Hochschulmilliarde

Pontifex Töchterle

Kommentar | Lisa Nimmervoll, 11. September 2011, 18:04

Der "Brückenbauer", als der sich der Latinist Töchterle stilisiert, hat offenbar eine besonders wichtige zur Finanzministerin

Da war einer ganz bei sich und verkündete mit großer Unaufgeregtheit aufregend Großes: Karlheinz Töchterle, der Leise unter den Lauten, der Zurückhaltende unter den Exponiersüchtigen, der "Gast" auf einem ÖVP-Ticket, der leiderprobte Rektor auf der Ministerbank, hat Finanzministerin Maria Fekter für 2013 bis 2015 "aller Voraussicht nach" eine Hochschulmilliarde abgerungen.

Das wäre ein Riesenschritt in der Hochschulpolitik, der zumindest die existenziell notwendige Absicherung gegen den ungebremsten Absturz im internationalen Vergleich bedeuten würde. Darauf ließe sich auf- und ausbauen. Eine Milliarde Euro auf drei Jahre entspräche dem, was die Uni-Rektoren seit Jahren als Akutinfusion fordern.

Würde Töchterle nicht tatsächlich beste Chancen sehen oder Zusagen haben, dürfte er so eine großsprecherische Ansage nicht machen. Es sei denn, er arbeitet an seiner politischen Selbstauslöschung, aber dann wäre auch die Regierung endgültig als unipolitische Leerstelle desavouiert.

Der "Brückenbauer" (lat. Pontifex), als der sich der Latinist Töchterle stilisiert, hat offenbar eine besonders wichtige zur Finanzministerin (und ihrer Partei, die nicht seine ist) erfolgreich gebaut. Die zum Koalitionspartner SPÖ wird Schwerarbeit, ist aber unumgänglich, weil Geld allein nicht reicht. Die Unis sind keine Inseln in der Gesellschaft. Uni-Politik betrifft alle. Es geht um die Brücke in die Zukunft. Wer sollte die bauen, wenn nicht eine Regierung? (STANDARD-Printausgabe, 12.9.2011)

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23 Postings
exile in mainstream
00
12.9.2011, 17:17

er wirkt so depressiv. aber das ist schließlich nur gegen sich selbst gerichtete wut. witzig hingegen dass er dass gymnasium beibehalten will um latein zu retten

Léonor de Guzman
00
12.9.2011, 15:50
töchterle

wird sich auch noch seine hörner abstossen - wie jede/r quereinsteigerIn - und dann frustriert das amt verlassen

aber wenn man der frau fekter glaubt kann man nur den kürzeren ziehen.

smea_gol
11
12.9.2011, 09:57

Auch bei der leisen Kritik, die in Ihrem Artikel und auch hier angesprochen wird, aber, liebe Fr. Nimmervoll: Wo ist ihre frühere harsche Kritik an der Uni-Politik, speziell über die konservative Fraktion, geblieben?

Hier merke ich schon so etwas wie:

"Ist halt so..."

gumpshrimps1
10
12.9.2011, 13:10
jössas

eine linke erlaubt sich, den vorschlag eines konservativen NICHT zu zerpflücken. unerhört!

Steverino
03
12.9.2011, 09:16
Bei einer Milliarde pro Jahr könnte man ja applaudieren.

Aber so...

Erisian Liberation Front
00
12.9.2011, 08:30
Komisch

wenn dieses zusätzliche Budget so kritisiert wird, dann kann man es ja auch wieder streichen.
Nach den Reaktionen hier ist das sowieso nicht weiter von belang.
Oder geht es gar nicht um das Budget?
Geht es, nach hiesigem Brauch, wieder nur um reine Parteipolitik mit dem Anpatzen des Gegners?
Egal was dieser tut und wenn es etwas Positives ist?

luquas
43
12.9.2011, 07:03

Wer soll wissen, wieviel eine Milliarde Euro in drei Jahren noch an Kaufkraft besitzt oder ob es den Euro dann überhaupt noch geben wird?
Töchterle zähle ich jedenfalls nicht dazu.

academius
101
11.9.2011, 22:41

Professor Töchterle steht zu seinem Bekenntnis, die Universitäten zu fördern.

Dieser mutige und innovative Schritt ist ein Meilenstein in der Bildungsgeschichte Österreichs und wird uns in internationalen Uni-Rankings stark nach vorne katapultieren.

Man muss der ÖVP diesen Erfolg wirklich zuerkennen, schließlich bedurfte es mühevoller Überzeugungsarbeit der Blockiererpartei SPÖ.

Für ein gebildetes und zukunftreiches Österreich. ÖVP.

kuchlmensch
04
12.9.2011, 16:24
Nordkorea

ich nehme an, der Beitrag ist ironisch gemeint...ansonsten klingt es nämlich wie nordkoreanische Staatspropoaganda.
Rankings in der momentan durchgeführten Form sind im übrigen zum Schmeissen......

Protagoras v. Abdera
02
12.9.2011, 14:00
Schönes Bild. Hochschulen mit Katapulten durch die Gegend schießen. Passt zum funktionalistischen Bildungsbegriff der von Ihnen ironisierten Vorbildpartei

Paieon
09
12.9.2011, 10:35
Karl Heiden1
01
12.9.2011, 14:38

Zu wenig Lehrer
dank Frau Gehrer!

trollvottel
01
12.9.2011, 10:35

LOL bitte erspar dir die lächerliche Maskerade.

Kein Mensch glaubt dir, dass heute noch Akademiker die bildungsfeindliche Bauernpartei ÖVP wählen!

TrifterSepp
 
21
12.9.2011, 13:12

Welche Partei ist in Ö nicht bildungsfeindlich?

trollvottel
11
12.9.2011, 15:33

Die Grünen.

Karl Heiden1
03
12.9.2011, 10:11
Halleluja! ... Und der Weihrauch steigt empor ...

x aeins
06
11.9.2011, 22:40

Leeres Gerede. Das einzige, was er uns für 2013-2015 voraussagen kann, sind Planetenbahnen und Mondphasen. In diesem Zeitraum werden weder er Wissenschaftsminister noch die Fekter Finanzministerin sein.

Tino67
 
00
12.9.2011, 09:43
Na ja,

ich gehe ja (alter Pessimist der ich bin!) von Blau-Schwarz aus. Töchterle gibts dann sicher nicht mehr, Wissenschaftsminister wird der Olympionike Graf. Es stellt sich aber die Frage, ob die ÖVP nicht doch das Finanzministerium behält, dann könnte die Fekter weiter bleiben. Auch aus Sicht der FPÖ hätte das den Vorteil, dass sie immer dann, wenn etwas nicht finanzierbar ist, den Schuldigen beim Koalitionspartner suchen.

andkos
01
11.9.2011, 21:54
tja

es ist kein pr-gag, diese milliarde auf 3jahr ist kein MUSS, es könnte in den nächsten jahren auch nichts kommen und man lässt die unis abermals über die klinge springen, warum auch nicht

weiters sieht er einfach nicht, dass die spö aus einem grund im hochschulbereich blockiert, weil im schulbereich nichts geht, für die spö ist das ein pures tauschgeschäft, für die övp ist der schulbereich leider pure ideologie!

Karl Heiden1
00
11.9.2011, 21:51
Vorsicht, Frau Nimmervoll,

das Verhandlungsergebnis des "Pontifex" mit der Schotter-Mizzi ist noch nicht in trockenen Tüchern!

sim87
322
11.9.2011, 18:30
milliarden fake

töchterles "hochschulmilliarde" ist ein schlechter pr-gag. die regierung ringt sich durch in der nächsten leistungsvereinbarungsperiode endlich eine inflationsabgeltung auszuzahlen. 1 mrd auf 3 jahre sind in etwa die 300 mio € die die rektorInnen gefordert haben um den laufenden betrieb aufrecht zu erhalten und die steigenden kosten abzudecken. das ist kein großer sprung und auch kein schritt zu den 2% des bip, die schon im regierungsprogramm stehen. prolongierter stillstand - that's what it is.

Bitte Ich Weiß Was
02
11.9.2011, 23:01
Bei dieser unerträglichen "Feinänz"-Ministerin,

für die alles für unnötig ist, das man in einer Schottergrube nicht braucht (zB Englisch), ist schon der Inflationsausgleich eine Heldentat.

noldman
01
11.9.2011, 21:29
Aber der immer bl.... werdenden Masse kann man

das als Fortschritt verkaufen und nur darum gehts.

Dass die Unis + FHs! maßgeblich für unseren Wohlstand sorgen, kapieren halt viele nicht. Die Globalisierung ist ja sooo weit weg.

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