Aktivere Rolle der EU in der Causa Golowatow gefordert

9. September 2011, 16:08

Justizminister: Keine Verständigung bei zweitem bilateralen Treffen in Wien

Wien - Litauens Justizminister Remigijus Simasius wünscht eine aktivere Rolle der EU in der Causa Golowatow. Dies gab er laut der baltischen Nachrichtenagentur BNS auf einer Pressekonferenz am Freitag bekannt. Es habe auch bei dem zweiten bilateralen Expertengespräch am Donnerstag in Wien keine Verständigung zwischen Österreich und Litauen über die rechtlichen Grundlagen des Falles Golowatow gegeben. Darüber hinaus seien die Argument Österreichs "beleidigend" gegenüber den Opfern des Verbrechens.

Im Fall Golowatow geht es um die Festnahme in Österreich und die rasche Freilassung des von Litauen als mutmaßlichen Kriegsverbrecher gesuchten Michail Golowatow (Mikhail Golovatov). Litauen wirft Österreich mangelnde Solidarität und übereilte Vorgangsweise unter dem Druck der russischen Regierung vor.

Wichtige Fragen offen

Auch beim zweiten bilateralen Expertengespräch in Wien blieben laut Simasius wichtige Fragen offen. Bisher hätten die litauischen Experten keine Erklärungen vonseiten Österreichs erhalten, welche Dokumente notwendig gewesen wären, um Golowatow in Haft zu behalten.

Das österreichische Justizministerium sprach dagegen von einem "positiven" Ende des bilateralen Treffens. Nach Darstellung der österreichischen Justizbehörden kam in der Causa Golowatow das österreichische Auslieferungs- und Rechtshilfegesetz und nicht das Recht über den Europäischen Haftbefehl (EHB) zum Tragen, da die Golowatow vorgeworfene Tat im Jänner 1991, also vor dem 7. August 2002, begangen wurde. Grund dafür sei eine entsprechende Opt-Out-Erklärung Österreichs zu Artikel 32 des Rahmenbeschlusses über den Europäischen Haftbefehl.

In der Expertengruppe sei man übereingekommen, dass die bestehende Erklärung Österreichs einer Prüfung unterzogen werden solle, hieß es in einer Donnerstag Abend veröffentlichten Aussendung.

Österreichs Rechtsstandpunkt wird von Litauen nicht geteilt. Simasius meinte, Österreich hätten trotzdem Golowatow an Litauen ausliefern müssen. "Laut der uns vorliegenden Daten hätte Österreich anders handeln müssen", betonte er."Die Aussagen Österreichs, dass der Haftbefehl historische Fakten anstatt Informationen zu Golowatows Rolle in Litauen enthielte, sind unzureichend und in gewisser Weise beleidigend gegenüber den Opfern des Verbrechens", sagt der litauische Justizminister. "Für uns ist es mehr als Geschichte, es ist ein Verbrechen. Leider scheinen das manche Partner in der EU nicht zu verstehen."

Der Justizminister schlug vor, dass Vertreter der Europäischen Institutionen, die bisher eine beobachtende Funktion innehatten, eine aktivere Rolle übernehmen sollen. Die Fragen bezügliche des Europäischen Haftbefehls sollten auf europäischer Ebene behandelt werden.

Litauen fahndet nach dem russischen Staatsbürger Golowatow wegen in Litauen begangener Verbrechen gegen die Menschlichkeit. In der Nacht auf den 13. Jänner 1991 starben bei der Erstürmung des Vilniuser Fernsehturms durch sowjetische Truppen 14 Menschen, Hunderte wurden verletzt. Wer für das Blutvergießen die Verantwortung trägt, ist bis heute strittig. Litauen sieht Golowatow als seinerzeitigen Kommandanten der Sondereinheit Alfa als einen der Haupttäter und als Kriegsverbrecher an. (APA)

LGL
31
die "russische Minderheit" in Litauen besteht hauptsächlich aus sowjetischen Okkupanten und deren Nachkommen.

Echte (autochthone) Minderheiten in Litauen sind vor allem die Polen, einige wenige dort verbliebene Deutsche und ein paar hundert Karaimen und Tataren, die schon seit Jahrhunderten in Litauen leben. Dass es heute in Litauen keine bedeutende jüdische Minderheit mehr gibt ist allerdings auch den Litauern anzulasten, die sich da als Hilfswillige der Nazis betätigt haben.

Joseph EU
41
10.9.2011, 11:52
Der Zensor findet ich darf Ihnen nicht...........

beipflichten..........und weiters hab ich noch geschrieben das Kollektivschuld und "Nailand" des Posters unter Ihnen ein Affront ist ...aber dem Zensor ist das....was eigentlich ???

LGL
22
10.9.2011, 16:00
zwar kommen die meisten meiner postings durch die Zensur, manche werden aber auffallend spät und nicht richtig in den jeweiligen "thread" hinein gestellt

Red Core
17

diese nazi regierung von litauen solte mal besser ruhig sein österreich hat sich richtig verhalten erstens das zweitens wen einer verbrechen gegen das volk begangen hat dan ist das litauen selbst in dem sie im zweiten weltkrieg ihre eigene bevölkerung im namen von hitler dahingemetzelt haben und heute noch verbrechen begehen gegen die russische dort in litauen lebende minderheit.und noch dazu wo golowatow in anderen EU länder war hatten sie nichts gesagt aber aufeinmal kaum ist er in österreich da muckens auf die deppen.

BPC
00
23.9.2011, 13:01

Na ja, jetzt wollen wir einmal nicht übertrieben.Übrigens sitzt nicht in Litauen ein Christdemokrat an der Spitze und somit zusammen mit der ÖVP in der EVP an einem Tisch?Keiner hat sich hier mit Ruhm bekleckert. Die Österreicher, die es sich nicht mit den Russen verscherzen wollten, die litauische Regierung, die mit dem Aufbauschen einfach nur von den schlechten Umfrageergebnissen und den eigenen Problemen ablenken wollten. Aber nun Kubilius als "Nazi" zu bezeichnen,ist schon harter Tobak, wenn man bedenkt,wo die Nazis sich nach dem 2. Weltkrieg versteckt haben (man schaue einmal an, wer alles das Bundesverdienstkreuz in D. bekommen hat) und wer in Österreich regiert hat.

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