Hunderte Menschen bei Gegendemonstration
Prag - Hunderte Rechtsradikale sind am Samstag durch mehrere Städte
im Nordwesten Tschechiens nahe der Grenze zu Deutschland marschiert. In
Varnsdorf setzte die Polizei Wasserwerfer, Schlagstöcke und berittene Beamte
ein, um Rechtsextreme und Einheimische an der Erstürmung eines überwiegend von
Roma bewohnten Stadtteils zu hindern. Demonstranten warfen Steine und Flaschen
und zündeten Feuerwerkskörper. Vier Menschen wurden leicht verletzt. 19
Demonstranten wurden bei den Krawallen festgenommen.
Rund 600 Polizisten waren in der strukturschwachen Region im Einsatz, um die
aufgeheizte Stimmung unter Kontrolle zu bringen. Auch in Novy Bor und Rumburk
skandierten rechtsradikale Demonstranten Anti-Roma-Parolen. Mehrere Hundert
Menschen schlossen sich in beiden Städten Gegendemonstrationen an. Diese standen
unter dem Motto "Hass ist keine Lösung".
Die Menschenrechtsbeauftragte der Prager Regierung, Monika Simunkova, warnte
die Menschen in der Grenzregion vor rechtsextremistischen Gruppierungen. Sie
äußerte aber zugleich Verständnis für den "Frust der Einwohner", die mit den
"Problemen sozial schwacher Bürger" konfrontiert seien. (APA)