Terrorprävention: Hilfe, Polizei!

Kommentar | Michael Völker , 9. September 2011, 19:06

Die Notwendigkeit von Terrorprävention ist unbestritten- Aber ihre Aufgabenstellung muss präzise umrissen sein

Auch wenn der Amoklauf von Anders Behring Breivik, dem schaurigen Attentäter von Oslo, der Argumentation des Innenministeriums recht zu geben scheint: Der Entwurf für ein neues Antiterrorpaket ist sehr weitreichend, zu weit reichend. Bei der Terrorismusprävention gibt es Maßnahmen, die beklemmend deutlich den Weg Richtung Polizeistaat weisen.

Manches liest sich wie der Wunschzettel der Polizei, die je nach Bedarf und ohne Kontrolle Ermittlungen durchführen möchte. Mit der "Erweiterten Gefahrenerforschung" sollen bereits im Vorfeld einer möglichen Tat Verfolgungshandlungen der Polizei gesetzt werden können. Das war bisher auf Gruppierungen beschränkt, künftig soll die Polizei auch Einzelpersonen unter Beobachtung nehmen können, wenn sich diese irgendwie verdächtig verhalten. Die Passage ist so formuliert, dass der Polizei weitreichender Interpretationsspielraum bleibt, wen sie aus welchen Gründen (auch im Internet) für verdächtig hält. 

Die Notwendigkeit von Terrorprävention ist unbestritten. Die Polizei braucht passende Instrumente, keine Frage. Aber ihre Aufgabenstellung muss präzise umrissen sein. Mit zu weit reichenden Befugnissen ist Missbrauch programmiert, da werden Bürgerrechte massiv eingeschränkt. Das darf nicht das Ergebnis von Terrorakten sein. Das Gesetz muss die Bürger schützen, auch vor der Polizei. Es kann nicht sein, dass plötzlich jeder verdächtig wird. (DER STANDARD; Printausgabe, 10./11.9.2011)

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15 Postings
Harry Y.
 
00
14.9.2011, 13:03
Es bleibt der Polizei überlassen "Wen sie aus welchen Gründen für verdächtig hält"

Genau das geht nicht.

Rote Pest
01
11.9.2011, 12:13

Einerseits ist es international verpönt auf Forderungen von Terroristen einzugehen, andererseits macht man genau das, was die wollen, nämlich sich von Demokratie und Freiheit verabschieden.
Das wirft die Frage auf, ob die Politik den Terror instrumentalisiert oder umgekehrt.

Erwin Wolfram
00
11.9.2011, 11:43
ich habe das nicht getippt

schliesslich hat die polizei die beratungsleistungen von einzelnen, die sie sich so holt, in bar abzuloesen...

Freedom to the people
03
11.9.2011, 08:31
Dann sollte die Bevölkerung EINMAL hier bin Ö gegen ein Regierungsvorhaben Widerstand leisten.

Minister der Ökomonie
03
10.9.2011, 16:40
Vor allem: Menschen wie einen Breivik wird man mit solchen Methoden auch nicht aufhalten können.

Man wird nur die erwischen, die keine Ahnung haben was über Computer und Internet möglich ist. In erster Linie wohl DAUs und Kiddies die spielen möchten.

Wer wirklich Verbrechen plant, der weiß sich doch schon jetzt zu helfen... und wird in Zukunft auf genug Wege finden.

Vermutlich wird es nur teuer... und sie können schon mal eine Menge Psychosozialer Dienste ausbauen, weil ihnen am ehesten gemobbte, getretene, von Eltern und Mitschülern traktierte... oder durch Mobbing und Bossing in der Arbeit oder durch das AMS frustrierte schriftliche Dampfablasser ins Netz gehen. Kann denen vielleicht ja geholfen werden, Therapietermine gibts eh so schwer. Schreibt man halt dann lieber "Ich renn noch Amok"

Harry Y.
 
00
14.9.2011, 13:10

Auch die sture,betonierende Dummheit bringt mich manchmal auf die Palme - wo ich dann sitze, aus vollster Seele schreie und mit der Faust drohe.

Das nächste Mal werde ich mit Kokosnüssen werfen!

Freund der Sanktionen
11
10.9.2011, 14:12
"Plötzlich jeder verdächtig wird"?

Träumen's weiter...
(Schon längst jeder verdächtig IST!)

Armin Bierbauer
00
14.9.2011, 10:08

Eine Bevölkerung, die unter Generalverdacht steht. Sieht man auch ganz gut bei Supermärkten oder Elektrohandelsketten, die ihre Securities am Ausgang platzieren und die "Darf in ihre Tasche schauen?" fragen. Ich gebe darauf eigentlich prinzipiell ein "Nein" und gehe weiter, aber die wenigsten scheint das zu interessieren.

J. Reichhart
022
10.9.2011, 09:22
keine sorge,

wird alles durchgewunken im parlament.

weil der spö der kanzlersessel wichtiger ist, als die verteidigung von grundrechten!

weil dem stimmvieh eh alles egal ist, solang das schnitzl und das vierterl billig sind!

weil der övp eh alles suspekt ist, was lesen und schreiben kann.

byron sully
02
10.9.2011, 14:23

so ist es, (leider) sehr treffend formuliert.

Erwin Wolfram
02
10.9.2011, 08:47
...

Ich habe nicht geschrieben, dass Terrorpraevention nicht die Aufgabe von Polizei und Innenministerium ist. Im Gegenteil, diese unwillige Baggage sieht es als deren vornehmste Aufgabe Angst zu verbreiten.

Dr Stänkerer
05
10.9.2011, 06:36
Die Taktik ist immer dieselbe:

Wenn der Polizist mit der Pistole nichts trifft, dann werden die Rufe nach Maschinengewehren, Handgranaten und Clusterbomben laut. Wenn wir damit ein paar Millionen Menschen prophylaktisch behandeln, werden scho' ein paar Verbrecher drunter sein....

Helmut Rax
07
es gilt die Schuldvermutung!

w-m-d
 
03

es ist traurig mitanzusehen, dass österreich noch immer keine richtige demokratie ist.
Meinungsäusserung und offene Diskussion von allen seiten..
Auch wenn jemand nen Blödsinn faselt.. soll er das Recht dazu haben.
in Ö wurde das streiten nie wirklich praktiziert ÖVP/SPÖ sei "dank".
Und dieser LawAndOrder Reflex der övp/fpö is einfach nur zum kotzen... (btw is die Spö da nicht wirklich besser). lg

J. Reichhart
06
10.9.2011, 07:03
es muss heissen '... immer weniger demokratie'

und nicht '... noch immer nicht'.

die ohnehin sehr bescheidenen ansätze von mitbestimmung des bürgers und der respekt vor bürgerrechten erodiert immer mehr in einem wust von sozialem und bildungsmässigem kaputtschrumpfen und kranksparen.

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