Tausende demonstrieren erneut für demokratische Reformen

Proteste gehen trotz eines Verfassungsreferendums Anfang Juli weiter

Casablanca - Tausende Demonstranten haben am Sonntag in mehreren Städten Marokkos friedlich für demokratische Reformen und mehr soziale Gerechtigkeit demonstriert. In Casablanca forderten rund 5000 Menschen im Stadtteil Sidi Moumen "soziale Gerechtigkeit, Demokratie und eine Verbesserung der Lebensbedingungen". In der Hauptstadt Rabat gingen mehr als tausend Menschen auf die Straße, ebenso wie in Tanger im Norden des Landes. Die Demonstrationen der Protestbewegung des 20. Februar, die nach dem ersten Tag der Proteste in Marokko benannt ist, gehen trotz eines Verfassungsreferendums Anfang Juli weiter.

Bei dem Referendum hatten mehr als 98 Prozent der Wähler für die Verfassungsänderung gestimmt, die Mitte Juni von König Mohammed VI. unter dem Eindruck massiver Proteste im Land vorgelegt worden war. Sie sieht eine teilweise Machtverlagerung vom Monarchen auf den Ministerpräsidenten und das Parlament sowie eine stärkere Unabhängigkeit der Justiz vor. Die Schlüsselrolle im Machtgefüge soll aber auch in Zukunft der König innehaben. Nach Ansicht der Protestbewegung des 20. Februar war das Referendum ein "Scheinmanöver", mit dem der König seine Landsleute ruhigstellen wollte. Die Aktivisten hatten deswegen zu einem Boykott der Abstimmung aufgerufen und gehen weiterhin auf die Straße. (APA)

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