Konferenz

Wikimedia-Chef: Arbeit an Wikipedia längst nicht abgeschlossen

10. September 2011, 13:53

Dreitägige Wikipedia-Konferenz in Deutschland am Freitag gestartet - Stichwort "Qualität" gewinne mehr an Bedeutung

Auch zehn Jahre nach der Gründung von Wikipedia ist die Arbeit an dem Online-Lexikon nach Ansicht von Wikimedia-Geschäftsführer Pavel Richter noch längst nicht abgeschlossen. In der freien Online-Enzyklopädie gebe es noch viele thematische Lücken, die in den kommenden Jahren geschlossen werden sollten, sagte Richter in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa am Freitag zum Auftakt einer dreitägigen Wikipedia-Konferenz in Nürnberg.

Mode, Kunst und Kultur

Als Beispiel nannte der Chef von Wikimedia Deutschland die Themen "Mode", "Kunst" und "Kultur". "Vor allem bei der Kultur der vergangenen Jahrhunderte gibt es noch Lücken", sagte der Geschäftsführer des Fördervereins, der die Arbeit der Wikipedia-Gemeinschaft unterstützt. Auch das Thema "Qualität" gewinne inzwischen an Bedeutung. Nach der Sturm- und Drangzeit der Anfangsjahre sollte es nun darum gehen, manche Lexikon-Artikel inhaltlich zu vertiefen, sagte Richter.

7.000 aktive Autoren

Dazu seien nicht nur neue Autoren, sondern auch Autoren mit längerem Atem erforderlich. Es kämen zwar fast tägliche neue Wikipedia-Schreiber hinzu. Viele davon hielten aber Wikipedia nicht sehr lange die Stange. "Das ist eine Gefahr für Wikipedia", räumte Richter ein. Nach seiner Schätzung gibt es derzeit rund 7.000 aktive Autoren, die im Monat mindestens fünfmal in der deutschsprachigen Wikipedia aktiv seien. "Die Zahl der Wikipedia-Autoren stagniert seit längerem oder sinkt sogar leicht", räumte Richter ein.

1,3 Millionen lexikalische Artikel

Bei der Autorensuche gibt es nach Richters Einschätzung inzwischen ein strukturelles Problem: "Wir drohen Opfer unseres eigenen Erfolgs zu werden". Angesichts der inzwischen 1,3 Millionen lexikalischer Artikel der deutschen Version der Webseite sei für neue Mitglieder der Wikipedia-Community auf den ersten Blick nicht ersichtlich, wo sie sich noch einbringen könnten. "Wir müssen daher die Lücken stärker sichtbar machen."

WikiCon

Auf dem bis morgen, Sonntag, dauernden Treffen wollen die Kongressteilnehmer in Diskussionsforen über die Weiterentwicklung der Online-Enzyklopädie diskutieren. Am Samstag soll dabei auch erörtert werden, ob Wikipedia-Artikel künftig mit dem richtigen Namen unterzeichnet sein sollten oder weiterhin unter Fantasienamen verfasst werden können. Am Samstagnachmittag will Wikimedia Deutschland erste Ergebnisse einer von ihr gestarteten Umfrage zur Zufriedenheit von Wikipedia-Autoren vorlegen. Zahlreiche Workshops und Seminare begleiten die Veranstaltung. (APA/dpa)

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11 Postings
Kondratjew -Zyklus
 
01
11.9.2011, 02:00
Leider ist die Angabe von Artikeln in "WikiPedia" in der Literaturliste von Wissenschafter/innen (noch) nicht salonfähig.

Dabei wird man dort wenigstens gelesen - im Gegensatz zu den meisten Wissenschaftlichen Fachzeitschriften.

der letzte leser
01
10.9.2011, 19:16

Ist dem Typen auch irgendetwas dazu eingefallen, dass gerade an einem Filter zur Zensur von Bildern gearbeitet wird?
Der Community gefällt das gar nicht, Wikimedia, das jährlich Millionen für seltsame Zwecke (ganz andere Sachen als den Serverbetrieb) ausgibt ist das allerdings egal: http://de.wikipedia.org/wiki/Wiki... Bildfilter

DoNuT
10
10.9.2011, 15:49

Das kenn ich. Vielerorts kotzen sich Fachleute in Artikeln so detailliert aus, dass man als Laie mindest noch 10 andere Artikel zu verwandten Themen lesen muss, um halbwegs sinnerfassend durch den Hauptartikel zu kommen.

Gerade, wenn man mal ein paar Fachbegriffe vom letzten Krankenhausbefund eingibt, kommt man da schnell in Teufels Küche und liest sich einen Wolf, ohne ein befriedigendes Ergebnis zu erreichen.

Andererseits gibt es auch genug 50-Wort-Einträge, die in 5 Minuten zusammengeschustert wurden.

Die Qualität hängt eben sehr stark von der Popularität eines Themas bzw. davon ab, ob sich dafür ein fachkundiger Autor findet - da sind wohl Popkultur und Technik stark im Vorteil gegenüber gewissen Geschichtsthemen.

the JJ
00
11.9.2011, 02:47

Teiweise wäre wohl eine simple Version der deutschsprachigen Wikipedia praktisch.

Auf Englisch gibt es diese ja schon...

http://simple.wikipedia.org/wiki/Main_Page

Tingeltangel-Hojac
00
10.9.2011, 23:42
das sind mir die liebsten...

nur motschgern und (wahrscheinlich) gar nichts selber dazu beitragen. it's a wiki! jeder kann hier schreiben...

ad geschichte: stimmt nicht, fast am stärksten vertreten unter den exzellenten wikipedia artikeln http://de.wikipedia.org/wiki/Wiki... te_Artikel

thatslife
13
10.9.2011, 15:38
kein wunder dass die deutsche autorenanzahl stagniert

die meisten sind ja ahnungslose möchtegerns die sich aufspielen egal ob sie ahnung vom thema haben oder nicht.
ausserdem müsste man sich sowieso mal was überlegen um den führungszirkel der deutschen wikipedia offener zu gestalten, so gibts heute die bürokraten und admins die die volle macht haben aber keinem rechenschaft legen müssen. offen ist wikipedia schon lange nicht mehr.

Bernhard Lassy2
 
00
10.9.2011, 22:44
die deutschen Torwächter sind zu scharf

wer schon mal probiert hat was einzubringen, hat sicher schon sein blaues Wunder erlebt.

Mit Ihren Relevanzkriterien wird einfach eine Menge tot gemacht, da halt die Torwächter entscheiden was relevantes Wissen ist.

Der englische Teil ist da viel freundlicher, es ist leichter was zu schreiben, da nicht alles raus gekickt wird.

Solange es nachvollziebares Wissen ist, sollte es auch genügen.

der letzte leser
01
10.9.2011, 19:47

Die Wiederwahl von Marcus Cyron war lustig.

Adolf Ogi
00
11.9.2011, 01:01
seitdem

der liebe Marcus Cyron einmal bei einer Wikipedia-Tagung in Wien war und sich als sehr kompetenter und netter Typ präsentiert hat, der auch für österreichische Belange ein offenes Ohr hat, obwohl er eine kecke berliner Schnautze ist, ist er mir sympathisch. Mir gefällt auch, dass er so manche pubertierende Heißsporne im Zaum hält und sich auch traut, einmal durchzugreifen. Leider ist der damalige Admin Bradypus, der diese Tagung eingefädelt und organisiert hat, viel zu früh ins Jenseits gegangen. Seine kompetenten Beiträge in der Wikipedia bleiben aber, ewig (bzw. so lange wenigstens ein Server mit Sicherheitskopie online bleibt).

Adolf Ogi
02
10.9.2011, 16:36
Rechenschaft?

Jeder einzelne Admin wurde von der Community, also den ganz normalen Benutzern, gewählt und kann von diesen auch wieder abgewählt werden. Jeder Admin war ausserdem auch einmal ein ganz normaler Benutzer und kann, wenn es die Community will, auch wieder dazu gemacht werden. Wie viel mehr Rechenschaft kann man da noch fordern? Wer sich bei der Wikipedia einen Login zulegt und ein paar sinnvolle Edits macht, darf übrigens bei allen internen Wahlen seine Stimme abgeben. Wer dazu zu faul ist, dem bleibt halt nur nörgeln.

Tingeltangel-Hojac
02
10.9.2011, 15:30
gerade jetzt im Moment gibt es für JEDE und JEDEN hier eine ganz einfach Möglichkeit,

sich in Wikipedia zu beteiligen. Einfach denkmalgeschützte Objekte in seiner Gemeinde knipsen und hochladen! http://wikilovesmonuments.at/

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