Alexander Sokurovs Interpretation als weiterer Löwen-Kandidat
Bei der Preisverleihung der 68. Film-Mostra von Venedig könnte es am Samstagabend durchaus die ein oder andere Überraschung geben, denn einen eindeutigen Favoriten gab es bis zum Ende nicht. Die Jury unter Vorsitz von US-Regisseur Darren Aronofsky (Black Swan) war mit einem besonders abwechslungsreichen Programm konfrontiert, aus dem David Cronenbergs konzentriertem Drama um die Pioniere der Psychoanalyse, A Dangerous Method, Roman Polanskis böser Gesellschaftskomödie Carnage und Steve McQueens umstrittenem Sexdrama Shame die besten Chancen auf einen Goldenen Löwen zugerechnet werden.
Gegen Ende des Festivals kam mit Alexander Sokurovs kunstsinnig-surrealer Interpretation des Faust, in dem der Titelpart vom Österreicher Johannes Zeiler verkörpert wird, noch ein weiterer ernstzunehmender Kandidat hinzu. Die Meldungen, dass Marco Müller, der passionierte Direktor des Filmfestivals, für keine Verlängerung mehr zur Verfügung stehen wird, entpuppen sich unterdessen als Gerücht. Vonseiten des Festivals gab es auf Anfrage des STANDARD keine offizielle Bestätigung über ein Ausscheiden Müllers: Die Zukunft der Mostra ist somit weiterhin offen. (kam, DER STANDARD - Printausgabe, 10./11. September 2011)