Tamandl übernimmt vorläufig

Die Wiener VP im schwarzen Loch

11. September 2011, 18:22
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    Klubobmann Fritz Aichinger, ...

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    ... Interims-Obfrau Gabriele Tamandl ...

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    ... und Stadtrat Manfred Juraczka ...

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    ... sollen die Stadtschwarzen auf Vordermann bringen, nachdem Christine Marek sich am Freitag in Richtung Nationalrat verabschiedet hat.

Die ersten Bewährungsproben für die rot-grüne Koalition stehen an, für die Opposition gäbe es in Wien einiges zu tun - Doch die VP ist ausschließlich mit sich selbst beschäftigt: Niemand will neuer Parteichef werden

Wien - Jetzt tun die Wiener Schwarzen also wieder einmal das, was sie am besten können: diskutieren, intrigieren, querulieren - kurz: einen neuen Parteichef suchen. Erst im Frühjahr wird es einen Landesparteitag geben, und es kann gut sein, dass die VP ein halbes Jahr lang mit ihrer Nabelschau beschäftigt sein wird.

Dass Christine Marek nicht allzu lange Wiener Parteichefin bleiben würde, war spätestens klar, als im November 2010 die Koalitionsverhandlungen mit der SP scheiterten. Und doch ging vergangene Woche alles ganz schnell: Nachdem ÖVP-Bundesparteiobmann Michael Spindelegger mit Marek in Alpbach ihren Abgang vereinbart hatte und Stadtrat Wolfgang Gerstl das Nationalratsmandat von Wolfgang Schüssel übernahm, verkündete Marek am Freitag, dass sie ebenfalls ins Parlament gehen werde. Zur Erleichterung vieler Wiener Parteifreunde, denn alles war zum Krampf geworden: Jede Pressekonferenz, jedes Plakat, jede Meinungsäußerung barg das Risiko einer Eskalation innerhalb der brodelnden Stadtschwarzen. Das ging an Marek nicht spurlos vorüber, "Angriffe aus den eigenen Reihen" hätten sie geschwächt, sagte sie mit bebender Stimme bei ihrer letzten Pressekonferenz.

Eilig wurde am Freitagabend ein Parteivorstand einberufen, aber längst nicht alle Schwarzen hatten im Sinn, dort etwas zu entscheiden. So hatte sich Wirtschaftskammer-Präsidentin Brigitte Jank dafür ausgesprochen, niemanden zu wählen, sich Zeit zu nehmen, die Diskussion breiter zu führen. In einer Stadtpartei, in der sich nicht einmal die Bünde und Bezirke intern auf eine Linie einigen können, wäre das eine mühsame Prolongierung des Problems gewesen. Selbst der Parteivorstand ist, freundlich ausgedrückt, ein höchst heterogenes Gremium. Das war am Freitagabend nicht anders: "Da saßen 50 Leute mit 25 verschiedenen Meinungen", berichtete ein Sitzungsteilnehmer dem Standard.

Wahlen, aber kein Chef

Nach fast vier Stunden endete der Vorstand zwar mit einer Wahl, aber ohne Parteichef. Fritz Aichinger wurde zum Klubobmann gewählt, damit ist der Wirtschaftsbund wieder zufrieden, dem die ÖAABlerin Marek nach der Wahl keine einzige Spitzenposition zugestanden hatte. Und als Stadtrat fungiert nun der Hernalser Manfred Juraczka; ein kommunalpolitisch unbeschriebenes Blatt, sieht man vom Thema Hundstrümmerl ab. Juraczka forderte 2005 Gentests für ebendiese - eine Art Gackerl-CSI, um die Übeltäter ausfindig zu machen. "In der VP-Landespartei bestätigte eine über den Vorschlag hörbar unglückliche Sprecherin die Authentizität der Aussendung", schrieb die sonst so nüchterne Austria Presse Agentur anlässlich von Juraczkas Vorstoß.

Die Aufgabe, die Partei wieder auf Vordermann zu bringen, fällt vorerst der Nationalrätin und Wiener Vizeparteiobfrau Gabriele Tamandl zu. Sie betonte in ihrem ersten öffentlichen Statement gleich einmal, keineswegs selbst an der Spitze der VP stehen zu wollen, die in der Bundeshauptstadt zu einer 14-Prozent-Partei geschrumpft ist. Ein interner Wettbewerb um den Posten wird, so hört man, freilich nicht ausbrechen: "Die Frage ist eher, wer sich dafür opfert."

Sebastian Kurz will das jedenfalls nicht tun. Unmittelbar nach dem Parteivorstand wiederholte der Integrationsstaatssekretär sein Mantra-artiges Dementi: Er fühle sich sehr wohl in seinem derzeitigen Job, seine Basis innerhalb der Partei bleibe die Junge VP. Spindelegger wünscht ihn sich zwar als Wiener Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl 2013; das wird letztlich aber von der Wiener Führungskonstellation abhängen.

Inhaltliches Vakuum

Für Parteikrisen gibt es zwar keinen richtigen Zeitpunkt, dass die Wiener VP in einem derartigen inhaltlichen und personellen Vakuum steckt, ist aber jetzt besonders ungünstig. Denn für die Opposition gäbe es derzeit einiges zu tun: Die SP steht vor einer internen Zerreißprobe, weil die Parteibasis vehement die Abschaffung des kleinen Glücksspiels fordert und dabei auch noch von den Grünen unterstützt wird. Vizebürgermeisterin Renate Brauner (SP) ist bei vielen Genossen in Ungnade gefallen und soll vor der Ablöse stehen, während ihr grünes Pendant Maria Vassilakou mit den Bezirksvorstehern um Radwege und Parkplätze ringt. Und zu Jahresbeginn werden die Wiener eine saftige Gebührenerhöhung in ihrem Geldbörsel spüren.

Gut möglich, dass es dann noch immer keinen VP-Chef gibt. In vielen Bezirken liegen die Schwarzen längst unter der Wahrnehmungsgrenze, auf Landesebene wird sich in den nächsten Monaten alles um ihre Personal- und Sinnsuche drehen. Aber das macht den Stadtschwarzen ohnehin mehr Spaß, als sich ernsthaft mit Kommunalpolitik zu beschäftigen. (Andrea Heigl, STANDARD-Printausgabe, 12.9.2011)

Kommentar posten
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Jülyet Ksantopulo
10
1.10.2011, 15:57

Ich finde es ja immer recht spannend, wenn seitens mancher hier gebetskürnenartig geseit wird, die Wiener ÖVP sei bedeutungslos, inexistent oder nicht wahrnehmbar.

Dabei erzielte die Wiener ÖVP mit ihren 14% immer noch mehr als - nicht nur die Wiener - GrünInnen und weiters stellt die Wiener ÖVP mehr Bezirksvorsteher als FPÖ und GrünInnen zusammen.
Und die bringent's immerhin auf um die 37% Wählerstimmen.

der_Mann_von_der_Straße
 
01
13.9.2011, 21:23
Schwarzes Loch

Ich weiß nicht ob die Wiener sich die Wiener VP in einem schwarzen Loch befindet - generell befinden sich derer aber zu viele an der Spitze der VP. Nicht nur in Wien

aeff
02
12.9.2011, 20:40

"Juraczka forderte 2005 Gentests für ebendiese - eine Art Gackerl-CSI, um die Übeltäter ausfindig zu machen. "In der VP-Landespartei bestätigte eine über den Vorschlag hörbar unglückliche Sprecherin die Authentizität der Aussendung", schrieb die sonst so nüchterne Austria Presse Agentur anlässlich von Juraczkas Vorstoß."
- Welcher Kabarettist könnte dem das Wasser reichen?
Mit dem wirds noch viel zum Lachen geben.

<O> <O>
13
12.9.2011, 15:08
bauernschädelpartei

bauernbund övp hat in wien nichts verloren. tiefster provinzialismus erhoben zu ideologie jagt die potentiellen wähler davon. egal wer an der spitze des lochs steht.

Werner Faygmann
01
12.9.2011, 13:05
"Im"?

Wieso im? - Eigentlich doch eher ", das"...

Schinkenfleckerl 3000
01
12.9.2011, 12:45

Es gibt eine ÖVP in Wien? Wieder was gelernt....

Tornos
14
12.9.2011, 12:33

Gibt es eigentlich einen Grund, weshalb man Marek im NR herumsitzen lässt? Ich meine bei wirklich allem was sie angefangen hat, hat sie nur versagt.
Weshalb füttert man sie weiter durch?

Marlon62
12
12.9.2011, 14:33
Weshalb füttert man sie weiter durch?

Blick aufs Foto genügt. Fett braucht Nachschub.

Tornos
01
12.9.2011, 16:36

Naja, Gewicht und so wird geschmackssache sein ... Was aber auf jeden Fall stimmt, ist, daß die Damen bei der ÖVP allesamt der selbe "Typus" von Frau sind:

Rauch Kallat, Marek, Gehrer, Mikl, Bandion, Fekterin, Fuhrmann (Wurstsemmel), ... u.v.m.

ALANDER
12
12.9.2011, 13:12
Es gilt die Unschädlichkeitsvermutung...

wie weiland bei schuessel in verbindung mit aktiver pensionsvorsorge - viertes bein!

A.

3ch0
01
12.9.2011, 12:56

Sie haben offenbar nicht verstanden, wie Parteiwesen funktioniert...

Tornos
00
12.9.2011, 13:14

ja, das vermute ich auch

Brötchen aufs Pfötchen
00
12.9.2011, 12:26
Schwarzer Sommerhit

http://youtu.be/Gff6vdIfQrM

The_new_number_2
00
12.9.2011, 13:58

Ich hatte schon gedacht, jetzt kommt das:
http://www.raketa.at/2006/05/2... ner-musch/

Schimmelwange
15
12.9.2011, 11:55
Die ÖVP im Loch?

Ein guter Tag, beginnt mit einer guten Nachricht! :-)

It is so hot in here...
02
12.9.2011, 12:12
Loch zuschütten!!!!

runas /user:public\ivan
00
12.9.2011, 11:54
ist der herr aichinger

irgendwie mit dem hochegger verwand?

Sonia Sutter
22
12.9.2011, 11:34
Wiener SPÖ braucht Wiener ÖVP

Die Wiener ÖVP wird für den Machterhalt der Roten im Rathaus nach der nächsten Wahl von existentieller Bedeutung sein. Dann ist Rot-Grün abgewählt und der Häupl Nachfolger und die Vassilakou-Nachfolgerin werden die Wiener ÖVP zum Machterhalt brauchen.

per verser
01
12.9.2011, 12:52

klingt nach orgasmusverdächtigem feuchttraum eines schwarzen :-)

die frage ist doch vielmehr, ob die övp 2013 überhaupt noch zweistellige prozente einfahren kann. ich persönlich rechne mit 8-9% für die övp bei der nächsten wiener wahl.

newname
 
00
12.9.2011, 11:16

Gabriele Tamandl ist bestimmt eine gute Wahl, beim gestrigen Erntedankfest in Wien, stellte sie sich als die neue Spitze von Simmering vor, doch nach kurzem Gelächter korrigierte sie doch ihre Aussage auf Wien...

Glaubensbruder
111
12.9.2011, 10:55
Das Angebot der ÖVP für urban-liberale, bürgerlichen Wähler

http://www.bauernzeitung.at/?id=2506%... RfcG9zJTI1

##V+##
00
12.9.2011, 14:55
11. Erntedankfest am Wiener Heldenplatz 2011 - 11 = 2000

Also auch das haben wir dem Paten zu verdanken.

The_new_number_2
04
12.9.2011, 13:59

Der Deix malt mittlerweile erstaunlich realistisch. Man könnte es glatt für ein Foto halten...

Konsumtrottel 2.0
12
12.9.2011, 13:21
der landwirtschaft zuliebe!

esst mehr bauernbündler!

Markus1975
01
12.9.2011, 13:05
auf den Wiener Heldenplatz eine Feier machen

und dann a Murauer Bier ausschenken ... So eine Gemeinheit :D

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