Kindergeld neu lockt mehr Väter in die Karenz

11. September 2011, 09:47

27 Prozent Väterbeteiligung bei einkommensabhängigem Modell

Wien - Die kurzen Kindergeld-Varianten locken offenbar tatsächlich Väter in Karenz: Seit ihrer Einführung verzeichnen die Varianten 12+2 Monate und das einkommensabhängige Kindergeld etwa 30 Prozent Väterbeteiligung. Das geht aus einer aktuellen Statistik des Familienministeriums hervor, die der APA vorliegt.

Der Väteranteil beim einkommensabhängigen Kindergeld (maximal 12+2 Monate, 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens, höchstens 2.000 Euro, jeweils bei Beteiligung beider Partner) betrug demnach rund 27 Prozent. Die Kurzvariante 12+2 (1.000 Euro) wies eine Väterbeteiligung von knapp 32 Prozent auf. Die Varianten waren Anfang 2010 eingeführt worden, rückwirkend für Geburten ab dem 1. Oktober 2009.

Familienminister Reinhold Mitterlehner (V) zeigte sich angesichts der Daten zufrieden: "Wir haben die bei Einführung der neuen Kindergeldvarianten gesetzten Ziele mehr als erreicht. Offensichtlich haben wir die Rahmenbedingungen richtig gesetzt."

Auch das schon länger bestehende Modell 15+3 (800 Euro) kann mit rund 27 Prozent in Sachen Väterbeteiligung mit den kürzesten Varianten mithalten. Dem Familienministerium zufolge gehen Männer bei den kurzen Varianten häufiger in Karenz als bei den Langvarianten 20+4 (624 Euro) und 30+6 Monate (436 Euro).

Bei dieser Statistik handelt es sich nicht um eine Momentaufnahme, sondern einen längeren Beobachtungszeitraum, Zeitpunkt der Abfrage ist der 1. September.  (APA)

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Alwis
 
00
14.9.2011, 23:29
Einkommensabhängiges Kurz-Kindergeld

Mehr Geld - mehr Väter in Karenz.
Die öffentliche Hand lässt sich die Väterkarenz gewaltig viel kosten.

Und warum versucht der Staat mit diesem gewaltigen Kostenaufwand die private Lebensgestaltung zu beeinflussen?

Wer mehr dazu wissen will:
http://wolfmayr.org/familie/v... ?f=1&t=148

guggi102
00
22.9.2011, 14:11

Wir freuen uns über das Geld - das ist genau die Unterstützung, die wir für unsere Lebensgestaltung brauchen. Und viele befreundete Paare ebenfalls.

Johannes St.
 
20
13.9.2011, 21:25
wieder mal die gleiche (Des-)Information

und wieviel Prozent aller Eltern wählen diese Kurzvarianten überhaupt?
Um wieviel % der Väter übernehmen den längeren Teil der Karenzzeit?
Wie hoch ist die Quote der Väter in Relation zu allen Karenzzeiten?

Ben Hemmens
00
13.9.2011, 12:42
Alles, was ich mir wünschen würde, wäre, dass die "+2" Monate als Verlängerung des Antrags der Mutter behandelt werden.

Stattdessen müssen alle Grundlagen des ursprünglichen Antrags PLUS eine Bestätigung der Kasse der Mutter über die Beendigung des Bezugs bei der Kasse des Vaters vorgelegt werden.

Blöd nur, dass auf dem eigentlichen Formular (bzw. im Internet bzw. beim Anruf bei der Infostelle) nur eine Unterlage als unbedingt erforderlich gelistet wird und ich dann erst, als ich bei der der SVA vorstellig wurde, die "wahre" Liste der "unbedingt erforderlichen Unterlagen" ausgehändigt bekam.

Hier wird zwischen GKK und SVA viel Bürokratie sinnloserweise doppelt gemoppelt und ich war fast 2 Tage mit der Angelegenheit beschäftigt.

Gernot Schandl
52
12.9.2011, 11:26
Rechtfertigungsversuch

Mit dieser Statistik soll vermutlich die anstehende Streichung der Langvarianten gerechtfertigt werden. Dazu werden auch Äpfel mit Birnen verglichen. Wurde bisher die Väterbeteiligung stichtagsbezogen errechnet (und damit nur z.B. ein Sechstel jener Väter erfasst, die in diesem Jahr für 2 Monate in Karenz waren), hat man dort, wo einem hohe Zahlen nützen, einen langen Durchrechnungszeitraum gewählt.

Meiner Ansicht nach muss der Staat die Autonomie der Familie in Fragen der Betreuung ihrer Kinder bedingungslos respektieren. Dass sie mit dem Geld von Allen einer bestimmten Gruppe, die sich für das derzeit forcierte Modell entscheidet, einen deutlichen finanziellen Vorteil verschafft, halte ich für falsch.

Frorey Fire
00
12.9.2011, 17:30
Im kurzen und langen Modell kommt unterm Strich etwa gleich viel raus

Wenn die Langvarianten gestrichen werden: Kurzvariante nehmen und das Geld selbst verzinsen.

Oder was ist Ihr Anliegen?

Gernot Schandl
00
29.9.2011, 10:41
Fehlender Versicherungsschutz

Wenn es nur um die Summe ginge, könnte diese ja bei der Geburt gleich voll ausgezahlt werden. Abgesehen davon, dass die Auszahlungsdauer das Konsumverhalten ändert, variiert auch der eigenständige Versicherungsschutz mit der Bezugsdauer.

O5
01
12.9.2011, 16:44

Autonomie? Guter Scherz.

Wenn Sie echte Entscheidungsautonomie ohne monetäre Anreize wollen dann dürfte es KEIN Kindergeld geben, dann dürfte es KEINE Familienbeihilfe geben, dann dürfte es KEINEN Kinderfreibetrag geben, dann dürfte es KEINE Subventionen für Schulen geben, usw.

Worüber Sie sich also wirklich aufregen ist dass diese Subventionen u.U. etwas verringert werden, nicht darüber dass es sie gibt.

Gernot Schandl
00
29.9.2011, 10:48
Fast richtig.

Alle Subventionen zu streichen wäre ein Weg, Entscheidungsautonomie ohne monetäre Anreize herbeizuführen. Das würde allerdings auch beinhalten, das umlagefinanzierte Pensionssystem abzuschaffen, u.v.m.

Ich halte eine gewisse Umverteilung für wichtig, um Personen abzusichern, die nicht im erwerbsfähigen Alter sind.

Was im Widerspruch zu meinem Gerechtigkeitsempfinden steht, ist, dass eine (einfach subventionierte) Gruppe zur Finanzierung der Doppelsubvention einer anderen Gruppe herangezogen wird, und danach behauptet wird, es herrsche Wahlfreiheit zwischen den beiden Lebensentwürfen.

Maynistry
00
12.9.2011, 10:02
während Wochengeldbezug

ich war während des Bezuges von Wochengeld in Karenz und ging weiterhin arbeiten. Ich bekam nur die Differenz von Wochengeld auf mein Kinderbetreuungsgeld, diese ich wieder zurück zahlen muss. Dafür darf meine Frau 2 Monate länger gehen.

Deshalb ist diese Statistik sehr mit Vorsicht zu geniessen.

Herr Plumm
01
12.9.2011, 08:31

das können sich sowieso nur die leisten, deren frau einen tollen job hat.

guggi102
01
12.9.2011, 17:05

Soll ja angeblich ab und zu vorkommen. Und es wird in Zukunft Frauen erleichtern, vermehrt an tolle Jobs zu kommen, weil sich das Ausfallsrisiko der Geschlechter langsam angleicht.

accuser
01
12.9.2011, 08:17
Grundsätzlich erfreulich!

Bezugsdauer für den jeweils anderen Partner noch ausgleichen, stabile Steigerung der Quote und wir hätten wenigstens dieses Thema der Gleichberechtigung einmal abgehakt.

patriotin
01
12.9.2011, 08:08

Interessant dabei wäre zu erfahren, wie lange die Männer tatsächlich zu Hause sind. Das sagt die Statistik leider nicht.

living reef
01
12.9.2011, 08:28
und ob die frauen - während die männer in karenz - wieder im job sind

Amalrich
 
00
12.9.2011, 12:37

Danke, denn das ist ja die eigentlich essentielle Frage...

Völkerball
62
11.9.2011, 12:06
Nona

Wenn das Familieneinkommen nicht allzusehr sinkt funktioniert das sicher. Frauen ernähren nunmal nicht gerne ganze Familien.

Johannes St.
 
20
13.9.2011, 21:27
woher haben Sie das "nicht gerne"?

ist wohl eher umgekehrt, dass Männer nicht gerne die längere Zeit der Kinderkarenz übernehmen

sonst wäre ja die Quote etwas höher als ca. 1%

K. K. Lacke
00
14.9.2011, 09:20
woher habens die 1%???

redens net so einen Blödsinn daher wenn er nachweislich falsch ist

und weisens so eine Behauptung nach wenns schon sonst so pseudokorrekt klugschei$$en

Johannes St.
 
10
14.9.2011, 21:29
na dann belegen Sie doch das Gegenteil

eine 2,x% Beteiligung (oder höher) hätte ich noch nie gesehen in Österreich.

oder behaupten Sie wieder einmal wissentlich Unwahrheiten?

Thomas Felder1
00
12.9.2011, 10:28

Frauen ernähren nunmal nicht gerne ganze Familien.

warum nich?

chelene chirsch
21
12.9.2011, 18:58

sie sind schon mal nicht dazu verpflichtet.

abseits der rechtlichen komponente hat es wohl auch mit der realität zu tun, dass die wenigsten frauen nicht oder nur ganz kurz auf karenz gehen wollen (unter anderem ist die brust zu geben für männer recht schwer, auch mit abpumpen von muttermilch macht man da keinen staat).

Sambapati
00
13.9.2011, 15:00
.."nicht verpflichtet"

glauben sie ernsthaft ,das unterhaltsrecht macht per se geschlechtsspezifische unterschiede

K. K. Lacke
00
13.9.2011, 11:31
also VERPFLICHTET sind Frauen sehr wohl

und zwar dazu ihren Beitrag zur Erwirtschaftung des Haushaltseinkommens zu erbringen:

§ 91 Abs. 1 ABGB:
"Die Ehegatten sollen ihre eheliche Lebensgemeinschaft, besonders die Haushaltsführung, die Erwerbstätigkeit, die Leistung des Beistandes und die Obsorge [...] mit dem Ziel voller Ausgewogenheit ihrer Beiträge einvernehmlich gestalten.“

„Von einer einvernehmlichen Gestaltung kann ein Ehegatte abgehen, wenn dem nicht ein wichtiges Anliegen des anderen oder der Kinder entgegensteht oder, auch wenn ein solches Anliegen vorliegt, persönliche Gründe des Ehegatten, besonders sein Wunsch nach Aufnahme einer Erwerbstätigkeit, als gewichtiger anzusehen sind."

wozu Muttermilch? Folgemilch kann auch der Vater geben

wo leben sie denn?

Sambapati
112
11.9.2011, 15:21

vielleich tnicht gerne, aber häufig

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