"Starting Grants": 13 internationale Preisträger arbeiten in Österreich, vier heimische dafür im Ausland
Wien - 13 junge, in Österreich tätige Spitzenforscher haben in der vierten Ausschreibungsrunde einen hochdotierten Wissenschaftsförderpreis des Europäischen Forschungsrates (ERC) erhalten. Die sogenannten "Starting Grants" sind für hervorragende Nachwuchswissenschafter gedacht und mit bis zu zwei Millionen Euro für bis zu fünf Jahre dotiert. Bemerkenswert dabei ist, dass heuer keiner der 13 hierzulande forschenden Preisträger Österreicher ist und alle Männer sind. Zusätzlich zu den 13 "Starting Grants", die nach Österreich gingen,
haben vier an einer ausländischen Institution arbeitende Österreicher
den Förderpreis erhalten, darunter ist auch eine Frau.
Insgesamt haben sich in der aktuellen Ausschreibungsrunde 4.080 Wissenschafter um diese EU-Förderung beworben, um 42 Prozent mehr als im Jahr davor. 480 davon erhalten tatsächlich einen "Starting Grant", was einer Erfolgsrate von zwölf Prozent entspricht. Ihr Durchschnittsalter beträgt 37 Jahre. In Summe werden 670 Millionen Euro vergeben. Für ERC-Präsidentin Helga Nowotny kommt die Steigerung bei den Anträgen nicht überraschend und zeigt die hohe Nachfrage nach der ERC-Förderung. "Wir müssen, speziell in Zeiten der wirtschaftlichen Krise, weiterhin in die klügsten Köpfe investieren, weil sie der Schlüssel für den künftigen Wohlstand Europas sind", so Nowotny.
Im einzelnen
In den Bereichen "Lebenswissenschaften" (in den insgesamt 35 Prozent der Preisträger fallen) und "Physik und Ingenieurwissenschaften" (46 Prozent der Preisträger) haben jeweils sechs in Österreich tätige Wissenschafter einen "Starting Grant" bekommen. Im Bereich Sozial- und Geisteswissenschaften (gesamt: 19 Prozent) wurde nur ein hier tätiger Forscher ausgezeichnet. Inhaltlich zeigen sich damit einmal mehr die Stärken der österreichischen Forschung, also insbesondere Quantenphysik und Molekularbiologie.
Nach Institutionen schneiden mit jeweils drei "Starting Grants" die Universität Innsbruck und das Institute of Science and Technology (IST) Austria (NÖ) am besten ab, jeweils zwei Preise gehen an Forscher am Institut für molekulare Pathologe (IMP) Wien und an der Uni Wien, jeweils eine Auszeichnung an Wissenschafter der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Medizin-Uni Wien und der Technischen Universität Wien.
Die meisten "Starting Grants" gingen heuer wieder nach Großbritannien (124), gefolgt von Deutschland (64), Frankreich (57) und Niederlande (47). Gemessen an vergleichbaren Ländern liegt Österreich mit 13 Preisträgern deutlich hinter der Schweiz (22) oder Belgien (21), aber noch vor Dänemark (10) oder Finnland (10). Kein anderes Land wie Österreich hat einen so hohen Anteil an ausländischen Forschern, die mit dem Förderpreis ausgezeichnet wurde.
--> Die "Starting Grant"-Preisträger in Österreich