Oberösterreich

Inzest-Verdacht: U-Haft gegen 80-jährigen Innviertler aufgehoben

9. September 2011, 15:31
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    foto: apa

    Der Verdächtige wurde aus der Untersuchungshaft in der Justizanstalt Ried im Innkreis entlassen.

Töchter stellen in Einvernahme sexuelle Übergriffe in Abrede

Linz - Ein 80-jähriger Oberösterreicher, der unter Verdacht stand, seit 1970 seine beiden Töchter - heute 53 und 45 Jahre alt - regelmäßig sexuell missbraucht und körperlich misshandelt zu haben, ist am Freitag aus der vor zwei Wochen verhängten Untersuchungshaft entlassen worden. In ihrer kontradiktorischen Einvernahme stellten die beiden Frauen, bei denen geistige Defizite vorhanden sind, die Übergriffe in Abrede. Das berichtete die Staatsanwaltschaft Ried im Innkreis in einer Presseaussendung am Freitag.

Der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr sei damit weggefallen, so die Behörde. Der Anwalt des Beschuldigten bezeichnete die Enthaftung seines Mandanten als ersten Schritt in die richtige Richtung. Es habe sich bewahrheitet, was der 80-Jährige von Anfang an gesagt habe, nämlich, dass Dritte die beiden Frauen aufgehetzt hätten. Betreuerinnen und Verwandte seien mit Mutmaßungen zur Polizei gegangen, so der Jurist. Er wolle nun auf die Aussage des psychiatrischen Gutachtens warten und "dann weiterschauen".

Begriffe möglicherweise nicht verstanden

Die beiden Opfer hätten die sexuellen Übergriffe vor der Polizei angegeben, stellte die Leitende Staatsanwältin Ernestine Heger fest. Doch habe sich in den späteren Befragungen herausgestellt, dass es fraglich sei, ob sie die entsprechenden Begriffe überhaupt verstanden haben. Sie hätten einschlägige Tathandlungen beschrieben, die jedoch ein anderer Mann an ihnen verübt habe. Das liege allerdings schon längere Zeit zurück und müsse noch überprüft werden. Dass ihr Vater das gleiche mit ihnen gemacht habe, hätten sie dezidiert in Abrede gestellt.

Das bestätigte auch der Anwalt des 80-Jährigen. "Vergewaltigung heißt für sie, wenn jemand einen ans Bett fesselt oder aus dem Bett stößt", erklärte der Anwalt. Sex bedeute für die beiden Töchter, von denen eine eine leichte, die andere eine mittelgradige Intelligenzminderung habe, wenn jemand nackt herumlaufe. "Sie sagen: Das hat der Papa mit uns nicht gemacht." Allerdings habe ein Fremder das getan.

"Der Papa hat uns schon geschlagen"

Bezüglich der dem Verdächtigen ebenfalls angelasteten Körperverletzungen und gefährlichen Drohung bestünde keine Tatbegehungsgefahr mehr, da die Delikte schon längere Zeit zurücklägen. Das müsse noch geprüft werden. Über die ausführliche Berichterstattung in den Medien seien die beiden ebenso unglücklich wie aufgebracht, so die Staatsanwältin.

"Der Papa hat uns schon geschlagen, aber nicht mehr seit die Mutter tot ist", hätten die Töchter laut Anwalt gesagt. Die gefährlichen Drohungen seien in seinen Augen lediglich allgemeine Unmutsäußerungen "nicht eben von der feinen, englischen Art".

Der Fall war am 25. August bekanntgeworden. Demnach habe der 80-Jährige bereits im vergangenen Mai erneut seine ältere Tochter vergewaltigen wollen. Die Frau habe sich aber gewehrt und habe ihn zurückgestoßen, der Mann stürzte. Er konnte nicht mehr aufstehen, seine Töchter ließen ihn am Boden liegen. Erst zwei Tage später riefen sie eine Sozialarbeiterin, die ihm half. Sie erstattete Anzeige bei der Polizei. In den Ermittlungen tauchte der Inzest-Verdacht auf.

Verdächtiger bestritt Vorwürfe von Beginn an

Noch am selben Tag wurde der 80-Jährige, der sich bis dahin in einem Pflegeheim aufgehalten hatte, festgenommen und in die Justizanstalt Ried überstellt. Begründet wurde die Haft mit dem Verdacht der Körperverletzung, des Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen, der gefährlichen Drohung, der Nötigung, der Vergewaltigung und weiterer sexueller Delikte gegen wehrlose Personen. Der Beschuldigte bestritt von Anfang sämtliche Vorwürfe. Am 26. August wurde die U-Haft verhängt.

Der Fall sorgte - auch international für großes Aufsehen. In der Öffentlichkeit begann eine Diskussion darüber, warum die Affäre in der Umgebung der Familie so lange unbemerkt geblieben sei. Auch die Polizei und zuständige Bezirkshauptmannschaft gerieten in diesem Zusammenhang in ein schiefes Licht. Vergleiche mit dem Inzest-Fall von Amstetten, der als eines der größten Verbrechen in die heimische Kriminalgeschichte eingegangen ist, wurden angestellt. Josef F. hielt seine Tochter 24 Jahre lang in einem Kellerverlies gefangen und zeugte mit ihr sieben Kinder, eines starb nach der Geburt. 2009 wurde F. am Landesgericht St. Pölten von einem Schwursenat in allen ihm vorgeworfenen Punkten rechtskräftig schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft mit Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt. (APA)

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Urnenfriedhof
03
13.9.2011, 15:29
Rekapitulieren wir einmal.

Begeistert teilen wir aller Welt mit, daß wir wieder einmal in unseren Reihen einen Inzesttäter gefunden haben. Diesmal aus der schönen Gegend um Braunau, und die kennt man ja von anderen bösen Österreichern.
Wir sind nun schon weltweit bekannt für unsere Inzesttäter. Daher wird die Nachricht von in- und ausländischen Medien gerne aufgenommen. Man weiß ja, daß Ö mehrheitlich von alten Sex-Tätern bevölkert wird.
Nun machen wir uns ein weiteres Mal zu den Europa-Deppen, wir finden heraus, daß die einvernehmenden Polizisten gar nicht gemerkt haben, daß sie geistig eingeschränkte Zeugen befragt haben. Warum das ? Ist das schwierig zu bemerken ? Als Polizist ? Mir fällt da nur eine Schlußfolgerung ein, und die ist nicht sehr optimistisch.

Saskijan
50
11.9.2011, 11:49
Wie wäre es...

...wenn die kontratiktatorische Einvernahme von Primara Kastner einem Richter und /oder Staatsanwaltbegleitet vor laufender Kamera und die Anwesenheit des Tääters u. dessen RA den Ausschlag gab? Die Opfer, die ja einzel verhört werden, was ja als "Opferschonend" bezeichnet wird, aber auch Fragen an das Opfer Täter und dessen RA einwerfen kÖnnen? Kindopfer sofort verwirrt und in Angst und Panik versetzt so auch diese traumatisierten Gewaltopfer?
Denn jedes Angstbesetzte Opfer verstummt hier und wird nicht bei seinen ursprünglichen Aussagen bleiben, weil es die Gegenwart ihres Peniger nicht oder nur schlecht vertragen!
INFORMATION & AUFKLÄRUNG
www.gegensexuellegewalt.a

JosefGott
01
11.9.2011, 22:01

Hat jetzt Jemand verstanden worum es bei dem Beitrag oben ging?
Soweit ich weiß, wird die Kontradiktorische per Video an den Beschuldigten und Anwalt übertragen, und der Anwalt darf Fragen einwerfen, eben damit das angebliche Opfer nicht eingeschüchtert wird.

Saskijan
20
12.9.2011, 11:08
Nun...

@josef Gott

Ich als Opfer weiß dass danaben der Peiniger mit seinem RA sitzt und die Fragen werden erstellt und dann fragt meinetwegen der RA das Opfer im Nebenraum dazu aus und treibt es in die Enge mit dseinen Fragen, ein verweirrspiel dass mit seelischer Folter bezeichnet werden kann!

www.gegensexuellegewalt.at

JosefGott
00
12.9.2011, 16:34
@Saskijan:

Das mag sein weil es diese Videoübertragung bis vor 15 Jahren noch nicht gab. Aber´lesen Sie mal das hier:
https://www.help.gv.at/Portal.No... 91176.html
das beweist dass sie keine Ahnung haben von dem was sie schreiben. Sorry wenn ich es so direkt und schonungslos schreibe, aber sonst lassen sie sich nicht überzeugen und beschuldigen alle mit konträrer Meinung zu ihrer, dass sie zu Pädophilen-Lobby gehören.

Saskijan
10
12.9.2011, 19:34
Nun...

@Josef Gott

was ist nun so anders? Die Opfer wissen trotzdem, dass ihr Peiniger nebenan sitzt und was glauben Sie löst das bei betroffenen Kindern aus? Oder was hat das bei den zwei Frauen im Fall O.Ö. ausgelöst? Eine sofortige Re- Traumatisierung, die Hilflosigkeit von vorher sit sofort präsent und die Todesangst sowieso und daher denke ich haben sie sofort die sexuellen Anschuldigungen sich nichtmehr zu wiederholen getreut! Ich war zwar als 15 jährige sehr mutig aber ich denke ich hätte hier auch kläöglich versagt, da man verwirrt wird von Angst in Panik übergeht und so unfähig ist etwas derartiges sich zu sagen zu trauen! Wenn man hier keine Änderungen einführt, so bringt die Zukunft für Opfer gar keine Besserung!
www,gegensexuellegewal

JosefGott
00
13.9.2011, 21:42

Sorry, aber das ist Schwachfug. Wo werden denn die Kinder nicht retraumatisiert? Wenn der Täter auf dem Mond sitzt? Irgendwie muss der Rechtsstaat gewahrt bleiben und der Täter muss in der Lage sein die Anschuldigungen zu entkraften indem die Richtigen Fragen gestellt werden.

infrognito
01
12.9.2011, 13:07

Ich glaube nicht, daß ein Rechtsanwalt alleine in einem Nebenzimmer ein(en) Opfer/Zeugen in die Enge treiben darf. Mit Sicherheit nicht, wenn es sich um ein Kind handelt.

Und wie soll ein Rechtsanwalt, der seinen Mandanten verteidigt, herausfinden können, ob ein Zeuge lügt, wenn er ihn nicht kritisch befragen darf. Zweifel an Mißbrauchsvorwürfen dürfen ja wohl berechtigt sein? Das Problem liegt da, wo der Blickwinkel nicht mehr variiert. Zum Beispiel in Berlin werden in jedem 6. Scheidungsverfahren Mißbrauchsvorwürfe zusätzlich oder hauptsächlich erstbekannt. Muß man all diesen Frauen und Kindern bedingungslos glauben und die Väter ins Gefängnis werfen?

infrognito
01
12.9.2011, 12:54

Fanatiker richten bei der Wahrheitsfindung erheblichen Schaden an. Diese Pseudoexperten sind geleitet von Hass und Rache. Man sollte soetwas Leuten überlassen, die sich Gedanken machen, wie man richtig befragt, ohne dabei derartigenen Emotionen ausgesetzt zu sein. Vor allem sind Fanatiker sehr schnell mit Vorurteilen zur Stelle.

Ich bin auch Opfer einer Straftat, aber ich zerfleische mich nicht in Selbstmitleid und Rachewahn, ich setze meine Erfahrungen da ein, wo es Sinn macht: Aufarbeitung und Information, emotions- und rachefrei. Das Kreischen erschwert nur das Hören der wichtigen Details.

der schwitzbär der schwitzt sehr
06
10.9.2011, 18:10
ist dieser Lißl

http://kurier.at/nachricht... 150229.php

derselbe wie dieser Lißl ?
http://www.krone.at/Oberoeste... ory-143768

Pühringer, wie lange willst du diesem Kerl noch die Stange halten ?

MASCH49
 
00
10.9.2011, 16:24
So etwas entsteht, wenn ...

eine auflagengeile Medienlandschaft
eine mediengeile Gesellschaft vor sich
her scheucht.
Keiner erfährt die Wahrheit und Alle leiden.

Naeich
 
03
10.9.2011, 16:19
Unfassbar ...

jemand, ich glaube, die Staatsanwältin hat neulich in einem Radiointerview gemeint, er habe sie "natürlich" geschlagen.
Aber Kinder schlagen scheint in Österreich ja nach wie vor OK zu sein statt als jenes feige und jämmerliche Verbrechen geahndet zu werden, das es ist.

Ellis Island
00
12.9.2011, 17:28
Wieso nach wie vor ?

Die Damen sind frühe 1960er-Jahrgänge. Sogar wenn sie als Kinder verprügelt worden sein sollten, wäre das zigmal verjährt.

jane doe1
1312
10.9.2011, 13:30
jetzt lasst mal die kirche im dorf.

kinder lebenslang von der umwelt zu isolieren, ans bett zu fesseln, aus dem bett zu stoßen, anderswie körperlich zu missbrauchen, zu beschimpfen und zu bedrohen...
ist schon schlimm genug.

natürlich wäre sexueller missbrauch dazu noch um einiges schlimmer, aber es reicht auch so.

ich kann mir durchaus vorstellen, dass die intelligenzminderung in diesen erziehungsmethoden begründet ist - das wäre dann u.a. als schwerste körperverletzung zu betrachten.

unter diesen umständen kann ich wirklich kein mitleid mit dem "armen vorverurteilten mann" aufbringen.

VoK
10
11.9.2011, 22:33

Reine Spekulationen von ihnen! Dass es Vergewaltigungen gab ist anscheind erwiesen - und dass diese nicht vom Vater verübt wurden auch.

Steverino
34
10.9.2011, 14:38

Woher haben Sie ihr tieferes Wissen über diesen Fall?

A.B. Artig1
03
11.9.2011, 14:04

Woher haben Sie Ihres?

suboptimal
 
016
10.9.2011, 11:51
wünschenswert wäre endlich ein Medienverbot für den geschwätzigen Lißl,

einschließlich APA- und dpa-Verbot.

Inzestvorwurf wird zur Blamage für Behörden:
Noch vor wenigen Tagen hatte der oberösterreichische Sicherheitsdirektor Alois Lißl davon gesprochen, ... wie glaubwürdig die Inzest-Vorwürfe der Opfer seien.
Schon kurz nach Auffliegen des Dramas wurde Kritik laut, warum man nicht gleich Spezialisten einbezogen hat. …
Die Glaubwürdigkeit der Aussagen sei ihm von hohen Beamten bestätigt worden.
aha

http://kurier.at/nachricht... 150229.php
Näher hinterfragt oder psychiatrisch abgeklopft hat die Justiz diese erste Version aber offenbar zwei Wochen lang nicht.

glenfiddich
03
10.9.2011, 15:50

Wie Recht sie haben! Bin genau ihrer Meinung.
Der Lißl ist ja schon penetranter als der Pühringer.

Montgomery McFerryn
00
10.9.2011, 15:07

Die Justiz hat viel Zeit und 2 Wochen U-Haft tun der Justiz nicht weh, was das für den einzelnen Bedeutet ist leider irrelevant.

LL MM
08
10.9.2011, 14:12

Es ist allerdings eine genauso große Blamage für die Medien, das bleibt da natürlich unerwähnt.

suboptimal
 
04
10.9.2011, 14:45
Fakt ist: die POLIZEI hat die Geschichte als großen Knüller in alle MEDIEN katapulitert,

niemand sonst –
mit ALLEN unüberprüften Einzelheiten - und OHNE jede Rücksicht auf Persönlichkeitsschutz auch der OPFER.

Der wichtige Lißl hat auch der APA und der dpa lange Exklusivinterviews gewährt, unverantwortlich und fetzendeppert wie immer.

"Auch die Mutter der beiden Frauen soll zu den Opfern des Innviertlers gehört haben, so die POLIZEI in einer AUSSENDUNG. Sie soll ebenfalls immer wieder missbraucht und misshandelt worden sein." (ORF)
Eine Polizeiaussendung jagte die nächste.

asdf 1234
04
10.9.2011, 11:17
Und was meinen die user über die berichterstattung,

welche die betroffenen über sich ergehen lassen musstn? Ist das richtig? Hier ein paar Auszüge:
http://www.kobuk.at/2011/08/d... hter-henke

Jan Kolarik
02
10.9.2011, 11:49

"Laut Staatsanwältin waren die beiden Frauen über die Berichte in den Medien wütend und unglücklich." (Quelle: *)

Wird man in hiesigen Medien vermutlich nicht zu hören bekommen, und der Standard geht schon mal mit schlechtem Beispiel voran.

(*) http://www.spiegel.de/panorama/... 00,00.html

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