Europäische Förderpreise

Keiner der Preisträger im eigenen Land tätig

9. September 2011, 16:35

"Starting Grants": 13 internationale Preisträger arbeiten in Österreich, vier heimische dafür im Ausland

Wien - 13 junge, in Österreich tätige Spitzenforscher haben in der vierten Ausschreibungsrunde einen hochdotierten Wissenschaftsförderpreis des Europäischen Forschungsrates (ERC) erhalten. Die sogenannten "Starting Grants" sind für hervorragende Nachwuchswissenschafter gedacht und mit bis zu zwei Millionen Euro für bis zu fünf Jahre dotiert. Bemerkenswert dabei ist, dass heuer keiner der 13 hierzulande forschenden Preisträger Österreicher ist und alle Männer sind. Zusätzlich zu den 13 "Starting Grants", die nach Österreich gingen, haben vier an einer ausländischen Institution arbeitende Österreicher den Förderpreis erhalten, darunter ist auch eine Frau.

Insgesamt haben sich in der aktuellen Ausschreibungsrunde 4.080 Wissenschafter um diese EU-Förderung beworben, um 42 Prozent mehr als im Jahr davor. 480 davon erhalten tatsächlich einen "Starting Grant", was einer Erfolgsrate von zwölf Prozent entspricht. Ihr Durchschnittsalter beträgt 37 Jahre. In Summe werden 670 Millionen Euro vergeben. Für ERC-Präsidentin Helga Nowotny kommt die Steigerung bei den Anträgen nicht überraschend und zeigt die hohe Nachfrage nach der ERC-Förderung. "Wir müssen, speziell in Zeiten der wirtschaftlichen Krise, weiterhin in die klügsten Köpfe investieren, weil sie der Schlüssel für den künftigen Wohlstand Europas sind", so Nowotny.

Im einzelnen

In den Bereichen "Lebenswissenschaften" (in den insgesamt 35 Prozent der Preisträger fallen) und "Physik und Ingenieurwissenschaften" (46 Prozent der Preisträger) haben jeweils sechs in Österreich tätige Wissenschafter einen "Starting Grant" bekommen. Im Bereich Sozial- und Geisteswissenschaften (gesamt: 19 Prozent) wurde nur ein hier tätiger Forscher ausgezeichnet. Inhaltlich zeigen sich damit einmal mehr die Stärken der österreichischen Forschung, also insbesondere Quantenphysik und Molekularbiologie.

Nach Institutionen schneiden mit jeweils drei "Starting Grants" die Universität Innsbruck und das Institute of Science and Technology (IST) Austria (NÖ) am besten ab, jeweils zwei Preise gehen an Forscher am Institut für molekulare Pathologe (IMP) Wien und an der Uni Wien, jeweils eine Auszeichnung an Wissenschafter der Akademie der Wissenschaften (ÖAW), der Medizin-Uni Wien und der Technischen Universität Wien.

Die meisten "Starting Grants" gingen heuer wieder nach Großbritannien (124), gefolgt von Deutschland (64), Frankreich (57) und Niederlande (47). Gemessen an vergleichbaren Ländern liegt Österreich mit 13 Preisträgern deutlich hinter der Schweiz (22) oder Belgien (21), aber noch vor Dänemark (10) oder Finnland (10). Kein anderes Land wie Österreich hat einen so hohen Anteil an ausländischen Forschern, die mit dem Förderpreis ausgezeichnet wurde.

--> Die "Starting Grant"-Preisträger in Österreich

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Kommentar posten
12 Postings
NK12
00
12.9.2011, 19:05
scheint hier das forum der Zu-schlecht-Weggekommenen" zu sein

Cyber Motzer
00
11.9.2011, 12:32
und wieso so viele

nach Großbritannien ? Ist das der Thatcher Bonus ?

Irre Gut
00
11.9.2011, 16:04
Seilschaften und Kohle regieren die Wissenschaft! So funktioniert das leider...

sheldon cooper
00
12.9.2011, 23:05

siehe Big Bang Theory, Staffel 2:

Sheldon, Leonard Raj und Howard im Büro des Institutsleiters:

Leiter: "Do you know what this institute is ALL about?"

tuschel, tuschel

Leonard: "Äh... Science!"

Leiter: "Money!"

Howard: "I told you!"

Irre Gut
34

"Bemerkenswert dabei ist, dass heuer keiner der 13 hierzulande forschenden Preisträger Österreicher ist und alle Männer sind."

-> Beides sehr sehr traurig und eigentlich kein Grund zum Jubeln. Der "Internationalisierungszwang" nimmt schoen langsam groteske Formen an. Man muss quasi schon Deutscher sein um hier in der Wissenschaft einen Job zu bekommen! Furchtbar!

Ulrich Nagel
20
10.9.2011, 15:28

Wieviele der Preistraeger sind Deutsche?
Im Ausland gibt es sehr erfolgreiche Oesterreicher und Oesterreicherinnen. Muessen die Ihrer Ansicht nach alle in Oesterreich bleiben? Oder duerfen die schon im Ausland arbeiten.

ra mses
03
11.9.2011, 01:38
Es gibt echt sehr viele Deutsche in der heimischen Wissenschaft.

Mal die neuen Gruppenleiter am IMP, IMBA und MFPL checken. Da weren nahezu ausnahmslos Deutsche angestellt. Dass das längerfristig zu "Spannungen" führen wird ist vorprogrammiert. Die Schweiz durchlebt das ja gerade.

Wo die Österreicher tlw hingehen ist vollkommen irrelevant! Wichtig ist daß man Österreichern vernünftige Rückkehr- und Arbeitsmöglichkeiten gibt!

Die "erzwungenen Mobilität" in der Wissenschaft stößt ohnedies immer mehr june Studenten vor den Kopf. Ich schliesse mich dem Vorposter an! Wenn von 13 Preisträgern in Österreich KEINER (ich wiederhole: KEINER) Österreicher ist, läuft was gehörig falsch. Die akademische Wissenschaft hat Fieber und muß aufpassen daß sie nicht zur Perspektivlosigkeit für junge Leute wird!

avalanche73
 
41
Dass man Deutscher sein muss

um in Österreich einen Job in der Wissenschaft zu bekommen, ist schlichtweg Unsinn.

Irre Gut
00
11.9.2011, 16:03
Mit Verlaub: dem ist nicht so! Wir werden regelrecht von Deutschen überschwemmt!

Ein Armutszeugnis sonst nichts!

ra mses
02
11.9.2011, 01:47
seh ich nicht so! habs selbst erlebt, daß leuten ausm ausland bei diversen jobs vorzug gegeben wird.

stichwort internationalität! das institut meite es klinge besser für sie wenn man zeigen kann daß in den obersten etagen supertolle, bunte internationalität herrscht.

es gab keinen österreicher bei gruppenleitereinstellungen in den letzten 4 Jahren! und ich kann einfach nicht glauben dass österreich keine äquivalent guten naturwissenschafter und ärzte produziert wie z.b. deutschland.

witzigerweise bestand das hiring commitee des besagten instituts aus 3 profs aus deutschland ;)

Erwin Wolfram
10
10.9.2011, 09:00

... das hat er ja getippt...

avalanche73
 
01
10.9.2011, 13:52
Was?

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