Nach achtem Sieg hat Red-Bull-Pilot 112 Punkte Vorsprung auf Alonso - Titelgewinn in Singapur möglich
Monza - Fernando Alonso, der Vorjahrssieger, gewann den Start beim
Heimspiel, quetschte sich, mit zwei Rädern auf der Wiese, an
Poleposition-Mann Sebastian Vettel vorbei. Weit dahinter sorgte
Vitantonio Liuzzi mit seinem Hispania für ein Tohuwabohu, nahm mit einem
Verbremser sich, Nico Rosberg (Mercedes) und Witali Petrow (Renault) aus
dem Spiel.
Das Safetycar sorgte dafür, dass die Trümmer eingesammelt
werden konnten. Und bald nachdem es die Piste wieder verlassen hatte,
fuhr Vettel den Konter, schnappte sich, ebenfalls mit zwei Rädern auf
der Wiese, Alonso, zog souverän auf und davon, siegte schließlich
überlegen vor Jenson Button im McLaren und Alonso. Altmeister Michael
Schumacher lieferte ansehnliche Duelle mit Lewis Hamilton und kam mit
seinem Mercedes als Fünfter hinter dem McLaren-Piloten heim. Vettels
Teamkollege Mark Webber zerstörte zunächst den Frontflügel seines
Boliden, dann rutschte er flügellos in den Reifenstapel.
Wo der Hammer hängt
Vettel hatte vor drei Jahren im Toro Rosso im verregneten Monza den
ersten GP-Sieg seiner Karriere geschafft. Am Sonntag glühte er im
königlichen Park bei Sonnenschein im 75. Rennen zu seinem 18. Triumph,
dem achten in der heurigen Saison. Zuvor hatte Red Bull in Monza noch
nie das Podest geschmückt. "Hier zu gewinnen ist unglaublich. Sebastian
hat gezeigt, wo der Hammer hängt", kommentierte Teamchef Christian
Horner. "Juchhu", schrie Vettel in den Boxenfunk. "Als ich über die
Ziellinie fuhr, kamen die unglaublichen Gefühle wieder hoch", sagte er
später.
112 Punkte Vorsprung auf Alonso hat der Deutsche nach 13 von 19
Saisonläufen. Bereits beim GP von Singapur in zwei Wochen kann Vettel
die WM endgültig zu seinen Gunsten entscheiden. Dazu müsste er gewinnen,
was ziemlich wahrscheinlich ist, Alonso maximal Vierter und Button sowie
Webber bestenfalls Dritter werden. "Ich bin in einer großartigen
Position", sagt Vettel. "Aber es ist nicht vorbei, bevor es vorbei ist."
(bez, DER STANDARD Printausgabe, 12. September 2011)