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Spindelegger respektiert Entscheidung, Busek rügt ÖVP

9. September 2011, 14:38

Vizekanzler hofft auf "amikale Übergabe" - Busek: "Mit Niederösterreich alleine werden wir keine Bundeswahl gewinnen"

Wien - VP-Obmann Michael Spindelegger respektiert die Entscheidung der nunmehr ehemaligen ÖVP-Wien-Chefin Christine Marek, der Landespolitik den Rücken zu kehren. Sie werde nun ihr "umfangreiches Know-how" im Sozial- und Familienbereich im Nationalrat einbringen, kündigte der Vizekanzler in einer Aussendung an.

Zu ihrer Zeit als Landespolitikerin meinte Spindelegger, Marek habe von Anfang an einen schweren Start in Wien gehabt. Umso wichtiger sei nun "eine ordentliche und amikale Übergabe, um der Wiener Landespartei einen entscheidenden Startvorteil bei der Neupositionierung und Aufholjagd in Wien zu geben.

Busek kritisiert Stadt- und Bundespartei

Der ehemalige Wiener ÖVP-Obmann Erhard Busek hat nach dem Abgang von Christine Marek als Wiener VP-Chefin zu einem Rundumschlag auf die Bundes- und Stadtpartei ausgeholt. Er warf der Bundes-VP vor, sich um die Stadtpartei nicht zu kümmern. "Mit Niederösterreich alleine werden wir aber keine Bundeswahl gewinnen", so Busek am Freitag. Die Funktionäre in Wien bezeichnete er als "Mittelbänkler, die nur um ihren Posten zittern": "Das ist ein Trauerspiel."

Die ÖVP müsse aufhören, die Wiener Partei ständig nur als "Fluchtpunkt" zu sehen. Das sage er auch deutlich in Richtung VP-Stadtrat Wolfgang Gerstl, der in den Nationalrat wechselt. "Er war so kurz Stadtrat, dass ihn keiner kennt und schon ist er wieder weg." Es würden sich alle nur entfernen. Insofern nahm Busek Marek auch in Schutz. Sie habe nach der verlorenen Wahl "eh keine Chance gehabt".

Nur über Städte könne man Wahl gewinnen

Auf den Einwand, dass Marek nicht freiwillig vom Bund nach Wien gewechselt ist, meinte Busek: "Ich bin damals auch gezwungen worden, aber ich habe eingesehen, dass es eine Schlüsselfrage ist." Als Schlüsselfrage für die ÖVP sieht Busek nämlich die Städte, denn nur über diese könne man Wahlen gewinnen. Es habe sich aber keiner der ÖVP-Obmänner darum gekümmert. "Mit Niederösterreich alleine werden wir aber keine Bundeswahl gewinnen." Die Bundespartei müsse sich endlich dazu entschießen, die Wiener ÖVP aufzubauen und stark zu positionieren. "Mit Mittelbänkler, die nur um ihren Posten zittern", werde das aber nicht zu machen sein, so der frühere Vizekanzler.

Eine starke Wiener ÖVP sei auch insofern wichtig, weil in der Bundeshauptstadt mit Rot-Grün nichts weitergehe. Für eine 30-prozentige Gebührenerhöhung "hätten wir die Grünen nicht gebraucht, das hätten auch andere Parteien zusammengebracht".

Zu möglichen Nachfolgern von Marek meinte Busek: "Ich kenne mich da nicht mehr ganz aus. Die Sache ist aber so am Grund, dass man jemanden systematisch aufbauen sollte." Für Staatssekretär Sebastian Kurz, der schon abgesagt hat, wäre das "eine Chance". "Es ist sicher angenehmer im Bund." Diesen Posten habe Kurz nur mehr zwei Jahre, "wenn er dagegen in Wien erfolgreich ist, hat er eine längere Karriere vor sich". Er habe es jedenfalls satt, dass alle immer nur absagten. Politik werde nicht durch Ablehnung gemacht, sondern dadurch, "dass man sich für etwas bereiterklärt". (APA)

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21 Postings
PERLENQWIEN
 
00
10.9.2011, 01:58
"amikal...." Wie Alles bei der ÖVP.

El Chó
01
Nur ueber die Stadt kann man bundesweite Wahlen gewinnen.

Tja, bloed auch fuer die Bauernpartei...

Gerhard Gilnreiner
 
01
Ich war selten Buseks Meinung....

....aber was seine Partei betrifft liegt er 100% richtig...

....das muss man einmal aussprechen....

....und wenn die ÖVP das nicht begreift und raschest reagiert, staubt das andernfalls chancenlose BZO die frustrierten Stimmen ab!

meresi
00
10.9.2011, 18:32
mir gehn die österreicher die glauben

das wir nur ein 3 parteien system haben fürchterlich auf die eier...jawohl...pisa studie--- mathe nichtgenügend setzen...und klappe halten

Truhe
 
03

Der Mr. Spindelegger ist eine derart rückgrat- und profillose Schießbudenfigur dass sich dagegen eine Straßenlaterne als Ausgeburt des Charismas abgeben würde.

Aber im Falle der ÖVP ist das natürlich konsequent, in der CI quasi, das die umfassendste Nichtexistenz den Chef mimt.

taufrisch
00
Es ist ein Phänomen, daß sich die VP lieber in vorgestrigen Bünde-Streitereien zersplittert und Spitzenleute wie Busek fürchtet, statt auf ihn zu hören !

Etwa soetwas wie das bekannte "Faymann/Zeiler-Syndrom" ??

österreicher ist, wer es trotzdem ist
01
Die Klüngelei geht ewig weiter...

"Es Tiroler mit eure paar Stimmen wählt's eh höchstens die Zechennägel vom Bundeskanzler" (Julius Raab zu Eduard Wallnöfer, ca. 1960).

Da hatte er recht. Und er hätte heute noch recht. Aber Wien ist anders: Das Bundesland mit den meisten Wahlberechtigten und der kleinsten ÖVP.

Vorschlag zur Güte: Man hole eine stadtbekannte, liberale und trotzdem bürgerliche Persönlichkeit von außen - vorzugsweise eine, die bisher noch nicht politisch aufgefallen ist-, die mit einer offiziellen Vollmacht sämtliche Bezirkskaiser, Filzokraten und sonstige Spalter absetzen und durch fähigere Leute ersetzt. Das wäre die einzige Chance. Weil man so jemanden nicht findet, nimmt man halt Kurz. Eh klar.

Salz Burger
00
13.9.2011, 19:38

fähigere Leute? Wo wollen Sie die finden? Wer soll sich einen Job in der Politik antun? Niemand tut das, der halbwegs was gelernt hat.

NONE
00

Das ginge ja auch gar nicht da diese neue Person quasi die gesamte ÖVP umbauen würde.

Das ist in so einem Apparat gar nicht möglich.

Da ist es einfacher Parteisoldaten hochzuhieven.

Taaanja
01
Diesen Posten habe Kurz nur mehr zwei Jahre, "wenn er dagegen in Wien erfolgreich ist, hat er eine längere Karriere vor sich".

Es geht nur um Macht, die Inhalte sind beliebig tauschbar! Grauslich!!!

Laudes
00
10.9.2011, 00:57
Da urteilen sie zu hart, oder besser gesagt undifferenziert

auch Inhalte kann man nur vertreten, wenn man es klug tut. Wenn man sich selbst und sein Umfeld dabei schwächt, kann man auch für die Inhalte nichts mehr tun.
Es gibt, das ist sicher ein Problem, natürlich auch inhaltslose und charakterlose Aspiranten, denen die macht Selbstzweck ist.

Childerich von Bartenbruch
08
"umfangreiches know-how"

warum halten diese affen nicht einfach die goschen?

valtheWU
03
"Staatssekretär Sebastian Kurz"

das kann doch nur ein witz sein!

Ijoula
29

und wieder das selbe Spiel. Gehts in der ÖVP rund wird Hr. Busek aus dem Keller geholt, brabbelt irgendwas vor sich hin und wird wieder im Keller gut verstaut ..... entbehrlich

NONE
44

Ich finde Busek witzig.

Aber er war zu seiner Zeit deutlich erfolgreicher als die heutige ÖVP.

Schüssel hat ihn damals kalt abserviert, und heute wissen wir warum - weil Schüssel erkannte das Busek nicht so korrupt war wie Schüssel selbst, und die Leute die Schüssel an die Spitze gezogen hat (KHG)

Schüssel ist der historische Verlierer. Sein ganzes Neusprech nutzt ihm nichts mehr.

Andreas Sonnberger2
00

In Wien war er damals erfolgreicher, allerdings war das noch eine andere Zeit, sowohl gesellschaftspolitisch, als auch parteipolitisch (da gab es die Grünen noch nicht lange, und die FPÖ war noch in ihren Anfangszeiten)

Als ÖVP-Parteichef und Vizekanzler hat er aber eine Wahlniederlage nach der anderen kassiert...

Andreas Prucha
00

Das stimmt scho, aber inhaltlich und moralisch ist die ÖVP nach Busek einfach den Bach runter gegangen.

ichFrieder
112

Wenn man schaut, wo die Wiener ÖVP mit Busek war und welchen Stellenwert sie heute hat, sollte man auf Busek hören.

Lieber zynisch als hysterisch.
 
00
Wozu eine ÖVP aufbauen?

Inhalte sind sowieso keine mehr vorhanden, daher braucht man auch keine Partei. Um nichts durchzusetzen genügen genau Null Mandate.

b_lebowski
00
Politopi Busek

in Rage :-x

living reef
03
hoffen kann er ja...

...aber offenbar werden in der övp schon die messer für bündlerische positionsk(r)ämpfe gewetzt

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