Rücktritt ins Parlament

Kommentar | Rainer Schüller, 9. September 2011, 17:18

Christine Mareks Jobwechsel zeigt, wie willkürlich sich das VP-Postenkarussell dreht

Christine Marek war die falsche ÖVP-Parteichefin für Wien. Das war spätestens seit der desaströsen Wien-Wahl, die nun immerhin schon ein Jahr zurückliegt, deutlich erkennbar. Der Wahlkampf, bei dem sie versuchte, die FPÖ mit ihren Aussagen über eine Arbeitspflicht für Langzeitarbeitslose rechts zu überholen und dabei auch auf das zum Fremdschämen veranlassende Geilomobil von JVP-Kurz setzte, hätte auch schon die schwarzen Alarmglocken läuten lassen sollen.

Dabei hatte sie als Familien-Staatssekretärin eigentlich einen passablen Job gemacht und wirkte etwa mit ihren Ansichten in puncto Ehe für homosexuelle Partner so liberal, wie es für ein urbanes aufgeklärtes konservatives Publikum eigentlich hätte passen können. Damals blitzte bei Marek doch ein gewisses politisches Talent durch. Aber in der Bundeshauptstadt? Wem politische Meilensteine aus ihrer Wiener Ära einfallen, der möge diese posten.

Bei ihrer Verabschiedung war von Inhalten auch kaum die Rede. Sie hat stattdessen offen darüber gesprochen, dass sie deswegen geht, weil sie die parteiinterne Kritik dazu zwingt. Es ging um ihre Person, nicht um ihre Politik. Nun nehme sie sich aus der Schusslinie und gehe ins Parlament. Man stellt sich die Frage: Gibt es im Parlament einen politischen Waffenstillstand? Das Volk muss sich doch denken, dass die Volksvertreter im Nationalrat ein leichtes oder zumindest leichteres Leben haben. Früher wurde man auf den Posten des Volksanwaltes oder in den Bundesrat abgeschoben, heute ins Hohe Haus. "Wie erklär ich das jetzt meinen Kindern? Wenn wer unfähig ist, geht er ins Parlament", trifft User "hayseed" den Nagel auf den Kopf.

Die Personalvergabe bei der ÖVP gleicht immer mehr einem Zufallsgenerator als einem verantwortungsbewussten Umgang mit wichtigen politischen Ämtern. "Es geht um Politik, die sich nicht zum bloßen Machterhalt erdreistet", heißt es im mehr als zum Fremdschämen veranlassenden Marek-Rap. Durch den Rücktritt ins Parlament denkt man aber an das genaue Gegenteil. (derStandard.at, 9.9.2011)

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tablespace65
00
11.9.2011, 18:00
Früher hat man ja immer nur die Blau-Orangen ob ihrer "dünnen Personaldecke" gescholten...

Theodul
00
11.9.2011, 17:20
Nachred

Wer eine gute Staatssekretärin abgeben kann, ist im Parlament nicht ganz fehl am Platz.

King of Cowards
00
11.9.2011, 14:47
"Das Volk muss sich doch denken,..."

Herr Schüller, das ist ein inhaltlich gut geschriebener Artikel. Er hat nur einen Schönheitsfehler:

Ich denke mir, dass Sie sich gedacht haben, man könne sich etwas denken, was sich natürlich zu denken gibt. Dabei kann man sich nichts denken, sondern nur denken, also ohne "sich".

Reiner D
12
11.9.2011, 13:17
Vom Ende der ÖVP

Die Rückkehr von Frau Marek in den Nationalrat ist eines von mehreren Signalen die zeigen, dass die ÖVP politisch am Ende ist und dringend eine programmatische und personelle Erneuerung braucht.

Schaut man sich Fekters Idee zur Grundsteuer in den Ländern an. Schaut man sich Herrn Spindelegger an, der reflexartig nichts von der Mitverantwortung der Reichsten in Österreich wissen will. Schaut man sich an, dass absolut nichts als Blockade beim Bundesheer herauskommt, und schaut man sich an, dass es keinerlei Initiativen (hab ich jedenfalls nicht mitbekommen) zur politischen Gestaltung gibt, dann gibt es für mich nur ein Fazit:

Die ÖVP macht den Eindruck einer Partei, die drigenden Reformbedarf hat. Anderenfalls wird sie bedeutungslos.

ja aber
00
11.9.2011, 12:19
was ost los - nimmt die raika unter einem parlamentarier niemanden mehr

oder wollte nicht einmal die raika die marek?

ja aber
01
11.9.2011, 12:13
die övp als partei der leistungsverweigerer

auf staatskosten werden unfähige politiker in höherere (?) und teuere ämter wegbefördert. wurscht, zahlt eh der wähler.

offensichtlich muss die övp mal radikal vom futtertrog entfernt werden. sonst wird sich nix ändern.

Mr. Bubbles
06
11.9.2011, 12:06

der nationalrat als harz4 für gescheiterte politiker.

bravo övp für die verhöhnung der demokratie. und bravo an die wähler, die dieses handeln legitimieren.

Ihr Beitrag wird in Kürze veröffentlicht
00
11.9.2011, 10:42
so schnell gehts:

von der "liberalen zukunftshoffnung" zum abgetakelten würstel. mme marek ist genauso wie ihre ganze partei nicht mehr ernst zu nehmen.

Hermine Berg
 
00
11.9.2011, 14:42
ihre karriere erinnert stark an ernst strasser

Bertel Mann
07
11.9.2011, 09:16
Früher schob man unfähige Politiker in den Bundesrat ab, jetzt schon in den Nationalrat

so ises
00
11.9.2011, 14:02
na ja ...

ein paar landen in der EU oder bei der Raiffeisen ...

systemfehler1
00
11.9.2011, 15:06
..oder bei Siemens

didi111
01
11.9.2011, 08:52
Da tut sich schon für die nächsten Wochen eine weitere Baustelle auf..

http://www.finanzradar.at/

Lasst Leute wie Erwin Pröll und Sobotka weiter arbeiten.

Sie sind verlässliche Wahlhilfen für die kommende Wahl.

Sollten hier Gelder an der Börse vernichtet werden oder worden sein (wie befürchtet) und gleichzeitig will Fekter bei den kleinen Leuten sparen beginnen zu wollen, wird es aber dann wirklich eng.

Das kann dann aber wirklich zu einem heissen Herbst führen mit Demos. Und wir können dann ALLE nur noch hoffen, daß sie halbwegs friedlich bleiben.

Benjamin Klein
02
11.9.2011, 04:48
Es ist ein Drama

dass - nicht nur in der VP - fast alle mittleen Posten,
von den jeweiligen Parteibossen bestimmt werden, und nicht mehr durch Wahl und Vertrauen von "unten"

Der Spindi war Sekretär beim Lichal, as genügt für eine Karriere bis zum BPO, Kanzler wird er vielleicht auch noch, von Straches Gnaden ....
Der Spindi, kennt die Basis seines ÖAAB gar nicht ....
Und jetz bestimmt er im wesentlichen wer in Wien VP-Chef wird,

Wer einmal drinnen ist wird versorgt, wechselt nach Belieben,

Das Volk bleibt ausgeschlossen .....

pei mei
06
11.9.2011, 00:36
das Parlament entpuppt sich immer mehr als Depot

für unfähige TypenInnen ..... so fährt unser Land mit Vollgas gegen die Wand

Roter Baron
00
11.9.2011, 08:37

yep, die entwas andere abschiebezentrale

Anti-Leistungsträger
08
10.9.2011, 22:07
Ich hab' beschlossen, jetzt auch im Eilzugsverfahren den "Leistungsträger" bei Humboldt zu machen!

Denn ich kann lernen wo ich will, wann ich will und wie ich will (sei es das Parlament, die Industriellenvereinigung oder die Parteizentrale in der Lichtenfelsgasse).

gebdensenfdazu
02
10.9.2011, 22:14

das habe ich auch gerade beschlossen , maximales entgeldt bei minimaler leistung, sollte ich nen fehler machen trete ich halt zurück mit schöner frühpension ...

Quatremère
01
10.9.2011, 21:32
politische Meilensteine aus ihrer Wiener Ära

auf den plakaten, die die wartehäusln der straßenbahnen verschmutzen, hat die marek den wienern einen schönen sommer gewünscht. muss wohl der grund für das scheißwetter von anfang juni bis mitte august gewesen sein.

Verzweifelnd
02
10.9.2011, 21:14

Die Österreichische Versorgerpartei lässt eine/n der ihren so schnell nicht fallen. Mitglieder dieser österreichweit agierenden Interessensgemeinschaft werden reziprok der jeweiligen fachlichen Eignung bzw. Charakterausbildung in immer höhere Positionen hochgeschoben. Das Ende der Fahnenstange ist dann mit sog. "Ministern" bzw. "Landeshauptleuten" oder - vereinzelt - sog. "Bundeskanzlern" erreicht, die gemäß dem sog. "Peter-Prinzip" quasi die Spitze der evolutionären Entwicklung eines Mitgliedes der Versorgungspartei darstellen.

Helmut Hromadnik21
 
010
10.9.2011, 21:04
............" Wenn wer unfähig ist, geht er ins Parlament", ".......

Das öst. parlament ist also dazu da, unfähigen politikern/innen ein finanziell gut dotiertes ASYL zu bieten !

Und so sieht die politik auch aus !
Wenn diese ÖVP-typen schon nichts können, blockieren können sie allemal.

Helmut Hromadnik21
 
00
11.9.2011, 08:35
PS: Roter balken ist nicht von mir !

Benjamin Klein
00
11.9.2011, 04:50
Diese Frau war nicht einfach "unfähig"

sie wurde von der (Bundes)Parteispitze einfach mißbraucht, indem man sie nach Wien abkommandiert hat.....

Die Wiener sollen ihren Stadtpartei-Chef/in selber wählen ....

Helmut Hromadnik21
 
20
10.9.2011, 20:50

Wer kennt eine sympathische ÖVP-politikerin, die nicht aussieht wie eine oberlehrerin und nicht mit reaktionären, totalitären vorschlägen auffällt, die so gar nicht zu einer partei passen, die sich als christlich-sozial sieht ?

Bitte um namensnennungen !

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