Sind die Reichen die Feinde?

Bei Vermögenssteuern geht es nicht um Klassenkampf, sondern darum, was für ein Gemeinwesen das Beste ist

Was mir bei der Diskussion über Vermögenssteuern am meisten auf die Nerven geht: Die Gegner von Vermögenssteuern, Erbschaftssteuer, einen höheren Spitzensteuersatz usw. tun immer so, als ginge es da um "Neid" auf die Reichen, während manche etwas altbackene Linke in Klassenkampfjargon verfallen, von der Art: "Jetzt holen wir uns das Gerstl der Reichen". Aber primär geht es bei Verteilungsfragen doch darum, was eine vernünftige Verteilung ist - ökonomisch für eine Volkswirtschaft, sozial für ein Gemeinwesen. Aber das heißt letztlich doch auch: Was richtig für alle ist, und nicht nur aus dem Blickwinkel irgendwelcher Egoismen. Und eine schroffe Ungleichverteilung ist schlecht für alle, genauso wie hohe Budgetdefizite schlecht für alle sind. Kurzum: Eine fairere Verteilung ist ökonomisch vernünftig, sie ist sozial vernünftig, sie ist gut für alle. Nicht wenige Wohlhabende haben das verstanden. Die rufen ja förmlich: Ja, wir wollen mehr Steuern zahlen, wir wollen auch ein bisserl beitragen zur Finanzierung des Staates.

Plus: Schüssel geht endgültig in die Rente. Vielleicht haben wir den 1999 nur alle falsch verstanden. Der hat nicht gesagt: "Wenn ich Dritter werde, gehe ich in die Opposition". Sondern: "Wenn ich Dritter werde, gehe ich in die Korruption."

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