6:3
New York - Die Australierin Samantha Stosur ist zum ersten Mal
US-Open-Siegerin. Die Weltranglisten-Zehnte schlug
am Sonntag im Finale in New York Lokalmatadorin Serena Williams
6:2,6:3. Stosur erhielt 1,8 Millionen Dollar Preisgeld. Die
27-Jährige bestritt ihr zweites Endspiel bei einem
Grand-Slam-Turnier, nachdem sie im Vorjahr das Finale der French Open
verloren hatte.
Erstmals seit 1973 gewann wieder eine Australierin die US Open,
seit Wimbledon 1980 war es der erste Grand-Slam-Einzeltitel für eine
Spielerin vom fünften Kontinent.
Williams chancenlos
Williams verpasste damit ihren vierten Triumph in New York und
ihren insgesamt 14. Grand-Slam-Einzeltitel. Einen Tag nach dem
Halbfinal-Sieg über die Kielerin Angelique Kerber dominierte Stosur
nach dem Auftakt-Spielgewinn für Williams zunächst nach Belieben. Zur
Überraschung der knapp 20.000 Zuschauer im nicht ausverkauften
Arthur-Ashe-Stadium war Stosur praktisch in allen Belangen überlegen
und holte sich mit zwölf Punkten hintereinander nach einer halben
Stunde den ersten Satz.
Nach ihrem fulminanten abendlichen Halbfinal-Erfolg über die
dänische Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki aus Dänemark wirkte
Williams müde und bewegte sich schlecht. Zudem ließ der im Turnier
bisher so starke Aufschlag die Favoritin anfangs im Stich.
Punkteabzug erzürnt
Das änderte sich nach einem umstrittenen, aber korrekten
Punktabzug, der Stosur das Break zum 1:0 im zweiten Satz brachte.
Williams rief nach einer krachenden Vorhand "Come on", noch bevor
Stosur den nicht mehr zurückspielbaren Ball berührte. Dies bestrafte
die griechische Schiedsrichterin Eva Asderaki, brachte Williams damit
in Rage, aber mit den Fans im Rücken auch zurück ins Spiel. Die
einstige Nummer eins holte sich danach die Führung.
Vor zwei Jahren hatte Williams im Halbfinale gegen die Belgierin
Kim Clijsters wegen einer Linienrichter-Entscheidung heftig
geschimpft und einen Punktabzug kassiert. Da dies beim Matchball
gegen sie passierte, verlor Williams und verpasste das Endspiel.
Gegen Stosur konnte sie ihr Niveau nach dem Zwischenfall zwar
steigern, vergab aber die Chance zum 3:1. Williams machte weiterhin
zu viele Fehler und verlor ihren Aufschlag erneut zum 3:4. Wenig
später wehrte sie die ersten beiden Matchbälle noch ab, die dritte
Chance aber nutzte Stosur nach 73 Minuten Spielzeit. (APA)