EU: Belgrad will Ende von Sonderbedingungen für Beitritt

9. September 2011, 13:55

Präsident Boris Tadic: "Serbien will wie alle anderen Staaten behandelt werden"

Belgrad - Präsident Serbiens Boris Tadic hat sich am Freitag gegen eventuelle neue Bedingungen ausgesprochen, die an sein Land im EU-Annäherungsprozess gestellt würden. "Serbien erwartet, wie alle anderen Staaten im EU-Annäherungsprozess behandelt zu werden. Wir verlangen keine Privilegien und Erleichterungen, können allerdings nicht akzeptieren, dass uns neue Bedingungen gestellt werden", erklärte Tadic, der in Belgrad ein erstes Serbien-EU-Forum eröffnete.

EU-Ratspräsident Herman van Rompuy, der in seiner Ansprache die in Serbien in den letzten drei Jahren erzielten Reformergebnisse lobte, unterstrich seinerseits, dass die Beziehungen zwischen Belgrad und Pristina eines der Schlüsselelemente darstellen würden, die bewertet würden, wenn in Brüssel über die EU-Kandidatur Serbiens beraten werde. Er bezeichnete die Kosovo-Frage als "sensibel" und begrüßte die kürzlich erzielten Ergebnisse im Dialog zwischen Belgrad und Pristina, die Gefahren beseitigen sollten, die einseitige Schritte in sich bergen würden. Nun gelte es diese auch umzusetzen, so Van Rompuy. Die regionale Zusammenarbeit müsse allumfassend sein. Die Abwesenheit von Belgrad oder Pristina an solchen Treffen würde ihre Effizienz verringern, warnte der EU-Ratspräsident.

Serbien habe im EU-Annäherungsprozess viel getan, müsse jedoch noch mehr tun, unterstrich Van Rompuy. "Wir sind bereit, euch zu helfen. Die Union wird bereit sein, wenn Serbien bereit ist". Die Europäische Union wünsche sich, dass die ganze Region die Kriterien für den EU-Beitritt erfülle, hob der EU-Ratspräsident hervor.

Serbien habe alles getan, um eine volle Zusammenarbeit mit der Europäischen Union zu erreichen und besitze auch alle Kapazitäten für den Beginn der EU-Beitrittsverhandlungen, versicherte der serbische Staatschef. Belgrad hofft auf den Erhalt des Status eines EU-Beitrittskandidaten vor Jahresende und den Termin für den Start der Beitrittsverhandlungen Anfang nächsten Jahres.

Dass die Hoffnungen fehlschlagen könnten, war bei dem kürzlich stattgefundenen ersten Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel in Belgrad sichtbar geworden, die einen weiteren Fortschritt im EU-Annäherungsprozess auch an die Ergebnisse in den Beziehungen zwischen Belgrad und Pristina knüpfte. In Serbien war daraufhin von neuen Bedingungen die Rede, die an Belgrad im EU-Annäherungsprozess gestellt würden.

Man unternehme alles, um die Kosovo-Frage auf eine der demokratischen Welt entsprechende Weise zu lösen, versicherte Tadic. Niemand müsse Serbien davon überzeugen, dass offene Fragen mit dem Kosovo vor dem EU-Beitritt Serbiens zu lösen seien, so der serbische Präsident. Pristina hatte im Februar 2008 seine Unabhängigkeit verkündet, von Belgrad wird diese nach wie vor nicht anerkannt. Belgrad war von Brüssel wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass die zwischenstaatlichen Probleme vor dem EU-Beitritt zu lösen seien. Eine der Voraussetzungen für den Status eines EU-Beitrittskandidaten ist auch eine gute regionale Zusammenarbeit.

Der EU-Annäherungsprozess und die Bewältigung der Wirtschaftskrise, aber auch der Kampf gegen die Organisierte Kriminalität stehen im Mittelpunkt des heutigen Treffens, an dem auch mehrere Außen- und Innenminister der Nachbarstaaten teilnehmen. (APA)

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O5
00
4.10.2011, 13:36

Dazu müsste sich Serbien erst mal "wie alle anderen Staaten" benehmen - und nicht wie ein Irrenhaus von und für Nationalisten.

Jefimija
107
10.9.2011, 21:01
Tadic soll doch endlich aufhören wie ein Jammerlappen an Europas Rocksaum zu ziehen.

Er soll sich lieber auf die Potenziale im Land konzentrieren. 2/3 des Ackerlandes in Serbien liegen brach und verwildern bald. Serbien muss nicht um jeden Preis in die ohnehin instabile EU. Man kann miteinander enge Zusammenarbeit pflegen und von einander profitieren, eine Mitgliedschaft blind anzustreben, erscheint mir seinerseits sehr diletantisch.

binGeladen
01
12.9.2011, 20:07

ja, es wird zeit für seine abdankung.

Kreshnik Krasniqi
05
13.9.2011, 17:33

Serh geehrte Serbinnen und Serben,

Eine Gute Nachricht:

Obwohl,ja,Serbien Verkündet hat,es wurden Anerkennung zurück gezogen,imgegenteil,der treue Staat Nigeria hat die Territoriale Integrität des Staates Kosova's anerkannt.

Jefimija
53
13.9.2011, 19:27

Hier kommen meiner Ansicht nach wesentlich wichtigere Fakten:

Nord und Südamerika, 35 Staaten, davon haben 10 Staaten das Kosovo anerkannt.

Europa, 43 Staaten, davon haben 33 Staaten das Kosovo anerkannt.

Afrika, 54 Staaten, davon erkennen 16 Staaten das Kosovo an.

Asien, 47 Staaten, davon erkennen das Kosovo 11 Staaten an.

Wenn Griechenland, Spanien, Brasilien, Indien, Russland und China das Kosovo anerkennen, dann könnte man evtl. von internationaler Anerkennung sprechen. Bis dahin ist alles de facto nur Pustekuchen!

Last but not least, wenn das Kosovo vom Vatikan anerkannt wird, dann können Sie Herr Krasniqi so einen Beitrag verfassen und damit prahlen. Doch nicht bei Nigeria (beim höchsten Respekt vor diesem Staat).

Jasmin Celler
 
14
13.9.2011, 22:22
Was?

Ihrer Meinung nach ist Nigeria nichts?
Nigeria hat über 150M Einwohner ist das Land mit den meisten Einwohnern in Afrika und nach Südafrika das Land mit dem höchsten BIP!

Zu Ihrer Liste:
GR & ESP sind pleite.
Russland und China sind Staaten die selbst in naher Zukunft zerfallen werden, die sollten erstmal Begriffe wie Menschenrechte & Demokratie kennenlernen und im eigenen Land einführen.
Auf Ihrer Liste bleiben nur Indien und Brasilien.
Wobei ich bezweifle das die sich für serbische Interessen stark machen werden.
Die Länder die wichtig sind haben geschlossen das Kosovo anerkannt.

Jefimija
51
14.9.2011, 10:56

Oh nein, nicht Sie schon wieder mit ihren dumpfen Interrogationen und Eigeninterpretationen.

pivas
11
14.9.2011, 01:28
menschenrechte

naja sorry, aber die USA haben den Kosovo anerkannt, und bekannterweise pfeifen die auf grundlegende Menschenrechte. Guantanamo ist da ein sehr gutes Beispiel.

Russland und China werden zerfallen? Das ist doch wohl eine Witz.

Im Fall von Nigeria haben Sie wohl recht.

binGeladen
00
13.9.2011, 18:35

bis bald!

Jasmin Celler
 
42
12.9.2011, 12:24
Landwirtschaft?

Damit kann man nichts verdienen, oder denken Sie Serbien wird dann mit ESP, F oder D konkurrieren können? Die haben viel mehr Fläche, heutzutage sind andere Bereiche wichtiger R&D im Bereich neue Technologien, Chemie usw.
Hinzu kommt noch wer soll da arbeiten, Sie?
Haben Sie eine Ahnung wie körperlich Belastend die Arbeit in der Lw ist und wie wenig man da verdient? Außerdem hat Serbien keinen mehr der das machen könnte, früher konnte man sich paar Kroaten, Albaner oder Bosnier holen aber jetzt sind alle weg und arbeiten für ihr eigenes Häusle.
Aber Sie dürfen die serbische Regierung gern davon überzeugen Geld in die Lw zu investieren dann werden die Serben da anfangen wo die Türken in den 60er Jahren schon waren.

Godot was here
24
11.9.2011, 23:18
@jefimija

Ahnung von Wirtschaft haben Sie ja augenscheinlich keine. Solange die EU ihren Agrarsektor so stark subventioniert und dadurch Agrarprodukte zum Schleuderpreis (d.h. unter Weltmarktpreis) auf den Markt kommen, macht es wenig Sinn, diesen Sektor zu stärken.

Was wirtschaftlich Sinn macht, ist, wie Sie richtig sagen, die Potentiale zu nützen. Das wären günstige Investitionsbedingungen für ausl. Unternehmen, damit die Konkurrenz belebt wird und die Tycoone geschwächt werden. Weiters die meist gut ausgebildeten und preiswerten Arbeitskräfte, die solide, aber ausbaufähige Infrastruktur, und die guten Handelsbeziehungen zu Russland und der Türkei.

Jefimija
11
12.9.2011, 13:26

Herr Godot, ich mag zwar keine Wirtschaftsexpertin sein, aber mit der Behauptung, dass der Ausbau der Agrarwirtschaft sehr wichtig ist, bin ich definitiv im Recht. Dies behaupten übrigens sowohl serbische, als auch ausländische Wirtschaftsexperten.
Ich weiss nicht unbedingt wie die EU Subventionen aussehen, aber in der EU gedeihen zB. kaum Himbeeren, Heidelbeeren u.ä., in Serbien jedoch schon und zwar erstklassige.
Serbien importiert Milch und Milchprodukte und wird dieses Jahr sogar 100.000 Tonnen Weizen importieren. Das alles sind Sachen die nicht sein müssen, aber mit der nationalen Agrarpolitik zutun haben.
Das Land will umgehend 2000 Jobs im Agrarbereich schaffen und Sie meinen immer noch, es lohnt sich kein Essen zu produzieren?

Godot was here
00
14.9.2011, 00:02
@Jefemija

Investitionen in den Agrarsektor sind deshalb sinnlos, weil man nicht mal Kostendeckend arbeiten könnte, oder nur ganz knapp, aber es ist halt z.B.: billiger eine Tonne Zucker aus der EU zu importieren als ihn selbst herzustellen. Das ganze kann man auf Weizen, Milch umwälzen, wobei Mohn und Raps wären derzeit sehr profitabel. Natürlich muss man aber eine gewisse LW betreiben um nicht komplett von Importen abhängig zu sein.

Investitionen in den Dienstleistungssektor, oder in die leichte Industrie, wie z.B.: Zulieferbetriebe, sind viel effektiver und bringen vor allem viel mehr Rendite. Und Jobs dort sind viel besser bezahlt als in der LW.

Interface
54
11.9.2011, 14:12

Ich hätte Serbien auch lieber im Bündnis mit
Russland und Weissrussland gesehen, so wie es sich gehört zwischen Brüdern.
Es wird sehr schlecht über EU geredet von Serben und weiterhin peilen sie die EU.
Vielleicht nicht nur aus liebe und Überzeugung sondern aus reinen Interessen, und so etwas merken EU Staaten gar nicht.

stan73
01
13.9.2011, 10:45
Ja, ich stimme Ihnen sehr gerne zu.

Ich sähe Serbien auch viel lieber neben Russland und Weißrussland im Bündnis.

Und ich sehe Kosovo viel lieber viel früher als Serbien in der EU.

Mal sehen, ob das realistisch ist.

Jefimija
32
11.9.2011, 16:17

Bündnisse hin, Bündnisse her - Ich finde, dass es vielmehr wichtiger wäre, dass Serbien sich auf seine inneren Potenziale konzentriert. Somit würde sich die finanzielle Lage im Land wesentlich verbessern. Das Land hat eigentlich nicht nötig Milch u.Ä. zu importieren. Korruption muss hart bekämpft werden, das Rechts-, Gesundheits- und Bildungswesen müssen gut bezahlt werden, sowie die Polizei im Land. Tadic hat dem Volk den EU Kandidatenstatus versprochen und nun sieht er sich in einer Zwickmühle. Die Wahlen stehen bevor und er will unbedingt und um jeden Preis seine Wahlversprechen einhalten. Dabei droht er jede politische Würde zu verlieren, sowohl beim eigenen Volk, als auch auf dem europäischen Politikparkett.

Ante Goto-vienna
116
10.9.2011, 19:48
Neue Infos!

Ich vermute die serbische Regierung wird es freuen. Gabun hat das Kosovo anerkannt!
Jetzt werden alle nachziehen.

http://english.albeu.com/albania-n... ovo/45504/

P.S. Liebe Serben jetzt aber nicht sagen wenn Interessiert Gabun letztens habt Ihr geschrieben egal wie klein ein Staat ist jede Stimme zählt.

Liebe Grüße aus Split, dem Ort der Freiheit!

stan73
01
13.9.2011, 10:50
Interessant war auch,

dass ich die ganze Zeit nach Medien gesucht habe, die die In Frage Stellung der Anerkennung dokumentierte.

Nur in serbischer Sprache konnte ich etwas finden.

Also scheinbar hat es außer die Serben niemanden interessiert, dass hier mal die Rede von Bestechung war ...

chilly76
 
411
10.9.2011, 13:57
eu nein danke

wer will schon einer bande beitreten die von lügnern und vertragsbrechern gelenkt wird.
president tadic soll endlich mal sein kopf da rausholen wo er ihn reingesteckt hat und sich selber zwischen den bewaffneten nato soldaten und der unterdrückten serbischen bevölkerrung im kosovo stellen.... zumindest hätte er dann mindestens 2 mio bürger leibhaftig an seiner seite. dagegen ist die welle mit ihren ganzen aparatschik machtlos.

Jasmin Celler
 
00
10.9.2011, 14:25

Wieso 2 Millionen dachte Serbien hat etwas mehr als 5 oder 6 Millionen Einwohner?

Sasa Yugo
29
10.9.2011, 13:15
Lieber zur Afrikanischen Union als die EU

Von Krise zur Krise!
Die EU ist nichts anderes als ein Erpresserverein und lässt sich noch weiterhin von den Vereinten Nationen diregieren.

EU= NEIN DANKE!

Andauernd irgendwelche unvorstellbaren Bedingungen. Würde der EU raten sich an die Gesetze und Bedingungen zu halten!

Reece384
00
14.9.2011, 14:36
Bleib ganz ruhig

wer will euch schon in der union haben. ihr macht doch nur ärger. bindet euch lieber an russland. die verstehen euch besser.

stan73
01
13.9.2011, 10:52
Niemand hätte etwas dagegen, wenn Serbien in die "AU" gehen wollte,

bedenken Sie aber, dass sich dadurch am Kosovo Status nichts ändern würde.

Ich an Ihrer Stelle, würde lieber wenigstens einen der beiden Preise nehmen, bevor beide weg sind!

Jasmin Celler
 
60
10.9.2011, 14:21
Afrikanische Union?

Haben Sie sich die mal angesehen?
Da sind auch einige glaube 5 oder 6 Länder die das Kosovo anerkannt haben, die werden Serbien bestimmt auch nicht ohne weiteres aufnehmen!

Sigrun1
02
10.9.2011, 12:39

ehe Belgrad in die EU kommt sollte die EU erst gründlich reformiert werden und ein Veto einzelner Mitglieder nicht mehr möglich sein. Ein max Schuldenstand von 40% des BNP eingefüht und Teil des Grundgestzes werden, Finanz-, Außen u Verteidigungspolitik zentral europäisch werden.
Also erst die Vereinigten Staaten von Europa.

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