Nach Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe alle Bedingungen für eine Freilassung erfüllt
Madrid - Der bosnisch-kroatische Kriegsverbrecher Ivica Rajic ist in Spanien nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe aus der Haft entlassen worden. Wie die Madrider Zeitung "El País" am Freitag berichtete, flog der 53 Jahre alte Ex-General unmittelbar nach seiner Freilassung von Barcelona nach Kroatien. Rajic war im Bürgerkrieg 1993 in Bosnien für ein Massaker verantwortlich gewesen, bei dem 31 Muslime ermordet und Hunderte unmenschlich behandelt wurden.
Er wurde 2003 in Kroatien verhaftet und dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überstellt. Dort legte er ein Geständnis ab und wurde zu zwölf Jahren Haft verurteilt. Die Strafe verbüßte er seit 2007 in Spanien. Die Madrider Justizbehörden beriefen sich bei der Freilassung auf die geltenden spanischen Gesetze. Rajic habe nach der Verbüßung von zwei Dritteln der Strafe alle Bedingungen für eine Freilassung erfüllt.
Die Verbrechen in den Ortschaften Stupni Do und Vares hatten damals weltweit für Schlagzeilen gesorgt und waren vom UN-Sicherheitsrat scharf verurteilt worden. Hilflose Alte verbrannten in ihren Häusern, in einem Versteck wurden drei verbrannte Mädchen gefunden. Eine Überlebende des Massakers in Stupni Do sagte "El País" nach der Freilassung von Rajic: "Für jeden Toten hat er gerade mal drei Monate in Haft verbracht. Ich fühle mich gedemütigt." (APA)